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Der „Crossing Lines“ Adventskalender 2013

Kurzbeschreibung
MitmachgeschichteAllgemein / P16 / MaleSlash
30.10.2013
24.01.2014
27
17.152
 
Alle Kapitel
32 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
30.10.2013 2.079
 
Soooo meine Lieben.
Dieses Kapitel stammt von Freaky Lion und sie und ich freuen uns über Reviews (nein es hat auf gehört zu beißen und dauert nur eine Minute mindestens!)
Ich hoffe jemand hat Lust noch einen oder mehrere Tage zu schreiben. Und an alle die noch schreiben: Bitte sendet mir die Kapitel rechtzeitig :)
LG Madita :)
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An Early Christmas Gift

Weihnachten war für Eva Vittoria schon immer eine der schönsten Zeiten gewesen. Sie liebte es, ihre Wohnung weihnachtlich zu schmücken und einen Tannenbaum in ihre Wohnung zu stellen, der dann nach Wald und Natur roch. Das einzige, was sie an diesem Fest der Sinnlichkeit störte, war die fehlende Familie, mit der sie ihr Glück teilen konnte. Sie hatte niemanden und die letzten Jahre hatte sie immer alleine feiern müssen- aber dieses Jahr sollte es anders sein. Warum? Tommy McConnel würde den diesjährigen Dezember so oft es ging mit ihr verbringen.

Er hatte sich schon im November überlegt, ihr jeden Tag ein kleines Geschenk zu machen, um ihre Freunde für Weihnachten den ganzen Dezember über aufrecht zu halten- quasi wie ein kleiner Adventskalender.

Gestern hatte er ihr ein paar Süßigkeiten hinterlassen-natürlich heimlich- die sie mit einem Grinsen auf dem Gesicht gegessen und sogar mit ihm geteilt hatte. Tommy wusste, dass die junge Agentin keine Ahnung hatte, wer genau ihr solch ein Geschenk machen würde. Aber sie hatte den ganzen gestrigen Tag keine Zeichen gegeben, dass sie wusste, von wem die Pralinen waren. Er war sich also ziemlich sicher, dass sie jeden aus dem Team, aber nicht ihn verdächtigte.

Als er nun vor ihrer Tür stand, eine kleine Schmuckschachtel in der Hand, wurde er plötzlich nervös.

Es war nicht so, als hätte er einen Grund dafür, Nervosität zu verspüren, aber irgendwie... Seit ihrem Undercover Einsatz mit Erik, bei dem er mehr Angst um Eva hatte, als um sein eigenes Leben, war alles anders. Er ertappte sich oft genug dabei, wie er sie anstarrte und darauf achtete, dass ihr nichts passierte. Und jetzt hatte er erfahren, dass er erneut Undercover arbeiten würde- allein und für eine wesentlich längere Zeit. Es war nicht sein Erster Einsatz, aber es wurde sicherlich sein Längster sein. Man hatte ihm gesagt, dass die Chance, dass er zu Weihnachten nicht zu Hause sein würde, relativ groß sei. Ein paar Wochen zuvor hätte ihn das wenig gestört- aber nachdem er und Eva sich so nah gekommen waren, machte es ihm schon ein wenig Sorgen, vor allem seit er seinen Plan angefangen hatte, in die Tat umzusetzen.

Das erste Geschenk, das er ihr gekauft hatte, war das für Weihnachten. Eigentlich plante er, ihr die kleine Schmuckbox vor ihre Tür zu setzen, sodass die irgendwann darüber stolpern musste, aber dann hatte er sich überlegt, sie ihr doch persönlich überreichen zu wollen. Und plötzlich kam ihm die Idee, ihr jeden Tag etwas Kleines zu schenken und dann an Weihnachten das größte Geschenk zu machen. Ihm gefiel die Idee, sehr sogar, obwohl es so ganz anders war, als seine Persönlichkeit.

Ohne zu Zögern drückte er seinen Finger auf die Klingel und wartete. Von drinnen hörte man ein leises, "ich komme gleich!" und Sekunden später klang es, als wäre sie über etwas gestolpert und es würde etwas zu Bruch gehen. Er hörte Eva fluchen und grinste leicht.

Dann wurde die Tür aufgerissen und Eva sah ihn erst böse und dann überrascht an. "Tommy! Was machst du denn hier?", fragte sie ihn.

"Ich... Darf ich reinkommen?", fragte er. Er wollte dieses Anliegen nicht draußen im Hausflur besprechen- das musste drin geschehen. Und außerdem fror er, denn ihr Treppenhaus war alles andere als warm und heimelig!

Sie nickte, hielt die Tür weiter auf und sagte: "Natürlich."

"Danke", murmelte er, trat ein, entledigte sich seines Wintermantels und folgte ihr letztendlich in ihr Wohnzimmer, vorbei an der offenen, schwarz gehaltenen Küche. Er war noch nie bei ihr gewesen und um ehrlich zu sein hatte er ihre Wohnung genauso erwartet, wie sie auch aussah. Die Wände waren nicht kahl und weiß wie seine, sondern in einem warmen Gelbton gestrichen. Außerdem hingen überall Bilder, hauptsächlich von Städten, Landschaften und Tieren und ein paar kleine Figuren standen auf dem Glastisch vor der Couch und dem weißen Side Board an der Wand. Eine Treppe führte nach oben, wo ihr Schlafzimmer, ein Bad und eventuell ein Gäste- oder Arbeitszimmer waren. Im Hintergrund hörte er leise Weihnachtsmusik und ein ebenso weihnachtlicher Duft kam aus dem Küchenbereich und füllte den Raum.

"Also Tommy, was führt dich heute zu mir?", fragte sie ihn und ließ sich auf ihrer Couch im Schneidersitz nieder.

"Ich... Ich hab hier was für dich", sagte er und reichte ihr das kleine Schmuckkästchen. "Es ist eigentlich ein Weihnachtsgeschenk", fügte er ohne weitere Erklärung hinzu.

Sie runzelte die Stirn. "Aber... Solltest du es mir dann nicht erst in drei Wochen geben?"

"Eigentlich schon. Aber man hat mich zu einem Undercover Einsatz gerufen. Und es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass ich zu Weihnachten in der Stadt sein werde", erklärte er ihr, setzte sich neben sie und lächelte sie leicht an.

Sie senkte ihren Kopf und murmelte enttäuscht: "Oh... Dann werden wir uns zu Weihnachten und zum neuen Jahr also nicht sehen."

"Nein, vermutlich nicht."

Sie schwiegen für einen Moment, bevor er sagte: "Deshalb bekommst du dein Weihnachtsgeschenk ja auch schon früher."

"Das ist sehr lieb von dir. Aber du hättest mir wirklich nichts kaufen müssen!"

"Doch, doch. Es war mir ein Vergnügen. Ich hoffe nur, dass es dir gefällt."

"Bestimmt", sagte sie lächelnd, bevor sie ihre Hand hob und die kleine Schachtel weglegen wollte.

"Nein!", rief Tommy schnell, "mach es jetzt auf. Ich will deine Reaktion sehen."

Ihre Augen wurden größer. "Aber... Es ist doch ein Weihnachtsgeschenk!"

"Dann... Tu einfach so, als wäre heute schon Weihnachten."

Sie überlegte einen Moment, bevor sie die kleine Schleife oben auf der Kiste öffnete und sie dann vorsichtig zur Seite legte. Sie fuhr mit ihrem Fingernägel unter die Klebestreifen am Rand, die das Geschenkpapier an seinem rechtmäßigen Platz hielten, bevor sie auch dieses auf dem Tisch platzierte. Sie packte die Box langsam aus und sah ihn dann überrascht an.

"Tommy...", begann sie zu protestieren. Sie konnte isch nur allzu gut vorstellen, was sich dort drin verbergen würde.

"Eva, mach es bitte einfach auf, okay?", unterbrach er sie und sah sie flehend an. Er wollte sich jetzt nichts anhören, von Wegen dass es zu viel und zu teuer war. Was Eva anging gab es nichts, was zu teuer war.

Sie nickte nur und öffnete dann langsam den Deckel des blauen Kästchens. Zum Vorschein kam ein paar strahlender Ohrringe in Perlenform, versehen mit einem kleinen lilanen und einem etwas größeren weißen Diamanten.

"Oh Gott...", murmelte sie und Strich ihren Zeigefinger leicht über einen der Ohrringe. Sie waren wirklich wunderschön!

"Gefallen sie dir? Ich hab sie neulich gesehen und musste sofort an dich denken." Am liebsten hatte er hinzugefügt, dass sie so strahlend waren wie Eva selbst, aber das erschien ihm dann doch zu viel des Guten...

"Tommy... Sie sind perfekt! Danke", antwortete sie leise und nahm die Ohrringe aus dem Kästchen. Dann legte sie die Stecker an, stand auf und betrachtete sich im Spiegel, der im Flur hing.

Tommy hatte sich auf der Couch zurückgelehnt und sie beobachtet. Die Ohrringe standen ihr wirklich gut und er war stolz auf sich, dass er solch schöne Ohrringe für sie gefunden und ausgesucht hatte.

"Danke", sagte sie erneut als sie sich zu ihm umdrehte und ihn angrinste. "Warte hier!"

Dann sprintete sie schnell die Treppe hoch und kam Sekunden später mit einem eingepackten Karton zurück.

"Das hier", sagte sie, "ist für dich. Ich wollte es dir an Weihnachten geben, aber da du nicht da bist und mir ja auch frühzeitig etwas geschenkt hast... Bitte." Sie drückte ihm den in rot-grünem Papier eingewickelten Karton in die Hand und brachte ihn zum Schmunzeln.

"Du kannst echt überhaupt nicht einpacken, Eva", sagte er grinsend und musterte das Papier. Es war an einigen Stellen leicht eingerissen und wirklich mies eingepackt. Das hätte er nun wirklich nicht von ihr gedacht!

"Tut mir Leid... Ich konnte das noch nie! Im Gegensatz zu deinem Geschenk sieht meins aus, als wäre ein Truck drüber gefahren."

Er nickte nur und öffnete dann langsam sein Geschenk. Eigentlich konnte er es gar nicht erwarten, hinein zu schauen, aber er wollte sich Zeit nehmen. Als er das Geschenkpapier weggelegt und den Deckel angehoben hatte, sah er einen brandneuen, schwarzen Schlips.

"Der ist für dich. Logischerweise. Ich weiß, dass dein Alter nicht mehr der Jüngste war und... Naja. Dieser hier ist stylish und passt zu dir, finde ich. Wenn du ihn nicht haben willst, dann kann ich ihn auch wieder zurückgeben. Damit habe ich absolut kein Problem, ich könnte dir stattdessen das Geld geben und du kaufst dir davon etwas anderes."

"Eva. Danke. Ich finde ihn toll", sagte er und lächelte sie an. Ihm gefiel der Schlips wirklich. Er war schlicht und einfach gehalten, man sah nur beim näheren Hinsehen kleine, dünne und schräge weiß-silberne Streifen.

"Ehrlich?", fragte sie überrascht. Er nickte und lehnte sich kurzerhand vor, um sie in eine Umarmung zu ziehen.

"Danke, Eva", murmelte er in ihr Ohr. Sie legte ihre Arme um seinen starken Oberkörper und drückte sich an ihn.

"Und du musst wirklich gehen?", fragte sie dann leise und fühlte, wie ihre Wangen rot wurden.

Er nickte, drückte sie etwas fester an sich und antwortete ebenso leise: "Ja. Tür mir leid... Ich wäre wirklich gerne geblieben."

"Dann kann man wohl nichts dagegen machen...", sie löste sich wieder von ihm und sah nach unten auf ihre Hände. Sie konnte ihm nicht in die Augen blicken, dafür war sie plötzlich viel zu traurig. Sie wollte nicht, dass er ging. Wer würde dann die Fälle mit ihr zusammen arbeiten und auf sie aufpassen?

"Eva...", murmelte er und legte seine Hand auf ihre Wange. "Ich will doch auch nicht gehen. Glaub mir. Ich wäre viel lieber hier- bei dir", gab er zu. Es fühlte sich gut an, es zu sagen. Er hatte nur Angst, dass sie nicht so für ihn fühlte, wie er für sie.

"Tommy...", wisperte sie mit zittriger Stimme und berührte seine Hand mit ihrer. Dann lächelte sie ihn an und lehnte sich vorwärts, sodass sich ihre Lippen für einen ganz kleinen Moment berührten.

Als sie sich von ihm löste, seufzte sie leicht und wisperte: "Ich mag dich, Tommy."

"Ich dich auch, Eva."

Sie lächelte und sagte dann: "Aber ich will das langsam angehen, zwischen uns. Und.. Und ich muss wissen, ob du...", sie stoppte. Warum war das nur so schwer, das zu sagen?

"Was, Eva? Sag es mir, bitte."

Sie holte noch mal tief Luft und strich ihm leicht über seine Brust, genau dort wo sein Herz war. "...ob du das auch ernst meinst mit mir."

Er nickte und strich ihr über die Wange. "Ja, Eva. Ich meine das ernst. Vertraust du mir?"

Sie nickte, unfähig zu sprechen.

"Gut", sagte er und küsste sie noch einmal, wieder nur kurz. "Ich fange morgen mit dem Auftrag an, ich sollte jetzt vermutlich gehen..."

Sie schüttelte den Kopf und zog ihn am Handgelenk wieder herunter, als er aufstehen wollte. "Nein, bleib."

Er nickte, legte sich neben sie auf die Couch und sie sagte: "Versprich mir, dass du lebend zurückkommst, wenn du mir nicht erzählen kannst, was das für eine Mission ist."

"Ich verspreche es, Eva." Er küsste ihre Stirn, bevor sie ihre Augen schlossen und einschliefen.

~

Am nächsten Morgen stand Eva mit einem Lächeln, aber ohne Tommy auf. Er hatte ihr noch eine kleine Nachricht hinterlassen, unterzeichnet mit seinem Namen und einem kleinen x und dem Versprechen, zurückzukommen. Eva war zuversichtlich. Jetzt musste sie nur noch die Tage ohne Tommy überstehen, vor allem aber Weihnachten.

Ihre Finger berührten die neuen Ohrringe, die er ihr geschenkt hatte. Sie grinste. Wenigstens hatte sie ein Andenken an ihn, ihre Hoffnung und ihr klopfendes Herz, als sie an ihn dachte...
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