Perfekt

GeschichteRomanze / P12 Slash
Izaya Orihara Shizuo Heiwajima
17.11.2013
17.11.2013
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So da bin ich wieder mit einer kleinen Kurzgeschichte für euch^^
Ist nur was für zwischendurch also... Fluff, Fluff und Fluff :D
Freu mich natürlich wenn ihr mir eure Meinung da lasst
Ist das doch das einzige woran ich erkenne ob ihr das,
was ich schreibe scheiße oder mittelmäßig findet T_T ... oder gut ^^
Also nicht scheuen, selbst wenn es nur ein paar Zeilen sind
*schüchtern auf den Boden guck*
<3 <3 <3

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Was ist das wichtigste, das du besitzt?
Wie weit würdest du gehen, um es zu beschützen?
Wenn du die Antwort kennst, kannst du dich sicher vorbereiten, dafür zu kämpfen, aber...
Was passiert, wenn das wichtigste, etwas, wofür du ohne zu zögern dein Leben aufs Spiel setzen würdest, vor deinen Augen dabei ist zu verschwinden und du erst in diesem Moment bemerkst, wie viel es dir wert ist?

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Es war einer dieser üblichen Tage.
Das Leben der Menschen lief ruhig und so wie es sein sollte, von allen eingeschlossen. Nichts ungewöhnliches passierte und jeder ging dem nach, was er tun sollte. Ein 'perfekter' Tag, würden es die meisten nennen, aber nicht er. Für ihn war es lediglich langweilig.
Während jeder so handelte, wie er es sollte, saß er hinter seinem PC, das Kinn auf den Händen abgestützt, die Augen unfokussiert auf die Wand seines Büros gerichtet, und langweilte sich.

Es gab einfach nichts besonderes an solchen Tagen, da war er sich sicher.
Schon am Morgen hatten ihn 'perfekte' Sonnenstrahlen geweckt.
Diese Harmonie lies ihn würgen.
Zum Glück hatte er ein Mittel gegen diese alles Verschlingende 'Perfektion'
Ein Monster, das sich nicht scheute alles und jeden in seinem Umfeld zu zerstören, wenn es darauf ankam.

Es dauerte nicht lange, da hatte er seinen Computer herunter gefahren, seine Jacke übergezogen und war ohne ein Wort aus seinem Büro verschwunden, sein Taschenmesser in der Hand, welche er in seiner Jackentasche vergruben hatte.
Vielleicht würde er irgendwann tatsächlich Shizu-chans Blut an der Klinge kleben haben, roter Lebenssaft, der seinen eigenen Triumph über ihn feiern würde, obwohl es nicht passen würde. Ein Monster wie er durfte nicht auf so menschliche Art bluten, das schien ihm in gewisser Weise unmöglich.

Gerade hatte er die Haustür geöffnet, spürte er auch schon, wie er auf Widerstand traf, stark.
Seine roten Augen wanderten hoch und er musste bei dem Anblick, der sich ihm bot leicht grinsen.

Hinter ihm fiel die Tür mit einem leisen 'Klick' wieder ins Schloss und er entfernte sich ein paar Schritte von der Person vor ihm, seinen Blick nicht von dem unergründlichen Braun abwendend und seine Mundwinkel zogen sich automatisch noch weiter nach oben. Scheinbar war der Tag auch für ihn ein kleines Bisschen 'perfekt'. Zumindest wurde er in genau dieser Sekunde besser.

„Haha, sorry Shizu-chan, war keine Absicht~“, flötete er und wich dem ersten Schlag aus, den er schon hatte kommen sehen. Ein tiefes Knurren hatte ihn angekündigt.

„Zu laaangsam~!“

„Izaya, du Bastard! Bleib gefälligst stehen!“, brüllte der Blonde hinter ihm wütend, aber der Angesprochene hatte sich längst umgedreht und war losgerannt.

„Hehe, fang mich doch~“

Beide liefen einander hinterher, wobei Izaya ab und zu dem einen oder anderen Straßenschild, Mülleimer und Getränkeautomaten ausweichen musste, sich dadurch aber nicht beirren lies und ihm, wenn er sich beim Laufen zu dem Hinteren umdrehte, immer ein bisschen seines ach so schlimmen Tages heute erzählte.

Er wusste selbst, dass es diesen nicht im geringsten interessierte, aber das war nicht sein Problem.

An manchen Tagen war es ganz gut, darüber zu reden, wie langweilig es doch war. Auch wenn es nur Shizuo war, dem er es rein drückte.
Es war normal, alles beim Alten. Diesmal hatte er nichts geplant, womit er die Grenzen des Blonden irgendwie austesten oder ihn reizen konnte, es war lediglich zum Vergnügen, was er gerade machte und es tat ihm gut.

Und dann plötzlich passierte es. Er fiel.
Nein. Er wurde geschubst.
Gerade noch hatte er mit seiner Klinge nach dem Blonden ausgeholt, war währenddessen seinem Schlag ausgewichen und dann, schneller, als er reagieren konnte, berührte ihn eine Hand leicht am Rücken, eine einzige, kleine Berührung, und stieß ihn, brachte ihn aus dem Gleichgewicht und er fiel auf die Straße. Das helle Licht des Lasters blendete ihn und es kam ihm vor, als würde sein Leben an ihm vorüber ziehen.

„Izaaayaaaaaa“, schrie der Blonde wütend, riss mit einem lauten Krachen das Straßenschild neben ihm aus dem Asphalt und ging ohne zu zögern auf ihn los...

„Iizaaayaaa- kuuun“, knurrte Shizuo bedrohlich, kam langsam auf ihn zu, den Kopf gesenkt, sodass die hellen Haare ihm ins Gesicht fielen und die braunen Augen wütend auf ihn fixiert.

„Izaya!“, schrie er, blutete am Kopf und rannte dem Kleineren hinterher, warf den Mülleimer nach ihm und blieb für eine Sekunde mit weit aufgerissenen Augen stehen, als er ihn tatsächlich traf, der irre Ausdruck auf seinem Gesicht war für einen Moment verschwunden und er ging fassungslos auf den Schwarzhaarigen zu, rannte nicht mehr und erst als er sah, wie der reglose Körper sich doch wieder von der Straße erhob und ihn angrinste, als wäre nichts passiert, konnte er wieder atmen.

Diesen Gesichtsausdruck würde Izaya niemals vergessen. Was war das gewesen? In diesem einen, kurzen Moment?

„Izaya!“ War das letzte, was er hörte, ehe alles um ihn herum schwarz wurde. Nur noch dumpf nahm er wahr, wie sein Körper auf dem kalten Beton aufschlug.

~

Wenn er jetzt daran zurückdachte, war es ziemlich peinlich, dass er von ihm gerettet werden musste. Warum hatte er es bloß getan?

Nachdenklich sah er auf die friedlich geschlossenen Augen der, in eine weiße Decke eingehüllten Gestalt, als könne er irgendetwas aus ihnen lesen, auch wenn er wusste, dass es nicht so war.
Seit Tagen konnte er einfach an nichts anderes mehr denken.
Selbst seine Arbeit lies er liegen und sie entglitt ihm langsam.

Warum saß er überhaupt hier?
Es sollte ihm egal sein, was mit dem Monster war, aber es interessierte ihn, mehr als alles andere, und mehr, als er selbst zugeben wollte. Was brachte jemanden wie Shizuo dazu, sich zu opfern? Und das ausgerechnet für ihn, die Person, die er am meisten hasste?

Ihm kam wieder ein Satz in den Sinn, den ihm mal jemand gesagt hatte: 'Wie weit würdest du für jemanden gehen, der dir wichtig ist?'

Das war unmöglich, oder?
Wie kam er überhaupt darauf?
Er dachte vermutlich zu viel darüber nach.
Müde stand er von dem Stuhl neben Shizuos Bett auf, zog sich seinen Pelzmantel wieder an, rieb sich erst einmal den Schlaf aus den Augen und verließ dann das Zimmer, sagte der Krankenschwester, die vorbei kam, Bescheid und ging wieder an die frische Luft. Draußen verdampfte sein Atem und bildete in der kalten Luft kleine Wölkchen, die zum Himmel hoch stiegen.
Wie konnte jemand wie Shizuo überhaupt ins Koma fallen?
War er am Ende doch nicht unsterblich?
Es gab gerade zu viele Fragen, die er nicht beantworten konnte. Daran lag es wohl, das er in letzter Zeit unkonzentrierter war.

Am nächsten Tag ging er ebenfalls wieder zu dem Krankenhaus, und auch die Tage danach, während es immer kälter wurde.

Irgendwann konnte er an nichts anderes mehr denken, als das 'Warum?' Aber er kannte auch keine Antwort darauf.
Es war das erste Mal in seinem Leben, dass er keine Kontrolle über die Situation, aber vor allem, über sich selbst hatte. Zum Haare raufen.

Doch es besserte sich nicht.

Nein, es wurde schlimmer.

Am ersten Tag der zweiten Woche, die der Bodyguard jetzt schon im Koma lag, verschlechterte sich sein Zustand. Herzrhythmusstörungen.

Izaya konnte nicht sagen, warum er jetzt noch öfter bei ihm blieb, manchmal bis zum Abend und an seinem Bett einschlief.
Seine Entschuldigung war, dass es ansonsten langweilig werden würde. Shizuo war sein Spielzeug. Lästig, aber trotzdem auch wichtig.

Seine Freizeit über lernte er erst jetzt, wie sehr er ihm wirklich fehlte. Mit jedem weiteren Tag wurde er ihm wichtiger und plötzlich verbesserte sich sein Zustand wieder, seine Gehirnfunktionen kehrten ebenfalls zurück und an einem Tag, die Nacht vor Weihnachten, an der der Schwarzhaarige erneut an dem Rand des Bettes eingeschlafen war, seine Arme überkreuzt und den Kopf darauf gebettet, spürte er auf einmal etwas weiches durch seine Haare fahren, das ihn wieder in die Wirklichkeit zurück holte.

Blinzelnd öffnete er seine Augen und sah in die braunen Shizuos, merkte erst jetzt, wie sehr er sie vermisste. Wie viele Tage war es her, seit er sie das letzte Mal gesehen hatte? Und er lächelte. So hatte er ihn bisher noch nie angelächelt und Shizuo tat es ihm gleich, sanft, wie man es von ihm nie erwartet hätte. Es war... wunderschön.

Ohne, dass er es verhindern konnte, wurde ihm warm und er setzte sich wieder normal hin, wusste nicht richtig, was er sagen sollte. Er war so froh.

„Was machst du hier?“, fragte schließlich der Blonde und Izayas Blick senkte sich, fühlte er sich irgendwie ertappt, warum auch immer, er hatte doch eine ganz natürliche Erklärung dafür.

„Hatte Zeit. Und du?“

„Ich bin Patient.“

„Das sehe ich. Ich meine warum bist du hier?“

Shizuo stockte kurz, wusste es entweder selbst nicht, oder wollte es nicht sagen, das sah Izaya ihm an.

„Du wurdest überfahren“, half er ihm auf die Sprünge, wartete weiterhin auf eine, auf die Antwort, nach der er seit Tagen vergeblich suchte.

„Was soll ich denn sagen? Du weißt doch wohl selber gut genug, was passiert ist“, rechtfertigte Shizuo sich und Izaya konnte nicht fassen, wie stur er war. Dafür blieb er sooft bei ihm.

„Okay, damit selbst Shizu-chan es versteht: Warum hast du dich für mich vor den Laster geworfen? Warum hast du mich beschützt?“

„Woher soll ich das wissen?“

„Wer außer dir könnte es wissen?“

„Warum wartest du jeden Tag hier, dass ich wieder aufwache?“

„Touché.“

Beide blieben stumm, keiner wollte sagen, warum er es getan hatte, obwohl sie es beide längst wussten. Es war offensichtlich.

„Shizu-chan?“ Fragend sah Izaya zu ihm rüber, stand auf und kam nah an sein Bett. Der Job eines Informanten war, Informationen zu sammeln. Mehr hassen, als er es bis jetzt tat, konnte der Größere ihn ohnehin nicht, also hatte er nichts zu verlieren und dennoch sah er unentschlossen auf den Blonden, wusste nicht, was er denken sollte. Er musste es erfahren. Ob es wahr war, ob es sein konnte...

„Was willst du, Floh?“, knurrte der Größere beleidigt, doch Izaya lies sich nicht beeindrucken, beugte sich zu ihm runter und stützte sich mit den Armen auf der weißen Decke ab.

„Sei leise, ich will etwas ausprobieren.“

Ungläubig sahen ihn die braunen Augen an.

„Was denkst du-“

„Mach die Augen zu.“

„Warum sollte ich?!“ In Wahrheit erwartete Shizuo, dass Izaya ihn vollschmieren, oder mit wasserfestem Edding auf sein Gesicht schreiben würde.

„Mach es einfach, nur kurz.“

„Warum?“

„Ich will etwas ausprobieren.“

Am Ende gab sich Shizuo geschlagen, seufzte entnervt, da er wusste, er würde nicht locker lassen und hier drinnen, hatte er ihn am Hals.

„Na gut.“

Das schöne Braun verschwand wieder hinter den Augenlidern und Izaya wartete noch einen Moment um sicher zu sein, sah ihn einfach nur an, wie friedlich er noch immer aussah, seine schmalen Lippen sahen rau aus, von dem langen Krankenhausaufenthalt, aber das leicht Kribbeln, dass sich nach und nach in seinem Bauch ausbreitete, log nicht.
Vorsichtig, langsam, abwartend und die Situation abwägend, bewegte er sich auf den Blonden zu, hielt Millimeter zwischen ihnen inne, spürte den heißen Atem auf seiner Lippe kitzeln, ehr er ebenfalls seine Augen schloss und sie auf Shizuos legte.

Ein brauschender Sturm an Gefühlen breitete sich in ihm aus. Es war überwältigend.
Er legte seinen Kopf schief, um ihn besser küssen zu können und ein Kribbeln auf seiner Haut, nein, ganze Schauer an Emotionen durchliefen seinen Körper, als der Blonde nach den ersten Sekunden begann, den Kuss zu erwidern, mit seiner Zunge um Einlass bat und danach in seinen Mund schlüpfte, während er ihn mit seinen Armen zu sich zog, die er um seine Rücken schlang.
Erneut verlor Izaya durch ihn das Gleichgewicht und wurde gleichzeitig auch von ihm aufgefangen, landete auf dem größeren Körper und umschlang Shizuos Nacken mit seinen eigenen Armen.

Er wollte ihn nie wieder loslassen. Es war 'perfekt'. Ein 'perfekter' Tag. Diesmal vielleicht nicht für seine Menschen da draußen, aber für ihn hier drinnen. In diesem Moment war alles andere egal.

~

Den Tag darauf wurde Shizuo entlassen, da er wieder körperliche Höchstform erreicht hatte und draußen wartete schon Izaya auf ihn, als er raus kam. Der weiße Schnee fing sich in den schwarzen Haaren und dem roten Schal, den er unter seinem Pelzmantel um den Hals trug.

Die blutroten Augen sahen unsicher zu ihm hoch und der Blonde lächelte leicht.
Niemals hätte er gedacht, dass es so mit ihnen enden könnte.

Doch sein Grinsen verschwand wieder, als es ihm plötzlich kalt im Gesicht wurde und verirrte sich dafür auf den Lippen des Schwarzhaarigen.

Dieser legte den Kopf schief und warf schon den nächsten Schneeball in seiner Hand auf und ab, verfehlte diesmal, als er nach dem Größeren warf und lief grinsend davon, diesmal fröhlicher, als je zuvor, als er Shizuo hinter sich schreien hörte, weil er wusste, dass er ihn liebte.
Er würde diese Gefühle niemals wieder verlieren. Und er wollte es auch nicht.

„Izaaayaaaa!“
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