Ambiguität - eindeutig - zweideutig

von Kalypso
KurzgeschichteHumor / P16
Curtis Newton / Captain Future Grag Joan Landor Otto
10.11.2013
16.11.2013
3
1.661
 
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
10.11.2013 487
 
Ich bin von der Muse geküsst worden und in diesem Falle hat sie  einen Namen - JardinDeMarie. Ihre Reihe "Deception", die ich geradezu liebe, steht hierfür Pate. Mein Dank an dich, Mary, dass ich mir die Idee ausleihen durfte.

------------------------------------------------------------------------


Comminatio – die Bedrohung

(November 2013)



Sorglos, reg- und ahnungslos liegst du da.
Umflutet vom Sonnenlicht, dass dich erwärmt und das Zimmer freundlich wirken lässt.
Deine weiche dunkle Haut, überzogen von vielen feinen Härchen, kaum sichtbar auf deinem Körper, schimmert, samten - golden, wie Karamell.

Ewig könntest du so liegen, friedvoll, ruhig, wenn nicht jetzt sein Schatten auf dich fiele, der dich des Lichtes und der Wärme des Zentralgestirnes beraubt. Der Captain.

Ahnst du was dich erwartet?
Keine Reaktion von dir - du bleibst stumm und rührst dich nicht. An Flucht ist nicht zu denken. Du könntest es nicht, selbst wenn du es wolltest.

Sein Blick schweift suchend durch den Raum, fällt auf dich. Entdeckt!
Ein Funkeln tritt in seine dunklen, grauen Augen und ein Lächeln breitet sich auf seinem, sonst so ernsten, Gesicht aus. Genüsslich, verlangend, unbewusst streicht seine Zunge über seine Lippen.
Langsam, wie um dich nicht zu erschrecken, schleicht er heran. Geschmeidig wie ein Raubtier, die Beute umkreisend.

Du würdest die Luft anhalten und zurückweichen, wenn du könntest. Sinnlos!
Unaufhaltsam kommt er näher, dich fest im Blick behaltend. Ein gnadenloser Jäger.
Das Licht der Sonne umspielt seinen Körper, sein flammend rotes Haar, wie eine Korona. Der Anblick ließe dich frösteln und die Härchen auf deinem Körper würden sich aufrichten, wenn du jetzt dazu in der Lage wärst. Aber du bist es nicht. Duldsam liegst du in deiner Starre und musst es ertragen.

Er spricht kein Wort, als er die Hände nach dir ausstreckt und dich anhebt, als wärst du ohne Gewicht. Du kannst dich ihm nicht entziehen. Er würde es niemals gestatten.

Beinahe sanft streicht er über deinen Körper und neigt sich dir zu. Seine Augen schließen sich, als er deinen Duft tief in die Lungen zieht.

Süß, unwiderstehlich ist dein Bouqet. Die letzte Chance - zu entkommen - ist vertan. Nichts kann mehr verhindern, was gleich passieren wird.

Kein Aufkeuchen, kein Zurückweichen von dir. Kein Zeichen der Furcht oder der Lust, obwohl die Gefahr dir so nahe ist. Gelähmt bist du, in seinen Händen, gefangen in seinem unnachgiebigem Griff. Sein Nagel fährt zärtlich über deine Haut. Obwohl er sie verletzt und Tropfen deines Blutes fließen, tut es nicht weh. Verdrängst du den Schmerz?

Dein Schicksal lässt sich nicht aufhalten. Seine Lippen kommen näher. Spielerisch lässt er seine Zunge über deinen bloßen Körper wandern und kostet deinen Lebenssaft.

Mit einem Stöhnen presst er seine Zähne in dein Fleisch und besiegelt deine Bestimmung.

Hoffnungslos. Dein Sein - vorbei.

Kein Schrei, kein Wimmern kommt von dir. Niemals! Dein Versuch würde - muss - scheitern.

Du bist wehrlos, reglos, unfähig … ergeben ...

... und ein reifer, saftiger Pfirsich.

ENDE

-----------------------------------

Vielleicht werdet ihr nie wieder einen Pfirsich essen, ohne daran zu denken, wie erotisch es sein kann. :-)
Review schreiben