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Aurora Borealis

von HopeK
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Richard B. Riddick
06.11.2013
19.03.2014
11
22.789
4
Alle Kapitel
28 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 
06.11.2013 1.675
 
Disclaimer: natürlich habe ich keine wie immer gearteten Rechte an den erwähnten Filmen, Büchern, Figuren etc. und verdiene auch nichts daran.



Synopsis


Kate … ein Science Fiction Fan mit Träumen und einer außergewöhnlichen Familiengeschichte

Spyke … vorwitziger Husky mit ganz eigenen Vorstellungen, wie ein Hundeleben aussehen sollte und was die menschlichen Rudelmitglieder dazu beizutragen haben.

Charlotte … Kates beste Freundin und Sister in Crime, Powerfrau und Rangers große Liebe

Ranger aka Carlos … Charlottes Freund mit geheimem militärischen Hintergrund & Ranger der Region, in der die Geschichte spielt

Nana Asaaluk … Inuit; weise alte Frau

Desmond … Pilot des Versorgungshubschraubers und heimlich verliebt in Kate

Joe … der Dorfhalbstarke, trinkt zu viel und überschätzt sich in jeder Hinsicht

Riddick… wer kennt und liebt ihn nicht?

Ort der Handlung … Eine Kleinstadt inmitten der unendlichen Weiten Alaskas. Jeder kennt jeden, es gibt die üblichen Querelen, die üblichen Unruhestifter, aber wenn es darauf ankommt hält man zusammen wie Pech und Schwefel

Iditarod … Das längste und härteste Hundeschlittenrennen der Welt, es führt über mehr als 1850 km durch die kaum berührte Natur Alaskas

Mushen … Lenken eines Schlittenhundegespanns

Kathryn Janeway… Captain der USS Voyager aus der Serie Star Trek Voyager und Kates Idol





(*) Die Story beginnt mit einem Auszug aus dem Buch ‚Der Beschützer’ von L.A. Graf, Band 1 in der Star Trek Voyager Serie, OT: Caretaker, Copyright 1995 by Paramount Pictures, Copyright der Deutschen Ausgabe und Übersetzung 1995 by Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co KG, München

Außerdem werden Jack O'Neill aus Stargate, Tyr Anasazi aus Andromeda und Harry Dresden erwähnt, der aus der Feder des absolut genialen Autors Jim Butcher stammt.

Tausend Dank auch an Memory Alpha, die beste Seite, wenn es um technische und alle möglichen anderen Fragen aus dem Star Trek Universum geht.




Aurora Borealis




(*)

Delta-Quadrant, Sternzeit 48315.6



„Wir brauchen mehr Zeit“, wandte sich Janeway an ihre Crew. Der Bildschirm zeigte, wie der große Kreuzer erneut das Feuer auf die Voyager eröffnete. Das Starfleet-Schiff wurde durchgeschüttelt wie ein Knochen im Maul eines Terriers. „Können Sie den Kazon noch etwas länger Widerstand leisten?“



„Wir versuchen es. Kim Ende.“



Torres hob den Kopf, als der junge Fähnrich die Verbindung zur Kommandantin unterbrach. Chakotay bemerkte den Gesichtsausdruck.



„Sie sind in Schwierigkeiten“, sagte er.



B’elanna Torres blickte wieder auf ihre Kontrollen. „Weder die Voyager, noch wir haben genug Feuerkraft, um den Riesen da draußen außer Gefecht zu setzen.“



Meine Güte, uns steht kaum genug Energie zur Verfügung, um mit den kleinen Schiffen fertig zu werden, dachte Chakotay. Tasten klickten unter seinen Fingern, und das Display zeigte neue Daten: Der Warpkern funktionierte einwandfrei, und die Abschirmung der Antimateriekammern blieb stabil. Wenigstens etwas. Es bedeute, daß sie hoffen durften, von einem hübschen Feuerwerk ins Jenseits begleitet zu werden.



Er sah wieder zum großen Bildschirm und beobachtete den Versuch der Voyager, den Strahlenblitzen des Ang……..



Alaska, Winter 2013



„Hey, Kleine, pennst du da hinten? Ich will endlich meinen Keilriemen!“ Joe war nicht als geduldig bekannt und daß seine Freundin ihn wieder einmal sitzen gelassen hatte, machte es nicht gerade besser; jede Kleinigkeit provozierte Wutausbrüche und man ging ihm aus dem Weg, wo man nur konnte. Seine Faust donnerte so schwer auf die kleine Klingel daß Kate befürchtete, er würde sie bis in die Tischplatte treiben.



Verdammt noch mal! Ihr Seufzer war abgrundtief. Sie wollte jetzt nicht aus dem Delta-Quadranten gerissen werden, sie mußte doch wissen, mit welcher Strategie Captain Janeway und die Voyager die Schlacht gewinnen würden! Mit einem unwilligen "Ich komm ja schon! Nur keine Hektik!" legte sie ein Lesezeichen in ihr Buch und schloß es. Aber sie haßte es nicht nur, beim Lesen unterbrochen zu werden, sondern auch ständig bloß ‚Kleine‘ genannt zu werden. Ja, mit einem knappen Meter 60 war sie ein wenig kurz geraten, aber das war doch kein Grund, es ihr ständig unter die Nase zu reiben, oder? Und sie zu behandeln, als wäre sie inkompetent, nur weil ihre Reproduktionsorgane innen lagen. Dabei hatte sie, als andere Mädchen noch mit Puppen spielten, von ihrem Dad schon mehr über das Innenleben aller möglichen Fahrzeuge gelernt als so mancher Mechaniker in seinem ganzen Leben, und anstatt Barbies umzuziehen, zog sie lieber Schrauben an, wechselte Öl und ging ihrem Dad in der Werkstatt zur Hand.



„Ich hab dir doch gesagt ich geb Bescheid, wenn er da ist, kein Grund hier so rumzubrüllen!!“ Sie durfte sich von dem Kretin nichts gefallen lassen sonst dachte er noch, er könnte auch hier drin den Großen markieren und das würde sie niemals zulassen. Der Laden und die Werkstatt waren ihr alleiniges Reich seit ihre Eltern weg waren und nur sie hatte hier das Sagen. Ein bitterböser Blick aus beinah schwarzen Augen traf den Mann der den Anstand hatte, einen Gang zurückzuschalten.



„Na, und was ist jetzt mit dem Keilriemen?“ wiederholte er, immer noch aggressiv, aber immerhin in Zimmerlautstärke. „Die haben einen Blizzard angesagt und ich will nicht ohne den Unimog dastehen, wenn er kommt.“



Womit wieder einmal bewiesen wäre, daß man tatsächlich sämtliche Gehirnzellen ins Koma saufen konnte. „Joe, war der Hubschrauber diese Woche schon da?“



„Ähh … nein.“



„Mhm. Und wann hast du den Keilriemen bestellt?“



„Vorigen Freitag?“



Innerlich grinste sie das breite Grinsen, das sie nicht offen zeigen konnte. „Der Hubschrauber kommt wie immer am Donnerstag, also morgen, und wenn der Keilriemen dabei ist, ruf ich dich sofort an. Okay?“



„Oh, fuck. Hast du wenigstens noch Bier?“



"Aber sicher." Flugsprit war teuer und der Platz im Laderaum limitiert, also brachte der wöchentliche Versorgungshubschrauber nur die wichtigsten Dinge … Medikamente, frisches Obst, die Post … und nachdem der Pilot ein guter Freund war auch das eine oder andere Paket mit ihrem Lieblingsaufdruck: Amazon. Aber zum Glück hatte sie vorgesorgt und im Herbst, bevor der Schnee die Straßen unpassierbar gemacht hatte, das Lager bis an die Decke mit allem, das bis zu Frühjahr nicht nachgeliefert werden konnte, vollgestopft … die Leute hier, allen voran Joe und seine Freunde, wurden ungemütlich wenn sie im Jänner keinen Schnaps und kein Bier mehr bekamen. Alkohol wärmte und vertrieb die Langeweile des Winters. Zumindest bei manchen.



Sie inhalierte tief die frische, kalte Luft die bei der Ladentüre hereinwehte, als Joe mit seiner Bierkiste abzog. Es roch tatsächlich nach Schnee, aber daß in den nächsten zwei Tagen ein Blizzard kommen würde bezweifelte sie. Bevor sie wieder zu ihrem Buch zurückkehren konnte ertönte erneut das Klingeln der Türglocke. Dieses Mal freute sie sich über die dickvermummte Gestalt, die hereingestapft kam. „Hey, Charlotte, du bist früh dran heute. Hat dich dein Boss geärgert?“



Charlottes melodiöses Lachen schien Sonne in den Laden zu bringen. „Nein, ich wollte mich nur mit dem Nötigsten versorgen, falls der Blizzard tatsächlich kommt.“ Sie verließ sich in Punkto Wettervorhersagen wie die meisten eher auf Nana Asaaluk als den Wetterbericht, der im Gegensatz zu der alten Frau ja doch ständig falsch lag, aber das hieß nicht, daß sie nicht vorsorgen konnte.



„Du meinst, du hast keinen Lesestoff mehr, gibs zu.“ Die Leidenschaft fürs geschriebene Wort war etwas, das die beiden sofort miteinander verbunden hatte und Charlotte war es auch die angeregt hatte, einen kleinen Teil des Ladens in eine Art Bibliothek umzuwandeln. Es war Nana Asaaluk gewesen, die sich das erste Buch ausgeborgt und den anderen 'geraten' hatte, ihrem Beispiel zu folgen. Und ihrem 'Rat' widersetzte man sich nicht. Die, die sie nicht mochten bezeichneten sie als böse alte Hexe die sich in Dinge einmischte, die sie nichts angingen, aber nichts hätte falscher sein können. Sie hatte möglicherweise das zweite Gesicht und kannte sich besser mit der Natur und allem, was darin so kreuchte und fleuchte aus als jeder andere, aber sie war mitfühlend, versuchte zu helfen, wo sie nur konnte und wußte genau, daß es in diesem Teil des Landes nicht gerade gut bestellt war um die Allgemeinbildung, und daß man dagegen dringend etwas tun mußte. Mittlerweile hatte die Leseecke nicht nur regen Zuspruch, es standen auch immer eine Kanne Tee und Kekse bereit für diejenigen, die es sich in den Lehnstühlen bequem machten um ein wenig zu schmökern, ein Schwätzchen zu halten oder zu beratschlagen, welches Buch man als nächstes mit nach Hause nehmen sollte.



Charlotte war mit ihrem Boss aus New York hergekommen, nachdem er sich hatte versetzen lassen. Er war der hiesige Ranger und irgendwie paßte der Name so gut zu ihm, daß keiner ihn bei seinem richtigen Namen rief; eigentlich hieß er Carlos und war cubanischer Abstammung … ein Bild von einem Mann. Zum Glück so gar nicht ihr Typ, denn Charlotte war schwer verliebt in ihn und so kamen sie sich nicht in die Quere. Nicht, daß Ranger sie je bemerkt hätte, der hatte nur Augen für seine Charlotte; sie hatte kaum je ein Paar gesehen, das so gut zusammenpaßte.



Aus dem gemütlichen Plausch wurde allerdings nichts, denn kaum hatten die beiden es sich in der Bücherecke bequem gemacht, schlug die Ladenglocke erneut an und kam in den nächsten Stunden auch nicht zur Ruhe. Außer dem Gemeindezentrum, in dem die Veranstaltungen stattfanden, gab es keinen anderen Treffpunkt für die Bewohner der kleinen Stadt und so war der Laden tagsüber immer gut besucht, wenn allerdings eine Unwetterwarnung ausgegeben wurde, wurde es eng in den Gängen.



Als Kate am Abend endlich abschloß und die dicken Rollbalken herunterließ war sie völlig erschöpft; sie war den ganzen restlichen Tag nicht mehr dazugekommen sich hinzusetzen, geschweige denn zu lesen. Sie brauchte ganz dringend ein paar Tage draußen im Wald … nur sie, ihr Husky Spyke, die Natur und absolute Ruhe und Frieden. Niemand, der etwas von ihr wollte, niemand, der sich beschwerte und niemand, der sie ‚Kleine‘ nannte.



Sie wohnte ein wenig außerhalb und auf ihrem Weg an den schlichten, aber liebevoll dekorierten und perfekt in Schuß gehaltenen Häusern vorbei grüßte sie immer wieder Bekannte, bei manchen blieb sie auch auf ein paar Worte stehen. Hier kannte jeder jeden, und alleine schon weil man so isoliert und oft genug auf einander angewiesen war, nahm man Anteil am Leben der anderen. Wie immer dauerte es eine ganze Weile, bis sie endlich ihr kleines Häuschen erreichte, wo sie sehnsüchtig von ihrem Hund erwartet wurde.
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