Michel aus Lönneberga und der Fisch im Schuh

GeschichteHumor / P12
Anton Svensson Michel Svensson
24.10.2013
24.10.2013
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24.10.2013 546
 
Michel mochte den See. Er  mochte den See und das Wetter und den Tag. Heute war so ein fröhlicher Tag. Ein fröhlicher Sonntag. Wenn er dem Tag einen Namen geben müsste, würde er ihn Minna nennen. Denn er kannte eine Minna, die ging nämlich in seine Klasse und die lächelte den lieben langen Tag. Und weil heute so ein Minnatag war, hatte sein Vater beschlossen, ihn mitzunehmen, zum See. Der See lag mitten im Wald und wenn Winter war, dann konnte es schonmal passieren, das man ihn nicht sah, weil es ja immerzu dunkel war. Man erzählte sich, das mancheiner schon hineinspaziert war, einfach so, weil er ihn nicht sehen konnte. Doch weil heute ein Minnatag war, konnte man den See gut sehen, denn die Sonne schien sogar in der Nacht, an solchen Minnatagen. Michels Vater hatte seine Gummistiefel mitgenommen, weil er sich die Füße nicht nass machen wollte. Aber irgendwie fiel er sowieso immer ins Wasser und dann, zog er sie aus, weil es ja sowieso egal sei. Außerdem hatte er einen Eimer und zwei Angeln mitgenommen. Wie man die benutzte, musste er Michel gar nicht erklären, denn der war ja ein gescheiter Junge. Sobald sie am Ufer angekommen waren, wo ganz besonders viele Mücken rumschwirrten, hatte Michel sich die Hose hochgekrempelt und war mit der Angel in der Hand ins Wasser gestürmt. Ida war auch mit dabei, aber sie konnte ja noch gar nicht schwimmen und deshalb musste sie am Rand sitzen und zugucken. Michel jedenfalls, der schon eine ganze Weile mit der Angel in der Hand im Wasser stand und darauf wartete, dass einer der Fische anbiss, er konnte partout nicht verstehen, warum sie das taten, dumme Fische waren das, die nur wegen eines Brotkrumen in den sicheren Tod steuerten. Irgendwann, es mussten schon Stunden vergangen sein, biss tatsächlich einer an und er zog und zog ganz ungeheuerlich, doch natürlich war Michel stärker als er. Doch als er den Fisch, der wirklich ganz enorm groß war, aus dem Wasser gezogen hatte, wusste er gar nicht, was er damit machen sollte. Denn er zappelte noch recht fröhlich und sah gar nicht so aus, als wolle er heute Abend mit Butter und Salz auf dem Esstisch stehen. Den Eimer hatte sein Vater bereits mit toten Fischen befüllt. Doch Ida, von der Michel es gar überhaupt nicht erwartet hatte, hatte eine ganz tolle Idee. "Warum füllst du denn kein Wasser in Vaters Stiefel? Die sind ganz gewiss groß genug für den Fisch!" Michel nickte und machte sich voller Eifer ans Werk. Wie viele Leute hatten denn schon mal einen Fisch in ihren Schuhen gehabt? Vater würde sich sicherlich freuen.
Es war bereits Abend, als sein Vater ihn rief. Michel hatte ihn fast überhört, er war ganz vertieft in seine Arbeit. "MICHEEEL!" Schnell lief er zu seinem Vater, der mit einem Fuß in seinem Stiefel stand. "Was macht denn der Fisch in meinem Stiefel? Ab in den Schuppen." Michel, der den Ärger über sein Geschenk gar überhaupt nicht verstand, lief ganz schnell durch den Wald und verrammelte die Tür im Schuppen und ließ sich auf einen Stuhl fallen. Dort schnitzte er dann einen Fisch und da die Sonne nicht unterging, versprach der nächste Tag, auch ein Minnatag zu sein.