Vampirschicksal

von NadiMa17
GeschichteFantasy / P12
20.10.2013
20.10.2013
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Warum um alles in der Welt hatte ich mir nur dieses Oberteil gekauft? Ich betrachtete mich im Spiegel. Es sah einfach nur grauenhaft aus. Schwarz mit gelben Punkten, ein Ärmel langder Andere kurz. Es sah aus wie eine Kreuzung aus Biene Maja und einem Marienkäfer. Und außerdem passte sie gar nicht zu meinem Typ. Ich bevorzugte eher farbenfrohere Sachen. Ich zog das T-Shirt wieder aus und warf es in eine Ecke meines Schlafzimmers. Dann warf ich mich selbst aufs Bett, starrte an die Decke und überlegte, was ich anziehen könnte. Weil es mir aber nach zehn Minuten zu langweilig wurde die weiße Decke anzustarren, setzte ich mich auf und schaute mich im Zimmer um. Vielleicht würde ich ja soeine Inspiration bekommen.
Es war ein schönes Zimmer. Orangefarbene Wände und ein Holzboden aus Buche. Das große rote Himmelbett stand gegenüber der Tür und der große – um nicht zu sagen riesige – Kleiderschrank stand links. Sonst waren überall im Zimmergelbe, rote und orangefarbene Sitzkissen verteilt. Ja, ich bevorzugte eindeutig warme Farben! Einen Schreibtisch hatte ich nicht im Schlafzimmer. Der stand im Wohnzimmer, welches genau wie die anderen Zimmer in ebenso warmen Farben eingerichtet war.
Das schrille Klingeln meines Handys riss mich aus meinen Gedanken. Ich nahm den Anruf entgegen, ohne auf dem Display nachzusehen, wer überhaupt anrief.
„Hallo?“, fragte ich vorsichtig.
„Emma wo steckst du? Ich warte schon seit fünfzehn Minuten auf dich im Café!“ Es war meine beste Freundin Roxy – mit der ich heute zum Kaffee verabredet war. UPPS!
„Oh, hey Roxy. Entschuldige bitte, ich komme sofort! Wir sehen uns gleich. Bye.“ Ich legte auf und wollte schon in Richtung Wohnungstür sprinten, als mir auffiel, dassich immer noch kein Oberteil ausgewählt hatte. So ein Mist! Immer wenn man es überhaupt nicht brauchen kann. Da ich nicht noch mehr Zeit verlieren wollte, schnappte ich mir einfach das pinkfarbene T-Shirt mit der aufgedruckten lila Schleife und zog es schnell über. Dann schnappte ich mir noch schnell meine Handtasche, warf Schlüssel, etwas Geld und andere Sachen hinein und eilte zur Tür hinaus.

Da das Café in dem wir uns trafen nicht weit von meiner Wohnung entfernt lag, beschloss ich zu Fuß zu gehen. Ichwar gerade mal zwei Straßen auf das Café zugelaufen, da war mir schon total heiß.
„Da bist du ja endlich! Hast du etwa unser Treffen vergessen?“, fragte sie ganz entrüstet, als ich etwas mitgenommen von der Sonne ankam.
„Nein, ich hatte nur mal wieder einen kleinen Konflikt mit meinem Kleiderschrank. Und das hat eben länger gedauert, als ich angenommen hatte.“ Sie seufzte tief, war mir aber nicht sauer. Wenn sie sauer wäre, würde sie einen anderen Seufzer ausstoßen. Wir bestellten uns einen Eiskaffee uns schon fing sie in ihrer gewohnten Art und Weise an zu plappern wie ein Wasserfall. Ich weiß gar nicht weshalb sie immer so viel zu erzählen hatte, wir sahen uns ja fast jeden Tag!
„…und dann hat doch tatsächlich Brad mit Julia Schluss gemacht. Auf der Hochzeit ihrer besten Freunde! Wie kann er nur! Und als Begründung hat er gesagt: es fühlt sich einfach nicht mehr richtig an, Baby. So ein Idiot, oder Emma. Was meinst du?“ Was soll ich da noch sagen?
„Ich finde das ist eine Unverschämtheit. Man macht doch nicht mit jemandem Schluss auf der Hochzeit der besten Freunde.“ Inzwischen hatte sie vom vielen reden schon einen ganz roten Kopf. Sie steigerte sich immer in die Angelegenheiten anderer so stark hinein. Ich glaube ich sollte sie jetzt lieber ein bisschen beruhigen. Die Leute schauten uns schon an.
„Ja, ja Roxy schon kapiert. Er ist ein Idiot. Aber sag mal. Woher hast du eigentlich immer diese Informationen?“ Jetzt lächelte sie ein wenig verschlagen. „Na von Natalie. Die hat es von Moni, die zufällig die besteFreundin von Julia ist. Weißt du, wenn du ab und zu mal mit uns ausgehen würdest, wüsstest du auch immer Bescheid und ich müsste dir nicht immer alles erzählen. Aber du gehst ja lieber arbeiten oder bleibst in deiner Wohnung.“ „Das stimmt doch gar nicht!Ich bin auch schon mal mit euch ausgegangen. Und was kann ich denn dafür wenn ich eben so viel arbeiten muss? So ist eben mein Job. Als Zumba- Lehrerin hat man eben meistens abends Kurse. Und danach habe ich auch nicht immer Lust noch etwas zu unternehmen!“ Also manchmal konnte sie mir gewaltig auf die Nerven gehen. „Ist ja auch egal. Wie läuft’s denn bei dir so in deiner Anwaltskanzlei?“ Schnell das Thema wechseln.
„Super. Unsere Erfolge der letzten Monate haben sich herumgesprochen und wir bekommen immermehr neue Klienten. Aber ich habe mir für die nächsten zwei Tage frei genommen. Meine Aufträge habe ich alle erledigt und ich brauche einfach eine Pause.“
„Das freut mich aber für dich. Hast du irgendwas Bestimmtes vor?“ Sie überlegte kurz. „Nee. Eigentlich nicht. Wie sieht’s denn bei dir aus? Hast du auch mal Urlaub?“ Jetzt musste ich grinsen. „Ja ich habe jetzt frei Wochen Urlaub.“ „Das ist ja toll. Da können wir ja gemeinsam was unternehmen. Für einen Kurztrip wird es nicht reichen, da ich ja nur zwei Tage habe, aber wir können uns ja auch hier eine schöne Zeit machen.“
„Das finde ich ist eine gute Idee. Ich wollte schon immer zum…..“
Plötzlich fing der Boden unter uns an zu beben. Alles wackelte. Der Tisch, unsere Eiskaffees, sogar unsere Stühle wackelten, obwohl wir drauf saßen. „Was ist denn jetzt auf einmal los? Hier gab doch noch nie ein Erdbeben!“, rief mir Roxy panisch zu. Wir mussten uns an den Händen festhalten, damit wir nicht umfielen. Wir hörten Schreie und die Leute um uns herum rannten hastigweg. Als ich dem Blick der Menschen folgte, riss ich erschrocken die Augen auf. „Roxy, ich glaube das ist kein Erdbeben!“, schrie ich, als ich das Monster sah, welches für das Beben verantwortlich war. Es war ein etwa ein Meter großer Hund mit gelben Augen, die zu Schlitzen gepresst waren. Und er hatte eine Mähne! Eine Mähne aus Flammen! Wie auf Kommando kreischten Roxy und ich los. Das hätten wir lieber gelassen, denn der Hund drehte sich ruckartig in unsere Richtung um. So ein Mist! Jetzt hatten wir ihnauch noch auf uns aufmerksam gemacht. Er schaute uns an, als wollte er uns mit seinem Blick durchbohren. Dann fletschte er seine scharfen Zähne und sprang direkt auf uns zu. Ich hatte so eine Angst, dass ich mich kaum bewegen konnte. Doch irgendwie schaffte ich es doch zu einer Reaktion. „LAUF!“, schrie ich Roxy zu und wir rannten so schnell wir konnten durch die umgefallenen Tische, Stühle und durch die Menschen, die uns entgegensprinteten. Als wir die Menschenmenge hinter uns gelassen hatten, konnte ich Roxy schon gar nicht mehr sehen. Ich drehte mich um, aber ich hielt nicht an und rannte eben rückwärts weiter. „Roxy! Roxy! Wo bist du?...“
Aua! Blöder Stein! Ich knallte mit den Knien auf den Boden. Ich wollte mich noch abstützen, aber meine Hände schleiften nur über den Pflastersteinboden. Ich hörte wieder Passanten schreien und Tische und Stühle flogen durch die Luft. Ich spürte wie seine Pfoten auf die Erde aufschlugen. Das riesige Monster war jetzt nur noch wenige Meter von mir entfernt. Mir blieb wohlnichts anderes übrig, als mich meinem Schicksal zu stellen. Aber kampflos würde ich nicht aufgeben! Immerhin war ich als Zumba- Lehrerin nicht in schlechter Kondition. Und wenn man noch bedachte, dass ich letzten Sommer einen Kurs in Selbstverteidigung gemacht habe, standen meine Chancen vielleicht nicht ganz so schlecht. Andererseits war dieses Monster einen Meter groß und gewiss nicht schwach. Und schon waren meine Chancen wieder weg. Egal, ich würde es trotzdem versuchen. Am besten war es wohl, ich würdemich einfach auf ihn werfen. Vielleicht würde die Wucht meines Aufpralls ihn so verwirren, dass ich fliehen konnte. Ich stand also auf und rannte ihm entgegen. Plötzlich traf mich etwas hart an der Schulter und ich wurde nach rechts auf den Biden geschleudert. Etwas benommen, da ich mir den Kopf angehauen hatte, schaute ich in das Gesicht meines Angreifers – oder Retters, je nach dem. Es war ein junger Mann, ungefähr 20 also mein Alter. Er hatte braune etwas längere Harre, grüne Augen und ein markantes Kinn. Bevor ich aber auch nur irgendetwas sagen konnte, war er schon aufgestanden und rannte wieder dem Hund entgegen.Okay, ein Angreifer war er schon mal nicht. Aber ich konnte nicht zulassen, dass er sich dem Vieh alleine stellte! Ich stand auf und schautezu ihm hinüber. Schlecht schlug er sich eigentlich nicht, bis ihm der Hund eine seiner Pranken ins Gesicht schlug. Das würde bestimmt eine Narbe hinterlassen. Als der Hund zum zweiten Schlag ausholen wollte, rannte ich los und sprang mit voller Wucht gegen. Das machte dem Hund aber relativ wenig aus. Ich jedoch prallte voll von ihm ab. Jetzt ließ der Hund allerdings von meinem Unbekannten Retter ab und knurrte mich an. Der junge Mann allerdings packte mich am Handgelenk und zog mich hinter sich. Na toll, jetzt wollte er auch noch den Helden spielen. Wie ich solche Leute hasste! Die denken immer noch wie damals im Mittelalter. Dass wir Frauen so schwach waren und die starken Männer uns retten mussten. Da könnte ich ausrasten. Immerhin waren wir im einundzwanzigsten Jahrhundert!
Ich öffnete den Mund und wollte gerade etwas sagen, da hob er den Hund einfach hoch und schleuderte ihn einige hundert Meter weit von uns weg. Mein sowieso schon offenstehender Mund klappte noch weiter auf. Wie war das nur möglich? Esgab niemanden auf der Welt der so stark war! Das Monster hatte sich wieder aufgerappelt und rannte davon. Anscheinend hatte er genug.
Ich ging nun auf den Mann zu, der mir das Leben gerettet hatte, um ihn mit Fragen zu bombardieren.
„Hey, wie konntestdu….?“, mir blieb der Satz im Hals stecken. Er drehte sich zu mir um und sein Blick war mehr als nur tödlich. Das verstand ich jetzt nicht. Er müsste doch glücklich über seinen Sieg sein.
„Bist du denn total bescheuert?“, schrie er mich an. Jetzt verstandich gar nichts mehr. Weshalb war er denn jetzt wütend aufmich?
„Ich, ähm…“ Ich wusste gar nicht was ich sagen sollte.
„Wie kannst du nur denken, du könntest es mit so einem Tier aufnehmen?“
„Wie bitte?“, fragte ich ganz entsetzt. Vielleicht hatte ich michja auch nur verhört. „Ich glaube du hast mich sehr gut verstanden!“, blaffte er zurück. Jetzt reichte es aber. Ich brauchte mich von ihm doch nicht so anschnauzen zu lassen. Egal ob er mir das Leben gerettet hat oder nicht. Immerhin wollte ich ihm nur helfen. Ich war jetzt echt wütend.
„Entschuldige mal, aber ich wollte dir ja nur helfen. Und als Tier würde ich dieses Ding nicht gerade bezeichnen!“ Es sah mich nur noch wütender an.
„Mir helfen? Du hast kein bisschen geholfen! Außerdem habe ich etwa so ausgesehen, als bräuchte ich Hilfe von dir?“ Ich wollte ihm gerade etwas schnippisches an den Kopf werfen, dass er sehr wohl so ausgesehen hätte, als Roxy sich einfach in unser Gespräch einschaltete.
„Hey, Emma. Ist alles in Ordnung mit dir?“
Was soll das denjetzt von Roxy? Ich war noch nicht fertig mit diesem Kerl. Ich konnte ihn diese Konversation unmöglich gewinnen lassen.
„Äh…ja klar. Mit geht’s gut, danke“, log ich. Mir ging es überhaupt nicht gut. Ein rießiger Hund wollte mich gerade zerfleischen und dann war auch noch dieser Macho- Held da, der mich anpampte. Aber das würde ich ihr natürlich nicht sagen. Vor allem nicht vorihm. Sie machte sich sowieso schon zu große Sorgen, dass konnte ich ihr im Gesicht ablesen.
„Gott sei Dank! Und ich dachte schon diewäre etwas passiert!“
„Nee, alles ist in Ordnung! Und was ist mit dir? Ich hab dich gar nicht mehr…“
„ Du heißt also Emma, hm?“ Den hatte ich schon ganz vergessen – oder besser gesagt ignoriert. Als ich mich jetzt zu ihm umdrehte, hatte er ein verschlagenes Grinsen auf dem Gesicht. Wie er mich nervte! Kann er nicht verschwinden. „Musst du nicht noch irgendwas erledigen? Irgendetwas?“, fragte ich immer noch wütend auf ihn. Daraufhin wurde sein Grinsen noch breiter.
„Eigentlich nicht. Und was ist mit dir?“
„Das geht dich überhaupt nichts an!“ Roxy gab mir einen leichten Stoß mit dem Ellenbogen. „Sei nicht so unhöflich, Emma! Willst du diesen netten Kerl nicht vorstellen?“, fragte sie offensichtlich ganz interessiert an diesem Macho.
„Nein!“, sagte ich vielleicht etwas zu pampig.
„Macht nichts. Manche Leute haben eben einfach keine Manieren. Ich heiße Adrian.“ Er bedachte mich einem abfälligen Blick. Dies schien Roxy allerdings nicht zu bemerken. „Freut mich sehr Adrian. Ich heiße Roxy. Emma`s beste Freundin.“ Oh nein. Findet sie ihn etwa interessant? Das geht aber mal gar nicht! Nicht solange ich es nicht verhindern konnte. Roxy nahm Adrian`s ausgestreckte Hand entgegen und hielt sie meiner Meinung nach etwas zu lange fest.
„Die Freude ist ganz meinerseits, Roxy.“ Ich wollte nur noch hier weg, bevor sie ihn noch um ein Date bittet. Ich zerrte an ihrem Arm.
„Komm wir gehen. Du weißt doch, wir haben noch diese eine Sache zu erledigen.“ Oh, man. Was Besseres war mir nicht eingefallen?
„Welche Sache?“, fragte Roxyund ließ dabei nicht die Augen von Adrian. Weshalb verstand sie den Wink denn nicht? Das ist doch offensichtlich!
„Ich glaube ich gehe besser. Emma kann es kaum mehr erwarten von hier weg zu kommen.“ Mit diesen Worten drehte er sich um und verschwand in der nächsten Seitenstraße. Roxy sah mich zwar böse, sagte aber nichts. Dennoch bestand sie darauf mich noch zu meiner Wohnung zu begleiten.
„Was sollte denn das?“, durchbrach sie dann endlich unser Schweigen. Ich dachte schon sie würde mir das ersparen.
„Was denn?“, stellte ich dumm. Ich wusste genau wovon sie redete. Ich hatte aber gerade überhaupt keine Lust darüber zu reden. Das hielt sie aber nicht ab weiter zu reden. „Stell dich nicht so an! Du weißt genau wovon ich rede. Was warst du so unfreundlich zuAdrian? Er hat dir doch das Leben gerettet.“ Ich fasste es nicht. „Warum ich so unfreundlich zu ihm war?! Er war doch derjenige, der mich angeschrien hat!“ Jetzt war sie fassungslos. „Weshalb sollte er soetwas tun? Er ist doch total nett! Und er hat dirdas Leben gerettet!“ Sie verstand mich einfach nicht. Und ich hatte jetzt einfach keine Lust zu diskutieren. „Roxy, hör mal. Er ist weder freundlich noch wirst du ihn wieder sehen. Er ist einfach nur ein Psychopath. Und jetzt lassen wir es bitte gut sein.“Ich sah sehr wohl, dass sie protestieren wollte, doch sie überlegte es sich nochmal anders. Wir verabredeten uns gleich für morgen zum Kino. Dann verabschiedete sie sich endlich und ich ging ins Schlafzimmer. Ich merkte erst wie erschöpft ich war, als ichin mein Bett fiel. Und ich schlief fast sofort ein.