Halloween

KurzgeschichteFreundschaft / P12
Izaya Orihara Masaomi Kida Shizuo Heiwajima
31.10.2013
31.10.2013
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Huhu^^
Happy Halloween~

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Seine kurzen, schwarzen Haare nach oben gegelt und zwischen den Lippen, kleine Reißzähne hervorblitzend, grinsten Izaya Shizuo an, gab sich nicht wirklich Mühe ein leises Kichern zu unterdrücken und wieder neckend zu ihm aufzusehen.

„Haha, Shizu-chan, du Einfaltspinsel“, stichelte er ihn und knuffte ihm zwischen die Rippen, der ihn daraufhin wütend aus den zwei kleinen, aus dem weißen Laken ausgeschnittenen Löchern an funkelte.

„Lass mich doch.“

„Du musst dich aber als etwas besonderes verkleiden! Sonst falle ich neben dir doch total auf“, erklärte er und sah beleidigt über den weißen Stoff, der schlaff und langweilig über Shizuos gesamten Körper hing.

„Das stört dich doch sonst auch nicht. Und hör auf mich Shizu-chan zu nennen! Idiot. Bist du meine Freundin, oder was?!“, meckerte der andere Junge jetzt auch los, hatte sich eigentlich nur für Izaya überhaupt verkleidet. Warum war dem Floh dann noch so wichtig, als was er ging?

„Du musst dich trotzdem umziehen! Ein Vampir braucht einen Werwolf und keinen Geist!“, rechtfertigte sich der Schwarzhaarige und brüstete sich mit seiner Behauptung, als gäbe es nichts offensichtlicheres.

Das weiße Bettlaken, in dem Shizuo steckte wehte leicht im Wind, als er sich beleidigt umdrehte, die Arme vor der Brust verschränkte und einen Flunsch zog.

„Dann eben nicht!“

„Ehhhh?“

Izayas rote Augen weiteten sich entsetzt, sein Mund zu einem kleinen O geformt.

„Nein!“, rief er schnell und packte den weißen Stoff. „Du musst mitkommen!“

Verzweifelte schüttelte er ihn an seiner Schulter, oder versuchte es zumindest, da der Blonde schon mit seinen 13 Jahren viel stärker, als jede normale Person war. Allerdings sah er aus den Augenwinkeln Izayas flehenden Ausdruck, weshalb er sich doch breitschlagen lies, obwohl er ja eigentlich eher ein Dickkopf war.

„Von mir aus...“, sagte er und grinste leicht, was jedoch von seinem Kostüm verdeckt wurde.
„Aber nur, wenn du aufhörst darüber zu meckern, als was ich mich verkleidet habe.“

Der Jüngerer rang deutlich mit sich, öffnete seinen Mund um etwas zu sagen, wobei ihn Shizuo allerdings sofort hinderte. „Keine einzige Bemerkung mehr heute.“

Genervt gab sich der Kleinere schließlich geschlagen und rollte die Augen: „Na gut.“

„Gut, dann lass uns los. Es ist schon richtig dunkel“, versuchte Shizuo ihn wieder auf andere Gedanken zu bringen, was zu seiner Erleichterung auch klappte, da der leuchtende kleine Funken in die roten Tiefen zurückkehrte.

„Yaaay~“

Beide Jungs liefen los, wobei Izaya allerdings, wie eine junge Katze um den Größeren herumhüpfte, während sie zu ihrem ersten Haus liefen, von dem gerade auch schon eine andere Gruppe Kinder kamen.

„Kida-kuuun~“, flötete der Schwarzhaarige einem von ihnen zu und rannte auch gleich zu ihm, sprang regelrecht in eine Umarmung mit ihm, nachdem er seine Arme in die Luft geworfen hatte.

Shizuo zog zweifelnd eine Augenbraue hoch.

Der kleinere Blonde schien damit schon gerechnet zu haben, auch wenn er die Umarmung nicht im geringsten erwiderte, was ihm vermutlich auch keiner verübeln konnte.

Fremdschämen war manchmal das einzige Wort, das auf Izaya zutraf. Ganz egal, wie gut sie sich kannten, die Begrüßung war definitiv zu übertrieben. So weit Shizuo wusste, war Masaomi ein paar Klassen unter ihm... und die anderen, mit denen er unterwegs war auch. Irgendwie sah es süß aus, wie verloren die alle da standen, total mit der Situation überfordert. Besonders der eine, kleine Schwarzhaarige, der schüchtern zu dem Blonden aufsah, scheinbar nicht wusste wie er wieder seine Aufmerksamkeit bekommen könnte.

Izaya, Izaya... er sollte lernen, mal auf seine Umgebung zu achten, anstatt wie ein Aufmerksamkeitssuchendes Kind, alles und jeden anzuspringen.

„Ich wusste gar nicht, dass du dich auch verkleidest“, redete der Größere jetzt fröhlich drauf los, drückte den noch leicht verwirrten Jungen kurz von sich weg, um ihn genau zu betrachten und zog ebenfalls eine Augenbraue hoch.

„Als was hast du dich verkleidet?“

„Ich bin ein Mädchenschwarm~“, grinste Kida stolz, überkreuzte seine Arme vor der Brust und schloss die Augen, schien sich in Anerkennung zu sonnen, die wohl oder übel ausblieb, da die anderen beiden Jungen ihn nur weiterhin skeptisch betrachteten.

„Und jetzt wirkt mein Kostüm richtig gut, was?“ flüsterte Shizuo Izaya leise von hinten zu, der daraufhin leicht kicherte.
Da der Kleinste der Drei, jedoch wirklich nur zwei Herzchen auf seine Wange geschminkt hat, wirkte selbst ein Laken im Vergleich, wie ein ausgefallenes, 3 Stunden lang vorbereitetes Zombie-Outfit.

„Ihr kommt grad aus dem Haus?“, fragte Izaya um das Thema zu wechseln.

„Klar, deswegen habt ihr uns doch gesehen...“

„Gabs gute Beute?“, grinste der Schwarzhaarige, zog authentisch seine Lippen hoch und lies die künstlichen Vampirzähnchen hervorblitzen.

„Ja, wir haben sau gut abgesahnt~“

„Cool! Komm Shizu-chan!“

Sofort schnappte der Kleine ihn an der Hand und zog ihn, über die vom leichten Nebel benässte Wiese, quer über den Garten, schnurstracks auf die Eingangstür zu und blieb breit, gruselig breit Grinsend stehen und klingelte.

„Süßes oder Saures!“, rief er laut und voller Begeisterung, stieß Shizuo seinen Ellenbogen in die Seite, weil der kaum angetan davon aussah und warf ihm einen vielsagenden Blick zu.

„Niedlich“, entzückte sich die Frau an der Tür daraufhin nur und wollte Izaya den Kopf tätschelnd, der ihn fauchend zurückzog.

Niedlich...
Der Blonde musste ein Lachen verkneifen.

Nachdem sie ihnen die heiß ersehnten Süßigkeiten gegeben hatte liefen sie strahlend weiter, Izaya sein Kürbis-Halloweenkörbchen im Takt zu seinen Schritten schwingend.

„Hör zu Shizu-chan“, befahl er ernst. „Beim nächsten Mal, musst du deine Stimme so verstellen, dass du wirklich klingst wie ein Geist.“

„Und was wenn nicht?“

„Ach komm schon~ Wenn du dir schon nur ein Laken überziehst, mach es wenigstens überzeugend.“

„Wenigstens hab ich mir keine Herzen auf die Backe gemalt“, meinte er daraufhin nur. „Ich würde sicher auch als Mädchenschwarm durchgehen.“

„Ach was, dich will eh keine.“

„Das sagst du nur, weil du neidisch bist.“

„Ach was, ich brauch keine Freundin!“, verkündete Izaya breit grinsend, leicht zu ihm hoch grinsend. „Ich hab doch dich!“

„B-Baka!“, stotterte dieser überfordert, wollte nach Izaya greifen, schnappte jedoch ins Leere da dieser auswich.

„Haha, fang mich doch!“

Schreiend und kreischend rannten sie hintereinander her, Izaya vorne weg, was ihm sichtlich Spaß bereitete.

Einige Stunden später hatten sie die meisten Häuser abgeklappert und waren wieder auf dem Weg nach hause. Zu Shizuos Leidwesen schien Izaya in Wahrheit tatsächlich ein Vampir zu sein, da er selbst bei gefühlten 11 Uhr nicht müde wurde, geschweige denn ein bisschen runter kam.

„Zeig mal deine Süßigkeiten her“, fragte der Schwarzhaarige nach einer Zeit und sah fragend zu dem Größeren hoch.

„Nein, du isst die mir bloß weg!“

„Waaas? Nein, ich will nur vergleichen! Komm zeig her!“

„Nein.“

„Bitteee~“

„Nein!“

„Dann eben nicht.“

Gerade wollte der Größere der Beiden aufatmen, als ihm, bevor er es bemerken konnte, die Tüte aus der Hand geklaut wurde und Izaya sie freudestrahlend aufmachte, in sie hinein sah, als hätte sich das Tor zu einer neuen Welt geöffnet.

„Hey, gib die wieder her!“, rief er wütend, doch der Kleinere war schneller und rannte erneut vor ihm weg.

„Neeiiin~ die gehören jetzt alle mir~!“

Auch wenn er wusste, dass es nicht – zumindest nur halb ernst gemeint war, pisste es ihn an und er lief hinter ihm her.

„Verdammt,Izaya, bleib stehen!“

„Niemals~“ Er drehte sich beim laufen zu ihm um, um seine Worte zu bestärken. „Da musst du schon schnell- uwah!“

Bevor er auch nur reagieren konnte, hatte sich Shizuo auf ihn geworfen und ihn mitsamt seines Körpers umgeworfen. Izaya kam hart auf dem Asphalt auf.

„Aua...“, jammerte er leise und tastete mit einer Hand nach seinem Bein, zuckte zusammen, als er die blutige Abschürfung berührte.

„Verdammt Shizu-chan, geh runter von mir!“, schimpfte er jetzt los, kleine, ungeweinte Tränen sammelten sich an seinen Augen, die er aber zurückhielt, sie lieber wegmeckerte. „Was hast du dir überhaupt dabei gedacht?!“

„Äh.. ehm... ich weiß nicht“, gab dieser offen zu, krabbelte von dem kleineren Körper runter und ging vor ihm in die Hocke, sah schuldbewusst auf die Verletzung.

„Sorry. Das wollt ich nicht.“

„Gut. Das tut nämlich verdammt weh und wenn es mit Absicht gewesen wäre, würde ich dir jetzt an den Hals fallen... ä-äh... also dein Blut aussaugen mein ich und nicht... u-uhm... vergiss es!“

Ratlos sah der Blondschopf auf das meckernde Bündel, lies eine Hand zu seiner Verletzung gleiten und legte den Kopf schief.

„Kannst du so überhaupt laufen?“

„klar kann ich!“

„Na dann...“

Nicht sehr überzeugt machte er sich daran, die verstreuten Süßigkeiten aufzusammeln und hielt dem Jüngeren seine hin, seine eigene Tüte behielt er in der Hand.

Izaya saß noch immer auf dem Boden, sah gerade irgendwie unglaublich hilflos aus und hatte den Kopf hochrot, den Blick starr auf die Straße gesenkt.

„Komm, wir gehen nach hause“, versuchte Shizuo ihn zu motivieren aufzustehen, die Reaktion blieb jedoch aus.

„S-Shizu-chan?“

„Ja?“

„Kannst du... mich...“ Er rang mit sich, das konnte der Blonde deutlich sehen. „...tragen?“

„Ich dachte du kannst gehen?“

„Dann würde ich wohl kaum fragen!“, keifte Izaya giftig, schämte sich in Grund und Boden.

„Klar“, sagte Shizuo schließlich, drückte ihm seine Tüte in die Hand und kniete sich, mit dem Rücken zu ihm vor ihn hin, seine Arme so, dass er ihn gut festhalten konnte und richtete sich wieder auf, nachdem der Kleinere auf ihn geklettert war.

Er zog scharf die Luft ein, als Shizuo aus versehen an seine Wunde kam.

„Pass doch auf!“

„Ja, ja. Ich kann dich auch wie ein Prinzesschen tragen, wenn es dir lieber ist.“

„N- nein, schon gut“, sagte er daraufhin nur kleinlaut und legte seinen Kopf auf seiner Schulter ab.

Irgendwann, nach einer Zeit hörte der Blonde Verpackungspapier rascheln, und wie Izaya sich etwas – vermutlich einen Schokoriegel in den Mund stopfte. Na toll. Er war schon ohne Zucker überdreht ge- warte.

„Izaya?“

„Ja?“, nuschelte er mit vollem Mund.

„Sind das meine Süßigkeiten?“

„...“

„Ja?“

„Du hast es mir genau genommen nicht verboten!“, beteuerte der Kleinere unschuldig.

„Natürlich!“

„Gar nicht wahr!“

„Doch!“

„Nein!“

„Doch!“

„Nein!“

Wütend schnaubend hörte er Izaya hinter sich kichern, wie er eine zweite Süßigkeit auspackte.
Das konnte doch nicht-

„Sag ahhhn~ Shizu-chan“, wurde ihm jetzt von Izaya befohlen, der ihm einen Riegel an seinen Mund hielt. Haha, nicht zu fassen!
Und trotzdem musste er leicht lächeln. Vielleicht war das Halloween doch nicht so schlecht, wie er zu erst dachte.

Danke Izaya... aber...

„..Hör auf meine Süßigkeiten zu verschwenden!“
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