Dear Scotland

GeschichteRomanze, Fantasy / P16
20.10.2013
06.12.2015
27
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20.10.2013 1.479
 
-Gail-
„Das kann ja nichts werden,“ murmelte ich kopfschüttelnd während ich Cassandra und Sheena beim streiten zusah.  „Jetzt haltet doch mal eure Fresse! Da kriegt man ja Kopfschmerzen!“ schnauzte ich die beiden an. Sofort lagen vier wütende blaue Augen auf mir. Na super gemacht, Gail. Jetzt sind sie auf dich wütend. Warum bin eigentlich ich immer die Doofe? „Wer hat dich gefragt Lassie?“ zischte Cassandra und verschränkte die Arme vor der Brust. Ein Knurren kam aus meiner Kehle. Wie sehr ich es hasse wenn sie mich so nennt. „Warum hat Lachlain dich eigentlich mitgeschickt?“ fragte Sheena mich. „Weil er weiß, dass ihr zwei nichts vernünftiges zustanden bringen könnt,“ knurrte ich. „Mit dir kommen wir noch weniger voran,“ motzte Cas. „Glaubst du mir gefällt das? Immerhin hab ich eigentlich Sommerferien und würde am Strand von Kalifornien sitzen. Aber nein Lachlain musste mich ja mit euch hier hin schicken. Jetzt sitz ich mit euch zwei Bekloppten in einem Busch, schwitzt mich zu Tode und warte darauf das es Nacht wird. Und jetzt entscheidet euch endlich wer mit diesem verfluchten Vampir redet!“ Cas und Sheena schauten sich an. „Okay. Cas du bist älter, du übernimmst das reden. Ich und Gail machen ihm währenddessen schöne Augen,“ grinste Sheena und wackelte mit ihren Brüsten. „Sheena. Das sind Vampire. Du wirst bei ihnen nichts auslösen außer Hunger auf Blut,“ sagte ich. „Und außerdem sind es Devianten. Da passiert nix außer du bist ihre Braut.“ „Gegen ein kleines Techtelmechtel mit einem Vampire hätte ich nichts auszusetzen,“ sagte Sheena verträumt. „Oh ja es ist ja so befriedigend wenn sie dich anzapfen und damit deine Erinnerungen in sich aufnehmen,“ sagte Cas und verdrehte die Augen. „Lachlain steht ja auch drauf. Also muss ja was dran sein,“ grinste Sheena höhnisch. Cas knurrte. „Hey seid mal still,“ unterbrach ich den anrückenden Streit zwischen den beiden.
„Hey! Ihr könnt raus kommen!“ schrie eine weibliche Stimme. „Myst,“ flüsterte Cas. „ Kristoff erwartete euch schon!“ „Woher weiß er das wir kommen?“ fragte Sheena während wir langsam aus dem Gebüsch kamen in dem wir uns versteckt hatten. „Wahrscheinlich von Nïx,“ antwortete ihr Cas. „Die Hellseherin?“ „Nein die Blutlieferantin. Natürlich die Hellseherin,“ knurrte Cas. Warum bin ich kein Mensch geworden? dachte ich mir seufzend. „Lykae,“ begrüßte uns eine rothaarige Frau. „Walküre,“ sagte Cas mit monotoner Stimme. „Folgt mir,“ sagte die Walküre und ging langsam auf das große Schloss zu. Wir schauten uns alle drei an und folgten ihr dann.
Die Walküre führte uns durch mehrere dunkle Gänge bis wir zu einem großen Saal kamen. Die Fenster wären mit dunklen Vorhängen bedeckt und mehrere Kerzen brannten auf der langen Tafel. Ich schaute mich weiter im Raum um. Hier war es nicht wie in Kinevane. Es war dunkel und stank. Nach was konnte ich nicht zuordnen. Aber Blut, war auf jedenfall dabei. Plötzlich fiel mein Blick auf eine Personen die am Tischende saß. Ein großer blonder Mann schaute mich aus dunkelblauen Augen an. Kristoff. „Kann ich gehen?“ fragte die Walküre ihn. „Ja deine Arbeit ist getan. Ich danke dir.“ Kristoff nickte ihr zu und sie verschwand mit einem Schnaufen. Dann lagen seine Augen wieder auf mir. Die dunkelblauen Iren glitten über meinen Körper. Leider wurde ich mir nun zunehmen über meine Kleidung bewusst, die nur aus enganliegenden, dunkelrotem Leder bestand. Eine hautenge Lederanzug mit Stiefeln die bis zu den Knie reichten, dazu zwei Gürtel um die Hüfte und an meinem rechten Oberschenkel befanden sich die Halterungen für meine Dolche. Die oberere Hälfte meines Anzuges besaß lange Ärmel und einen Ausschnitt der genau zeigte, was ich hatte. Dieses Ding anzuziehen hat mich schon eine viertel Stunde gekostet. Eigentlich fühlte sich das Leder gut auf der Haut an, außer es war warm oder der Blick eines Vampirs glitt lüstern darüber. Dann blieb sein Blick jedoch an meinem Gesicht hängen. Er nahm mein Kinn und drehte mein Gesicht nach rechts und nach links um mich anzuschauen. „Wie alt bist du?“ fragte er. „19 Jahre.“ Überrascht zog er die Augenbrauen in die Höhe. „Du bist noch nicht unsterblich und trotzdem schickt dein König dich hierhin?“ Er mag mich halt nicht besonders. Ich zuckte nur mit den Schultern und riss meinen Kopf weg. „Setzt euch doch,“ sagte er und machte eine einladende Geste. „Du hast einen von uns,“ sagte Cas ohne auf ihn einzugehen. „Ja setzten wir uns hin und reden.“ Knurrend folgte Cas ihm zum Tisch. Ich und Sheena blieben allerdings stehen. „Wie sind eure Namen?“ fragt er. „Mein Name ist Cassandra. Die dunkelblonde ist Sheena und die kleine blonde heißt Gail.“ Kristoff drehte sich zu uns um. „Gail. Setzt dich doch neben mich,“ sagte er und lächelte mich freundlich an. Sheena stieß mir ihren Ellenbogen leicht in die Seite. Ich schaute in ihr dümmlich grinsendes Gesicht. „Da steht wohl jemand auf kleine, vollbusige Blondinen.“ Ich knurrte sie an und ging dann zu Cas und dem Vampir.  Als ich bei ihnen war zog er meine Stuhl ein wenig zurück und deutete mir mich zu setzten. Dieser Kerl ist viel zu höflich. Sowas bin ich nicht gewohnt, dachte ich mir und setzte mich auf den Stuhl. Kristoff setzte sich rechts neben mir ans Tischende, Sheena setzte sich links neben mich und Cas gegenüber von mir. „Also,“ erhob Cas das Wort. „Wen haben Sie und warum?“ „Ich weiß nicht wie er heißt. Und er war schon hier als wir die Burg übernahmen. Nachdem Emmaline Demestriu getötet hat, waren die Vampire die hier wohnten leicht zu überwältigen. Als ich mir die Burg genauer ansah bemerkte ich den Lykae im Kerker. Ich hab ihn gefragt wie er heißt aber er hatte mich nur aus hasserfüllten Augen angeschaut. Dann hab ich ihm gesagt, dass ich ihn frei lass wenn er beim Mythos schwört, dass er meinen Männer und mir nichts tut. Doch er hat nur geknurrt: 'Nachdem was ihr mir und meiner Familie angetan habt werde ich jedem von euch eigenhändig den Kopf abreißen.' Jeder weitere Versuch mit ihm zu sprechen war vergebens,“ erklärte der Vampire. Cas und Sheena wechselten Blicke. „Klingt stark nach Lachlain aber der ist in Kinevane. Fällt euch jemand ein wer er sein könnte?“ fragte Cas. Sheena und ich schüttelten mit den Köpfen. „Was wollt ihr für ihn?“ richtete Cas ihre Frage an Kristoff. „Ihr könnt ihn haben. Ich will einfach nur zeigen, das ich kein Feind für euch bin. Ich will Frieden,“ sagte der Vampire. Und er lügt nicht. Das konnte er wegen seiner Natur nicht. Wie Lachlains Frau und unsere Königin. Emmaline. „Okay. Können wir ihn sehen?“ fragte Cas. Der Vampir nickte. „Bringt ihn her,“ rief er seinen Wachen zu die jetzt aus den Schatten traten, nickten und dann verschwanden.
Als sie wiederkamen trugen sie einen großen Mann zwischen sich, seine Arme waren hinter seinem Rücken gefesselt. Als die Wachen zum stehen kamen richtete der Mann sich auf. „Heath,“ hauchte Cas und sprang auf. Dann schloss sie ihn in ihre Arme und küsste seine Wange. Sheena machte genau das selbe. „Du kennst ihn nicht?“ fragte Kristoff mich. „Ich bin 19 Jahre. Woher sollte ich ihn kenne?“ Ich schaute mir den Mann dem sich Cas und Sheena zugewannt hatten an. Er hatte kurze dunkelbraune Haare und dunkelbraunen Augen, die während Cas und Sheena auf ihn einredeten auf mir ruhten. „Warum hat die Folter aufgehört und was macht ihr hier?“ fragte Heath. „Wir holen dich hier raus. Oh mein Gott ich kann es garnicht glauben! Du lebst! Lachlain und Garreth werden außer sich sein,“ freute sich Sheena. „Wir bringen dich nach Hause, Heath. Alles wird gut,“ lächelte Cas ihn an und strich zärtlich über seinen Arm. Meine Augenbrauen zogen sich fragend zusammen. Warum störte mich diese Geste derart? Ich kannte diesen Typ nicht einmal. „Können wir jetzt gehen?“ fragte ich gespielt gelangweilt. Ich war genervt und wollte einfach nur zurück in meine Wohnung.    
Ich richtete mein Blick auf Cas um nicht auf die Erektion von Heath starren zu müssen. Ja er war nackt und erregt. Eigentlich sollte mir das nichts ausmachen, weil ich ein Lykae bin. Schließlich bin ich so aufgewachsen. Früher bin ich immer nackt neben Bowen eingeschlafen, nachdem er mit gezeigt hatte wie man sich verwandelt. Doch der Anblick von Heath... er ließ mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Er war wirklich ein gutaussehender Mann. Breite Schultern, durchtrainiert Oberkörper, schmale Hüfte, starke Beine und seine Männlichkeit... ich biss mir auf die Unterlippe. Ich muss ganz schnell unter die Dusche!  
„Na komm Lassie. Du gehst nach vorn,“ sagte Cas. Wie ich es hasse. Warum ich? Warum!? Ich war nicht umsonst so weit weg gezogen. Mit all dem Kram wollte ich nichts zu tun haben. Da wo ich lebe hat man keine Probleme mit Vampiren oder anderen Kreaturen. Kalifornien war frei von ihnen. Bis auf mich. Seufzend gehorchte ich Cas und ging vor sie und Heath. Sheena ging nach hinten. Nur noch schnell nach Schottland und dann den nächsten Flug nach Hause. Wie toll sich das anhörte. Nach Hause.
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