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Are you Alice? - Poison of love

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / Gen
23.10.2013
23.10.2013
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Wir schreiben einen sonnigen Tag auf einer sonnig grünen Wiesen. Diese sonnige Wiese befindet sich im sonnigen Alice-Land. Dort landen alle Alice, die dank des Spiels mit sonnigem Gemüt tot sind. *unheimliche Lache von irgendwo aus dem Nichts*
     Alice Nummer 89 saß auf seinem persönlichen Stuhl und trank aus einer seiner persönlichen Tassen seinen 67. persönlichen Tee. Zumindest sagen das die anderen Alice. Denn sie selbst behaupten sein persönliches Eigentum zu sein. Behaupten sie jedenfalls.
     Er nahm seinen persönlichen Plastiklöffel – Gold wäre ihm natürlich lieber – und rührte in  seinem Tee. Vor dem 68. fürchtete er sich. Der war sicher vergiftet, ganz sicher. Die 68. Alice hatte nicht mehr alle Tassen im Schrank. Natürlich nicht – es stand eine von ihr auf dem Tisch. Aber das meinte er nicht. Sie war verrückt – verrückt danach ihn umzubringen und ihm sein Leben auszuschüren als wäre es nichts wert. Und das alles nur, weil sie ihn so sehr liebte. Es war natürlich klar, dass sie sich danach selbst auch umbringen würde – sofort, damit sie auch ja keine Lebenszeit mehr ohne ihn verbringen musste.

(Ihr müsst das aber auch mit der richtigen Betonung lesen, ja?!)

     Er rührte im 68. Tee. Gleich würde er sterben. Wahrscheinlich an einem Gift, das aus einer der teuersten Blumen der Welt gewonnen wird. Gleich hatte sein letztes Stündchen geschlagen. Er spürte einen Stich in seinem Nacken. Aber er hatte doch noch gar nichts getrunken?! Was war jetzt los?!
     „Reingefallen! Du hast sicher gedacht, der wäre vergiftet mit dem Gift der Liebe, stimmt's?!“, schrie eine schrille Stimme hinter ihm. Die Verrückte Alice.
     „Lass die Finger von ihm, Schlampe!“, schrien ein paar Alice, die ihn gerade noch angehimmelt hatten.
     Ein weitere Teil schrie: „Lass die Finger von unserem Kätzchen, 68!“
     Der Name, den er von ihnen bekommen hatte, regte ihn auf, aber das zeigte er nicht. Wer wollte auch schon wissen, dass er sich dadurch an seinen Mörder, die Grinsekatze erinnert fühlte? Klar, jeder. Aber er konnte es leider nicht sagen. Dann gäbe es einen Aufstand. Die ganzen Morde, die das Kätzchen noch vollbracht hatte... Zwei Arten von Rache in einem Aufstand – das konnte einfach nicht gut gehen!
     „Ach Mädels, es ist ja nichts passiert“, sagte er nur, um die Lage wieder zu beruhigen. Es war doch um einiges besser angehimmelt zu werden.
     Es rauschte ein „Unser Kätzchen ist unverwundbar!“ durch die Masse und außerdem konnte er einen lauten Aufschrei von hinten hören: „Unser Kätzchen ist so rücksichtsvoll!“
     „Genau, er verzeiht es sogar dieser Schlampe.“
     Er sah Alice Nummer 45, die gesprochen hatte, nicht an, aber das sinnlos unterdrückte Funkeln ihrer Augen war auch von hinten zu bemerken. Woher er alle Namen, Nummern und Stimmen eindeutig  zuordnen konnte? „Es ist wie in einem Bienenschwarm“, sagt er immer wieder, denn er war die Königin versteht sich. Das war doch selbstverständlich. Wer allerdings war eine Drohne? Nun denn, wir schweifen vom Thema ab. Es soll ja keine Ethik-Stunde über den Vergleich von Menschen und Bienen werden.
     „Kätzchen!“, holte ihn eine sanfte Stimme, die er noch nicht zuordnen konnte, aus dem Tagtraumgedanken. „Jetzt probier meinen Tee!“
     Er wandte sich zu ihr um. Ja, das weiße Kaninchen hatte viele Phasen gehabt. In einer stand er auf süße Mädchen, in einer anderen auf perfekte große Schwestern dann auf gutaussehende Jünglinge wie ihn und sexy Krankenschwestern. Und dann mal auf fette Schweinchen, die aussahen wie Pippi Langstrumpf, wie er so eben bemerkte.
     Und diese Stimme hatte er eben noch für sanft und schön gehalten? Nein nein. Und ihr Aussehen war genauso schrecklich wie ihre Stimme. Hach ja, wie oberflächlich er doch heute wieder war, dachte er, verschränkte seine Beine und nippte wieder an seinem Tee.
     Moment, das war nicht mehr der der 68. Das war eindeutig Schwein-Brühle. Und so was fand das Kaninchen mal süß?! Das beweist mal wieder, was für ein schlechten Geschmack das Vieh doch wieder hat. Erst beim 89. Mal hat es endlich eine gute Entscheidung getroffen.
     Unauffällig schüttete er den Tee weg. Aber natürlich bekamen es seine Fans mal wieder mit und versammelten sich um die Stelle. „Warum?“, fragen sich vielleicht einige. Tja, für den Fall, dass er hineingespuckt hatte...
     Er nahm die Tasse der 70. Alice. Was für ein köstlicher Duft nach Rosen und Beeren! Und diese Farben... Er war schon ganz hin und weg und setzte zum ersten Schluck an.
     „Der ist vergiftet!“, schrie die 68. „Hey! Damit hättest du jetzt nicht gerechnet! Tja, ich bin halt besser! Unvorhersehbar (und total sexy)! Die Macht der Liebe ist die stärkste Kraft auf Erden!“
     Er erholte sich schnell von dem kleinen Schock. Er schlug seine Beine übereinander, legte seine Hand auf sein Knie, spreizte den kleinen Finger ab, drehte seine Hand mitsamt Tasse nach außen und sprach: „Wenn du deine Pläne verrätst, bevor ich in die Falle getappt bin, werde ich wohl nie sterben.“
     „Das sagst du doch nur, weil du in Wahrheit Apollo bist!“, schrie sie.
     Langsam wurde es ihm zu viel. Seit mindestens einer Woche schlug er sich nun in dieser Welt rum. Schon seitdem er das erste Mal hier aufgekreuzt war, hatte sie versucht, ihn mit ihren albernen Tricks den Gar auszumachen. Und wer war schuld? Diese Grinsekatze!
     Er nahm die Gabel mit einem eleganten Griff vom Tisch und warf sie in Richtung der 68.
     Er stieg auf den Tisch. „Eröffnet den Kampf!“
     Die Alice rüsteten zum Kampf. Woher sie die Schwerter, Pistolen und Kanonen her hatten? Gute Frage. Im Picknickkorb werden sie sie ja wohl eher nicht versteckt haben. Aber so sicher war er sich da auch nicht. Sie würden ihn doch sicher bis zum Tod verteidigen falls ein Feind auftaucht. Auch Alice Nummer 68 ließ eine Schrotflinte mitsamt Kugelgürtel sehen.
     „Äh, kann mir jemand sagen, wo ich hier bin?“, sagte eine unbekannte Stimme.
     Aha. Anscheinend war das weiße Kaninchen unter die Schwulen gegangen. Dieser war hier also schon das zweite Opfer. Lange gemacht hatte er es ja auch nicht. Aber ein was musste Alice Nummer 89 zugeben. Er war der Mann seiner Träume.
     Und so entpuppte sich das weiße Kaninchen nicht als einziger Schwuli ^-^
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