Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

X-Men vs Grant Morrison

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Parodie / P12 / Gen
02.11.2013
26.11.2013
9
9.206
2
Alle Kapitel
13 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
02.11.2013 1.429
 
Zu ihrem großen Erstaunen fand Emma sich in ihrem Schlafzimmer wieder. Allerdings war es nicht ganz das Schlafzimmer, wie sie es verlassen hatte. Während die berechnende Lehrerin üblicherweise schlichte, wenn auch kostspielige Einrichtung bevorzugte, entsprach das weiße Himmelbett mit den Flattervorhängen so gar nicht ihrem Stil. Noch weniger die Person, die sich, ein Glas Champagner in der Hand, darauf räkelte. Sie hatte eine starke Ähnlichkeit mit Emma, doch ihre Haare waren länger, ihre gesamte Haltung strahlte Laszivität aus und ihr weißes Outfit war so knapp, dass es aussah, als müsste es ihr bei einer zu hastigen Bewegung herunterfallen.  Der Morrison-Doppelgängerin war das Erscheinen ihrer alten Vorgängerin ebenso aufgefallen.

„Würde es dir etwas ausmachen, dich unverzüglich aus meinen Privaträumen zu entfernen, Darling?“, sagte Morrison-Emma mit aufgesetztem britischen Akzent. „Ich bin mit dem lieben Scott zu etwas Wein und Ehebruch verabredet, wobei ich keine Voyeure wünsche. Insbesondere keine verklemmten 90er-Jahre-Schnepfen.“
Am liebsten Emma sich sofort auf die Kuh gestürzt und ihr die Seele heraus geprügelt, doch Charles hatte sie schon gewarnt, dass Morrison seine Emma-Frost-Version mit einer Plot Armor geschützt hatte. Zuerst musste diese mit Logik und gesunden Menschenverstand geschwächt werden, ansonsten war Morrison-Emma, wie alle Mary Sues, im Kampf nicht zu besiegen.
Daher zwang Emma sich zu Ruhe und erwiderte: „Die Tatsache einmal beiseitegelassen, dass ich Amerikanerin bin, verstehe ich den Sinn dieser ganzen Affäre nicht. Sicher, Scott ist ein prächtiges Stück Hintern, aber unter diesen Umständen kann doch nichts als Ärger aus der ganzen Sache erwachsen. Warum also meinen wackeligen Stand bei den X-Men gefährden, wenn es noch so viele andere Fische im Meer gibt? Aber noch wichtiger, warum sollte Scott sich darauf einlassen? Ich war im Hellfire Club eine seiner schlimmsten Feinde, habe ihm und seinen Freunden abscheuliche Dinge angetan. Alles in allem würde er vermutlich eher mit dem Cajun anbandeln, als mit mir.“
Morrison-Emma runzelte die Stirn, dieser Hieb hatte offenbar gesessen. Nach kurzem Zögern antwortete sie: „Ich war Scotts Sexualtherapeutin. Wir sind uns näher gekommen, als ich ihm mit seinen  Problemen in seiner leeren, unerfüllten Ehe mit Grey geholfen habe.“
Diese Begründung war so himmelschreiend dumm, dass Emma tatsächlich körperliche Schmerzen verspürte. „Aus dem Nichts werde ich also plötzlich zur qualifizierten  Sexualtherapeutin. Sehr elegant, Mister Morrison, aber wirklich.“ Hastig stöberte Emma in den Taschen ihre weißen Blazer und förderte nacheinander eine Zigarettenspitze, ein Zigarettenetui und ein Feuerzeug zutage. Erst nachdem die blonde Telepathin sich eine der importierten türkischen Zigaretten angesteckt und paar Züge des nikotingeschwängerten Rauchs inhaliert hatte, fühlte sie sich etwas besser.
Derweil hatte Morrison-Emma das Ganze naserümpfend verfolgt. „Stell sofort diese vulgäre Luftverschmutzung ein! Jeder weiß, dass in Comics nicht mehr geraucht werden darf, sonst verfallen die jugendlichen Leser diesem widerwärtigem Laster!“
„Aber es ist moralisch einwandfrei, wenn du Ehebruch befürwortest, ja?“, konterte Emma, demonstrativ die Asche von ihrer Zigarette abklopfend, welche unbeachtet auf den Teppich fiel. "Oder dass du 24 Stunden am Tag herumläufst, wie eine Straßentänzerin beim Karneval in Rio. Sicher, wenn man einen Mann um den kleinen Finger wickeln will, kann man ruhig etwas Haut zeigen. Aber im normalen Alltag, als Lehrerin und Geschäftsfrau? Es gibt immer noch Unterschiede zwischen einer Verführerin und einer Hure, Darling.“

Diesmal brauchte Morrison-Emma etwas länger, um sich von diesem Schlag zu erholen. Sie war sogar so irritiert, dass sie ihr Champagnerglas abstellen musste. Doch dann erhellte sich ihre Miene und sie sagte: „Das ist meine Uniform als White Queen. So etwas habe ich auch getragen, während ich als Tabledancer im Hellfire Club gearbeitet habe.“
Entsetzt klappte Emma den Mund und die Zigarettenspitze fiel herunter. Die ehemalige White Queen lief zornesrot an, als sie ein paarmal heftig einatmete, dann brüllte sie los: „Ich! War! Niemals! Table! Dancer! Ins Höllenfeuer mit dir, Morrison! Hast du überhaupt kapiert, was der Hellfire Club ist? Offenbar nicht, da du ihn ja später explizit als Striplokal darstellst! Was ist verdammt noch mal so schwer an ein wenig Recherche?“
Nach diesem Ausbruch war Emma ganz außer Atem, doch das hinderte sie nicht daran, auch die Doppelgängerin aufs Korn zu nehmen. „Und du! Wie kannst du nur als Pin-up-Girl herumlaufen und dich dabei auch noch überlegen fühlen?“
„Das ist ein Trauma meiner Kindheit“, erklärte Morrison-Emma überzeugt. Sie holte ein Foto heraus, auf dem ein dünnes, brünettes Mädchen mit einer spitzen Nase und einer dicken Kastenbrille zu sehen war. „So habe ich früher ausgesehen und wurde dafür von meinen Klassenkameraden gehänselt. Erst mehrere Schönheitsoperationen, eine Augenlaserbehandlung und Haarbleichmittel haben diesen perfekten Körper geschaffen, den ich der Welt so gern zeige. Ist das nicht eine tragische und komplexe Hintergrundgeschichte?“
Emma gähnte nur betont. „Erstens bin ich naturblond, zweitens trage ich die Brille noch immer zum Lesen und drittens ist dein Gejammer Kinderkram gegen meine wahre Vergangenheit. Aber wenigstens hast du gerade bekannt, was du wirklich bist: eine Barbie ohne Verstand und Charme. Es ist Zeit, dass ich diesem Trauerspiel ein Ende setze.“

„Lächerlich“, spottete Morrison-Emma unbeeindruckt. „Grant hat meine Telepathie stärker denn je gemacht. Wie willst du dagegen ankommen?“
„Im Gegensatz zu einigen anderen verlasse ich mich nicht bloß auf meine Mutantenkräfte“, entgegnete Emma kühl. „Ich bin im Nahkampf trainiert und sehr wohl im Stande, dir in den Silikonhintern zu treten.“
Drohend ging Emma auf ihre Doppelgängerin zu, die hastig aufsprang, dabei aber immer noch arrogant grinste.
„Du impertinente Pute hast wohl vergessen, dass Grant mir noch eine sekundäre Mutation verliehen hat!“ Augenblick verwandelte sich der ganze Körper der Doppelgängerin in Diamant und sie breitete stolz die Arme aus. „Deine Schläge und Tritte spüre ich in diesem Zustand nicht einmal. Sieh es ein, alte Frau, du bist mir unterlegen.“
„In der Tat, dass du gleichzeitig eine Mary Sue und eine Billigkopie von Colossus bist, ist einzigartig. Zum Glück“, sagte Emma trocken. „Aber ich habe da auch noch ein Ass im Ärmel.“
Bei diesen Worten schien Morrison-Emma etwas verunsichert, doch als sie die kleine Pistole sah, die Emma aus ihrem Blazer zog, lachte sie nur.
„Ich bin Diamant, du Närrin! Deine Kugeln können mir nichts anhaben!“
Davon ließ Emma sich nicht stören. In aller Ruhe zielte sie auf das  Gesicht erschien ihrer Doppelgängerin und sagte schließlich im Plauderton: „Im Gegensatz zum populären Irrglauben kann ein Diamant sehr wohl zerstört werden, wenn man seinen Schwachpunkt trifft. Und den hat Morrison uns freundlicherweise mitgeteilt.“ Emma lächelte teuflisch. „Deine operierte Nase.“

Morrison-Emma entgleisten die Gesichtszüge, als sie begriff. Doch es war zu spät. Emma schoss, traf punktgenau und sah höchst zufrieden dabei zu, wie ihre Rivalin in kleine Diamantstücke zersprang. In aller Ruhe holsterte Emma ihre Waffe, ging dann zu dem Diamanthaufen, ließ sich auf ein Knie nieder und betrachtete die Stücken prüfend.
„Jetzt siehst du endlich annehmbar aus, meine Liebe.“
„Freu dich nicht zu früh!“, drang da plötzlich Morrison-Emmas Stimme dumpf aus dem Häufchen. „Wenn mich jemand zusammensetzt, bin ich wieder ganz die Alte und werde dir den dürren Hals umdrehen.“
„Mary Sue bis zuletzt“, seufzte Emma. „Aber keine Angst, soweit wird es nicht kommen.“ Sie hob ein Diamantstück auf und beobachtete verzückt, wie sich das Licht darin brach. „Ich lasse dich schleifen, polieren und in ein wunderschönes Collier einarbeiteten, welches ich mir dann selbst zu Weihnachten schenke. Auf diese Art bekommt deine Existenz noch einen Sinn. Du musst mir nicht danken, das tue ich wirklich gerne.“
Während Emma frohgemut die Diamanten einsammelte, hörte man wie die schrillen Wutschreie ihrer Doppelgängerin allmählich leiser wurden und dann ganz verstummten.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------

Hier ein paar Beispiele der alten Emma Frost:
http://fc01.deviantart.net/fs70/f/2012/325/8/2/my_take_on_emma_frost_by_devilkais-d5lqckx.jpg
http://media.emmafrostfiles.com/images/scans/genx1-1.jpg
http://media.emmafrostfiles.com/comics/images/GenerationX17_pg12.jpg.700x1000_q90.jpg
http://media.emmafrostfiles.com/comics/images/Generation_X_024-01.jpg.700x1000_q90.jpg
http://scans-daily.dreamwidth.org/3855092.html
http://scans-daily.dreamwidth.org/45782.html
http://media.emmafrostfiles.com/comics/images/genx75-03.jpg.700x1000_q90.jpg
http://media.emmafrostfiles.com/comics/images/Generation_X_028-20.jpg.700x1000_q90.jpg



Und hier die Emma Frost aus "New X-Men":
http://media.emmafrostfiles.com/images/new_xmen_116_cover.jpg
http://scans-daily.dreamwidth.org/869889.html?thread=24663809
http://scans-daily.dreamwidth.org/438560.html
http://media.emmafrostfiles.com/images/nxa2001_03.jpg
http://media.emmafrostfiles.com/images/scans/nx116-1.jpg
http://media.emmafrostfiles.com/images/scans/nx138-01.jpg
http://media.emmafrostfiles.com/images/scans/New_X-Men_116_02.jpg
http://i54.tinypic.com/mrd6oh.jpg

Ich weiß schon, welche Version mir besser gefällt.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast