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Resident Evil: Afterlife

von Krad-Alec
GeschichteHorror / P16 / Gen
07.11.2013
19.09.2014
25
39.252
3
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07.11.2013 2.880
 
Doktor Isaacs sei dem Wahnsinn verfallen, so hieß es in dem offiziellen Bericht der Umbrella Corporation, aber Albert Wesker wusste es besser. Isaacs hatte sich damals mit seiner selbst hergestellten und vor allem verstärkten Version des T-Virus infiziert und war zu einem Tyranten mutiert. Eigentlich hätte man ihn gut als Forschungssubjekt verwenden können, doch ehe Wesker Truppen hinschicken konnte, war er schon in tausende kleine Teile geschnitten worden. Die White Queen, das damalige Überwachungssystem, hatte die Aufzeichnungen von dem Geschehenen. Das Projekt Alice, welches sie ein paar Monate zuvor als verloren geglaubt hatten, war wieder aufgetaucht, doch es war hinsichtlich defekt. Anstatt für die Firma zu arbeiten, wandte es sich gegen sie und zerstörte eine Einrichtung nach der anderen.
Ein Jahr lag die Nachricht nun zurück, die das Projekt ihm persönlich übermittelt hatte. „Ich komme euch besuchen und ich bringe ein paar Freunde mit.“ Dies waren ihre Worte gewesen.
Wesker hatte daraufhin alle Sicherheitsmaßnahmen erhöht. Zu der Zeit befand sich sein Hauptsitz noch in Paris, doch dort schien es ihm zu unsicher. Es dauerte nicht lange bis dort der Virus ausgebrochen war und da sie dort zu überfordert waren, entschied Wesker die Anlage dicht zu machen und zerstörte den Komplex.
Seine Reise bis nach Japan war lang und beschwerlich, denn der Flugverkehr war mittlerweile ausgefallen und keiner hielt es für nötig ihm einen Umbrella Fluggerät zur Verfügung zu stellen. Es herrschten eisige Temperaturen in Russland und trotzdem hatte auch hier der Virus schon Fuß gefasst.
Es war eine Nacht wie jede andere gewesen und dennoch sollte sie Wesker‘s Leben verändern. Er hatte sich in eine Berghütte zurückgezogen und gerade ein Feuer gezündet, als etwas gegen die Tür krachte. Zuerst dachte er, es wäre ein gottverdammter Zombie, aber diese Wesen waren zu dumm um Türen zu öffnen. Das machte der Virus aus lebenden Menschen. Es verwandelte sie in lebende Leichen, die nur den Drang hatten zu fressen und zwar Frischfleisch. Also zog er seine Magnum, die er hatte mitgehen lassen und näherte sich vorsichtig der Tür. Nur einen Augenschlag später flog ihm diese in Millionen kleiner Splitter entgegen und dann kam eine unbeschreiblich große Axt auf ihn zu oder war es ein Fleischerhammer gewesen? Er rollte beiseite und stieß unsanft gegen den Kamin. Als nächstes sah er nur noch wie hunderte, vielleicht tausende in die Hütte zu stürmen versuchten. Aggressive, schnelle und starke Zombies. Der Virus musste sich angepasst und weiterentwickelt haben. Nachdem er sein gesamtes Magazin und noch ein weiteres verschossen hatte, stürzte er aus dem Fenster. Alles was er dann noch sah waren rote Augen, die ihn gierig anstarrten und dann der höllische Schmerz in seiner Schulter. Dann war nur noch ein gleißendes Licht zu sehen.
Später stellte sich heraus, dass es ein Helikopter der Firma gewesen war, der ihn auf einer Wärmebildkamera entdeckt hatte und schließlich vor dem Aufgefressen werden bewahrte. Man stellte Wesker wieder her, aber sein Körper verarbeitete den Virus anders als gewöhnlich. Er stieß den Antivirus ab und wandelte die T-Zellen um. Es machte ihn stärker, schneller und fast schon übermenschlich. Schon bald hatte er die Kontrolle darüber.
In Japan angekommen, machte er sich sein neues Geschenk zu nutzen und tötete die obersten Angestellte, die etwas zu sagen hatten. Seitdem hatte er das Kommando übernommen und es fühlte sich gut an. Das Einzige, was ihm jetzt noch in die Quere kommen konnte, war das Projekt Alice. Doch wenn sich ihr Versprechen bewahrheiten würde, dann würde sie bald schon vor seiner Tür stehen.
Er stellte sein Weinglas ab, als das Telefon ging. Normalerweise wagte es niemand ihn zu stören, doch auf dem Display stand Sicherheitszentrale, also würde es vielleicht etwas wichtiges sein. Nachdem er es noch einige Male hatte klingeln lassen, nahm er endlich ab.
„Was?“
„Sir, Sie sollten sich das anschauen. Wir haben einige Kontakte nach Außen verloren.“
„Komme.“
Damit unterbrach er die Verbindung und schob seine Sonnenbrille zurecht. Also war sie schon hier? Wesker zog einen Mundwinkel hoch. Dann verließ er zügig sein Büro und machte sich auf den Weg.
Nach wenigen Minuten war er bei den Sicherheitsleuten angekommen, die in einem geräumigen ovalen Raum mit unzähligen Bildschirmen und Tastaturen saßen. Es war eher eine Plattform mit Aussicht zu fast allen Bereichen, doch wen kümmerten diese Kleinigkeiten? Wesker betrat die Plattform und sofort wandte sich ein Mitarbeiter ihm zu. Er hob die Hand zu einem militärischen Gruß.
„Chairman Wesker.“
„Ich höre.“
„Sir, seit dreißig Minuten haben wir keinen Kontakt mehr zu einigen Außenposten.“
„Von wie vielen reden wir?“
„Von allen.“
„Und Sie informieren mich erst nach einer halben Stunde?“
Wesker hatte noch nie viel für diese Armleuchter übrig. Nie machten sie das, wofür sie eingestellt wurden und Entscheidungen konnte sie noch weniger treffen. Er hatte ihnen ausdrücklich zu verstehen gegeben, dass es in nächster Zeit ungemütlich werden könnte, aber offenbar hatten einige besseres zu tun, als ihm zuzuhören.
„Wir dachten, es ist eine Funkstörung und wollten Sie damit nicht belästigen.“
Sein Blick ging über die Monitore. Am liebsten hätte er dem Typen hier und jetzt eine Kugel in den Kopf gejagt, aber dann hätte er schon ziemlich bald keine Mitarbeiter mehr.
„Geben Sie mir die Oberfläche.“
Es war an der Zeit sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Vielleicht waren es auch Funkstörungen, doch er blieb misstrauisch. Umbrella hatte jegliche zur Verfügung stehenden Mittel und die neuste Technologie. Also warum sollten Funkstörungen auftreten?
Es öffneten sich einige Fenster auf dem Monitor. Auf einem erschien der Soldat, den Wesker sprechen wollte.
„Was gibt’s?“, ertönte eine Stimme mit japanischem Akzent aus den Lautsprechern.
„Hier ist Chairman Wesker“, sagte er eindringlich.
„Sir?“
Sofort konnte man den aufkommenden Respekt und vielleicht auch eine Spur Angst in seiner neuen Tonlage hören.
„Erstatten Sie Meldung!“
„Hier oben ist alles ruhig.“
„Das heißt keinerlei Bedrohung?“, fragte Wesker scharf.
Eine Stille trat ein. Eine viel zu lange Pause für Wesker‘s Geschmack. Der Soldat auf dem Bildschirm zuckte kurz. Jetzt stand es fest: Nichts war ruhig und in der Tat gab es eine Bedrohung. Sie war schnell, leise und absolut tödlich.
„Hotaka!“, sagte Wesker, doch er wusste schon, dass es zu spät war.
„Da stimmt was nicht!“, rief der Computertechniker.
Dann wurde die Verbindung zur Kamera getrennt und die Übertragung endete. Wesker spürte wie eine gewisse Freude ihn durchfuhr. Wenn sie es war, dann würde er ihr Blut schon bald für sich nutzen können.
„Diverse Zielobjekte!“, meldete ein anderer Mitarbeiter.
„Zielobjekte identifizieren“, befahl Wesker.
Natürlich schickte sie erst ihre neu gewonnenen Freunde zu ihm. Dutzende, vielleicht Hunderte von Alice Klonen, aber das sollte kein Problem sein. Er hatte alles vorbereitet und er hoffte inständig, dass das Original persönlich vorbeikommen würde. Schnell wurde er ungeduldig. Er wollte einen Beweis, dass sie es waren und diese Idioten arbeiteten einfach zu langsam.
„Ich wiederhole: Zielobjekte identifizieren!“
„Sir, Aufzug zwei ist in Bewegung.“
Wesker glaubte nicht daran, dass sie wirklich so naiv sein würde, trotzdem war er dazu bereit einige Soldaten zu opfern, nur um sie aus ihrem Versteck zu locken.
„Alle Sicherheitskräfte zum Aufzug, sofort!“
Dann wurde es still. Es dauerte eine Weile, doch die Headsets der einzelnen Soldaten lieferten eine Tonübertragung. Schüsse waren zu hören, Schreie, dann eine heftige Explosion. Wesker spürte es. Sie hatte es verwendet. Wie auch immer sie es anstellte, sie konnte Druckwellen aussenden, die alles zerquetschten, was ihr in den Weg kam. So hatte es jedenfalls die damalige Aufzeichnung gezeigt. Aber diesmal spürte er es regelrecht. Diese Kraft. Das Ausmaß an Zerstörung. War es das Virus, das ihn dazu brachte, so etwas zu empfinden? Dann wieder drei Schüsse. Stille.
„Hey, Jungs“, ertönte eine Frauenstimme ganz schwach aus den Lautsprechern. „Behandelt man so eine Lady?“
Dann wieder ein Kugelhagel. Es waren also doch ein paar mehr. Schließlich erhaschte er auf der Kamera, die in Sektor zweiunddreißig installiert war, einen Blick auf die Eindringlinge. Es waren wahrhaftig die Klone von dem Projekt Alice, doch schienen auch sie sich weiterentwickelt zu haben. Ihre blonden schulterlangen Haare waren lang und pechschwarz geworden und ihre Kraft war offenbar exponentiell angestiegen, da kein Soldat auch nur die kleinste Chance zu haben schien. Jetzt blickte ein Klon in die Kamera.
Wesker hatte das Gefühl, dass sich ihre Blicke trafen und er war davon überzeugt, dass sie wusste wer sich am anderen Ende der Kamera befand. War also tatsächlich er das Ziel? Dann feuerte sie einen Schuss ab und die Bildverbindung zu Sektor zweiunddreißig brach ab. Wieder keimte ein Gefühl in ihm auf. War er nervös oder war es die Vorfreude auf das bevorstehende Treffen? Auf jeden Fall musste er einige der Klone loswerden.
„Befehl an die Security: Hauptzugang mit Nervengas fluten.“
Erschrocken drehte sich der Mitarbeiter, der schon eben versagt hatte, zu ihm um. „Sir, da oben sind noch Männer von uns!“
Jetzt hatte Wesker endlich einen Grund diesen Mistkerl zu erschießen. Also zog er seine Magnum und jagte dem Typen eine Kugel durch den Schädel. Leblos fiel er zu Boden.
„Noch irgendwelche Fragen?“
Jetzt wachten auch endlich die anderen Mitarbeiter auf und fingen an zu arbeiten.
„Eindringlinge in den Sektoren eins bis fünf, sieben und acht“, meldete Jemand.
„Aus Sektor zehn und elf werden Schüsse gemeldet“, fügte ein anderer hinzu.
Dann erschütterte eine Explosion von weiter oben die Plattform. Das unterirrdische Hauptquartier galt damals als uneinnehmbar, doch sie wurden gerade eines besseren belehrt. Wesker nahm die Angst der Leute wahr und versuchte dagegen zu arbeiten.
„Niemand verlässt seine Position! Alle Abwehrmaßnahmen treten ab sofort in Kraft!“ Sein Blick ging zu den übriggebliebenen Überwachsungsaufnahmen. „Sämtliche Aufzüge werden stillgelegt und die internen Schutztüren verriegelt! Und ich erwarte eine detaillierte Schadensmeldung.“
Damit könnte er alles im Auge behalten und die Mitarbeiter waren beschäftigt. So konnten sie wenigstens nicht ans Fliehen denken und er wusste so die ungefähren Standpunkte der Eindringlinge.
Dann erschütterte abermals eine Explosion die Plattform. Diesmal konnte man die Feuerfontäne im obersten Stockwerk ausmachen. Wesker erspähte sofort einen Blick auf die zwei Klone, die zu ihnen hinabstürzten. Sofort zogen alle ihre persönlichen Waffen und richteten sie auf die Eindringlinge.
Ein Feuergefecht entfachte. Einer nach dem anderen fiel von Kugeln durchlöchert leblos neben Wesker auf den Boden. Glas zersplitterte. Er konnte die Kugeln hören, die ihn nur knapp verfehlten. Dann spürte er wie eine seiner Kugeln einem Klon sauber durch die Schädeldecke ging. Nummer eins.
Schließlich landete der zweite Klon elegant auf einem der Bürotische und schoss ununterbrochen mit ihren Maschinenpistolen. Wesker suchte Deckung hinter einen der Tische. Einige Soldaten eilten zur Verstärkung herbei, doch auch diese waren schnell tot. Da war sie. Eine kurze Pause der unzähligen Salven und Wesker stürmte hervor. Drei gezielte Schüsse aus seinen zwei geliebten Magnum brachten sie zu Fall. Nummer zwei.
Da lag sie, doch er traute ihr nicht. Sollte es wirklich so leicht sein eine von ihnen zu töten? Vorsichtig ging er mit erhobener Waffe zu ihr hin. Weiter unter ihm ertönten schon weitere Schüsse. Sie waren also alle auf dem Weg zu ihm? Sie lag auf dem Bauch. Mit dem Fuß drehte er sie auf den Rücken, wobei etwas neben sie fiel. Sie hatte gerade noch zwei Granaten scharf gemacht, die jetzt unmittelbar vor ihm lagen.
„Scheiße.“
Wesker drehte sich gerade um, als die Explosion ihn von den Füßen riss und Feuer ihn umgab. Er war schnell, aber nicht schnell genug. Dank des Virus hatte er an Schnelligkeit hinzugewonnen, doch der Klon hatte ihn überlistet.
Wütend ging er durch die Gänge. Seine Kleidung war zerrissen und angesengt. Sein Kopf pochte heftig, aber das Virus hielt ihn am Leben. Es versuchte die Oberhand zu gewinnen. Immer wieder wäre er beinahe dem Wahnsinn verfallen, aber er musste sich zusammenreißen. Wenn er schon solche Hinterlist von einem Klon erfahren hatte, wie sollte es bei dutzenden von ihnen aussehen. Wesker musste jetzt handeln und das schnell.
Endlich hatte er sein persönliches Flugzeug erreicht. Er würde sich vorerst zurückziehen, aber die Klone sollten von der Bildfläche verschwinden. Nachdem er auf einen kleinen Handcomputer alles nötige eingegeben hatte, betrat er das schwarz gepanzerte Luftfahrzeug und schloss die Tür hinter sich. Eilig startete er die Maschinen. Die Luke öffnete sich und da ertönten auch schon die ersten Schüsse. Immer mehr Klone betraten das Startfeld, doch ihre Kugeln prallten nur von der Oberfläche ab.
Wesker sah den freien Himmel über sich. Und nun würde das große Finale kommen. Er aktivierte den Code der Selbstzerstörung und setzte den Timer auf zehn Sekunden. Dann fuhr er nochmal mit den Fingern über seine Innentasche des Jacketts. Alles war in Ordnung. Er musste zwar das Hauptquartier aufgeben, aber das war nur ein kleiner Preis für den ersten Sieg.
Unter ihm bebte die Erde und alles löste sich in Rauch auf. Die halbe Stadt wurde zerstört und zurückblieb nur ein tiefer Krater mitten in Tokyo.
Genervt schaltete er die sich wiederholende Warnung vom Flugzeug aus. Jetzt fehlte also nur noch das Original. Wie aus dem Nichts spürte er den kalten Lauf einer Waffe an seiner rechten Schläfe. Sie war also doch da. Wesker konnte sein Glück kaum fassen. Würde er jetzt eine falsche Bewegung machen, dann wäre er tot, aber auch er hatte noch eine kleine Überraschung auf Lager. Schließlich war er all die Zeit nicht untätig gewesen, sondern hatte an einem Mittel gearbeitet.
„Noch einen letzten Wunsch?“, flüsterte sie in sein Ohr.
Sie war unvorsichtig, wahrscheinlich zu selbstsicher. Sie konnte nicht ahnen, dass er ebenfalls übernatürlich geworden war, aber viel wichtiger war, dass sie sich nun unmittelbar in seiner Nähe befand. Jetzt oder nie! Seine Hand ruhte bereits auf der Spritze in seiner Innentasche und mit einer schnellen Bewegung drehte er sich um, wobei er ihr die Spritze gezielt in den Hals setzte. Das Mittel war in ihrem Blutkreislauf.
Ihre Blicke trafen sich. Er sah Hass und Verachtung, aber auch Angst und Unwissenheit vermischten sich jetzt in ihren Blick. Sie schrie auf und ging zu Boden. Langsam stand er auf und beobachtete die Wirkung des Mittels. Er konnte seine Überheblichkeit kaum unterdrücken.
„Wie schön, mal deinem wahren Ich zu begegnen.“ Er zog einen Mundwinkel hoch, als sie verzweifelt versuchte die Spritze aus ihrem Hals zu entfernen. „Ja, das sind Schmerzen, was? Aber es kommt noch viel schlimmer für dich.“
Jetzt hatte er also das absolute Machtmonopol.
„Alles, was dich ausgezeichnet hat: Geschwindigkeit, Kraft, Regenerationsfähigkeit. Das kannst du ab sofort vergessen.“
Ungläubig starrte sie auf die Spritze, was Wesker noch zufriedener machte.
„Was war das?“
Sie verstand also immer noch nicht. Wie sollte auch ein einfacher Mensch Wesker‘s Genialität verstehen können?
„Ich habe dir nur ein Serum injiziert, das die T-Zellen in deinem Körper neutralisiert.“ Er war davon überzeugt, dass sie ihn vermutlich nicht verstehen würde, also wollte er es anders versuchen zu erklären. „Oder einfacher ausgedrückt: Die Umbrella Corporation holt sich ihr Eigentum zurück. Nennen wir es eine Rückrufaktion, weil du nicht wie gewünscht funktioniert hast.“
Seine Äußerung brachte den gewünschten Effekt. Wütend blickte sie ihn wieder an. Sollte sie doch versuchen ihm zu schaden. Ihre rechte Faust schnellte vor, doch sie war zu langsam. Mühelos fing er sie ab und verdrehte ihr das Handgelenk, dann verpasste er ihr einen gezielten Tritt in die Seite und brach ihr dabei hoffentlich ein paar Rippen. Sie holte kurz Luft. Genüsslich gab er ihr die Verschnaufpause. Dann holte sie wieder aus, doch auch diese halbherzigen Schläge fing er ab, bis er schließlich seine Faust in ihren Magen vergrub und ihr mit dem Ellenbogen gezielt auf die Wirbelsäule schlug. Er spürte wie ihr Atem aussetzte und entschied noch einen erneuten Tritt in den Magen nachzusetzen. Auf allen vieren rang sie nach Atem, aber sie hatte immer noch nicht das Bewusstsein verloren. So ein stures Ding. Diesmal trat er stärker in den Magen, woraufhin sie endlich kraftlos auf dem Boden liegen blieb.
Ihre blauen Augen schauten ihn an. Er wusste nicht, was dieser Blick diesmal zu bedeuten hatte, aber er wollte es nicht unnötig hinauszögern. Das Einzige, was ihm noch hätte gefährlich werden können, war endlich ausradiert. Der Lauf seiner Magnum war nun auf ihren Schädel gerichtet.
„Ich bin das, was du mal warst. Nur besser“, sagte er selbstzufrieden.
„Warte bitte“, keuchte sie.
Jetzt wurde Wesker neugierig. Was würde eine ehemalige Supermacht noch aus dem Hut zaubern um dem endgültigen Tod zu entgehen?
„Noch ein letzter Wunsch?“ Die Ironie war kaum zu überhören, mit der er ihre Frage wiederholte.
„Danke.“
Er hatte mit allem gerechnet, aber nicht mit diesem Wort. Warum zum Teufel sollte man sich in solch einer Situation bedanken? Wut und Verwirrung breiteten sich in ihm aus, doch er verzog keine Miene.
„Fürs Abknallen?“
Sie blickte kurz an ihm vorbei. Es schien schon fast so als würde sie Zeit schinden, aber ob sie jetzt oder zwei Sekunden später sterben würde, machte doch keinen großen Unterschied oder doch? Er überlegte kurz über die Schulter zu blicken um nachzuprüfen, was sie dort zu sehen erhoffte, doch dann erhob sie wieder das Wort.
„Dass ich wieder ein Mensch bin.“
Dann schaute sie wieder an ihm vorbei und jetzt ertönte eine weitere Stimme.
„Höhenverlust! Gegensteuern! Gegensteuern! Höhenverlust! Gegensteuern!“, forderte der Bordcomputer auf.
Sie hatte tatsächlich versucht Zeit zu schinden. Sie hatte es kommen sehen. Sie hatte ihn gottverdammt nochmal hinters Licht geführt. Jetzt musste er schleunigst handeln. Alice war nun zweitrangig. Eilig drehte er sich um und fing an zu rennen, übermenschlich schnell, doch auch das war zu langsam. Glas zersplitterte, Feuer entfachte, Metall knirschte. Sie hatte ihn tatsächlich getäuscht.
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