Aus dem Leben des Turel

von Kazu22
KurzgeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
17.11.2013
17.11.2013
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In den Straßen von Nachtholme lungerte zahlloses Gesindel und anderer Abschaum herum. Diese Menschen tranken bis zur Besinnungslosigkeit, raubten und mordeten. Von ihren widerlichen Gestank ganz abzusehen der teils von den Huren kam von denen unzählige an jeder Ecke standen und versuchten mit ihren zerlumpten Kleidern freier anzulocken.
Finster blickte ich unter meiner Kapuze hervor als eine der Dirnen auf mich zu wankte und mir ihre Dienste anbot. Angewidert von derart primitiver Darstellung stieß ich sie zur Seite und ging weiter meiner Wege. Das betrunkene Gefasel und die ordinären Beleidigungen dieses Mädchens störten mich nicht im geringsten im Gegenteil es zeigte nur die nicht vorhanden Umgangsformen dieser Parasiten die sich Menschen nannten.
Sie erkennen ihre niedere Aufgabe nicht und denken sie seien die Herrscher über alles. Dabei sind nichts weiter als Nutzvieh für ihre waren Herren, den Vampiren.
Der beißende Gestank von Bier stieg einem in die Nase je tiefer man in die Slums vordrang. Hier in den dürftig beleuchteten und teils finstersten Ecke der Stadt stieß man auf dekadente Abkömmlinge der Vampire.
Diese degenerierten und abscheulichen Missgeburten unserer stolzen Rasse machten hier Jagd auf ihr Beute, nur in den dunklen Gassen und Winkel fühlten sie sich wohl denn sie scheuten das Licht.
Das unser Blut solch schändliche Abnormitäten hervorbrachte konnte ich nicht begreifen. Einst waren wir edle Geschöpfe mit meist feudaler Herkunft doch jetzt verkam unsere Rasse allmählich immer mehr zu abstoßenden Bestien deren gier nach Blut unersättlich war.
Sollten sich diese unterentwickelte Individuen den Abschaum von den Straßen holen, ich hingegen bevorzugte die ruhige und abwechslungsreiche Atmosphäre einer Taverne und wartete dort auf anspruchsvollere beute bis sie von ganz allein zu mir kommt. Nur hier in den heruntergekommen Räumlichkeiten einer Schänke fand ich Opfer die meinen Ansprüchen genügten.

Schweigsam betrat ich die Taverne zum schwarzen Wolf in dessen ecken Attentäter, Meuchelmörder und Diebe ihre Köpf zusammen steckten und ihre Gläser erhoben. Der Kronleuchter der aus einen hölzernen Wagenrad bestand erhellte die Taverne nur mäßig und sein licht reichte kaum bis in die ecken. Die schemenhaften gestalten in den dunklen ecken steckten ihre köpfe zusammen als ich die Lokalität betrat.
Die Luft war angereichert von billigen Fusel und den angeregten Unterhaltungen der Mörder und Verbrecher die ihre nächsten Schandtaten planten. Manche von ihnen kauften sich mit dem erbeuteten oder wie sie es nannten “rechtmäßig“ verdienten Geld amüsante Gesellschaft denn an einigen Tischen saßen käufliche Mädchen auf dem schoss ihrer Gönner. Die meisten jedoch waren nur wegen dem Alkohol und den neuesten Gerüchten hier.
Zielstrebig ging ich zu einem der Tische die mir gegenüberstanden, die vermummten gestalten dort sahen mich schweigend an als ich provokativ vor ihrem Tisch stehen blieb. Mit einem Kopfwink signalisierte ich diesem Abschaum das sie sich davon machen sollten.
Diesen gefallen wollten sie mir jedoch nicht tun, einer von ihnen stürmte mit einem Messer in der Hand auf mich zu.
Bedachtsam trat ich einen Schritt zur Seite und ergriff seinen Waffenarm, ich brauchte nur wenig Kraft bei diesen Abschaum anzuwenden um ihm seinen Arm mit einem Ruck zu brechen und ihn zu Boden zu werfen.
Seine Kameraden waren sichtlich verängstigt und suchten schleunigst das weite. Mein Angreifer sah mich entsetzt an während er seinen Arm stützte, nun verließ auch er unter schmerzen den Ort des Geschehens und lief aus der Taverne.

Ich ließ mich in den Stuhl der dunkle Ecke nieder und beobachtete das geschehen. Von hier aus konnte ich sehr gut den Raum überblicken und sah wer oder was die Taverne betrat.
Der Wirt kam in gebeugter Haltung zu mir „W... wünschen der h... Herr etwas zu trinken?“ stotterte er. Ich griff nach dem Beutel an meinem Gürtel und warf eine Goldmünze auf den Tisch.
Die Münze wirbelte viele mal um sich selbst als sie schlussendlich vor dem verängstigten Schankwirt zur ruhe kam „Wein“.
Mit zitternder Hand griff er nach dem Goldstück, er verbeugte sich demütigst und kehrte zurück hinter den Tresen. Dieses Gesöff war mir zuwider, es diente lediglich dazu das ich als Vampir nicht erkannt wurde und mir in ruhe meine Opfer aussuchten konnte.

Ich schaute mich um, nichts als betrunkene Verbrecher und Huren die meinen Ansprüchen nicht genügten. Das einzige auf was man sich verlassen konnte war das man nicht lange auf vergnügen warten mussten denn nun fingen zwei betrunkene an sich zu streiten.
Einer warf den anderen vor ihn beim Kartenspiel betrogen zu haben was der beschuldigte natürlich nicht auf sich beruhen ließ. Er stieß die Dirne von seinem schoss und ging auf den anderen los.
Schon fingen die beiden Querulanten an sich wie wild zu prügeln und die halbe Einrichtung der Taverne zu demolieren. Die Dirne griff nach der Flasche Wein die auf dem Tisch stand und zerschlug diese auf dem Kopf des Streitverursachers der jedoch unbeeindruckt von dieser Aktion weiter munter auf seinen Widersacher einschlug.
„Nicht schon wieder“ gab der Wirt genervt und mit rollenden Augen von sich. Nun schritt dieser ein und brachte die beiden mit Hilfe einiger anwesenden auseinander, sogleich wurden die beiden durch die Tür hinaus ins freie befördert und landeten recht unsanft im Dreck.
Im gleichen Augenblick betrat neue potenzielle Beute das Gasthaus. Unbeeindruckt von dem Tumult der sich vor der Tür abspielte traten sie herein, während die Streitsüchten sich weiter in Schlamm und Dreck prügelten.

Der erste von ihnen der die Taverne betrat war groß und breit gebaut, seine Hände gleichten den eines Bären, wahre Pranken, er musste demnach ziemlich kräftig sein. Der andere war schmal und von normaler Statur.
Die zwei vermummten Gestalten die ihr Gesicht unter einer Kapuze verbargen schritten an den Tresen. Sie trugen lange, graue Roben wie sie nur Krieger der Kirche trugen. Die leichte Erhebung die sich unter ihren Gewänder abzeichnete zeugte von leichter Bewaffnung zuweilen Schwerter oder Streitäxten.
Dem Schmutz auf ihrer Kleidung nach zu urteilen mussten sie schon einige Tage unterwegs sein und dies nicht ohne Vorkommnisse denn stellenweise fand man altes, getrocknetes Blut darauf.

Nun striff der große Kerl seine Kapuze nach hinten und zum Vorschein kam ein Glatzköpfiger, Hüne dessen Schädel mit seltsamen Symbolen verziert war.
Er trug einen Henriquatre der an seinem unterem Ende zu zwei Zöpfen geflochten war, seine dunklen Augen strahlten härte und stolz aus. Der zweite warf nun ebenfalls sein Kapuze nach hinten und zeigte sein Gesicht.
Ein gutgebauter junger Mann, sein mittellanges, blondes Haar war ein wenig zerzauste.
Unter einige Strähnen die ihm wild ins Gesicht fielen stachen Saphir blaue Augen hervor die ihren blick schweifen ließen.
Er hatte weiche Gesichtszüge und trug einen Kinnbart welcher ihm ein Altersschätzung von Anfang zwanzig verlieh. Dieser Mensch sah interessant aus, so jung und entschlossen, wie wild musste dann erst sein Temperament sein wenn er in diesem alter bereits ein Krieger war.
Ein abgesandter der Kirche war durchaus eine reizbare und interessante Abwechslung. Er war ein guter Kandidat für meine nächste Mahlzeit die schon bald bevor stand natürlich erst nachdem ich ein wenig Spaß mit ihm hatte.
Der Wirt kam und brachte mir wie bestellt einen Becher mit Wein und machte dann das er eiligst davon kam.

Meiner Entscheidung schon sicher betrat ein weiterer vermummter Krieger die Taverne und gesellte sich zu den beiden anderen. Von der Statue her sah er beinahe ebenso aus wie der Bursche auf dem meine Wahl gefallen war.
Und auch dieser Nachzügler senkte nun seine Kapuze und zeigte sein Gesicht. Lange, dunkle Haare kamen zum Vorschein und weiche, sanfte Gesichtszüge zeichneten sich im Schein der Kerzen ab. Nun griff er nach seinen langen Haaren die eben noch seitlich herunter hingen und warf diese nach hinten.
Seine Hände waren von femininer Kontur, jetzt erkannte ich das wahre Wesen, eine junge Frau, dessen Haar in leichten wellen fiel.
Eine breite Strähne verdeckte zum teil eines ihrer Augen die die Farbe der erde trugen. Ihre dunklen Haare waren zu einen Zopf gebunden das ihr nun bis zur Taille fiel. Jetzt wurde es interessant denn diese Frau erregte mein Gemüt.
Ich musste mich entscheiden denn ich fühlte das ich meine Triebe nicht mehr lange im Zaum halten konnte.
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