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Ich bin dein, aber du nicht mein

Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Riona Heartilly Squall Leonhart
12.11.2013
12.11.2013
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So close, no matter how far
Couldn't be much more from the heart
Forever trust in who we are
And nothing else matters


Ich sehe dich an. Dein Lächeln auf deinen Lippen und dein wunderschönes, rabenschwarzes Haar. Du sitzt auf meinem Schoß und schmiegst dich an meine Brust. Ich weiß nicht, was du willst, dennoch lass ich dich einfach hier sein. Es fühlt sich gut an. Einfach richtig.

Egal, wie viele Leute es uns sagen, dass du der Feind wirst. Es ist nicht wichtig. Du bist hier und wir begehren uns. Das ist alles was zählt. Und auch wenn es falsch klingt oder sich anfühlt. So weiß ich es doch besser. Du bist hier und lächelst mich an. Ich spüre dein seidiges Haar durch meine Finger gleiten. Solange wir zusammen sein werden, wirst du niemals der Feind werden. Man darf uns nur nicht trennen.

Zärtlich streiche ich über deine Lippen und sehe den Glanz in deinen Augen, als du dich in diese so flüchtige Berührung schmiegst. Dieser Moment gehört uns. Uns alleine. Egal was die anderen tun oder gar planen. Die Welt könnte in diesem Moment untergehen und es wäre mir egal.

„Squall?“, der Klang meines Namens lässt mich lächeln, als ich in deine ruhigen Augen sehe und nur kurz nicke. Was soll ich sagen? Wieso sprichst du mich jetzt so an? Es ist, als wäre alles so surreal, als du von meinen Schoss gleitest und mich erneut sanft ansiehst.

Never opened myself this way
Life is ours, we live it our way
All these words, I don't just say
And nothing else matters


„Kannst du dich nicht mehr daran erinnern? An den Abend, als wir uns das erste Mal gesehen haben?“, sie zieht mich in Höhe und erneut muss ich sanft lächeln, als wir schon in Tanzhaltung stehen.

Die Musik spielt nur in unseren Köpfen, als wir uns zu bewegen beginnen. So sanft und ruhig, dennoch nicht perfekt, als wir im nächsten Moment schon unsanft gegen die Bank, auf der wir von wenigen Minuten noch saßen, stoßen.

Ich sehe den Schmerz in deinen Augen kurz aufflammen, dennoch lächelst du und ich ringe mich zu einer Entschuldigung durch: „Das hab ich nie gewollt. Damals nicht und heute auch nicht. Ich weiß nicht, was mit mir los ist.“

„Vergiss es, Squall. Ich habe es dir damals nicht übel genommen und verzeih dir auch heute. Und ich wette mit dir, dass du es kannst. So wie bei unserem ersten Treffen. Das war super. Los, lass es uns noch einmal versuchen“, sofort bist du wieder da und wir bewegen uns aufs Neue. Ich spüre, wie es mir besser geht und alles, was ich einst sagen wollte, ist jetzt unbedeutend.

Allein dieser Moment, in dem wir uns zu der Musik bewegen und wir einander halten, ist mehr wert als jedes ausgesprochene Wort. Ich lasse mich führen von den Erinnerungen und geleite dich sicher über die imaginäre Tanzfläche, als dein Lachen diese Zärtlichkeit schon stoppt.

Trust I seek and I find in you
Every day for us something new
Open mind for a different view
And nothing else matters


„Ich hatte Recht und somit die Wette gewonnen“, du lachst weiter und ich sehe dich schräg an. Was für eine Wette? Hab ich irgendwas verpasst oder gar verschlafen? Nicht dass ich wüsste.

„Na ja, ich habe gewettet, dass du tanzen kannst“, erklärst du dich und ich spüre, wie ich mich ein wenig veralbert vorkomme. Das ist doch nicht wirklich dein Ernst, oder doch? Wie kommst du nur auf so einen Blödsinn?

„Und ich habe aber nichts dagegen gehalten. Also, gilt die Wette nicht“, begehre ich auf und du stellst dich auf deine Zehenspitzen, um mir in die Augen zu sehen, wobei ich unweigerlich an eine andere Situation denken muss, als du versuchst hast mich dazu zu überreden, dass ich dich mag.

„Und ob. Du hast dich ja auch nicht beschwert, dass sie stattfindet. Also, was ist mein Preis?“, ich kann dir einfach nicht böse sein, wenn du so vor mir stehst. Beschwörerisch den Finger erhoben und hypnotisch damit kreisend. Was ist auch falsch daran? Ich kann dir ruhig einmal eine kleine Belohnung geben, oder?

„Okay, was willst du haben?“, gebe ich klein bei und ich sehe, wie deine Miene sich aufhellt und du freudig in die Hände klatscht. Es tut gut dich so zu sehen. Nicht wie früher, als du von Artemisia befallen warst und deine Hoffnung starb, weil du eingesperrt und ins Weltall geschossen werden musstest.

All dies ist vergessen. Ich rettete dich und nun sind wir hier. In diesem kleinen Park vom Garden und haben alle Zeit der Welt nur für uns. Für uns alleine und niemand wird uns stören. Denn niemand weiß, wo wir sind.

Never cared for what they do
Never cared for what they know
And I know


„Ich möchte, dass du mir ein Lied vorsingst“, dein Lächeln ist wunderschön und auch wenn ich es verabscheue irgendetwas zu singen, so kann ich dir diesen Wunsch nicht abschlagen. Du hast ihn dir zwar nicht ganz ehrlich verdient, doch irgendwie glaube ich sowieso, dass du ein Nein nicht akzeptieren wirst.

In deinen Augen hast du die Wette gewonnen und nichts auf dieser Welt wird es ändern können. Nicht einmal die Hexe Artemisia. Du wirst nicht eher ruhen, bis dein Wunsch erfüllt wird und somit sollte ich jetzt in den sauren Apfel beißen und es einfach hinter mich bringen.

Sanft nehme ich deine Hände in meine und führe dich zu der Bank, auf die du dich setzen sollst, bevor ich mich dann kurz räuspere und eine ruhige Melodie anstimme.

Es ist ein Lied, das ich schon lange kenne. Ich weiß nicht einmal woher, doch es kommt mir immer in den Sinn, wenn ich mich mutlos fühle und irgendwie ist es das einzige Stück von dem ich alle Strophen kenne.

Meine dunkle Stimme breitet sich in der Umgebung aus. Durchdringt die Stille und erfüllt die Körper um mich herum. Nein, ich bin nicht der Meinung, dass ich ein guter Sänger bin. Im Gegenteil, ich weiß, dass ich mich schwer damit tue Noten zu treffen oder gar im Takt zu bleiben. Aber vielleicht ist es auch wie bei dem Tanz eben.

Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich es für dich tue. Es gelingt mir, was ich an dem Strahlen in deinen Augen erkennen kann. Ich fühle mich stark und traue mich mehr. Es ist als würde diese Zeit nur für uns existieren. Es ist einfach egal, was um uns herum passiert. Nur wir zählen in diesen wenigen Momenten, in denen meine Stimme die Luft erfüllt.

Never cared for what they say
Never cared for games they play
Never cared for what they do
Never cared for what they know
And I know, ooh, yeah


Meine Stimme verstummt und ich höre deinen Applaus, der mich lächeln lässt. Ich habe es geschafft. Die Wette erfolgreich erfüllt und ein Lächeln auf deine Lippen gezaubert. So wunderschön und faszinierend, dass ich nur auf dich zugehen kann.

Unsere Augen versinken ineinander und ich komme näher. Der Kuss ist kurz und sanft. Doch so voller Gefühl, dass mein Herz in meiner Brust dahin schmelzt. Ich weiß nicht, was ich von all dem hier erwarte. Es ist mir egal.

Wir sind gemeinsam hier. Endlich vereint. Die Erinnerung an den Moment, in dem man dich in diese Kapsel sperrte und nur ich dich retten konnte, versinkt mit jedem Kuss weiter in meinem Inneren.

Du bist hier und ich kann dich halten. Egal, was sie sagen. Du wirst nie wieder verschwinden. Nie wieder wirst du meine Seite verlassen. Unsere Wege werden sich nicht mehr trennen, denn ich bin schon lange kein Seed mehr.

In dem Moment, als du als Hexe entlarvt wurdest, habe ich diesen Titel abgelegt. Denn ich will die Welt nicht beschützen. Die Welt ist mir egal, solange ich dich in meinen Armen halten kann. Sie kann in diesem Moment untergehen.

Denn ich muss keine Hexen mehr bekämpfen. Ich bin dein Hexenritter und damit nur noch für deinen Schutz zuständig. Und diese Aufgabe werde ich bis zu meinem letzten Atemzug vollführen. Bis zu dem Moment, wo sich unsere Blicke für immer verlieren und einer von uns stirbt. Ich hoffe, dass ich es sein werde, denn dann hätte ich meine Pflicht nicht vernachlässigt.

So close, no matter how far
Couldn't be much more from the heart
Forever trust in who we are
No, nothing else matters


Wir trennen uns voneinander und sehen uns an. Ich erkenne deinen sanften Blick und spüre das Glück in meinem Körper. Ja, mein Leben war vielleicht nie einfach. Doch jetzt sieht es anders aus. All meine Verantwortungen sind auf dich beschränkt und am Liebsten würde ich einfach mit dir fliehen. So weit uns unsere Füße tragen, denn in diesem Moment erlischt der Schmerz, den ich all die Jahre empfunden habe und wird von unendlichen Glück abgelöst.

„Ich liebe dich, Squall“, die Worte sind leise und ich lächle dich an. Atme deinen Duft ein und lasse die Stille eine Weile wirken, bevor ich die Antwort in deine Richtung flüstere: „Ich liebe dich auch, Rinoa.“

Mein Leben war voller Höhen und Tiefen. Doch nun habe ich meinen Engel, der mich über all die Täler hinweg fliegt. Ich werde für immer bei dir bleiben. Denn du nimmst mir den Schmerz und die Einsamkeit. Du bist die Einzige, die mich versteht. Darum bleib für immer bei mir. Denn dies ist das Einzige, was zählt.

„Komm, lass uns zu den anderen gehen“, du nimmst meine Hand fester in deine und stehst auf, wobei ich nur ein wenig angewidert das Gesicht verzieh: „Glaubst du wirklich, dass wir das tun sollen?“

„Ja, sie machen sich sonst noch Sorgen“, dein Lachen erklingt und du ziehst mich hinter dir her, wobei ich erneut die Augen verdrehe: „Das ist doch egal. Sie nerven doch auch so oft genug.“

„Sei nicht so gemein, Squall. Wenn sie uns suchen und dann finden, ist es dir auch nicht Recht“, deine Stimme ist tadelnd, doch bei mir wirkt dies nicht. Nicht, wenn es um dieses Thema geht: „Ja, weil sie mich in Ruhe lassen sollen. Ich habe so viel für sie getan. Habe ich mir da nicht ein wenig Anonymität verdient?“

Erneut ein leichtes Lachen: „Ja, vielleicht. Aber sie sind unsere Freunde. Du solltest nicht so über sie reden.“

Ich antworte nicht darauf. Es ist egal. Dies wirst du nie verstehen. Ich brauche nur dich. Doch du brauchst so viel mehr. Ich werde für immer dein Hexenritter sein, doch du bist eine Hexe. Eine Hexe, die allen helfen will und somit wirst du niemals mir gehören. Niemals ganz allein…

Ende

Song: Metallica - Nothing else matters
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