Heartsink

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
Izaya Orihara Shizuo Heiwajima
23.10.2013
23.10.2013
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23.10.2013 1.984
 
Heyy
Ganz vorneweg: Ich bin nicht Schuld :D
Ich übernehme keine Haftung für jeglichen möglichen Kitschkram in diesem OS ;)
(Wer weiß was mich da geritten hat... *kopfschüttel*)

Ich hoffe natürlich ihr habt trotzdem Spaß und Reviewd heftig *-* Wenn auch nur um mich zu fragen was ich mir hierbei bloß gedacht hab xD

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Heartsink


Ohne sich noch einmal umzudrehen, verabschiedete sich Shizuo lediglich mit einem Handwinken von Tom. Die Sonne war längst untergegangen und nur noch kalte, blasse Sterne leuchteten am dunklen Himmel. Perfekt, aber unerreichbar. Ein Windstoß fuhr durch Shizuos blonde Haare, wehte ihm Strähnen ihn Gesicht, doch das kümmerte ihn wenig. Viel wichtiger war das, was sich zusammen mit der Nacht, unausweichlich in seine Gedanken fraß.

Wenn er könnte, würde er nicht nach hause gehen, nicht wieder in diese Wohnung mit all diesen Wänden, den Erinnerungen. Doch seine Schritte führten ihn unweigerlich in diese Richtung, jeder Einzelne brachte das mulmige, verrottende Gefühl in seinem Inneren wieder zurück. Nichts als Leere.

Die schlimmste Zeit war doch schon überstanden, oder?

Schmerzhaft, wie durch einen Messerstich, zog sich sein Herz zusammen, fühlte sich an, als wäre jeder weitere Gedanke ein Verrat.
Er richtete den Blick auf den Boden, Augen glanzlos und stumpf, wie die eines gefangenen Tieres.
Es war nicht vorbei, nicht für Shizuo.

Am Ende hat er es wohl doch geschafft mich zu töten...

Er blieb stehen, sah hoch in den Nachthimmel, versank in Gedanken während er sich eine Zigarette anzündete und den giftigen Qualm ausatmete, der, Sekunde für Sekunde, langsam seine Lungen zerfraß.

Vollmond schien.


„Ich mag den Vollmond~“, verkündete Izaya fröhlich, sein Lächeln vom blassen Mondschein erhellt und die Augen leuchtend wie die Sterne am Himmel. Der Pelz seiner Jacke wehte im Wind, als er sich um die eigene Achse drehte, die Arme von sich gestreckt, und im Licht badete.
Wunderschön, fast nicht menschlich.
„Du solltest nicht so nah an dem Rand 'rumhüpfen“, sagte Shizuo leise, fast unbeteiligt, wollte und konnte nicht zugeben wie schön er aussah und wie sehr er ihn fesselte, mit jeder noch so kleinen Bewegung seines Körpers.
„Ehh? Machst du dir etwa Sorgen um mich, Shizu-chan?~“
Mit einem Grinsen, breiter als der Mond, kam der Informant auf ihn zu und umarmte ihn, drückte sich an ihn und vergrub sein Gesicht in der Barkeeperweste und atmete tief ein.
In diesem Moment sah er unglaublich niedlich aus, beinahe unschuldig, wenn Shizuo es nicht besser gewusst hätte und auch, wenn er es niemals sagen könnte, ja, nicht einmal sich selbst wirklich eingestehen konnte, wusste er, dass er ihn liebte.
„Du bist süß“, nuschelte Izaya leise.
Vorsichtig legte jetzt auch der Blonde seine Arme um den zierlichen Körper, wollte ihn nicht aus versehen zerbrechen und er spürte wie sein Herz aus dem Takt kam, nur um kurz darauf doppelt so schnell zu schlagen und erneut zu stolpern.
Izayas Körper war warm und weich, verführerisch. Er traute sich kaum zu atmen. Und er hoffte, dass es immer so bleiben könnte, dass er ihn nie wieder loslassen müsste.


Ich hätte es ihm damals sagen sollen, dachte Shizuo leicht wehmütig.
Er würde diese Chance nicht mehr bekommen, denn am Ende, hatte sich sein Wunsch nicht erfüllt.
Wie, als könne er die Bilder damit vertreiben, schüttelte er seinen Kopf und ging weiter.

Warum verfolgten ihn selbst hier diese Erinnerungen? Suchten ihn wie Albträume heim und verwebten seine Gedanken wie mit klebrigen Spinnen weben.
Noch immer konnte er es nicht verstehen, ihn nicht verstehen, aber es war auch egal, könnte er ihn nur einfach wieder hassen!
Warum war es so schwer? So unmöglich?
Warum hatte er ihn verlassen?
Dabei hatte er ihm versprochen, ihm geschworen, ihn nie wieder allein zu lassen, so oft.

Ohne Izaya macht das keinen Sinn. Er war, er ist alles was ich will, was ich brauche...

Sein Lächeln und seine Stimme, sein 'Shizu-chan', war immer noch so real, als könnte er jeden Moment um die Ecke hüpfen. Seine weiche Haut und seine Fingerspitzen, die ihm jedes mal ein kribbeln durch den Körper gejagt hatten. Und diese zarten Lippen...
Gott, warum hatte es nicht so bleiben können?

Kraftlos zog Shizuo an seiner Zigarette, blies den Rauch in die eisige Luft, wo er sich mit seinem eigenen Atem vermischte und Wölkchen bildete.
Es schmerzte zu wissen, nicht ein einziges Mal mehr zu sehen, wie sich Izaya über Schnee freuen würde, auch wenn er ihn damit abgeworfen hatte und das die Freude ausgelöst hatte, und am Ende eine Schneeballschlacht wie von kleinen Kindern daraus entstanden war, hatte es ihn trotzdem glücklich gemacht, denn für ihn hatte es, seit er sich in ihn verliebt hatte, nie etwas schöneres als sein Lächeln gegeben, und damit meinte er nicht das sonstige, dreckige Grinsen.

Was Izaya wohl von ihm halten würde, wenn er ihn so sehen könnte? Ob er bemerkt hatte, wie armselig er in Wahrheit war?
Wie abhängig, und trotzdem unfähig ihm zu vertrauen.
Wenn er nur eine einzige zweite Chance bekommen könnte, eine zweite, letzte Chance. Es gäbe so vieles, was er anders machen würde.
Erst jetzt bereute er es,
dass er ihn für so selbstverständlich gehalten hatte,
dass er nicht bemerkt hatte, wie ernst es Izaya gewesen war, wie viel Mühe er sich gegeben hatte,
und dass er ihm nie gestanden hatte, dass er ihn liebte.
Kälte breitete sich unter seiner Kleidung aus, kroch an seinen Beinen hoch.

Es war einfach lächerlich!
So beschissen lächerlich!
Wenn das der Preis war, jemanden zu lieben, war er zu hoch! Das konnte er nicht, es war schlimmer als die Hölle!
Wütend schmiss er seine Zigarette auf den Boden, trat sie aus und ging weiter, in die entgegengesetzte Richtung.
Nicht heute, nicht jetzt. Er könnte es nicht ertragen!
Und er wusste nicht, ob er es jemals könnte.

Ich brauche ihn nicht. Ich hasse ihn! Ohne diesen Floh... geht es mir doch viel besser!

Lügen.
Er würde Izaya niemals vergessen können, das wusste er. Und eigentlich war er auch nicht auf ihn sauer, sondern nur auf sich selbst.
Es zeriss ihm fast das Herz, wenn er an den Gesichtsausdruck dachte, den er gezeigt hatte, wenn Shizuo ihn mal wieder hatte warten lassen, oder seine Gefühle verletzte.

In Wahrheit bin ich das einzige Monster! Ich hab ihn... so oft verletzt!

Seine Hände zitterten und er biss sich schmerzhaft auf die Lippen, um die Gefühle zu unterdrücken, die erneut aus ihm heraussprudeln wollten, wie ein nicht endender Wasserfall.

Warum hatte sich diese Wahrheit so tief in seine Gedanken gefressen? Es war reine Selbstzerstörung, eine Sucht, nichts anderes als Rauchen.
Nein, nicht ganz. Mit dem Rauchen konnte er aufhören, doch Izaya...
Hatte dieser kleine Floh nicht genauso gefühlt?
Er wollte das nicht mehr. Wollte nicht alleine sein, ohne ihn, verlassen, einsam.
Nur noch ein einziges Gespräch, Izaya ein letztes Mal sehen, er würde alles dafür geben, warum reichte es also nicht?!

Ich bin so ein Idiot. Selbst nachdem er mich verlässt kann ich nicht anders und laufe ihm hinterher wie ein räudiger Köter. Kein Wunder, dass er das Interesse verloren hat.

Leblos sackte er an der Wand einer Gasse zusammen, durch die er gerade gegangen war, doch seine Beine wollten ihm nicht mehr gehorchen und der Klos in seinem Hals schnürte ihm die Luft ab. Immer mehr kalte Tropfen sammelten sich auf seiner Hose. Tränen, Regen, er wusste es nicht. Und es kümmerte ihn nicht, als der Regen seine Kleidung durchnässte, kalt wie die Hände einer Leiche. Der einzige Kontrast, die heißen, seine Haut verätzenden Tränen, die seine Wangen herabliefen.

Einsamkeit frisst sich wie ein Gift durch einen Menschen, lässt ihn innerlich sterben und langsam, Stück für Stück verrottet er.

„Shizu-chan?“, flüstert eine leise Stimme, am Rande seines Bewusstseins, drängte sich in seine Gedanken und befahl ihm den Kopf zu heben. Shizuo blinzelte schwach an den dünnen Beinen hoch, erkannte die Pelzjacke und sah ungläubig in die unergründlichen, rostroten Augen, als würde ein Engel vor ihm stehen.
„Izaya...“, sagte er leise, fassungslos, traute seinen Augen nicht. „D-das kann nicht... du bist wieder da?“

Für einen Moment herrschte Stille zwischen ihnen, braun traf auf rot und es war, als würde die Zeit stehen bleiben, außer dem Wind, der ihre Haare zerwühlte, welche langsam immer mehr vom Regen durchweicht wurden.

Nach einer Zeit senkte sich der Schwarzhaarige langsam vor Shizuo nieder, legte eine Hand auf seine Wange um eine Träne wegzuwischen und lächelte ihn freundlich an.
Sie war eiskalt.

„Du solltest nicht wegen mir weinen, sonst machst du mich auch traurig“, forderte er mit einem gequälten Grinsen und Shizuo quollen, ohne dass er es selbst merkte, immer mehr Tränen aus den Augen, unaufhaltsam, als wäre ein Damm gebrochen. Der ganze Schmerz, die Einsamkeit, alles schien wie weggespült, während er sich kaum traute zu atmen, geschweige denn sich zu bewegen, wäre es doch möglich jeden Moment aufzuwachen.

Die Sterne spiegelten sich in dem dunklen rot und Izaya sah auf den Boden, wich den bernsteinfarbenen Augen aus.

„Hör doch auf mich so anzusehen...“, sagte er leise, niedergeschlagen und zittrig, als könnte seine Stimme jeden Moment brechen.

„Du weißt selbst besser als ich, dass das nichts bringt. Ich bin tot... Ich werde...“, zitternd hielt er inne. „Ich kann nicht...“, versuchte er es erneut, scheiterte und versuchte seine eigenen Emotionen wieder zu unterdrücken. Wollte nicht auf die vor Schock aufgerissenen Augen achten.

„Aber weißt du... ich bin glücklich, wegen dir. Bis jetzt hatte ich immer Angst, ich wäre für dich nichts weiter, du würdest mich lediglich aushalten, nicht mehr. Aber...“
Er sah wieder zu ihm hoch, Shizuo tief in die Augen.

„Du magst mich doch, nicht wahr? Das weiß ich jetzt, und... es macht mich glücklich.“

„Izaya“, sagte der Blonde erneut seinen Namen, wusste nicht, was sonst, wollte eigentlich das Izaya weitersprach, um, was immer das gerade auch war, so lange wie möglich festhalten zu können.

„Aber es enttäuscht mich wirklich, dass du dachtest ich hätte das Interesse an dir verloren, Shizu-chan!“, empörte sich der Kleinere jetzt, funkelte Shizuo mit einem belustigten Grinsen an. Ganz egal was er sagte, in diesem Moment sah er für ihn lebendig aus.
„Ich bin die ganze Zeit da oben und beobachte dich, sogar mehr, als die anderen Menschen, also sei gefälligst dankbarer, klar!“

Jetzt musste auch Shizuo lächeln. Es war immer noch sein Izaya, zweifelsfrei. Und er liebte ihn.
Es gab eine Wichtige Sache die er noch tun musste!

Bevor sein kleiner Engel weiter schimpfen konnte, zog ihn Shizuo ganz zu sich runter, umarmte ihn fest und vergrub sein Gesicht in den schwarzen, nassen Haaren. Es war beinahe wie damals nur, Izayas Atem fehlte. Lediglich seinen Körper spürte er an sich, viel zu kalt und trotzdem warm, wie ein schwaches Licht.

„Ich liebe dich“, sagte er leise, sog tief seinen Duft ein und spürte, wie Izayas Hände sich ebenfalls um ihn legten und er sich an ihn drückte, genauso sehnsüchtig wie er selbst.

„Ich liebe dich, Izaya“, wiederholte er noch einmal, wollte es am liebsten immer wieder sagen, bis seine Lungen versagten und seine Stimmbänder rissen.

„Ich weiß...“, antwortete der Schwarzhaarige leise. „Ich dich auch.“

Gemeinsam verharrten sie in dieser Position, Niemand wollte, oder traute sich, sich zu bewegen, bis es plötzlich wieder kälter um Shizuo herum wurde, seine Arme runter auf seinen eigenen Körper sackten und der Regen weiter seine Klamotten durchnässte.

Einzig der Flohgeruch verriet ihm, dass es nicht nur ein Traum gewesen war.
Ohne dass er es verhindern konnte kniff er seine Augen vor den Tränen zusammen, die sich weiterhin mit dem Regen vermischten. Izaya hatte ihn nie verlassen! Er war nicht wortlos verschwunden und hatte ihn zurück gelassen. Wieso hatte er es nicht selbst bemerkt? Hatte es nicht bemerken wollen...

Und trotzdem durfte er jetzt nicht daran denken, sich nicht weiterhin so lachhaft Izaya zur Schau stellen, wenn dieser wirklich von oben auf ihn herab sah, denn,...

Ein leichtes Lächeln umspielte bei dem Gedanken seine Lippen.  

...Wie sollte er ihm,  wenn es so weit war, noch unter die Augen treten können?
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