Die Muse

von Mondrose
GeschichteAllgemein / P6
17.11.2013
17.11.2013
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So, hier meine Zeilen zu den Wörtern des Schreibzirkels ; Bild, Knall, Druck, Name, Recht.

Viel Spaß beim Lesen!

GLG
Mondrose




               
♦ Die Muse ♦
          oder auch: Versuch(e) die Schreibblockade zu umgehen


Was soll ich den schreiben? Ich sitze hier, starre auf diese fünf Wörter und versuche sie zum Reden zu bringen, damit sie mir ihre Geschichte erzählen. Doch sie bleiben stumm. Wie soll ich mit meinen Worten Bilder entstehen lassen, die ihnen gerecht werden, wie soll ich ihnen Leben einhauchen?

So wird das nichts, aber auch Frustration bringt mich nicht weiter. Aber was bleibt mir noch? Wenn selbst der Druck, die Deadline einzuhalten, meine Muse nicht wach kitzelt. Die Gute hat sich schon lange nicht mehr sehen lassen, dabei ist sie es, die mir hilft, den leise gewisperten Geschichten der Wörter und Gegenstände zu lauschen.

Meine Gedanken kreisen und wirbeln durcheinander wie das Herbstlaub im Wind, doch noch immer kann ich nicht den leisesten Hauch einer Stimme vernehmen. Es ist, als säße ich in einem weißen Raum. Und ich könnte nichts tun, außer die weißen Wände anzustarren, die so makellos weiß sind, dass man nichts findet, an dass man seinen Blick heften könnte.

Ich versuche den Raum wenigstens in meiner Fantasie etwas Farbe einzuhauchen, doch es gelingt mir nicht, auch meine Fantasie scheint mich verlassen zu haben. Aber eine Sache bleibt mir noch, wen ich schon meine Fantasie nicht nutzen kann, um etwas neues zu erschaffen, wenn auch nur in Gedanken, so kann ich doch meine Erinnerungen nutzen.

Meine Augen schließe ich und konzentriere mich auf etwas. Aber auf was? Auf meinen Namen? Nein, das hilft mir nicht. Ich lasse mich von meinen Erinnerungen mitziehen und mich von ihnen umhüllen. Ein Zitat nach dem ich lebe und das mir schon so manches Mal Ärger eingebracht hat, schafft es sich von den anderen Erinnerungen abzuheben. Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.  Mir fällt auch ein, von wem dieses Zitat stammt; von George Orwell.

Ha! Plötzlich fällt mir etwas ein. Ganz aufgeregt, versuche ich das Zitat vor meinem inneren Auge zu sehen. Buchstabe für Buchstabe. Jeden Buchstaben versuche ich mir in einer anderen Farbe vorzustellen; der erste Buchstabe ist blau wie der Himmel. Der Zweite grün wie Gras. Der letzte Buchstabe des Zitats, ein N , soll etwas besonderes werden.

Es gelingt mir, eine Bühne im Geiste entstehen zu lassen. Auch diese stammt aus meiner Erinnerung, es ist die Bühne meiner alten Schule. Die schwarz angepinselten Bretter, die arg zerkratzt sind. Nun stelle ich mir einen Böller vor, wie man sie an Silvester zuhauf anzündet. Er ist rot und schwarze Schrift ist darauf erkennbar. Ich konzentriere mich noch einmal und stelle mir vor, wie der Böller mit einem lauten Knall explodiert und das N  erscheint.

Als ich die Augen öffne, sind auf der weißen Wand die Buchstaben erschienen, die ich mir vorgestellt habe. Aber nicht nur das, auch von den anderen Wänden strahlen mir die verschiedensten Farben entgegen, als wäre ich von einem Regenbogen umgeben.  Meine Fantasie ist zurückgekehrt. Vielleicht tut es ihr meine Muse gleich, ich hoffe es.
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