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Das Leben nach dem Sturm

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Brooke Davis Dan Scott Haley James Scott Lucas Scott Nathan Scott
20.10.2013
10.03.2014
16
14.787
 
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20.10.2013 908
 
Miranda

Ich schloss meinen Spind und holte aus meinem Rucksack einen Block und einen Bleistift heraus.
Dann holte ich tief Luft und machte mich auf in den Raum der Schülerzeitung.
Ich klopfte, dann trat ich ein.
Die Redakteurin, Lora Smith, guckte hoch und lächelte.
,,Hey, Miranda. Hast du den Artikel?“
Ich nickte und holte zusammengetackerte Blätter aus meinem Rucksack und gab ihn ihr.
,,Sehr schön…“, sagte sie, während sie ihn überflog.
,,Alles klar. Ich werde ihn mir durchlesen. Was hast du mit dem Block vor?“, fragte sie, als sie bemerkte, dass ich ihn in der Hand hielt.
Schulterzuckend sagte ich: ,,Ich dachte, du hättest vielleicht ein neues Thema für mich.“
Überrascht zog sie die Augenbrauen hoch, dann nickte sie.
,,Das habe ich tatsächlich. Gerade eben habe ich Neuigkeiten erfahren.“
,,Welche?“, fragte ich neugierig.
,,Lucas Scott spielt wieder bei den Ravens. Vielleicht schaffst du es ja, einen Artikel darüber zu schreiben. Du weißt schon. Wie es ohne ihn war, was seine Beweggründe waren aufzuhören und jetzt wieder anzufangen. Vielleicht kriegst du auch ein Interview von ihm oder Teamkameraden.“
Damit hatte ich nicht gerechnet.
Das konnte ich nicht. Das schaffte ich nicht.
Sein Bruder hatte mir quasi das Leben gerettet. Nathan Scott hat mich aus der Schule gebracht.
Seit diesem Tag war alles anders. Das wussten wir alle.
Doch durch die Schülerzeitung hatte ich mich wieder gefunden.
Ich wollte den Kopf schütteln und Lora sagen, dass ich das nicht konnte, aber wie von selbst sagte ich: ,,Klar. Ich fange sofort an zu recherchieren.“
Sie nickte. ,,Das ist klasse. Ich weiß jetzt schon, dass das ein toller Artikel wird.“
Mit den Worten entließ sie mich und ich ging aus der Schülerredaktion raus.
Warum war ich nur so blöd und hab ja gesagt?
Jetzt musste ich es aber machen. Ich hatte keine andere Wahl.
Ich ging zum nächstbesten Schüler und fragte: ,,Hey, weißt du, wann die Ravens Training haben?“
,,Ähm, gerade eben“, sagte er.
,,OK, danke!“, sagte ich, und rannte durch den Gang zur Turnhalle.
Schon von Weitem hörte ich die Turnschuhe, die auf dem Boden quietschten und den Aufprall des Balles. Dazwischen die Rufe des Coaches und die Befehle der Cheerleaderkapitätin.
Ich öffnete leise die Tür und trat ein.
Als mich Coach Durham entdeckte, ging er auf mich zu und sagte: ,,Tut mir leid, kein Zutritt. Hast du keinen Unterricht?“
Ich nahm schnell aus meinem Rucksack die Bescheinigung der Schülerzeitung heraus, die mir erlaubte, eine Stunde zu schwänzen.
Als er sie durchlas, rollte er mit den Augen und sagte: ,,Mach schon.“
Dankend ging ich an ihm vorbei auf die Tribüne und stellte meinen Rucksack neben mich.
Ich ließ meinen Blick schweifen, bis ich bei Lucas hängen blieb.
Überrascht zog ich wie von selbst meine Augenbrauen hoch.
Er spielte wie letztes Jahr. Einfach unglaublich. Nur noch besser.
Er hing sich richtig rein. Der Alkohol hatte noch etwas seine Spuren hinterlassen-dunkle Augenringe und er hatte auch abgenommen.
Doch er spielte einfach grandios.
Das fand wohl auch seine Freundin Brooke Davis, denn nach jedem Korb, den Lucas machte, wurde ihr Lächeln breiter.
Wo sollte ich nur anfangen?
Lora schlug ein Interview vor, aber wie sollte ich vorgehen?
Hey Lucas, du warst doch noch vor kurzem betrunken und ein einziges Wrack, wie kommts dazu? Ach stimmt ja, deine eine Freundin ist ja beim Amoklauf gestorben. Und wie hat sich deine Einstellung geändert?
Das konnte ich doch nicht!
Gerade kaute ich nachdenklich an meinem Bleistift herum, als ein Streit bei den Cheerleadern anfing und ich deswegen hochschaute.
Rachel Gatina. Das war klar.
Haley fiel gerade hin und alle gingen zu ihr hin, während Rachel rumschrie.
Was war denn da los?
Unauffällig ging ich ein paar Reihen weiter nach unten, um es besser zu hören.
,,Man muss nicht gleich wie ein Schoßhündchen antraben und Haley bei allem helfen. Sie hat keine Bombe im Bauch, sondern nur ein Baby!“, hörte ich Rachel gerade schreien.
Wegen diesem Satz hätte ich nicht näher kommen müssen.
Man hörte ihre Stimme durch die ganze Halle.
Selbst die Basketballer hielten inne und schauten verstohlen rüber.
Rachel fuhr sich verunsichert durch die Haare, als Brooke zischte: ,,Raus hier, Rachel.“
Wütend packte Rachel ihre Sachen zusammen und ging schnell aus der Halle.
Alle starrten ihr entsetzt oder ungläubig hinterher.
Das war…perfekt.
Der Bleistift huschte wie von selbst über das Papier und ich war richtig drin. Ich sammelte die Geschehnisse der letzten halben Stunde, der letzten drei Monate, und-
Ich hatte den Gong fast gar nicht gemerkt und wachte wie aus einem Traum aus.
Gerade machte sich Lucas auf den Weg in die Umkleide. Ich musste meine Chance am Schopf packen.
Ich rannte schnell die Stufen herunter und rüber zu Lucas.
,,Hey, Lucas!“
Verdutzt drehte er sich um. Auch Nathan. Verdammt.
,,Hey, Miranda…“, sagte er ungläubig, als hätte er nicht mit mir in der Schule gerechnet.
,,Hey, Nathan“, sagte ich schüchtern, wendete mich aber schnell zu Lucas.
,,Kann ich…dich kurz sprechen?“
,,Ähm, klar“, sagte er überrascht und wir gingen ein paar Meter weiter weg, während Nathan verwirrt in die Umkleide ging.
,,Ich bin von…der Schülerzeitung und…dabei fühle ich mich immer ganz schön aufdringlich, aber würde es dir was ausmachen, mir ein Interview zu geben? Ort und Zeit kannst du ausmachen“, sagte ich.
Mit diesem Spruch wickelte ich immer alle um den Finger. Das wurde einem in der Redaktion antrainiert.
Er nickte langsam. ,,OK. Einverstanden. Wie wäre es nach der Schule. Kennst du den Platz am Fluss?“
Ich nickte. ,,Perfekt.“
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