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Magi:The crying Soul | Band 1: Das Vermächtnis

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16
Hakuryuu Ren Jafar Judar
09.11.2013
12.07.2014
17
67.659
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09.11.2013 3.629
 
„Was ist eigentlich nun wirklich passiert?“, fragte Sheila plötzlich und sah über die Schulter zu dem Magi und dem Fischmensch. Der Seishtani zuckte nur mit den Achseln und sah dann ebenfalls neugierig zu Judal hin, welcher selbst zu überlegen schien.
„Was fragst du mich? Seh ich aus wie ein Magus oder was? Ich kenne deinesgleichen genauso wenig wie du“, meinte er dann nur leicht gereizt, scheinbar hatte die Neckerei nicht geholfen. Er schien immer noch irgendwie zerknirscht. Typisch, wie ein Kleinkind dem man den Lolli weggenommen hatte.
Sheila schnaubte leicht und zwang dann ihre steifen Beine sich weiter vorwärts zu bewegen, wobei sie sich wieder ganz nach vorne umwand. „Aber du weißt immer noch weit mehr über Magie als ich…“, ging sie dann trotzdem weiter, auf das von ihr angesprochene Thema, ein, drehte sich aber nicht noch einmal zu Judal um.
„Klar, aber es bringt auch nichts wenn ich hier nun irgendwelche Vermutungen mache. Du tust Dinge die ich bisher nur bei einem Magi gesehen hab und die ich mir nicht erklären kann“, gab er dann zu und sie merkte das er das nur tat, weil sie wirklich eine Antwort wollte und er wahrscheinlich auch. Daher war es für ihn selbst ein Eigentor wen er sie belog. Aber sie hatte auch nicht das Gefühl das es ihn sehr interessierte zugeben zu müssen etwas nicht zu wissen.
„Stimmt auch wieder…“, pflichtete sie ihm dann bei…, als sie plötzlich zu realisieren schien was er gerade gesagt hatte. Sie sah auf und drehte sich zu ihm um. „Ich tue Dinge die nur ein Magi tut!?“, fragte sie dann und ihre Miene hellte sich auf. Gut, sie war mit ziemlicher Sicherheit kein Magi, das hätte er gemerkt, aber trotzdem löste das eine regelrechte Euphorie in ihr aus. Genauso wie die Tatsache das sie eben ja tatsächlich Magie gewirkt hatte!
Seit gestern war so viel Chaos in ihr Leben getreten, dass sie die ganzen Veränderungen gar nicht so ganz unter einen Hut zu bekommen schien. Sie hatte eine totale Reizüberladung!
„Ja… du hast eben Rukh zu dir gerufen um den Bolg zu schaffen und du hast dich irgendwie selbst komplett geheilt, obwohl dir wahrscheinlich jeder Knochen gebrochen war und deine Rippen in deinen Lungen hingen“, Judal bezweifelte ehrlich gesagt das ein Magi dazu in der Lage war, schließlich konnte er sich alleine auch nicht mehr von dem Angriff des Djinns in Balbadd erholen, jedoch könnte er sich niemand anderen vorstellen der das konnte: sich selbst in diesem Zustand komplett zu heilen.
Der ehemalige Kronprinz von Kou: Kouen, hatte eine unglaubliche Selbstheilungskraft wenn er Phenex, den 37ten Djinn, einsetzte. Doch ob er in der Lage war sich selbst zu heilen während er mehr Tod als lebendig war, wusste Judal nicht.
Demnach schrieb er Sheilas Selbstheilungskräfte ihrem erwachen als Magus zu. Schließlich schien sie, seitdem sie erwacht war, ihre Kräfte einsetzen zu können. Auch wenn sie es noch sehr unbewusst tat.
Das einzige was ihn störte war die Tatsache das, das Rukh erst dann zu ihr geflogen war als sie den Bolg geschaffen hatte und nicht als sie sich geheilt hatte.
„Wouw… ich wünschte ich könnte das Rukh sehen. Obwohl, vielleicht habe ich das, aber nicht das Kleine“, meinte die Blauhaarige dann und runzelte leicht die Stirn während sie an diesen Lichtphönix dachte der sie, wie sie vermutete, zurück ins Leben gezwungen hatte als sie zwischen Tod und Leben hing.
„Du hast den großen Vogel gesehen…? Dann warst du wohl wirklich fast Tod“, Judal zählte 1:1 zusammen. Es war nicht unüblich dass man kurz vor seinem Tod den Fluss des Rukhs als riesigen Vogel sah. Doch meist nur wenn dieser einen zu sich rief. Das hieß wohl das Sheila eine Art 2te Chance bekommen hatte. Jedoch erklärte das nicht ihre Selbstheilungskräfte.
„War ich auch… zumindest hatte es sich so angefühlt“, meinte die Magus dann, während sie weiter den Weg entlang ging.
„Könnt ihr mal mit dem übernatürlichen Gequatsche aufhören? Wir sollten ab jetzt eher leise vorgehen“, durchbrach die raue Stimme des Seishtani plötzlich die Stille und sie beide wanden sich dem Fischmensch ein Stück zu. Judal schien was erwidern zu wollen, doch in dem Moment blieb Sheila stehen und er lief direkt in sie hinein.
„Sag mal… was sollte das den!?“, knurrte er ihr entgegen während er einen Schritt zurück tat und Abstand von ihr nahm. Dann durchbohrte er sie wieder mal mit einem seiner giftigen Blicke und verschränkte die Arme vor der Brust. Die Blauhaarige hingegen blieb ganz ruhig und antwortete ihm nicht, sondern erwiderte nur seinen Blick, was er dann auch als ein Stummes: „Sei still“, zu verstehen schien. Denn seine Augen zogen sich ein Stück zusammen, ehe er einfach an ihr vorbei ging und wieder die Führung übernahm, aber nicht ohne seine Lippen wieder zu einem zynischen Grinsen zu verziehen.
Sheila konnte sich ein Grinsen aber auch nicht verkneifen, obwohl Judals nichts Gutes verhieß. Der Seishtani schüttelte jedoch nur den Kopf und folgte ihnen Beiden dann.

Der Fischmensch behielt aber ganz Recht, denn schon nach einem kurzen Fußmarsch konnten sie Lärm hören, der von Grunz lauten dominiert wurde. Sie mussten dem Dorf der Tritonen ganz nahe sein und ab da übernahm der Seishtani dann die Führung. Er deutete ihnen leise zu sein, indem er einen Finger vor seinen Mund legte und führte sie dann am Rande des Dorfes entlang. Sie blieben sicher versteckt hinter einem Haufen Büsche und steuerten Zielstrebig auf ein aus Lehm und irgendetwas Schleimigen erbautes Haus zu.
„Bleibt kurz hier“, meinte der Rote dann, ehe er aus dem Gebüsch schritt und einen in der Nähe stehenden Tritonen begrüßte. Sie tauschten sich mit kurzen Grunz lauten aus, ehe der violette Fischmensch dann seinen Posten verließ auf dem er die ganze Zeit gestanden hatte.
Sheila sah sich derweil ein wenig um und musste feststellen, dass das Dorf dieser Wesen mickriger aber auch zivilisierter war als sie erwartet hatte. Ehrlich gesagt hatte sie die ganze Zeit geglaubt die Viecher würden in irgendwelchen Höhlen leben, aber auf keinen Fall in selbst gebauten Häusern.
Ein festgetrampelter Weg führte um immer in 3er Gruppen stehende Häuser herum und verband die einzelnen Gruppen so miteinander. Wie die Straßen in ihrem Dorf. Auch war etwas abseits, fast direkt vor dem Sumpf, eine Art großes Feld angelegt auf dem etwas Wuchs das Sheila noch nie gesehen hatte. Die Pflanzen waren lang, saftig Grün und standen fast komplett im Wasser und vor allem schienen sie prächtig zu gedeihen. Wenn sie Nahrung hatten, für was musste ihr Dorf diesen Viechern dann noch Nahrung liefern wo sie sowieso schon alle hungerten!?
Sie knirschte mit den Zähnen und ballte die Hände zu Fäusten, während sie über die kleinen überdachten Läden blickte die fast genauso aussahen wie die der Menschen. Dort wurde regelrecht gehandelt wie bei ihnen, Nahrung, Stoffe und alles was irgendwie gebraucht wurde, wurde gegen andere Sachen getauscht, eben ganz Zivilisiert. Kleine Tritonenkinder rannten durch die Straßen und spielten miteinander, wobei sie auch manchmal angeschnauzt wurden wen sie gegen einen Erwachsenen rannten. Doch wie auch Menschenkinder hatten die Kleinen scheinbar eine Art Welpenschutz und bekamen nicht mehr als ein paar mahnende Worte zu hören, die Sheila nicht verstand da alle Wesen in diesen Lauten miteinander kommunizierten. Das einzige was ihr irgendwie seltsam erschien, war die Tatsache das sie kaum eine „Frau“ sah und wenn, dann hatte diese immer ein oder mehrere Kinder um sich herum.
„Es ist… ein echtes Dorf… total zivilisiert“, meinte sie dann leise und sah zu Judal der das ganze ebenfalls neugierig beobachtete. Er nickte leicht. „Ja, das hab ich auch nicht erwartet, Dungeonmonster sind selten so zivilisiert. Oftmals sind sie einfach nur wilde Bestien die von den Djinns im Dungeon kontrolliert werden.“, antwortete er ihr dann. Scheinbar schienen die Monster außerhalb, wenn sie normal leben mussten, sich anders zu verhalten als unter der Kontrolle der Djinns. Judal hatte selbst schon öfters das ein oder andere Monster aus den Dungeons die er gerufen hatte frei gelassen und in die Armee von Kou integriert, aber sie hatten sich meistens weiterhin wie „normale“ Monster verhalten.
Vielleicht waren diese Tritonen auch einfach eine weiter entwickelte Rasse als die ganzen anderen Monster und so in der Lage in einer zivilisierten Gemeinschaft zu leben wie Menschen.
„Es ist… irgendwie alles anders als erwartet, ich frage mich wieso wir dann so leiden müssen wenn sie eigentlich alles haben und durch ihren zivilisierten Stand einfach mit uns zusammen handeln könnten“, gab Sheila dann zu bedenken und beobachtete einen breiteren Weg der ins Innere des Sumpfes führte und der von 2 Tritonen bewacht wurde. Ob es da zu diesem Nkshar ging? Ihrem Ziel das sie eliminieren mussten?
„Es ist das Gleiche wie mit Sklaven, die Schwachen dienen den Starken, ganz einfach“, gab der Magi nur kühl von sich und Sheila warf ihm einen finsterten Blick zu. Dafür kassierte sie dann nur einen abwertendes grinsen, Judal hatte seine Meinung und sie ihre, das sollte sie langsam gemerkt haben. Es gab Dinge da würden sie sich nie einig werden und sobald ihre Mission zu Ende und alles erledigt war, sie ihn ohne Schuldgefühle zurücklassen konnte, würden sich ihre Wege für immer trennen. Zumindest dachte sie so, dass der Magi darüber mittlerweile ganz anders dachte und sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr gehen lassen würde, ahnte die Magus nicht. Sie hatte nicht bemerkt das sie mittlerweile etwas war das er begehrte und das er, sobald er es hatte, nicht mehr loslassen würde. So war es früher schon gewesen, mit seinen Königskandidaten und mit Sindbad.
Bei letzterem hatte er kein Glück gehabt, etwas das ihn am Ende dazu gebracht hatte seinen Spaß daran zu finden gegen ihn zu kämpfen und ihn hoffentlich auch zu töten. Ganz nach dem Motto: Wenn ich ihn nicht haben kann, dann niemand. Jetzt war Beides sehr weit weg und er brauchte neue Ziele, neue Ablenkungen von seiner ungeheuren Langeweile die ihn so oft einholte. Mitunter war genau das ein Grund dass er hier blieb und das alles hier tat und nicht einfach loszog und sich selbst Antworten suchte. Wenn er noch lebte, dann war die Wahrscheinlichkeit groß das auch alle anderen noch lebten und irgendwo hatte er auch einen unglaublichen Drang das heraus zu finden.
Das neue Leben hier, so erschreckend es ihm anfangs vorgekommen war, offenbarte so langsam aber sicher unglaubliche, neue Wege. Wege die Judal in regelrechte Ekstase versetzten wenn er darüber nachdachte.
Sheila bemerkte den plötzlichen Umschwung des Magis, er schien auf einmal seltsam aufgeregt, doch als sie ihn Fragend ansah zuckte er nur Grinsend mit den Schultern und sah zu dem Roten Seishtani, da dieser nun auf eines der Häuser zusteuerte und mit einer kurzen Handbewegung zeigte, dass sie ihm folgten sollten.
Leise setzten sie sich in Bewegung und in dem Moment wo niemand hinsah, schlichen sie sich schnell in die Hütte und zogen den Vorhang hinter sich zu. Sheila wunderte es fast schon das der Magi das alles so mitmachte, aber scheinbar schien er Spaß an den „verdeckten Ermittlungen“ gefunden zu haben. Tja, man musste eben nicht immer bei allem wie ein idiotischer Brüllaffe auftreten und alles platt machen was sich bewegte. Auch Heimlichtuerei konnte Aufregend sein und das schien er jetzt zu merken.
Doch kaum waren sie drinnen angekommen, lehnte sich der Schwarzhaarige gegen die Lehm Wand und verschränkte die Arme vor der Brust.
Im Inneren erinnerte es Sheila nun schon eher an die Höhlen die sie erwartet hatte. Die Hütte war sehr klein. Besaß nur 2 Räume und kaum Einrichtung. Das Meiste der Einrichtung war aus demselben Material hergestellt wie die Hütte selbst. Doch hier drinnen schien es nur aus Lehm und Ton zu bestehen, die seltsame, schleimige Flüssigkeit die an den Außenwänden war, schien hier nicht verwendet worden zu sein.
Gerade als Sheila den Lehmtisch begutachtete, stellte der Rote 3 Becher mit leicht trübem, würzig riechendem Inhalt auf diesen. „Es ist Brauch bei uns, dass wir Gästen unseren selbstgebrauten Reiswein anbieten“, meinte der Fischmensch dann und setzte sich auf die Knie vor den Tisch und nahm sich einen der Becher, stellte ihn vor sich und schien dann zu warten.
Sheila sah leicht skeptisch auf das Getränkt und dann kurz zu Judal, der sich plötzlich von der Wand löst und ebenfalls wie der Tritone auf den Knien vor dem Tisch Platz nahm und einen der Becher vor sich stellte.
Scheinbar dachte der Magi nicht daran dass man sie eventuell vergiften konnte oder er hatte irgendwie mit seinen Kräften schon längst gecheckt ob Gift drinnen war. Wer wusste schon was der Magi alles mit seiner Magie anstellen konnte? Also setzte auch sie sich an den Tisch, neben Judal, und nahm sich einen der Becher.
Es roch stark und sehr würzig, aber nicht wie die Kräuterbrühe die sie von ihrer Ahme kannte. Außerdem roch sie noch etwas heraus das sie nicht beschreiben konnte, Sheila hatte bis jetzt noch nie Alkohol getrunken, doch die meisten Männer lobten das Zeug immer in den Himmel und auch viele Frauen schwärmten von dem Geschmack eines ordentlichen Weines, auch wenn das etwas war das sie vielleicht 1x in ihrem Leben kosten konnten. Da richtiger Wein nur sehr selten war, bei ihnen gab es nicht mehr als selbst gebrautes Zeug das die Männer nach einem harten Arbeitstag tranken.
Der Tritone nahm den Becher in seine Hände und trank dann einen kräftigen Zug. Judal schmunzelte leicht, er sah so aus als würde er das Zeug lieber wegschütten, doch dann nahm er es tatsächlich hoch und trank ebenfalls einen Schluck, wobei seiner Mimik nun nicht anzusehen war ob es ihm schmeckte oder nicht. Aber er stellte es schnell wieder ab, was Sheila als Zeichen dafür nahm das es ihm nicht schmeckte. Doch wenn selbst der egoistische, freche Magi ohne jegliche Manieren das Zeug trank, kam sie wohl auch nicht drum herum.
Also nahm sie den trüben Sake hoch, setzte ihn sich an die Lippen und trank einen Schluck. Sheila musste sich zwingen es schnell zur schlucken, denn in dem Moment indem sie das Zeug im Mund hatte brannte es regelrecht und der süßsaure Geschmack der etwas an Essig erinnerte und gleichzeitig an irgendetwas das sie nur schwer Beschreiben konnte, ließ sie das Zeug fast wieder ausspucken. Als sie es unten hatte fing sie an zu Husten und stellte den Becher schnell ab. Sie vernahm Gelächter das aus 2 Kehlen kam und sofort durchbohrte sie Judal, wie auch den Tritonen, mit einem finsteren Blick.
Die Beiden begangen jedoch nur noch lauter zu Lachen. „Super… 2 von der Sorte“, murrte Sheila dann und schüttelte den Kopf, hoffte das der Geschmack bald verschwinden würde. „Noch nie Alkohol getrunken was? Ich mag das Zeug eh nicht, aber das hier ist echt scheußlich! Gute Brauer seid ihr ja nicht gerade.“, meinte Judal dann in heiterem Ton und schob den Becher mit dem restlichen Wein von sich.
„Das hab ich auch nicht gesagt, aber unsere Gaumen sind wahrscheinlich anderes gewohnt als eure“, meinte der Seishtani dann grinsend und schob seinen Becher aber ebenfalls weg. Sheila brauchte sich das nicht noch ein 3tes Mal zeigen lassen und schob ihren Becher ebenfalls sofort von sich. Nochmal würde sie das Zeug nicht trinken, sie bekam den Essig Geschmack jetzt schon nicht mehr aus ihrem Mund und würde sich diesen am liebsten ausspülen.
„Und da fragt ihr euch wieso man euch für Monster hält wenn ihr euren Gästen nur dieses beschissene Zeug anbietet?“, fragte der schwarzhaarige Magi dann und lehnte sich dabei leicht zurück. „Naja, zugegeben wir haben wirklich nicht viele Gäste, ich sollte, sobald ich auf dem Thron sitze, diesen Brauch mal abschaffen“, witzelte der Rote mit und verschränkte die Arme hinter dem Kopf.
„Wie heißt du eigentlich?“, fragte Sheila dann einfach in die Runde und schnitt damit Judal das Wort ab, als dieser gerade noch etwas sagen wollte. Wiedermal fuhr sein Kopf zu ihr herum und sie bekam einen giftigen Blick zugeworfen, den sie aber nur gekonnt ignorierte. Der Rote schmunzelte leicht und zuckte dann mit den Schultern.
„Kamshura, Shishruke á Kamshura“, kam der Magi dem Fischmenschen dann zuvor, fast so als wolle er Sheila anklagen das sie ihn einfach reingeredet hatte. „Oder auch einfach nur Kamu“, beendete Kamu dann aber den Satz, es schien ihn sichtlich zu amüsieren wie sich Sheila und Judal immer gegenseitig aufzogen. Eventuell hatte er für die kurze Zeit in der die Magus fast Tod war ein wenig Bekanntschaft mit Judal geschlossen und seine eigenen Schlüsse aus dem Magi gezogen.
//Also haben sie locker, flockig miteinander geredet während ich am abkratzen war…//, das war kein wirklich schöner Gedanke, aber scheinbar stimmte es. Nachdem Judal versucht hatte sie zu heilen und keinen Erfolg hatte, schien er sie schon abgeschrieben zu haben und machte einfach da weiter wo er aufgehört hatte.
Doch war er nicht über ihr gewesen als sie aufgewacht war? Bedeutete das nicht, dass er zumindest mitbekommen hatte als sie aufgewacht war?
Als sie sich an sein Gesicht über ihrem erinnerte, so nah dass sie die doppelte Iris klar erkennen konnte, wurde sie unweigerlich rot und als sie nun wieder in diese Augen sah, musste sie den Blick abwenden. Judal runzelte leicht die Stirn und schien im ersten Moment nicht zu verstehen weshalb sie so reagierte, doch dann wurde sein Grinsen breiter und er legte ihr einfach einen Arm um die Schulter.
Sheila stellten sich daraufhin alle Haare zu Berge und sie musste sich zurückhalten seinen Arm nicht sofort wieder weg zu schlagen. So zwang sie sich dazu ihn einfach lässig und langsam abzustreifen, wie ein lästiges Kleidungsstück das verrutscht war.
Doch Judal schien zu wissen was sie eigentlich tun wollte, den kaum hatte sie seinen Arm von ihrer Schulter gewischt, da legte er ihn einfach von hinten um ihre Mitte und zwickte sie in die Seite. Etwas das Sheila sofort zusammenzucken ließ.
„Lass das! Und nimm deine Griffel von mir weg!“, versuchte sie ihm zu, zu zischen, doch es kam nur als hohes Quietschen heraus, etwas für das sie sich selbst Ohrfeigen könnte. In Momenten wie diesen merkte sie dass sie einfach zu unerfahren war was Männer anging. Im Dorf hatte sich niemand für sie interessiert und sie sich auch für niemanden aus dem Dorf, deswegen war sie Körperkontakt kaum gewöhnt und schon gar nicht mit einem Kerl!
Außerdem bezweifelte sie das Judal so etwas wie Interesse hegte, zumindest hoffte sie, dass er sie einfach nur ärgern wollte. Es würde zumindest besser auf den Magi passen als alles andere.
Doch er nahm auf ihren Ausbruch seinen Arm nicht weg, sondern zwickte sie einfach nochmal in die Seite. Wodurch sie unweigerlich erneut zusammenzuckte, das Kitzelte verdammt!
Doch das ließ sie jetzt nicht mehr auf sich sitzen, sie packte seinen Arm, stand mit einer einzigen, fließenden Bewegung auf und drehte ihm den Arm auf den Rücken, während sie mit der anderen Hand seinen Zopf griff und ihn so festhielt, jedoch ohne an dem Zopf zu ziehen. „Ich hab gesagt du sollst deine Griffel wegnehmen“, knurrte sie ihm dann ins Ohr, aber nicht ohne ihm ein überlegenes Grinsen zuzuwerfen.
Doch als sie seinen Blick sah, ließ sie ihn reflexartig los und ging ohne nachzudenken sofort ein paar Schritte auf Abstand. Das alles geschah ohne dass sie es verhindern konnte, für eine kurze Zeit hatte sie eisige Panik ergriffen und sie rein Instinktiv handeln lassen. Sie spürte wie ihr Herz  in ihrem Hals schlug und die Angst nahm nur langsam ab. Doch es wurde besser als Judal den Blick abwand und seinen Arm, den sie ihm auf den Rücken gedreht hatte, leicht dehnte.
Irgendwie hatte sie jetzt das Gefühl das das ganze neckische, freundliche Miteinander für ihn vorbei war. Das nahm er ihr übel und so wie sie ihn kannte war er sicher nachtragend genug um ihr das jetzt noch einige Zeit vorzuhalten.
Hatte sie wirklich übertrieben reagiert? Schließlich hatte sie ihn gewarnt und sie musste sich ja nicht alles von diesem Magi gefallen lassen oder? Nein! Er war selbst manchmal eine ganz schöne Drama Queen, das lag nicht immer nur an ihr. Trotzdem wusste sie dass sie wirklich übertrieben gehandelt hatte, schließlich wollte er sie nur necken. Doch sie nahm sich zusammen und setzte sich wieder neben ihn.
„Wo das geregelt ist, würde ich sagen das wir mit dem Plan anfangen oder“, fragte Kamu dann und sah von Judal zu Sheila und zurück.
„Ja, dann leg mal los, was hast du dir in deinem Fischkopp so alles ausgedacht?“, meinte Judal dann und Sheila könnte schwören das er mit der Stimme Glas hätte schneiden können, er nahm es ihr wirklich verdammt übel das sie ihn so bloß gestellt hatte. Wäre sie nicht zurückgewichen, hätte er sie wahrscheinlich irgendwie gezwungen, auf unschöne Art und Weise. Zumindest glaubte sie nicht dass es gegen seine Moral ging ihr einfach ins Gesicht zu schlagen, wenn er schon keine gezielte Magie auf sie wirken konnte.
„Ihr habt sicher schon den breiten Weg gesehen der von 2 Wachen besetzt wird… auf diesem Weg geht es zu Nkshar. Er besitzt tiefer im Sumpf eine Villa in der er mit seinen Frauen lebt und von dort aus das Dorf und die Seishtani kontrolliert. Dort wo die Villa steht kann er auch am meisten Magie wirken, er scheint seine Kraft aus diesem Ort zu beziehen“, erklärte Kamu dann ernst und sah zum Eingang der Hütte, fast so als würde er sich den Weg und die Villa die sich dahinter befand vorstellen.
„Also wird es dort das meiste Rukh geben, wir werden ihn dort stellen müssen“, meinte Judal dann nur und gähnte einmal kräftig ohne die Hand vor den Mund zu nehmen, ganz typisch eben.
„Ja, wenn ihr dort auch am stärksten seid geht es nicht anders, aber ich würde euch vorschlagen ihn vorher zu schwächen. Ich habe deine Magie gesehen und ich kann sagen dass er kein leichter Gegner wird, eher im Gegenteil wenn er auch noch auf günstigem Boden kämpft. Also, dann sage ich euch, was ich mir vorstelle…“
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