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Wolfsgeschwister

von Kuri
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12 / Gen
Daniel Smith Emma Smith Maddy Smith Rhydian Morris Shannon Kelly Tom Okinawa
30.10.2013
23.02.2015
5
6.107
 
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30.10.2013 1.559
 
Es war ein nebliger Morgen, als Maddy zur Schule lief. Schon bald traf sie auf Rhydian, boxte ihm freundschaftlich gegen die Schulter und lief dann mit ihm zusammen weiter.
"Morgen Maddy!", rief kurz vor dem Gebäude Shannon und kam mit Tom im Schlepptau auf die beiden zu. "Morgen Shannon, Tom.", erwiederte Maddy fröhlich. Seit den letzten Tagen war sie immer total gut drauf und das ununterbrochen. Ein Lächeln schlich sich auf Rhydians Gesicht, als er die fortführende Fröhlichkeit seiner Wolfsschwester bemerkte.
Shannon fing an sich darüber aufzuregen, dass die drei K's immer eine Extraportion bekamen in der Essensausgabe, Tom mischte sich in die Diskussion mit ein, doch Maddy lächelte nur und lief mit den dreien den Gang entlang zum Klassenraum.
Plötzlich hielt Rhydian inne und schnupperte. Verwirrt sah die braunhaarige zu ihm zurück und sah ihn fragend an. Shannon plapperte unaufhörlich weiter und verschwand mit Tom im Raum.
Doch Maddy ging zu dem Blonden zurück und musterte ihn.
"Was ist los? Rhydian?", fragte sie langsam.
"Riechst du es nicht?", fragte dieser und sah zu Maddy herüber. Diese schloss die Augen und witterte. Vor ihrem inneren Auge ergab sich eine schwache, dunkelgrüne Geruchsspur, die auf dem Schulhof seine Runden drehte. Erschrocken öffnete sie ihre Augen wieder.
"Genau dieselbe hab ich letztens vor meinem Fenster gerochen. Glaubst du es ist ein wilder Wolf?", fragte sie Rhydian, der die Schultern hob und wieder senkte.
"Lass uns nachschauen."
Nickendes Einverständnis von Maddy und sie liefen den Gang zurück zur nächsten Tür, hinaus auf den Schulhof und der Spur nach. Hier wurde der Geruch stärker, intensiver und die beiden mussten sich nicht sonderlich anstrengen, um der Person zu folgen, die hier gewesen war.
Schon nach fünf Minuten kamen sie der Person extrem nahe und liefen langsamer.
"Was ist, wenn es gefährlich wird?", fragte Maddy und hielt Rhydian etwas zurück. Der jedoch schüttelte nur den Kopf.
"Wenn sich jemand gefährliches so nah an eine Schule heranwagt, glaube ich nicht, dass er oder sie angreifen wird.", erklärte er. Sie waren dicht bei der Turnhalle und gingen um die letzte Ecke herum, blieben stehen und beobachteten ein schwarzhaariges Mädchen dabei, wie es sich von dem Lehrer die Schule zeigen ließ.
Beiden Wolfsblütern standen die Münder offen, wechselten zu einem Lächeln und sahen sich an.
"Eine wie wir...", sagte Rhydian und Maddy nickte langsam. "Ja, trotzdem sollten wir aufpassen.", fügte sie hinzu.
Das Mädchen trug ein blaues Top, eine zerlöcherte Jeans, die an den Knien dringend Flicken brauchte und einen dicken Wintermantel, den sie trotz der Kälte halb offen trug. Ihre schwarzen Haare lagen bis über ihre Schultern und kringelten sich leicht an den Spitzen.
Die Geruchsspur kam eindeutig von ihr, da waren sich die beiden sicher. Doch was wollte sie hier? Das würden sie sicher so bald wie möglich fragen.
"Wenn sie hier auf der Schule ist, müssen wir sie nicht mehr suchen. Komm also!", meinte Maddy und wandte sich ab. Rhydian nickte und ließ sich mitziehen. Zusammen gingen sie in den Klassenraum und hörten mehr oder minder interessiert dem Matheunterricht zu. Maddy malte auf ihrem Blatt herum und Rhydian starrte, den Kopf auf die Tischplatte gestützt, an die Tafel.
Beide warteten ungeduldig darauf, dass es läuten würde.
Und ihre Ungeduld zahlte sich aus, denn schon im nächsten Moment läutete die Glocke und verkündete die Pause. Beide stürmten aus dem Raum, bevor auch nur irgendjemand hatte aufstehen können. Verwundert und perplex sahen Tom und Shannon den beiden nach, schüttelten dann aber nur den Kopf und räumten weiter ihre Sachen ein.
Maddy nahm die Fährte der Fremden wieder auf und zog Rhydian mit sich den Gang entlang. Vor dem Sektretariat kam sie schließlich zum stehen, sah hinein und das schwarzhaarige Mädchen, wie es einen Zettel ausfüllte und Richtung Tür kam.
Schnell gingen die beiden etwas davon weg und sahen weiter gebannt dorthin, während das Mädchen im inneren des Raumes die Türklinke herunterdrückte und die Tür öffnete. Dann trat sie hinaus, schien tief einzuatmen und sah die beiden aus blauen Augen an, die Brauen hochgezogen.
Es erschien Maddy alles wie in Zeitlupe. Wie das Mädchen heraustrat, sie ansah, sie witterte und die Flucht ergriff.
Sofort reagierten Maddy und Rhydian, rannten der Flüchtenden nach, folgten ihr über den Hof und weiter Richtung Wald. Sie war schnell, das musste man ihr lassen. Aber die beiden Verfolger kannten sich hier besser aus. Maddy bog ab und nahm einen Pfad im Wald, um der Fremden den Weg abzuschneiden. Rhydian folgte ihr weiter auf der Straße.
Schon bald sprang Maddy vor der schwarzhaarigen aus dem Gebüsch und rammte sie so. Beide fielen zu Boden und Rhydian kam dazu, um Maddy aufzuhelfen und die Fremde einzukreisen.
Keuchend fragte Maddy: "Wer bist du?"
Das Mädchen lag nicht lange am Boden, stand auf und sah die beiden mit Angst und leichter Wut in den Augen an. Doch schwieg sie.
"Hey, rede!", meitne Rhydian unwirsch und knurrte. Das Mädchen sah sich um, als wäre hier noch jemand anderes und sah dann wieder die beiden an.
"Ich habe dich gesucht.", sagte sie zu Maddy.
"Mich? Wieso denn?", fragte diese verwundert und perplex. Langsam war sie auch wieder zu Atem gekommen.
"Ich...war..bin auf der Flucht. Deine Spur fand ich im Wald und bin ihr gefolgt. Bis hier her.", erklärte sich die Schwarzhaarige, wobei sie auf den Boden sah.
Rhydian und Maddy sahen sich an, dann wieder die Fremde.
"Wie heißt du?", fragte der Blonde schließlich.
"Juniper.", sagte die schwarzhaarige kurz und knapp. Dabei sah sie die beiden an.
"Also Juniper. Wovor flüchtest du?" Maddys Frage schien berechtigt, doch das Mädchen zuckte dabei zusammen.
"Ich..das kann ich nicht sagen...", erwiederte Juniper und sah wieder weg.
"Wo schläfst du? Sollen wir dich irgendwo hin bringen?", fragte Rhydian, mal hilfsbereit.
Juniper schüttelte den Kopf und sah wieder zu Boden. Sah auf ihre leichtbeschuhten Füße.
"Du kannst mit zu mir kommen. Meine Eltern sind so wie wir.", sagte Maddy und sah die Schwarzhaarige durchdringend an.
"Sie sind Wölfe?", fragte Juniper leicht verwundert und sah Maddy auch so an. Diese nickte nur und winkte sie mit sich. Zu dritt gingen sie Richtung Maddys Haus. Schule war gerade egal.

In drei Tagen würde Vollmond sein. Emma Smith, Maddys Mutter, richtete die "Wolfshöhle" im Keller wieder neu ein. Seit dem letzten Vollmond hatte sie das nicht wieder geschafft. Jetzt wurde es mal wieder Zeit. Ihre Tochter hatte ihre erste Verwandlung draußen, auf einer Insel verbracht. Wenn es nach Emma ging, würde sie jede Vollmondnacht hier im Keller verbringen. Es war sicherer und angenehmer für die Wolfsform.
Sie würde erst gar nicht auf die Idee kommen zu jagen und das war für Emma sowieso das wichtigeste. Als sie gerade das letzte Kissen auf dem Sessel schüttelte und wieder hinlegte, hörte sie wie die Tür geöffnet wurde und ein Schlüssel auf die Kommode geworfen wurde.
Verwundert ging sie die Treppe rauf und sah Maddy, Rhydian und ein fremdes Mädchen im Flur stehen. Sofort nahm sie wahr, dass mit der Fremden irgendwas nicht stimmte und sah Maddy scharf an.
"Was ist mit euch? Habt ihr nicht Unterricht? Maddy?", fragte sie die drei.
"Wir hatten Ausfall Mom. Und einen Notfall.", versuchte Maddy sich herauszureden und sah hilfe suchend zu Rhydian, der schnell einsetzte.
"Das ist Juniper. Sie braucht dringend eine Unterkunft.", dabei deutete er auf die Fremde.
"Und auf meiner Stirn steht Hotel?", fragte Emma, leicht ironisch.
"Nein natürlich nicht, aber..sie ist auf der Flucht Mom.", erklärte ihre Tochter schnell und sah sie durchdringend an. Emma überlegte nur kurz und seufzte leise. "Bring sie doch erstmal in die Küche Rhydian, ja?" Der Blonde nickte und führte Juniper in die Küche, wo sie sich setzten.
Nun sah sich Maddy ihrer Mutter gegenüber.
"Mom ich denke sie braucht wirklich unsere Hilfe. Sie ist voll durcheinander.", versuchte sie die hochgezogene Braue ihrer Mutter zu senken.
"Maddy Schatz. Wir können nicht jeden dahergelaufenen Wolf aufnehmen. Sie muss wie Rhydian in eine Pflegefamilie.", erklärte Emma ihrer Tochter.
"Aber Mom! Was wenn die, die sie verfolgen sie da aufspüren. Dann können wir ihr nicht helfen."
Maddy gab nicht so schnell auf.
"Wisst ihr von wem sie verfolgt wird?", hakte sie deshalb nach.
Maddy schüttelte den Kopf. "Das will sie uns nicht sagen."
Emma seufzte erneut und kam sich dabei schon richtig alt vor. "Ich fürchte dann müssen wir sie wohl für ein paar Nächte aufnehmen.", erklärte sie sich bereit.
Maddy lächelte breit und umarmte ihre MUtter. "Danke Mom." Dann ging sie zu den andern beiden in die Küche, Emma folgte ihr.
Sie musterte das Mädchen, welches in ihren Augen viel zu dünn war und stemmte die Hände in die Hüften.
"Ich denke mal ihr habt Hunger?", fragte sie in die Runde und alle drei nickten heftig.
Emma schmunzelte und machte sich daran etwas zu essen vorzubereiten, während Rhydian, Maddy und Juniper in Maddys Zimmer hochgingen.

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Juniper: http://data.whicdn.com/images/32598195/beautiful-blue-eyes-dark-hair-eyes-girl-Favim.com-423076_large.jpg
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