Maybe Hope?

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
Dana Scully Fox Mulder
15.11.2013
06.08.2015
24
32.702
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15.11.2013 991
 
Diese Geschichte ist bereits fertig geschrieben - vor langer, langer Zeit.
An ihr hing und hängt noch immer sehr viel Herzblut - also habe ich beschlossen, auch diese "alte" Story hier online zu stellen.
Auch ich habe noch "hope", dass sich der eine oder andere Leser dafür interessieren wird.

Titel: Maybe Hope?
Autor: CrazyCat179
Rating: R
Spoiler: eigentlich die ganze Serie, bis zum bitteren Ende
Keywords: MSR, Adventure, Angst
Disclaimer: I really love this part… *sigh* Noch mal für alle: Ich bin klein, mein Herz ist rein und nix davon is mir!
Feedback: Was war das noch mal?
Widmung: Diese Fanfiction möchte ich gerne all den tollen Menschen widmen, die ich durch Akte X und das Internet kennen gelernt habe. Vielen Dank, dass es euch gibt!


Maybe Hope?


I may not have gone where I intended to go,
but I think I have ended up where I intended to be.
Douglas Adams




Eiligen Schrittes und mit gesenktem Kopf durchquerte der Mann den kleinen Supermarkt, bog zielstrebig in einen Gang, der Damenhygieneartikel führte. Nervös blickte er sich um, ein besorgter Schleier legte sich über seine Augen. Mit der linken Hand strich er sich durch das zerzauste Haar. Seine zerknitterte Kleidung und die Geschwindigkeit, in der er äußerst bestimmt Ware in seinen Einkaufskorb fallen ließ, verliehen ihm einen gejagten, sogar gehetzten Eindruck. Ohne auf Preise oder Herstelleretiketten zu achten, schien er systematisch eine imaginäre Liste abzuarbeiten. Dabei blickte er sich immer wieder misstrauisch nach allen Seiten um. Noch während er nach einer Bodylotion griff, setzte er seinen Weg in die gegenüberliegende Regalreihe fort. Blitzschnell wanderten ein Herrendeodorant, Shampoo und Duschgel zu den übrigen Einkäufen. Doch der Griff nach einem billigen Aftershave ließ ihn innehalten. Sekundenlang strich er sich gedankenverloren durch den Vollbart. Leise seufzend stellte er den Artikel zurück, ergriff aber einen Ladyshave. Mit langen, weit ausholenden Schritten steuerte er eine weitere Regalwand an. Erst hier hielt er ratlos inne. Seine Augen huschten verzweifelt von Produkt zu Produkt, was ihn nicht davon abhielt, weiterhin besorgte Blicke in alle Richtungen zu werfen. Eine junge blonde Frau, die ihm in der Auswahl der Färbemittel zur Hilfe eilen wollte, schreckte er mit einem düsteren und mürrischen Blick ab. Hilflos hielt er drei der Verpackungen gegeneinander, überflog schnell die Beschreibungen. Seine Augen schnellten zwischen den Haarfärbemitteln, seiner Armbanduhr und dem Verkaufsraum rastlos hin und her. Resignierend ließ er kurzerhand zwei der Produkte in den vollen Korb gleiten.

Mit einem prüfenden Blick scannte er seine Einkäufe und nickte dann kaum merklich. Beinahe schon laufend, eilte er auf die Kasse zu, die zu dieser späten Tageszeit nahezu leer war. Eine alte Dame packte gerade umständlich ihre Einkäufe in eine von ihr mitgebrachte Tasche und beschwerte sich lautstark bei der fülligen Verkäuferin über das schlechte Wetter. Unachtsam leerte er den Korb über dem schwarzen Fließband und trat unruhig von einem Fuß auf den Anderen. Während die Rothaarige an der Kasse damit begann seine Artikel einzuscannen, drehte sich der große schlaksige Mann zur Seite und vervollständigte seinen Einkauf mit zwei Packungen Kondomen. Nervös kaute er auf seiner Unterlippe während er ungeduldig darauf wartete, bis das junge Mädchen endlich die Tüten gepackt hatte. Aus seiner Jeanstasche zog er einen stark zerknitterten 100 Dollarschein, um damit zu bezahlen.

„Sir, haben Sie es nicht vielleicht kleiner?“, erkundigte sich die Frau in einem genervten Tonfall. Augenblicklich zuckte der Fremde zusammen, als schien er beunruhigt angesprochen worden zu sein. Hektisch fischte er durch seine Taschen, schüttelte dann aber verneinend den Kopf, den er weiterhin gesenkt hielt. Diese Geste rief ein theatralisches Seufzen der Kassiererin hervor, die sich dann, leise vor sich hinmurmelnd, daran machte das Wechselgeld auszugeben. Das Geld nicht nachzählend, verstaute der bärtige Mann die Scheine und Münzen teilnahmslos in seinen Hosentaschen. Schnell riss er der Blondine seine Tüten aus der Hand, was diese zum Schimpfen brachte.
Doch der Fremde hörte gar nicht zu, murmelte nur eine leise Entschuldigung und eilte dem Ausgang entgegen. Nicht auf seine Umgebung achtend, prallte er gegen eine Gestallt. Schockiert blickte er auf das Abzeichen, welches auf dem sorgfältig gebügelten Hemd prangte. „Sheriff“.

Schnell sammelte er seine Tüten auf und rannte wie von Teufel verfolgt auf den Parkplatz. Dort riss er die Türe eines schäbigen Landrovers auf, warf die Einkäufe achtlos auf die Beifahrerseite und war davongerast, ehe einer der Augenzeugen seiner Flucht auch nur reagieren konnte.
Verwirrt nahm der alte Sheriff die ihm dargebotene Hand an. Irritiert wischte er nicht vorhandenen Schmutz von seinem Hosenboden.
„Danke, Wanda. Was zur Hölle war das?“, fragte der bullige Mann mit Halbglatze das hilfreiche Mädchen. Noch ehe dieses antworten konnte, mischte sich Emma, ihre Vorgesetzte, lautstark und energisch ein.
„Der erschien mir schon von Anfang an sehr merkwürdig. Ich könnte wetten, dass dieser Typ Dreck am Stecken hat, wenn Sie mich fragen, Sheriff Radcliff.“ Geltungsbedürftig setzte sich Emma vor dem Sheriff in Szene. Dieser zupfte nur in Gedanken verloren an seinem Oberlippenbart.
„Irgendwie kam der Mann mir bekannt vor. Wenn ich doch nur wüsste, wieso.“
Diese Aussage schien Emma nur noch weiter zu mobilisieren.
„Bekannt? Oh mein Gott. Der ist bestimmt ein steckbrieflich gesuchter Mörder! Oder ein grausamer Vergewaltiger. Sheriff, Sie müssen etwas unternehmen. Folgen Sie dem Verbrecher“, ereiferte sich die übergewichtige Rothaarige.

„Steckbrieflich?“, murmelte der Gesetzeshüter. Seine Stirn legte sich in nachdenkliche Falten. Dann fuhr er wie vom Blitz getroffen herum.
„Himmel, ja! Emma, ich muss dringend telefonieren. Dieser Mann wird tatsächlich gesucht!“
Nicht wirklich wissend, ob sie sich über ihre gute Instinkte freuen oder ob sie sich lieber davor, einen wirklichen Verbrecher gegenübergestanden zu haben, fürchten sollte, griff Emma tief in Gedanken versunken nach dem alten Telefon.
Schnell flogen die Finger des Sheriffs über die Tasten.
„Radcliff hier, Anthony. Du musst sofort das FBI informieren. Ich habe gerade diesen Schwerverbrecher, der früher einmal selbst Agent war, hier bei Emma Livingston gesehen. Diesen Muller.“ Angespannt versuchten Emma und Wanda zu verstehen, was Anthony zu sagen hatte. Doch sie hörten nur die Antwort des Sheriffs.
„Richtig, Mulder ist sein Name!“
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