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Zeit des Vergessens

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Benvolio die Amme Julia Mercutio Romeo Tybalt
01.11.2013
01.11.2018
120
158.838
13
Alle Kapitel
206 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
 
01.11.2013 1.592
 
Ja, hallo erst mal!!!
Ich freue mich, dass Ihr Euch auf meine neue Geschichte verirrt habt. Ich bin ziemlich musicalverrückt und habe vor Kurzem das Musical "Romeo und Julia" für mich entdeckt. Dabei sprang mir besonders Tybalt ins Auge (...der sieht aber auch verboten gut aus...).

Tja und nun habe ich schon wieder neue Ideen. Doch ich bin ein ziemlicher Neuling auf dem Gebiet und ich bitte deshalb um etwas Nachsicht mit mir. ich richte mich außerdem nur nach dem Musical...mehr oder weniger...
Deshalb würde ich mich immer über Anregungen und Kritik freuen. Nur dann kann ich Fehler verbessern.

Ach, noch eine Anmerkung. Ich werde wahrscheinlich recht unregelmäßig posten. Leider fehlt mir immer wieder die Zeit zu schreiben. Ich hoffe, ich vertreibe damit keine Leser.

Aber nun viel Spaß mit dem ersten Kapitel.


___***___

Ein Schrei riss ihn aus dem Schlaf und ein kleiner Junge, vielleicht fünf oder sechs Jahre, setzte sich in seinem Bett auf. Verwirrt schaute er sich um, versuchte die Quelle des Schreis zu finden, doch hier war niemandem außer ihm. Mit eleganten Bewegungen schwang er seine Beine aus dem Bett und stand auf.
Plötzlich nahm er einen seltsamen Geruch wahr. Es roch ein bisschen wie bei einem Lagerfeuer, welches er häufig mit seinen Eltern und seiner Schwester im Herbst machte. Es roch nach verbranntem Holz, doch er sah nirgendwo ein offenes Fenster. Verwundert lief er zur Tür und öffnete sie. Auf dem Flur konnte auch niemanden sehen und so lief er zum Zimmer seines kleinen Sterns. Leise pochte er gegen das schwere Holz. Erst rührte sich drinnen nichts, doch schließlich antwortete ihm eine verschlafene Stimme.
„Ja?“
„Kann ich reinkommen?“
„Cutio?“
„Ja!“
„Komm rein.“
Der Junge betrat das Zimmer und kam zu seinem Stern an das Bett. Verschlafen strich sie sich die so ungewöhnlich hellen Haare aus dem Gesicht, welche ihr wohl ihren Namen eingebracht hatten.
„Was ist los?“
„Hast du keinen Schrei gehört?“
„Nein.“
„Wirklich?“
„Cutio, nein. Habe ich…Mama.“
Hinter dem Jungen war eine junge Frau mit langen, rabenschwarzen Haaren in das Zimmer getreten. Ihre grünen Augen suchten panisch das Zimmer ab, doch als sie die beiden Kinder erkannte, beruhigte sie sich etwas. Doch in ihrem Blick lag immer noch Angst, aber noch etwas anderes, etwas was der Junge nicht einordnen konnte, wie sehr er sich auch bemühte, als er seine Mutter anblickte.
Das Mädchen dagegen schien überhaupt nichts mitzubekommen und lief nun fast schon fröhlich auf ihre Mutter zu.
„Mama.“
„Meine Kleine.“
Die Frau nahm das Mädchen auf den Arm und drückte sie an sich. Dabei bahnten sich die ersten Tränen den Weg über ihre Wangen. Dann griff sie nach dem Jungen, der nahe bei ihr stand.
„Mercutio, du bist doch schon ein großer Junge?“
Der Kleine nickte ängstlich, wollte aber seine Mutter nicht verärgern.
„Gut, dann musst du jetzt tun, was ich dir sage. Komm, nimm meine Hand und lass sie nicht los. Wir müssen aus dem Haus raus. Es steht in Flammen. Wir nehmen den Weg durch den Garten. Kommt schon ihr beiden, kommt.“
Mercutio ergriff die Hand seiner Mutter, tat was sie gesagt hatte. Eine seltsame Angst hatte sich in ihm breit gemacht. Der Schrei…und dann seine Mutter, die ihm sagte, dass das Haus brannte. Langsam bekam er doch Angst und Tränen wollten sich über seine Wangen bahnen, doch er schluckte sie hinunter. Wollte nicht, dass seine Mutter ihn weinen sah. Sein Vater war nicht hier, also musste er stark für sie sein, für die beiden Frauen, die sein Leben kennzeichneten.
Den Blick nach vorn gerichtet, eilten sie durch die verschlungenen Gänge durch die Villa. Doch dann mussten sie anhalten…Feuer versperrte ihnen den Weg. Die Vorhänge hatten Feuer gefangen, welches dann auf die hölzernen Möbel übergegriffen hatte.
Das kleine Mädchen begann zu weinen und die junge Frau schaute sich panisch um. Doch der Weg nach draußen war kaum noch zu erkennen. Rauch vernebelte den Raum und der Junge drückte sich nun doch eng an seine Mutter.
„Mama?“
„Mein Stern, es wird alles gut werden. Das…“
Weiter kam sie nicht, denn sie wurde von einem kräftigen Hustenanfall geschüttelt, durch den heftigen Qualm ausgelöst. Auch das Mädchen begann leicht zu husten und auf ihren Wangen erkannte man Tränenspuren.
Die junge Frau musste das Mädchen absetzten, so sehr schüttelte sie der Husten. Der Junge übernahm sie sofort und begann sie weiterzuziehen. Er war der Meinung, dass seine Mutter ihm folgen würde und bekam nicht mit, dass sie auf den Boden gesunken war. Erst als sie schon fast an einem der Fenster waren, drehte er sich um.
„Mama?“
Doch hinter ihm stand niemand. Doch er sah die zusammengesunkene Gestalt am Boden sitzen. Tränen traten ihm wieder in die Augen. Er sah wieder in die Augen seiner Schwester.
„Du bleibst hier.“
„Aber Cutio.“
„Nein, Sternchen. Ich muss Mama holen. Bleib hier und halt dir dein Kleid über Mund und Nase.“
Das Mädchen tat was er gesagt hatte und er rannte durch den dichterwerdenden Rauch zurück zu seiner Mutter.
„Mama. Mama, komm, wir müssen hier weg. Mama, steh bitte auf. Ich brauche dich doch.“
Nun hörte man die Tränen aus seiner Stimme, sie liefen ungehindert über die mit Ruß bedeckten Wangen. Seine Stimme war leise vom eingeatmeten Rauch, doch als die Frau ihm nun antwortete, war diese noch leiser.
„Mein Kleiner…du…musst…mir ver-ver…sprechen, dass…du au-auf deine…Schwester…au-auf…auf-passen wirst.“
„Aber Mama…“
„Jetzt…geh…GEH endlich.“
Immer noch hatte er Tränen in den Augen, doch er tat, was sie sagt und lief zurück zu seiner Schwester. Diese hustete trotz des Tuches vor ihrem Mund schon ziemlich stark. Er nahm sie an die Hand, sah jedoch keinen Mittel, um das Haus zu verlassen. Sie mussten wohl oder übel zur Tür gelangen. Zuerst lief sie noch aus eigener Kraft mit, doch mit jedem Schritt den sie weiterging, schwanden ihre Kräfte und sie lehnte sich mehr in die Hand ihres Bruders. Schließlich blieb sie, geschüttelt von einem Hustenanfall, stehen.
„Sternchen, komm. Wir müssen hier raus.“
„Cutio…ich…kann nicht mehr.“
Sie sank zu Boden. Mercutio sah erst zur Tür, die noch einige Meter entfernt war, und dann zu seiner am Boden sitzenden Schwester. Er wusste, dass er es nicht schaffen würde, sie dorthin zu ziehen, geschweige denn zu tragen. Völlig am Ende seiner Kräfte ließ er sich neben sie fallen und zog sie in seine Arme. Immer wieder wurde sie von einem Husten geschüttelt.
„Cutio, ich…habe Angst. Meinst du…wird es wehtun…“
Mit Tränen in den Augen antwortete er ihr.
„Nein, das wird es nicht. Es wird alles gut, das verspreche ich dir…“
Mit letzter Kraftanstrengung hob er das Mädchen hoch, die nicht sehr viel kleiner war als er, hoch. Er schaffte es nicht mal, sie einen Schritt weit zu tragen, als wieder zusammenbrach. Doch seine Angst schürte sich weiter. Er wollte nicht, dass sie starb. Erneut wollte er sich erheben, doch sogleich brach er zusammen. Luft war schon lange keiner mehr im Raum und das machte sich jetzt erst wirklich für ihn bemerkbar.
Hustend zog er sie eng an sich, war nicht bereit seinen Stern hier allein zu lassen.
„Cutio, bitte…ich habe An…Angst…Werden mich die Engel zu sich…holen?“
„Nein…nein…Stern.“
„Warum…?“
„Weil…weil ein Stern…an den Himmel…gehört…er muss den Engel…ihre Kraft geben…und…nicht…nur diesen…Ein Stern…muss auch…auch…für die Menschen…leuchten…“
„Ja?“
„Ja…mein Stern…“
Immer mehr Tränen strömten jetzt über seine Wangen, als er sah, dass ihre grünen Augen, die den seinen so ähnlich waren, zu funkeln begannen. Vorsichtig strich er ihr eine der silbrigen Strähnen aus dem Gesicht. Er spürte wie sie sich in seine Arme kuschelte.
„Cutio…ist es…ist es…bei den Ster-Sternen schön…?“
„Ja…sehr sogar…Du kannst…den gesamten…Tag…herumfliegen…und Mensch…du kannst…kannst sie…beobachten…und ihnen Glück…schenken…Du kannst ihnen…ihnen…jeden Wunsch erfüllen…Und dann…die anderen…Sterne…sie werden…dich…in ihre…ihre Gemeinschaft…auf-aufnehmen.“
Während er sprach wurden die Hustenanfälle des Mädchens immer weniger und ebbten schließlich ganz ab. Der kleine Körper entspannte sich immer mehr und über das rußverschmierte Gesicht legte sich ein friedlicher Ausdruck. In diesem Augenblick zerbrach etwas in dem Jungen und er begann herzzerreißend zu schluchzen. Er presste den zarten Körper an, vergeblich versuchte er seine Schwester wieder aufzuwecken, doch diese hatte die Augen für immer geschlossen.

Wie in Trance bekam er mit, dass Leute sich Zugang zum Haus verschafft hatten und ihn aus den Flammen bargen. Sie erkannten ihn als den Sohn des Hausherrn und den einzigen der Überlebenden, der Familie. Sein Vater wurde später im Schlafzimmer gefunden, wo er anscheinend seine Frau vor dem Feuer hatte retten wollen.
Sie wurden zusammen mit der jüngsten Tochter in der Gruft bestattet. Doch mit dem Jungen wusste man nichts anzufangen. Nicht nur seine völlige Entkräftung machte den Ärzten sorgen, auch seine völlige Schweigsamkeit war ungewöhnlich. Jeder, der ihn kannte, wusste, dass Mercutio kein schweigsamer Geselle war. Doch nun hatte er seit dem Brand kein einziges Wort gesprochen und dieser war jetzt drei Wochen her.
Außerdem konnte sich auch keiner um ihn kümmern. Schließlich wurde ein naher Verwandter ausgemacht. Vier Wochen nach dem Brand wurde der Junge in eine Kutsche gesetzt und blickte einer ungewissen Zukunft entgegen. Doch es sollte sich bald herausstellen, dass er bei seiner neuen ‚Familie‘ alles andere als willkommen war…

___***___

Das war das erste Kapitel. Ich hoffe, es hat denjenigen, die es gelesen haben, gefallen. ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand mitteilt, was derjenige davon gehalten hat.
LG
Shira
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