Into the Fire

GeschichteDrama, Romanze / P18
Andreas Kringge Michael "Mick" Brisgau Tanja Haffner
15.11.2013
18.12.2013
8
9.305
1
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15 Reviews
Dieses Kapitel
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15.11.2013 966
 
Titel:  Into the Fire
Autor: CrazyCat179
Spoiler: Staffel 4, Folge 2
Rating: P18
Kategorie: TaMi
Disclaimer: Mick Brisgau und Co. gehören mir nicht. Ich leihe sie mir nur mal kurz für ein bisschen Spaß aus und gebe sie unbeschadet und ohne finanziellen Nutzen für mich wieder zurück. Versprochen!
Feedback: Immer her damit! CrazyCat179@yahoo.de


Into the Fire


Nur wer selber brennt,
kann Feuer in anderen entfachen.
Augustinus Aurelius



Mit einem lauten Seufzen schloss Tanja die zum Bersten gefüllte und stetig wachsende Akte von Mick Brisgau. Bald würde sie eine zweite für ihn anlegen müssen. Wahrscheinlich gab es niemanden, der glücklicher über die Rückkehr des Kommissars war, doch den Papierkrieg, den seine Wiedereinstellung und seine Eskapaden verursacht hatten, drohten der Leiterin der Essener Mordkommission in den Wahnsinn zu treiben. Sie selbst strebte nach klaren und geordneten Linien und Strukturen, doch dieser völlig sinnlos wirkende Akt der Bürokratie war selbst für Tanja Haffner zu viel des Guten. Jetzt hatte sie sich einen Kaffee verdient. Leise zog sie die Türe hinter sich zu und ging durch den menschenleeren Flur des Präsidiums. Die Vielzahl ihrer Mitarbeiter hatte sich bereits in den wohlverdienten Feierabend verabschiedet. In einem weiteren Büro brannte allerdings noch Licht. Augenblicklich stellte sich ein starkes Herzklopfen bei ihr ein. Mick stand mit dem Rücken zu ihr, das Ohr an seinem Handy. Ein dröhnendes Lachen ließ seine breiten Schultern erbeben und hinterließ eine Gänsehaut auf Tanjas gesamten Körper. Wie sehr sie Mick in den letzten Wochen vermisst hatte…

„Ja, Kleines, sehr gut. Ich freue mich auf dich!“ Schlagartig meinte Tanja, sämtliche Bodenhaftung unter sich verloren zu haben. Sie wollte nicht lauschen und erst recht wollte sie ihn nicht Süßholz raspeln hören, doch ihre Beine waren wie festgewachsen, gänzlich bewegungsunfähig. Ganz langsam, beinahe wie in Zeitlupe und als folge er einer innneren Eingebung, drehte sich Mick um und fixierte sie mit einem eindringlichen Blick, den sie beim besten Willen nicht deuten konnte. Ein eiskalter Schauer jagte ihren Rücken hinab, gefolgt von einem heißen.

„Mäuschen, ich muss dann mal. Wir sehen uns“, säuselte Mick, sein Augenmerk nach wie vor starr auf Tanja gerichtet. „Tschau, tschau.“ Langsam ließ er die Hand mit dem Telefon sinken und auch jetzt fühlte seine Chefin sich außerstande, sich von ihm loszureißen. Sein Gesichtsausdruck verhärtete sich und Tanja meinte in seinen Augen ein bedrohliches Flackern ausmachen zu können. Ein schwerer Kloß bildete sich in ihrem Hals, während sich der Wunsch nach Flucht in ihr breit machte.

„Gibt es noch was?“, fragte er sie ungnädig und sein kalter Tonfall ließ Tanja leicht frösteln. War dies der richtige Moment, sich mit Mick Brisgau endlich auszusprechen? Bevor sie zu intensiv darüber nachdenken konnte, ob sie bereit war, sich ihm jetzt in diesem Augenblick zu stellen, trat sie in das Büro und stemmte ihre Hände in die Hüfte. Er hatte erst wenige Worte zu ihr gesagt, doch sie fühlte sich bereits in die Defensive gedrängt.
„Ich denke, wir sollten jetzt vielleicht mal miteinander reden“, sprach sie so ruhig wie es ihr mit ihren vor Nervosität flatternden Nerven nur möglich war und versuchte, sich von seiner ablehnenden Haltung nicht entmutigen zu lassen.
„Soso, tust du das?“ Grimmig verschränkte Mick die Hände vor seiner Brust und stierte auf sie hinab.

„Das genau ist dein Problem, Tanja.“ Verwirrt schaute sie zu ihm empor.
„Wie bitte?“ Ein perplexer Ausdruck legte sich auf ihr Gesicht.
„Weißt du was? Denk noch ein wenig darüber nach… ich mache jetzt Feierabend!“ Seine Worte klangen kalt und hart. Unwillig schüttelte Tanja ihren Kopf, nicht bereit, seine Zurückweisung einfach so hinzunehmen. Schließlich hatte Mick ihr eine  Aussprache in Aussicht gestellt. Seine neu entfachte Wut auf sie irritierte Tanja, sie bemühte sich jedoch, nicht allzu verzweifelt auszusehen.
„Mick. Bitte“, setzte sie an und suchte nach den richtigen Worten. Unbeeindruckt von ihrem Überredungsversuch ging Mick zu seinem Schreibtisch und schob die darauf verteilten Unterlagen mit einer einzigen Handbewegung zu einem unordentlichen Stapel zusammen.
„Ein ander Mal, Tanja.“ Mit diesen Worten speiste er sie ab und schob sich an ihr vorbei, das Gesicht eine einzige, unleserliche Maske. Tanja, die ihre Felle davon schwimmen sah, stoppte Mick, indem sie ihn feste am Arm packte.

„Sei doch vernünftig“, versuchte sie zu ihm durchzudringen und sah ihr Gegenüber flehend an.
„Vernünftig? Das ist doch normalerweise dein Metier.“ Bevor sie zu einem Gegenargument ansetzen konnte, fiel Mick Tanja ins Wort. „Ich habe heute noch was vor.“ Sanft löste er ihre Finger von seinem Arm, dann verließ er sein Büro. Für wenige Sekunden stand Tanja regungslos da, den Mund leicht geöffnet, und starrte dem flüchtenden Mann hinterher. Dann jedoch besann sie sich und lief Mick hinterher. Er verlangsamte nicht seinen Schritt, also eilte sie halb gehend, halb laufend an seiner Seite entlang.
„Muss ich betteln? Also schön: Bitte lass uns miteinander reden, Mick. Das würde mir sehr viel bedeuten. Mick, Mick! Bleib doch mal stehen.“ Abrupt blieb der Kommissar tatsächlich stehen, was Tanja erst nach einigen Schritten realisierte. Zögerlich drehte sie sich zu ihm um, unsicher, was sie jetzt erwarten würde.

„Also meinst du es ernst… Okay, wenn du reden willst, dann werden wir reden, Fräulein.“ Unvermittelt war er es jetzt, der Tanja am Arm packte. Wortlos stapfte er los und zog seine völlig überrumpelte Chefin hinter sich her.
„MICK!“, schrie sie auf und versuchte, sich aus seinem stahlharten Klammergriff zu befreien. Vergeblich. Also blieb ihr nichts anderes übrig, als völlig verwirrt hinter ihm her zu stolpern. Mick hielt sich nicht mit dem Fahrstuhl auf sondern riss die Türe zum Treppenhaus auf. Schnellen Schrittes eilte er die Stufen hinunter, Tanja taumelte in seinem Fahrwasser hinter ihm her. Einzig seine Umklammerung verhinderte einen Sturz. Als Mick Tanja durch das Foyer hinter sich her zerrte, erntete er zwar verwunderte Blicke seiner diensthabenden Kollegen, doch niemand schritt ein oder hinderte ihn daran, seine Vorgesetzte sprichwörtlich aus dem Gebäude zu schleifen.
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