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Das Leben nach dem Sturm

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Brooke Davis Dan Scott Haley James Scott Lucas Scott Nathan Scott
20.10.2013
10.03.2014
16
14.787
 
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20.10.2013 971
 
Peyton

Ich wachte auf. Mein Kopf war auf meinen Armen gestützt, die auf einer Wolke lagen.
Ich streckte mich, wobei die Wolke etwas wirbelte und ich durch das Strecken ein Loch in die Wolke geschlagen hatte und meine Hand dadurch nass wurde.
Ich schüttelte es schnell ab und stand auf.
Nach drei Monaten hatte man sich daran gewöhnt, dass alles aus Wolken bestand.
Ich meinte damit  nicht, dass wir in einem Wolkenhaus wohnen oder so.
Es war wie der Anblick, wenn man mit dem Flugzeug über den Wolken fliegt. Ein Wolkenfeld.
Und genau da leben wir. Nur, dass man uns nicht sieht. Irgendwie ironisch oder?
Auf dem Friedhof sollte man still sein, um die Toten nicht zu stören, dabei befinden wir uns hier oben. Der Flugzeuglärm war erträglich, aber ich würde jetzt nicht sagen, dass das angenehm war.
Aber ich hatte andere Probleme. Ich wollte wieder auf die Erde.
Ellie sagte, das war die Sehnsucht nach dem Leben. Aber irgendwann verschwindet das.
Sie war wohl nicht verliebt, als sie starb, und hatte auch keine beste Freundin, die man über alles liebt. Und keine Musik, die man-OK, das hatte sie.
Ich strich mir meine Haare zurecht und untersuchte sie. Noch immer waren die Strähnen da.
Ich hasste mich selbst dafür, dass ich so ein Kostüm ausgesucht hatte und nun für immer so rumrennen musste.
Die künstlichen Flügel waren oft im Weg und die Stiefel waren auch nicht gerade vorteilhaft.
Aber egal was ich versuchte, ich bekam es nicht ab.
Genauso wenig wie das Makeup. Es ging einfach nicht.
Ellie sagte, wenn man noch am Leben festhielt, würde das Kostüm auch nicht verschwinden. Erst wenn man die Situation akzeptierte, würde ich wieder ich selbst werden.
Doch was hatte dieses Kostüm zu bedeuten? Wollte es mich aufziehen, mich nerven, damit ich so schnell wie möglich die Situation akzeptierte.
Wütend riss ich eine Feder aus den Flügeln aus und ich schrie vor Schmerz. Sofort wuchs eine neue Feder heraus.
,,Das hilft dir nicht weiter.“
Ellie kam hinter einem Wolkenturm hervor und lächelte mich an.
Der Krebs war in ihrem Gesicht nicht mehr zu sehen. Sie sah sogar ein paar Jahre jünger aus.
Sie trug die Lederjacke lässig. Ich weiß zwar nicht, wie das ging, aber sie gab der Jacke das letzte Lässigkeit. Sie hatte braune Cowboystiefel an.
Als ich sie mal danach fragte, sagte sie, dass sie die schon immer haben wollte und die hier nicht so schnell weggehen würden.
Hier. Was war das? Der Himmel? Schon.  Aber was war mit der Hölle? Gab es denn das?
Bestimmt, denn hier waren ganz schön wenige Menschen.
Aber vielleicht war es auch so, dass nur die hier waren, die aus Tree Hill kamen oder hier starben.
,,Was?“, fragte ich sie und pustete die Feder weg.
Sie deutete auf meinen Flügel. ,,Du weißt schon. Wenn du es rausrupfst, tust du dir damit nur selber weh. Du musst die Situation-“
,,Akzeptieren, ich weiß“, sagte ich und setzte mich auf den Boden-also auf die Wolke.
,,Schatz“, sagte sie und setzte sich neben mich.
,,Peyton“, sagte ich und schaute sie an, ,,mein Name ist Peyton.“
,,Was ist los?“, fragte sie und ich guckte weg.
,,Ich war noch nicht bei ihr. Ich konnte einfach nicht.“
Ellie verstand und nickte langsam.
,,Hat sie dich noch nicht besucht?“, fragte mich Ellie und ich schüttelte den Kopf.
,,Nein. Ich schätze, sie will, dass ich zu ihr komme. Doch ich…ich weiß auch nicht. Ich habe so ein schlechtes Gewissen! Ich meine, ich…ich hätte mich letztes Jahr fast umgebracht, und hab Brooke verletzt und sie….sie war so voller Leben und ist gestorben!“
Frustriert stach ich in die Wolke keine Löcher, sodass sich die Welt unter mir zeigte.
,,Peyton…“, setzte Ellie an, doch ich stand schon auf und trat ein riesiges Loch in die Wolke, was groß genug für mich war, damit ich hindurchpasste.
Ich nahm Anlauf und sprang hindurch.
Überall war dieses aufregende Gefühl, wenn man durch die Luft springt. Ein leichtes Kitzeln…
Ich kam auf dem Boden an und bremste mich mit meinen Füßen hart ab.
Das ist der Vorteil, wenn man tot war.
Wenn man aus hunderten oder tausenden von Metern auf den Boden fiel, war es etwa so viel, als wenn man von einem oder zwei Metern nach unten fiel.
Ich war am Platz am Fluss. Wie sonst auch immer. Doch normalerweise saß hier nicht Lucas.
Langsam ging ich auf ihn zu, welcher auf der Tribüne saß und sich durch die Haare fuhr.
,,Oh mein Gott, Luke!“, sagte ich, wobei mir eine Träne über die Wange lief.
Ich rannte auf ihn zu und wollte ihm gerade eine Hand auf den Arm legen, als mir einfiel, dass er höchstens einen kleinen Windstoß spüren würde.
Er war nüchtern. Immer wenn ich ihn besuchte, fand ich ihn entweder betrunken in irgendeiner Bar oder bei sich zu Hause, schlafend.
Und egal wo er war, Brooke ging es dadurch mies.
Die Brooke, die gerade kam und sich neben Lucas setzte. Lächelnd.
Als hätte mir jemand einen Dolch ins Herz gerammt, fiel ich auf den Boden und starrte beide an.
Brooke erzählte etwas und Lucas lachte, doch ich verstand durch mein Schluchzen nicht, was sie ihm erzählt hatte.
Dann beugte sie sich zu ihm hinüber und küsste ihn.
Ich bemerkte kaum, dass ich wie von selbst mich aufrappelte und wegrannte.
Ein Schnürsenkel war offen und ich stolperte und fiel hin.
Ich schluchzte und versuchte mir die Schuhe von den Füßen zu reißen, doch es schmerzte fürchterlich, also ließ ich mich auf das Gras fallen und starrte in den Himmel.
Hin und wieder schluchzte ich, doch es wurde immer leiser, bis ich ganz aufhörte und mein Blick durch die Tränen nicht mehr verschwommen war.
,,Darf ich mich neben dich legen?“
Was hatten die beiden jetzt vor? Etwa…hier? Und jetzt?
,,Hallo? Peyton?“
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