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Try Hard

GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
Luke Hemmings
15.11.2013
15.11.2013
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Der One-Shot mit Luke für Purple shark is mine.

Wie hypnotisiert starrte ich die Flasche an. Sie drehte sich. Und drehte sich. Und drehte sich. Und blieb bei Luke stehen. „Wahrheit oder Pflicht?“ Ashton sah ihn schelmisch grinsend an. „Pflicht“, antwortete er selbstbewusst. Ash zog Calums und Michaels Köpfe zu sich und flüsterte übertrieben mit ihnen. Ich hörte es bloß zischen und sah zu Lukey, der mit gerunzelter Stirn da saß. „Du weißt, dass es nicht gut geht, wenn sie sich gemeinsam etwas ausdenken, oder?“ Obwohl es eine rhetorische Frage war, antwortete er mir mit einem Nicken.

Ich hörte Ashtons unverkennbares Lachen und drehte mich zu den dreien herum. Irgendwie klang er ein kleines bisschen wie eine Babyziege. Aber die waren süß. Also war auch sein Lachen süß. Whatever. Er sah auf jeden Fall sehr zufrieden aus. Wahrscheinlich hatte er sich irgendetwas Fieses ausgesucht. Das war sowas von sicher!

„Küss sie.“ „Wen?“ „Na Lina. Wen sonst? Siehst du in diesem Raum sonst noch ein Mädchen?“ Ashton sah zufrieden zu Luke. „Was? Ich?“ Verwirrt sah ich ihn an, und ließ meinen Blick zu Luke wandern. „Jahaaa! Wie oft noch?“, ließ Cal gespielt genervt von sich hören. Ernsthaft? „Muss das sein?“, murrte ich. Ich sah verlegen auf den Boden. „Jahaaa? Komm schon. Lukey ist doch nicht so schlimm. Hunderte von Mädchen würden sterben, um ihn küssen zu können.“ Die vielleicht. „Es ist nur... ich... i-ich hab noch nie...“, stotterte ich und wünschte mir, dass sich neben mir ein Loch auftuen würde, in dass ich fröhlich reinspringen könnte.

„Du hast noch nie?“ Michael sah mich irritiert an. „Oh! Du hast noch nie jemanden geküsst?“, rief er dann aus, als er verstand. Verlegen nickte ich, und wagte es immer noch nicht meinen Blick vom Boden zu heben. Das war so peinlich! „Ich weiß nicht mal, wie das gehen soll, und ich bin sicher total schlecht darin, und...“, nuschelte ich und wurde zu Ende hin immer leiser. Ich hatte mich selten so unwohl gefühlt.

„Dann zeig ich dir es eben.“ Mein Kopf fuhr zu Luke herum. „Was?“ Das konnte er nicht ernst gemeint haben. „Na wie man küsst.“ Es konnte also tatsächlich noch schlimmer kommen. Eigentlich hatte ich gehofft damit aus dieser Geschichte heraus zu kommen. War wohl nichts geworden. „Ich kann das aber nicht, wenn mir alle zuschauen. Dann fühl ich mich so beobachtet, und hab noch mehr Angst etwas falsch zu machen“, startete ich einen lahmen Versuch, eine Ausrede zu finden, die zog.

„Aber dann können wir ja gleich bewerten, ob du es kannst oder nicht.“ Ashton sah mich an und zog einen süßen Schmollmund. „Was habt ihr denn noch alles vor?“, sagte Michael gleichzeitig. Ein perverses Grinsen zierte sein Gesicht. „Jetzt verschwindet schon von hier. Seht ihr nicht, dass es ihr so schon genug peinlich ist?“, grummelte Luke, und warf sie kurzerhand aus seinem Zimmer.

„Okay. Komm her.“ Er hielt mir eine Hand hin, die ich ergriff, damit er mich hochziehen konnte. „Ist das auch wirklich okay für dich?“, hakte er nach, und sah mir aufmerksam in die Augen. Ich nickte leicht. „Irgendwann ist immer das erste Mal. Und ich denke, es ist besser, ich lasse es mir von einem guten Freund zeigen, als dass ich Angst habe etwas falsch zu machen, sobald ich einen Freund habe“, flüsterte ich. „Wenn du meinst.“ Er hatte seine Stimme ebenfalls gesenkt. Ich merkte, wie sich mein Atem beschleunigte, als er seine Hand an meine Taille legte. „Beruhige dich. Wenn du was nicht willst, oder wenn dir irgendetwas zu schnell geht, dann sag es mir einfach, okay?“ Ich nickte zum Zeichen, dass ich ihn verstanden hatte. „Versprichst du es mir?“ Wieder nickte ich. Als er mich auffordernd ansah, rollte ich mit den Augen, machte dann aber doch meinen Mund auf: „Ich verspreche dir, dass ich mich beschwere, wenn du etwas machst, bei dem ich mich unwohl fühle“, ratterte ich herunter und streckte ihm die Zunge raus. „Zufrieden?“ Er nickte, und ein schelmisches Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit.

„Und jetzt mach die Augen zu.“ Ich folgte seiner Aufforderung und senkte den Kopf. Auf der einen Seite war mir all das peinlich. So fürchterlich peinlich. Aber auf der anderen Seite, konnte ich es plötzlich nicht mehr erwarten seine Lippen auf meinen zu spüren. Weil sich seine Hand von meiner Taille gelöst hatte, hätte ich beinahe aufgesehen und meine Augen aufgemacht. Aber ich riss mich zusammen. Wenn ich hier etwas lernen sollte, wäre es nicht schlecht, wenn ich zumindest die Anweisungen befolgen würde, auch wenn ich mir ziemlich sicher war, dass ich es ohnehin nicht hinbekommen würde.

Seine Hand legte sich an mein Kinn, und er hob meinen Kopf hoch. „Mach jetzt einfach gar nichts, okay? Fühle!“ Ich nickte kurz, und wartete auf seine nächste Bewegung. Ich hätte beinahe wieder meine Augen aufgerissen, als seine Lippen meine Wange streiften. Ich war verwirrt. Ich dachte, er wollte mich küssen. Andererseits – vielleicht würde er noch dazu kommen. Sein Atem streifte meine Lippen, und ich wurde unwillkürlich nervös. „Entspann dich. Es ist nicht schlimm“, flüsterte er wieder. „Wie ha...?“ Aber ich kam gar nicht dazu meine Frage weiter zu formulieren. „Du hast meine Hand fester gehalten.“ Ich konnte an seiner Stimme hören, dass er lächelte. Darum hielt er meine Hand also noch immer fest. Er würde meine Reaktion direkt spüren. Wenn ich mich anspannte. Schlauer Junge.

Dann streifte etwas meine Lippen. Hauchzart. Wie der Flügel eines Schmetterlings. Aber dieses etwas entfernte sich. Ich wollte beinahe frustriert grummeln. Ich wollte es. Ich tat es aber nicht. Mit geschlossenen Augen versuchte ich das Gefühl, dieses Kribbeln, im hintersten Teil meins Gehirns zu speichern. Gleich neben dem Atmen. Damit ich es immer wieder abrufen konnte.

Da ich seinen Atem immer noch auf meinen Lippen spürte, wartete ich. Konnte es kaum erwarten, seine erneut auf meinen zu spüren. Ich liebte dieses Gefühl. Es war unglaublich. Seine Hand strich meinen Kiefer entlang. Seine Finger waren rau. Vom Gitarre spielen. Aber das machte das Ganze nur noch besser. Noch nervenauftreibender. Ich liebte es. Ich schluckte leicht.

„Und?“ Seine Stimme klang atemlos. Genauso, wie ich mich fühlte. Aber ich antwortete ihm nicht. Nicht mit Worten. Ich lächelte, und hoffte, dass er verstehen würde. Ich öffnete vorsichtig meine Augen, um sehen zu können, was er vorhatte. Ich musste ihn einfach ansehen. Konnte nicht anders. Seine blauen Augen waren nur Zentimeter von meinen eigenen entfernt. Er war mir so nah! Als er sich mir wieder näherte schlossen sich meine Augen wie von selbst. Er lehnte die Stirn vorsichtig gegen meine, seine Finger verweilten immer noch an meiner Wange und seine Hand schloss sich etwas fester um meine.

Sobald auch der letzte Zentimeter überbrückt war, schien mein Herz auszusetzen. Er verteilte viele kleine Küsse auf meinen Lippen. So kurze Berührungen, aber trotzdem jeder Einzelne wie ein Stromschlag. Ich stand immer noch einfach da. Tat nichts. Genoss seine Berührungen. Die Zärtlichkeit. Noch niemand hatte mich so berührt, wie er es tat. Natürlich hatte mich noch nie jemand geküsst, aber ich meinte eher, dass mich noch niemand so vorsichtig angefasst hat. Als ob ich jeden Augenblick zerbrechen könnte. Aber trotzdem so bestimmt, dass man merkte, dass er sich sicher war, was er wollte. Es war ein Gefühl, dass ich nicht wirklich beschreiben kann. Aber es fühlte sich unglaublich an. Unglaublich toll. Wenn er nicht bald damit aufhören würde, würde ich Gefahr laufen abzuheben.

Aber er hörte auf. Und zwar so plötzlich, dass sich alles in mir zusammenzog. Er machte einen Schritt von mir weg, sodass er mich kein Bisschen mehr berührte. Gar nicht. Nicht mal seine Hand hielt meine. Das enttäuschte mich. Ich wusste selbst nicht warum. Vielleicht, weil ich das Gefühl hatte, dass es ihm nicht annähernd so gut gefallen hatte wie mir? Vielleicht, weil ich das Gefühl hatte, etwas falsch gemacht zu haben? Vielleicht, weil ich das Gefühl hatte, er wollte so viel Abstand zwischen uns bringen wie möglich? Ich wusste es nicht. Aber es tat weh.

„Was ist los?“ Ich traute mich beinahe nicht zu fragen. Hatte zu viel Angst vor der Antwort. Meine Stimme war dadurch so leise, dass er mich wahrscheinlich ohnehin nicht gehört hatte. „Ich wollte dir Abstand geben.“ Mir Abstand geben? Das war sinnlos. „Warum?“ Ich verstand nicht worauf er hinaus wollte. „Ich dachte, du brauchst danach,“ er machte eine kurze Pause, und wedelte mit seiner Hand zwischen uns herum, „Abstand vor mir.“ Ich schüttelte bloß ungläubig den Kopf und machte einen Schritt auf ihn zu. „Brauch ich nicht. Wenn mir etwas nicht gepasst hätte, hätte ich mich doch beschwert. Ich hab es dir versprochen.“ Er nickte und nahm meine Hand wieder in seine. „Und jetzt du.“ Man musste mir meine Frage wohl am Gesicht ablesen gekonnt haben. „Küss mich. Ich werde nichts machen. Mich nicht bewegen, okay?“ Ich nickte verwirrt. „Dann musst du aber die Augen zumachen. Genau wie ich vorhin“, stellte ich meine Bedingung.

Er lächelte sein unglaubliches Lächeln, und folgte meiner Anweisung. Ich machte noch einen Vorsichtigen Schritt auf ihn zu, stellte mich auf die Zehenspitzen, da er doch ein Stück größer war als ich, und legte eine Hand an seine Brust, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Einmal einatmen. Einmal ausatmen. Während sich mein Gesicht dem Seinen näherte, schlossen sich meine Augen wie von selbst. Ich drückte vorsichtig meine Lippen auf seine, und lehnte mich dann zurück, unsicher, was ich machen sollte.

„Was ist los?“ Er blickte mich fragend an. Mir fiel auf, dass er den gleichen Satz verwendete, den ich vorhin ausgesprochen hatte. „Ich weiß nicht, was ich machen sollte“, flüsterte ich leise, da mir diese Unwissenheit so peinlich war. Aber ich hatte einfach keinerlei Erfahrung auf diesem Gebiet. „Was willst du machen?“ Es konnte also tatsächlich noch unangenehmer werden. Wer hätte das gedacht?

Ich konnte jetzt immerhin nicht zugeben, dass ich ihn küssen wollte. Das wäre noch um Einiges schlimmer, als es nicht mehr zu tun. Oder doch nicht? Sollte ich einfach warten, bis er weiter macht? „Du siehst verunsichert aus.“ Beinahe hätte ich ein höhnisches Lachen ausgestoßen. Wie er jetzt wohl darauf kam? „Luke, ich bin verunsichert. Ich hab mit so einer Situation überhaupt keine Erfahrung. Null. Nada. Niente.“ „Soll ich dir einfach noch was anderes zeigen?“, schlug er mit fester Stimme vor. Immerhin einer, in diesem Raum, der sich mit dem, was er tat, sicher war. Ich nickte leicht, damit er fortfuhr.

Leicht schloss ich meine Augen, und wartete auf seine Aktion. Das Herz schlug mir bis zum Hals. Wortwörtlich. Ich konnte meinen Herzschlag fühlen. Auch in der Hand, die ich zu einer Faust geballt hatte. Hörte ihn, in meinen Ohren. Ich war aufgeregt. Hatte meine Nervosität nicht abgelegt. Etwas berührte meine Faust. Versuchte, sie zu öffnen. Es musste seine Hand sein. „Du muss dich entspannen. Sonst hör ich auf.“ Für mich klang dieser Satz wie eine Drohung. „Ich fühle mich gut. Du brauchst nicht aufzuhören. Ich bin bloß ziemlich nervös“, versuchte ich meine Gefühle in Worte zu verpacken, die er hoffentlich verstand.

Mit einer Hand strich er die Haare hinter meine rechte Schulter. Seine Lippen legten sich auf meinen Kiefer. Hinterließen eine brennende Spur bis hin zu meinem Ohr. Über meinen gesamten Körper breitete sich Gänsehaut aus, weil es sich einfach so verdammt gut anfühlte. Und dann traf sein Atem auf meinen Hals. Ich konnte ein Schaudern nicht verhindern. Wie ferngesteuert, fand meine Unterlippe den Weg zwischen meine Zähne. Mir gefiel, was er machte. Wahrscheinlich wurde die Empfindung noch dadurch verstärkt, dass meine Augen geschlossen waren. Auch wenn das hier sicher nicht mehr in das Kapitel ‚Küssen lernen‘ fiel. Ich würde mich nicht beschweren. Es war ein Wunder, dass er sich nicht beschwerte, so fest wie ich seine Hand umklammert hielt. Aber seine Handlungen erzeugte solch eine Spannung in mir, dass ich ihr einfach Luft machen musste.

„Ist das auch okay für dich?“ Ohne meine Augen zu öffnen, nickte ich. Es war mehr als okay. Sobald seine Lippen die zarte, empfindliche Haut an meinem Hals berührten, stieß ich die Luft aus, von der ich nicht mal gemerkt hatte, dass ich sie angehalten hatte. Es fühlte sich unglaublich an. Ich wusste keine Worte, um das zu beschreiben, was mir durch den Kopf ging. Was ich fühlte. Viel zu schnell ließ er von mir ab. Ich durfte von all den wunderbaren Sachen offenbar nur kurz kosten. Aber ich wollte mich revanchieren. Wollte diese Emotionen, die mich gerade durchlaufen hatten, an seinem Gesicht ablesen. Mit dem Wissen, dass ich sie hervorgerufen hatte. „Mach deine Augen zu.“ Meine Stimme klang wesentlich sicherer als ich erwartet hatte. Sie brach nicht. Sie zitterte nicht. Man hörte mir meine Nervosität nicht an. Das war gut.

Langsam öffnete ich meine Augen, um zu sehen, ob er meine Aufforderung befolgt hatte. Mit dem Ergebnis zufrieden, stelle ich mich leicht auf die Zehenspitzen, ließ mich von einem Instinkt leiten, der mich plötzlich überkam, und küsste ihn vorsichtig auf die Wange. Auf seinen Kiefer. Zog eine Linie hin bis zu seinem Mund. Hauchte einen letzten Kuss in seinen Mundwinkel, ohne seine Lippen aber je zu berühren. Ich merkte, wie er unruhig wurde. Und es gefiel mir. Es gefiel mir sehr. Es zeigte mir, dass er mich küssen wollte. Durch seine Körpersprache bestärkt, wandte ich mich seinem Hals zu. Ließ meine Lippen über die weiche Haut fahren, die je weiter sie dem Kiefer kam immer wieder von kratzigen Bartstoppeln durchbrochen wurde. Sein Kopf fiel wie von selbst zur Seite. Als ob er mir mehr Spielraum geben wollte. Es verschaffte mir Genugtuung.

Plötzlich konnte ich dem Reiz nicht mehr widerstehen. Er überfiel mich und traf mich völlig unvorbereitet. Ich streifte mit meinen Lippen leicht die seinen, schloss flatternd die Augen, zeigte ihm, was ich wollte. Und er ging darauf ein. Natürlich ging er darauf ein. Er hatte schon vorhin darauf gewartet. Es erfüllte mich mit Genugtuung.

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Jup, das wäre dann die 5sos-Form dieses One-Shots. :D

Wem das hier gefallen hat, der kann doch mal bei The Lessons vorbeischauen. Das schreibe ich in einem ähnlichen Stil...

xXSophal
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