Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Magi:The crying Soul | Band 1: Das Vermächtnis

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16
Hakuryuu Ren Jafar Judar
09.11.2013
12.07.2014
17
67.659
1
Alle Kapitel
18 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
09.11.2013 3.794
 
Judals Augen verengten sich  bei den Worten des roten Tritonen und er drehte sein Zepter mehrmals um seine Finger, scheinbar um seine Konzentration zu steigern. Er schien der Sache hier nicht zu trauen und sein Blick glitt wieder zu dem dunkelblauen Fischmensch der immer noch vor ihm kniete und so aussah als würde er gleich in Ohnmacht fallen.
„Erwartet also…? Wer hat den von unserem Kommen berichtet? Ich glaube kaum das euer Chefchen ach so hellseherisch und superbegabt ist wie die Trottel in diesem Dorf meinen“, gab er dann von sich und durchbohrte den Tritonen mit einem gefährlichen Blick, wobei er sich nicht einmal zu ihm umdrehte, sondern ihn nur aus dem Augenwinkel betrachtete. Doch der Rote schien das einfach zu ignorieren, denn sein Grinsen wurde nur Breiter und er bewegte sich auf Judal zu. Dabei breitete er leicht die Arme aus, scheinbar eine Geste das er unbewaffnet war. Klar, seine Waffe lag neben Judal, dort wo sie liegen geblieben war, nachdem sein Bolg sie abgewehrt hatte.
Der Magi hingegen wirkte immer noch munter, wenn auch misstrauig, doch auch sein Grinsen wurde Breiter und gab ihm ein noch gefährlicheres Aussehen. Der Tritone durchschaute es sofort und als Judal sein Zepter in dessen Richtung hielt, sprang der Rote behände zur Seite und wisch dann den Blitzen mit einer Behändigkeit aus die man ihm kaum zutrauen würde. Dabei drehte er sich teilweise mehrmals um sich selbst und landete immer nur so kurz auf dem Boden dass es reichte um dem nächsten Blitz auszuweichen, wobei er sich mit jedem Sprung mehr näherte.
Sheila beobachtete das Ganze und war sichtlich beeindruckt über die Bewegungen des Fischmenschen, bis sie realisierte das er ihr immer näher kam und da war es auch schon zu spät. „Sheila!“, auch Judals ruf erweckte sie nicht rechtzeitig aus ihrer Starre und schon spürte sie wie sich kräftige Arme um sie legten und zum zweiten Mal an diesem Tag bekam sie die Luft abgeschnürt, ehe sie merkte wie sie von den Füßen gerissen wurde. Sie unterdrückte einen Ausruf des Erschreckens und taumelte benommen im Griff des Tritonen, als dieser wieder auf die Füße kam und sie automatisch mitriss. Ohne zu wissen wieso, blickte sie zu der Stelle an der sie eben noch gestanden hatte. Wo nun ein kleines, qualmendes Loch im Boden war und die Pflanzen drum herum schienen verschmort. Das war der Moment an dem sie realisierte das der Magi auf sie gezielt hatte um den Fischmenschen zu erwischen und das dieser sie gerade noch gerettet hatte, obwohl er sie offensichtlich als Geisel benutzen wollte.
Sie schluckte schwer, denn ihr Instinkt sagte ihr dass die Attacke von Judal sie diesmal tatsächlich getroffen hätte, da er es nicht direkt auf sie abgesehen hatte. Davon zeugte auch sein Blick, den er sah unzufrieden aber auch ein ganz klein wenig geschockt aus, was er jedoch zu verbergen versuchte. War es wirklich ein versehen gewesen das der Blitz sie beinahe getroffen hätte?
Zumindest wurde der Blick des Magis nun zerknirscht und er sah genervt zu dem Tritonen, wobei Sheila das Gefühl hatte das er ihrem Blick auszuweichen schien. „Machst du jetzt was langsam Magi? Ich möchte nicht gegen dich kämpfen, es käme mir sogar sehr ungelegen“, sprach der Rote dann und sah Judal direkt in die Augen, wisch dem dämonischen Blick nicht aus, er zuckte noch nicht einmal.
„Was willst du…? Du bist nicht auf Geheiß von eurem Chef hier“, fragte Judal dann nur und stützte die Hände auf den Oberschenkeln ab während er sich etwas zurück lehnte. Sheila hatte das Gefühl das er nur aufhörte den Tritonen zu attackieren weil er sein Magoi nicht verschwenden wollte und nicht weil der Fischmensch sie festhielt.
„Du hast ein kluges Köpfchen was?“; fragte der Rote grinsend und tippte sich selbst, um seine Worte zu verstärken, gegen die Stirn. „Ja es stimmt, ich bin von selbst hierhergekommen… und ich bin alleine“, bestätigte er scheinbar den Verdacht des Magis, denn dieser schien nicht überrascht, ganz im Gegenteil, er hatte es sich schon gedacht. „Ich bin hier um euch zu helfen…“, diese Worte schien der Schwarzhaarige aber nicht erwartete zu haben, den er sah kurz leicht überrascht aus, bevor er dann schmunzelte und nickte. „Wieso? Ich dachte ihr Monster haltet alle zusammen und hasst Menschen, wieso würdest du uns helfen wollen?“, fragte er dann und wand sich dem Tritonen nun gänzlich zu. Wobei er plötzlich sein Zepter zur Seite schwang und dem dunkelblauen Tritonen einen Speer aus Wasser durch den Kopf jagte. Der Rote zuckte daraufhin zusammen und knirschte mit den Zähnen, was Sheila aber eher hören konnte als das sie es sah.
„Ich denke, Zuhörer wären nicht so förderlich oder?“, fragte Judal dann und sein Grinsen wurde wieder fies und verhöhnend. Doch es wirkte eher als hätte er einfach Spaß am töten und nur einen Grund dazu gesucht um dem Verlangen nachgeben zu können.
„Nein… aber er gehörte immer noch zu meinem Volk…“, der Fischmensch schien es jetzt schon zu bereuen das er Judal einspannen musste, jedoch schien er keine andere Wahl zu haben. „Aber gut, ich denke du willst hier und jetzt hören wieso ich euch helfen will… ich bin der Prinz dieses Volks der Tritonen… wie ihr uns nennt, unter uns heißen wir Seishtani. Mein Vater war der vorherige Herrscher über unser Volk, bis er von dem jetzigen brutal ermordet wurde. Hashre ó Nkshar heißt der jetzige Herrscher der unser Volk und auch eures unterjocht und versklavt. Ich möchte meine Leute befreien, doch wie ihr sicher schon wisst, beherrscht er Magie und dagegen habe ich leider kaum eine Chance…“, erzählte der Tritone dann und Sheila sah zu ihm auf als er stockte. „… Außerdem hat er meine Verlobte, er erpresst mich mit ihr. Jedoch ist das für mich nun kein Grund mehr, denn sie ist gebrochen und „schwarz“, es hat keinen Sinn mehr sich mit einer leeren Hülle erpressen zu lassen.“, meinte er dann und sah entschlossen aus. Er schien es ernst zu meinen, er wollte seine Verlobte töten…
Sheila hätte am liebsten etwas gesagt, ihn irgendwie davon abgeraten, doch was konnte sie tun? Sie wusste nichts von der Beziehung zwischen den Fischmenschen und wen er sich entschieden hatte, hatte sie dann das Recht ihn zu etwas anderem zu überreden?
Plötzlich stockte sie innerlich. Dachte sie wirklich gerade daran einem Tritonen, oder Seishtani, zu helfen!? Sie hasste diese Kreaturen, aber… er schien so normal zu sein. Wie sie, wie die Menschen im Dorf. Er kam ihr nicht wie das Monster vor das sie erwartete hatte und das schnürte ihr die Brust zu, ließ sie wanken. Die Blauhaarige schüttelte leicht den Kopf und sah zu Judal, der immer noch so lässig dastand und dem Seishtani in Ruhe zugehört hatte. Nicht ohne ab und zu mal einen abfälligen Laut von sich zu lassen und nun den Mund zu einem überheblichen Grinsen verzog.
„Mir ist scheiß egal was du willst und wieso du es willst. Wir sind hier um diese Gräte auseinander zu nehmen, ob du uns nun dabei hilfst oder nicht interessiert mich nicht die Bohne.“, meinte er dann nur und Sheila biss sich leicht auf die Unterlippe. Musste der Kerl eigentlich immer so frech sein!? Wenn dann sollte er das tun wen er im Schwitzkasten gehalten wurde und nicht sie!
Doch im Gegensatz zu ihren Befürchtungen, ließ der Rote sie plötzlich los und sie stolperte ein paar Schritte vorwärts, weg von ihm und auf Judal zu. Bis sie dann stehen blieb, den Magi kurz eindringlich musterte und ein paar Schritte in die andere Richtung tat, weg von beiden. Die Aktion ließ Judal den Kopf leicht nach hinten legen und sie hatte das Gefühl als würde er sie von oben herab ansehen, trotz der Entfernung. Pah! Sollte er doch! Er war derjenige der eben einen Blitz auf sie gefeuert hatte und nicht sie! Dreckiger… arg….
„Nun gut… Hauptsache ihr macht den jetzigen Anführer kalt, aber ich bitte euch, wenigstens so viele meiner Leute zu schonen wie es geht“, meinte der Seishtani dann und verschränkte die Arme. „Ansonsten kann ich euch nicht weiter lassen“, drohte er und sah Judal eindringlich an.
Dieser begann plötzlich zu lachen, laut und herzhaft, so als hätte jemand einen wirklich guten Witz erzählt und selbst Sheila wusste nicht ob sie diese Wesen überhaupt verschonen wollte. Es käme ihr ganz gelegen wen Judal einfach alle mit seinen Blitzen platt machen würde. Trotzdem sträubte sich irgendwas in ihr, seit dieser Tritone aufgetaucht war, hatte sie ein anderes Bild im Kopf. Was war wen sie dort menschenähnliche Wesen auslöschten…? Es kam ihr fast so vor. Erneut schüttelte sie den Kopf, sie musste diese Gedanken verbannen und zwar ganz schnell, sie konnte doch nicht jedes Wesen bemitleiden das sie töten würden. Dann würde sie die Dungeonmonster niemals aufhalten können!
„Du und mich aufhalten, das will ich sehen… du kannst nicht ewig ausweichen und ohne Magie kommst du nicht mal durch meinen Bolg. Also spiel dich nicht so auf wenn du eh nichts ausrichten kannst“, die vor Hohn triefende Stimme holte Sheila wieder aus ihren Gedanken und sie sah zwischen Judal und dem Roten hin und her. Es sah wirklich so aus als würden sie gegeneinander kämpfen wollen.
Der Tritone hatte sich in Kampfstellung begeben, wobei er plötzlich einen Stab in der Hand hielt der im ersten Moment wie ein Stück Holz aussah, bis Sheila die leichten Verzierungen am Anfang und Ende des Stabes sehen konnte. Es schien ein Kampfstab zu sein und jetzt erinnerte sie sich auch dass er diese Waffe die ganze Zeit auf dem Rücken getragen hatte, gehalten von dieser riesigen, roten Schleife.
Auch Judal hatte sich vorbereitet, zumindest hielt er das Zepter locker in der Hand und stand leicht seitlich zu seinem Gegner, wobei er ihn mit leicht in seine Richtung gewinkeltem Kopf ansah. Sheila zog die Augenbrauen in hilfloser Geste zusammen, irgendwie wollte sie nicht dass die Beiden gegeneinander antraten. Wenn Judal das Angebot angenommen hätte, dann könnten sie jetzt miteinander arbeiten und nicht gegeneinander.
Schon wieder diese Gedanken…
Aber ihr kam noch ein anderer Grund, ein eigentlich recht guter Grund wenn sie bedachte das Judal sehr wahrscheinlich nicht endlos Magie wirken konnte. Wenn er gegen eine ganze Horde Fischmenschen antreten musste und danach noch gegen ein Monster das ebenfalls Magie beherrschte, würde er das schaffen? Er war stark, da gab es keinen Zweifel, aber er war nicht unsterblich oder unantastbar, vor allem wenn jemand mit Magie gegen ihn kämpfte und ihn damit eventuell auch angreifbar für physische Attacken machte, indem er sich darauf konzentrierte Judals Bolg zu zerstören.
Jetzt hatte es definitiv etwas Gutes das sie so viel über Magie erfahren wollte und ihre Ahme ihr so viel erzählt hatte. Judal verließ sich sicher, wie viele andere Magier, auf seinen Bolg. Doch wenn dieser erst mal zerbrochen war, konnte er ihn nicht sofort wieder herstellen, es würde einige Sekunden brauchen. Sekunden in denen er angreifbar war.
Wenn sie sich aber mit Hilfe des Fischmenschen ins Dorf schleichen konnten…
Dieser Erkenntnis ließ sie plötzlich vorpreschen und sie warf sich direkt vor Judal, als dieser sein Zepter leicht drehte. Die Augen des Magis weiteten sich und auch Sheila spürte die Gefahr, als sich ein Wirbelsturm wie in Zeitlupe zu bilden begann und sie zu erfassen drohte. Es stimmte also, solange er nicht bewusst auf sie zielte, konnte er Magie gegen sie einsetzen!
Die Blauhaarige schaffte es nicht mehr auszuweichen und auch der Magi hatte keine Chance seinen Zauber rückgängig zu machen. Sheila hörte, trotz des tosen des Wirbelsturms, ein rascheln hinter sich, ganz so als seien ihre Sinne durch die drohende Gefahr auf 200% hochgeschraubt worden. Doch sie wusste dass auch der Fischmensch ihr nicht mehr helfen konnte, er war zu weit weg und würde es nicht rechtzeitig schaffen. Also nahm sie die Arme vor ihr Gesicht und schon spürte sie wie der Wirbelsturm sie erfasste und von den Füßen riss.
Für kurze Zeit wirbelte sie durch die Luft und verlor jegliches Raumgefühl, sie wusste nicht mehr wo oben und unten ist. Der Wind riss an ihrer Kleidung und ihr langer Zopf schlug unsanft gegen ihr Gesicht, doch das alles bemerkte sie nur dumpf, als wäre sie eingepackt in Watte. Sie versuchte immer noch zu realisieren was hier abging, dass sie von dem Wirbelsturm durch die Luft gefegt wurde, als sie plötzlich jäh abgebremst wurde und mit voller Wucht gegen einen Baumstamm schlug. Schmerz brannte wie Feuer durch ihren Rücken während sie, ohne eine Chance sich irgendwie abzufangen, zu Boden fiel und dort kurze Zeit benommen liegen blieb.
Der Schmerz war so enorm, als stünde ihr gesamter Rücken in Flammen und er schien immer tiefer zu kriechen, sodass sie keine Luft holen konnte. Sie versuchte es, sie versuchte den Mund zu öffnen und ihre Lungen mit Sauerstoff aufzupumpen, doch sie schaffte es nicht. Es war wie eine Blockade die verhinderte dass sie die Luft durch den geöffneten Mund einsaugte.
Sie hörte Stimmen, doch sie konnte nicht sagen von wem, sie konnte nicht einmal sagen ob es einer oder mehrere Leute waren die dort redeten. Sie hörte alles nur gedämpft und das Rauschen das durch ihren gesamten Kopf zu gehen schien machte es unmöglich die Worte zu entziffern.
Trotzdem, sie konnte hier doch jetzt nicht einfach liegen bleiben! Gerade als sie sich beschloss, ihre schmerzenden Glieder zu bewegen, spürte sie eine leichte Berührung am Arm und dann auf ihrem Rücken. Es schien als würde sie die Schmerzen nehmen, doch nur ganz schwach, es half kaum auch nur das kleinste bisschen Schmerz zu nehmen, aber es motivierte Sheila. Sie zwang sich die Augen zu öffnen, sah jedoch nur Schwärze und als sie versuchte ihre Hände zu bewegen, spürte sie nichts. Sie konnte nicht einmal sagen ob sie es geschafft hatte sie zu bewegen oder nicht.
„… Schlag… Quer…gelähmt…“, vernahm sie plötzlich doch kleinere Wortfetzen und sie begann sich darauf zu konzentrieren. Es half ihr die Schmerzen ein wenig zu verdrängen. „…Ende… doch nur… Mensch“, sie schüttelte innerlich den Kopf. Auch wenn sie versuchte die Worte zu entziffern, war es nicht genug, sie ergaben keinen Sinn. Elende Watte!
Plötzlich war Sheila wütend, es kam so schnell, so unerwartet und so gewaltig, dass sie keuchte und plötzlich füllten sich ihre Lungen mit Luft und sie konnte atmen. Es fühlte sich so gut an, auch wenn es sich gleichzeitig anfühlte als würde jemand ihr ein Messer in die Brust jagen.
Doch die Wut erlosch nicht, sie wurde stärker und brannte in ihr wie ein Stück Kohle, heiß, lodernd, niemals verglühend, ewigwährend. Es verdrängte den Schmerz in ihrem Rücken und ihren Gliedmaßen und ließ sie fast ohnmächtig werden.
So unglaublich überwältigend…
Und da geschah es, etwas legte sich auf sie, wie ein Licht, ein Leuchten das die Wut nahm und sich in ihr verteilte wie Balsam. Wie ein wohltuender Duft der durch den ganzen Körper zu gehen schien und unendliche Entspannung brachte. Es löschte die Flammen in ihrem Rücken und in ihrer Seele, ließ nur ein unglaubliches Gefühl des Glücks zurück und Stille… eine heftige, erdrückende Stille. War sie Tod?
Nein! Das konnte nicht sein! Das wollte sie nicht!
Gerade in dem Moment in dem die Glut der Wut wieder zu glimmen begann, hörte sie es… erst leise und dann immer lauter, ein Ruf… aber er war nicht menschlich. Er war gewaltig und gleichzeitig sanft, wie eine Melodie. Es dauerte ein paar Sekunden bis Sheila begriff was sie da hörte, es war der Schrei eines Vogels!
Sofort sah sie nach oben und da erblickte sie ihn, den weißen Vogel aus Licht. Wie ein Phönix erstrahlte er vor ihr und sie schluckte ehrfürchtig. Wieder öffnete das Tier seinen Schnabel und erneut erklang dieser Ruf, nun viel lauter und es fühlte sich an als würde der Ton direkt in ihr innerstes dringen und dann begann sie zu fallen. Immer schneller und es schien kein Ende zu nehmen, während sich der wunderschöne Vogel immer mehr von ihr entfernte.
Im nächsten Moment schlug sie die Augen auf und das erste was sie sah war ein vertrautes Gesicht und rote Augen… hatten sie nicht mal so gefährlich gewirkt? Jetzt wirkten sie einfach nur noch wunderschön. Wie 2 dunkle Rubine in dem zarten, hellen Gesicht des jungen Mannes.
Sheila blinzelte ein paar Mal bis dieser Schein verschwand den sie um Judal zu sah und der sich endlos in den Blättern der Bäume und dem Licht das hindurch brach zu brechen schien. „Was…“, es war keine direkte Frage, sondern eher ein Hauch von einem Flüstern das aus ihrem Mund kam.
„Du bist echt schwer Tod zu kriegen was…?“, kam die so vertraute Stimme und der humorvolle Klang der so hell mitschwang, ließ Sheila lächeln. Sie hätte gerne den Kopf geschüttelt, aber irgendwie wollte das noch nicht so richtig klappen.
„Ein Wunder… so wie sie gegen den Baum geklatscht ist hätte es jedem Menschen alle Knochen brechen müssen und nicht mal deine Magie hat auf sie gewirkt“, meinte eine fremde Stimme plötzlich und es dauerte ein paar Sekunden bis die Magus begriff wer dort gesprochen hatte. Also hatten sie sich nicht bekämpft? War sie erfolgreich gewesen? Und welche Magie hatte nicht gewirkt?
„Welche… Magie?“, fragte sie dann und immer noch kam nicht mehr aus ihr heraus als ein Flüstern. „Meine Magie, ich hab versucht dich zu heilen. Scheinbar neutralisierst du aber sogar meine Magie wenn ich dir nur helfen will“, meinte Judal dann und er entfernte sich von ihr. Am liebsten hätte sie gerufen dass er da bleiben sollte, doch sie konnte nicht. Irgendwie, konnte sie nicht.
Sheila beobachtete wie Judal kurz zu dem Roten Tritonen sah und dann den Kopf leicht neigte, als würde er etwas Unausgesprochenes bestätigen. Im nächsten Moment spürte sie kräftige Hände unter ihren Beinen und ihrem Rücken, dann wurde sie vom Boden hochgehoben.
Sie wollte protestieren und öffnete den Mund. Doch es kam kein Laut hervor. Sie versuchte es erneut und plötzlich: „Lass mich runter!“, es war so hell, so durchdringend und ohne jegliche Akzeptanz eines Wiederwortes, dass Sheila den Besitzer dieser Stimme respektieren musste. Nur verstand sie den Blick nicht den der Rote ihr zuwarf und auch Judals Blick den er über die Schulter zu ihr warf gab ihr Rätsel auf. Doch in diesem Moment realisierte sie, das diese Stimme von ihr gekommen war. Sie hatte so Herrscherich gesprochen!?
„Du kannst doch nichtma…. Okay“, brach sich der Fischmensch plötzlich selbst ab und sie spürte wie sich ihr Körper neigte, als er sie vorsichtig, sanfter als man erwarten würde, auf die Füße stellte. Dann waren die stützenden Hände plötzlich weg und Sheila wankte einen Schritt nach vorne. Es war eher eine Bewegung aus reinem Reflex, denn als sie noch einen Schritt tun wollte, bewegten sich ihre Beine nicht weiter.
Sie spürte die Blicke auf sich und es fühlte sich an als würden sie sich direkt in sie hinein brennen, vor allem dieser abwartende und leicht verurteilende Blick aus den roten Augen des Magis.
Sheila war gerade nicht in der Lage zu bemerken das Judal eigentlich nur vor Neugierde platzte. Das Mädchen zeigte eine Kraft die er ihr nicht zugetraut hätte und das legte einen Schalter in dem Magi um und er bereute es das sie ein Magus war und kein Mensch. Einen Menschen hätte er kontrollieren und lenken können, auf einen steilen Pfad direkt Richtung Macht. Doch mit ihr konnte er das nicht, auch wenn ihn das Verlangen schier überwältigte. Trotzdem, sie würde ihm gehören, so wie er jeder ihm gehörte bei dem er dieses Verlangen spürte. Jeder… bis auf einen und der Gedanke an diesen Mann ließ kurz Wut in ihm aufflammen.
Diese Wut war es die Sheila sah und spürte, als würde er sie gegen sie richten und nicht gegen einen Mann den sie nicht einmal kannte. Sie schloss die Augen und Angst übermannte sie, unbeschreibliche Angst und Zaghaftigkeit. Das war der Moment in dem sich die Augen des Magis weiteten.
Denn er sah was allen anderen verborgen blieb. Er sah wie Sheila das Rukh rief, wie die kleinen Vögel auf sie zuflogen wie auf einen Magi, sie umflatterten und das goldene Glimmen fast unerträglich hell werden ließen.
Judal musste mehrmals blinzeln um zu sehen das Sheila gerade einen Bolg um sich herum geschaffen hatte, wie auch immer sie das getan hatte. Die Magus selbst spürte nur wie sie plötzlich von einer unglaublichen Energie erfüllt war und als sie die Augen öffnete, sah sie alles leicht verschwommen, bis sie durch die Blase sehen konnte die sich um sie herum gebildet hatte und die Blicke abschirmte. Ihre Angst erlosch so plötzlich wie sie gekommen war und ein Zittern ging durch sie hindurch, bevor ihr die Beine weg knickten und sie auf den Knien landete.
Der mysteriöse Bolg um sie herum erlosch, es sah aus als würde die Blase einfach platzen und dann spürte sie wieder 2 kräftige Hände die sie unter den Armen fassten und sie in die Höhe hoben, als wöge sie nicht mehr als eine Feder.
„Na… das sah mir ganz nach Magie aus…“, meinte der Tritone dann als er sie losließ und sie erneut sich und ihren wackligen Beinen überließ. „Mit Sicherheit… das ist verdammt Interessant“, meinte der Magi und sein Blick wurde zu einem breiten, unheilvollen Grinsen das Sheila einen Schauer über den Rücken jagte. Dann hielt er ihr die Hand hin und wie von selbst bewegte sie sich zögernd vorwärts.
Doch genau in dem Moment wo sie die Hand greifen wollte, hatte sie das untrügliche Gefühl einen Fehler zu begehen. Sie zog ihre Hand zurück und schaffte es gerade noch es nicht so aussehen zu lassen, als würde sie sich vor seinem griff fürchten. „Ich kann alleine laufen“, meinte sie dann wie zur Erklärung zu dem Magi und seine Miene wurde plötzlich enttäuschend und dann verschlossen, wobei er sie abschätzend ansah und nicht einmal mehr Grinste. „Gut“, kam es kalt aus seinem Mund, dann legte er plötzlich seine Hand auf ihren Rücken und schubste sie unsanft vorwärts, sodass sie beinahe gefallen wäre.
„Dann beweg dich, wir müssen zu dem Haus des Fischstäbchens“, meinte er dann und immer noch war seine Stimme kühl und voller Vorwürfe. Sodass Sheila sich zu ihm umdrehte und ihn intensiv ansah, wobei sie seinen Blick ohne zu zögern standhielt. „Hab ich dir eigentlich schon mal gesagt, dass du ätzender bist als der Magensaft einer Wüstenhyacinthe?“. Diese Worte ließen den Schwarzhaarigen auflachen und auch Sheila musste grinsen.
„Jaja ihr Turteltäubchen, setzt euer geflirte fort wenn wir da sind“, meinte der Fischmensch plötzlich und Sheila wurde rot, eine Tatsache die sie verfluchte, denn sie sah ganz genau das Judal es registrierte und sein Grinsen wurde noch breiter. Also drehte sie sich schnell wieder um und lief vorwärts, wobei sie den Kopf gesenkt hielt und sich darauf konzentrierte diese elende Röte los zu werden.

~~~

Lichtphönix:  Eine Gestalt die das Rukh verkörpert und oftmals in Zusammenhang mit einer riesigen Menge Rukh oder dem König der Seelen selbst dargestellt wird.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast