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Das Leben nach dem Sturm

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Brooke Davis Dan Scott Haley James Scott Lucas Scott Nathan Scott
20.10.2013
10.03.2014
16
14.787
 
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20.10.2013 1.028
 
Mouth

Ich schloss gerade meinen Spind, als ich sie sah.
Sie warf ihre langen roten Haare zurück und lächelte.
Es raubte mir den Atem und ich starrte sie einen Moment an, bis ich mich wieder fing.
Komm schon, Mouth!
Ich ging auf sie zu, und tippte sie an. Sie drehte sich um, wobei ihre roten Haare zurückgewirbelt wurden.
Habe ich schon gesagt, dass ich ihre Haare liebe?
,,Hey, Rachel!“, begrüßte ich sie.
,,Hey, Big Mouth!“, sagte sie lächelnd und ich musste lachen.
Ihr Lachen war so unglaublich. Ich liebte es. Sowie ihre roten Haare…
,,Süß“, kommentierte ich meinen Spitznamen, ,,hey, ich wollte dich was fragen-“
Gerade nahm ich meinen ganzen Mut zusammen, doch dann gongte es. Nein!
,, Tut mir leid, Mouth, geht es später? Ich hab jetzt Cheerleadertraining“, sagte sie mitleidig.
Die Nervosität, die ich erfolgreich verbannt hatte, kam wieder hoch. ,, Äh, klar. Natürlich! Da-dann, dann…bis…“
,,Später?“, beendete sie meinen Satz mit einem Lächeln und ich nickte hastig und sagte: ,,Ja!“
Sie kicherte und klopfte mir auf die Schulter, dann verschwand sie in den Gang, der zur Halle und zu den Umkleiden führte.
Ich seufzte und schlug mir mit der flachen Hand gegen die Stirn.
Das war ja mal peinlich!
Es gongte nochmal.
Ich ging schnell den Gang entlang, als ich plötzlich mit dem Rucksack an einer Türklinke hängenblieb und zurückgeschleudert wurde.
Ich konnte mich gerade noch so fangen und sammelte meinen Rucksack auf.
Erst dann sah ich, wo ich hängen geblieben war.
Der Medienraum.
Seit drei Monaten war ich nicht mehr da. Ich hatte auch die Spiele nicht mehr kommentiert.
Ich war jetzt nur noch Zuschauer.
Denn durch den Medienraum war ich in der Schule geblieben. Und musste sehen, wie mein Freund sein Leben und das der anderen zerstörte.
Ich rappelte mich schnell auf und ging in den Unterricht.
Der Englischunterricht interessierte mich nicht.
Ich musste abwechselnd an Rachel und an Jimmy denken. Es war schlimm. Ich kriegte es nicht mehr aus dem Kopf, bis-
,,Mouth“, sagte gerade mein Englischlehrer und stand lächelnd auf, ,,ist ein gutes Beispiel. Anstatt wie die meisten von euch aufzupassen, macht er sein eigenes Ding. Und passt nicht auf.“
Alle lachten und ich wurde rot und richtete meinen Blick nach vorne, wo mein Lehrer amüsiert vor seinem Pult mit verschränkten Armen stand und mich erwartungsvoll anschaute.
,,Was geht Ihnen denn durch den Kopf, Mr. McFadden?“, fragte er und wieder kicherte die halbe Klasse.
,,Tut mir leid“, murmelte ich und schaute entschuldigend nach vorne und der Lehrer nickte.
,,OK. Aber ich bitte dich, jetzt gut aufzupassen. Das ist der Stoff, der in der nächsten Klausur drankommen wird.“
Ein paar stöhnten und andere guckten überrascht, und ich war nicht mehr das Hauptthema.
Gut so, denn kaum waren fünf Minuten vorbei, schweifte ich wieder ab…

Der Gong weckte mich und ich stand schnell auf und packte meine Sachen.
,,Mouth“, rief mich mein Lehrer zurück, und mit pochendem Herzen ging ich zurück.
,,Ja?“, fragte ich.
,,Ich hoffe, du hast gut aufgepasst. Was war denn los? Du schweifst doch sonst nicht ab, sondern passt immer gut auf, deine Noten sind hervorragend…“
,,Ich…weiß….auch nicht“, sagte ich mit hochroten Kopf.
Wie konnte ich ihm sagen, dass ich ständig an ein Mädchen, das mich wahrscheinlich sowieso nicht wollte, und an einen Freund, der sich umgebracht hat, denken musste, ohne dass es verrückt klang.
,,Der…Stress. Naja, das ist mein letztes Schuljahr und der Abschluss macht mich schon nervös“, sagte ich hastig. Puh.
Der Lehrer nickte verständnisvoll.
,,Keine Angst, so geht es den meisten. Ich gebe dir einen Tipp: Teile dir den Lernstoff auf, dann hast du auch keinen Stress. OK?“
Ich nickte schnell, damit ich wegkonnte.
,,Danke!“ Er nickte zufrieden. ,,Ich bin froh, dass ich dir helfen konnte. Oh, zweite Stunde, ich muss los! Wir sehen uns dann morgen“, sagte er und ging hastig aus dem Raum.
Ich ging langsam raus, da ich es in die zweite Stunde nicht eilig hatte.
Ich hatte Lust, den Basketballern zuzuschauen. Nur so fünf Minuten….
,,Ah!“, schrie ich, als die Tür vor mir aufsprang und Rachel herausstürzte.
,,Oh mein Gott, Mouth!“, sagte sie erschrocken.
,,Nichts passiert“, sagte ich hastig, während ich mich von dem Schreck erholte.
Dann stutzte ich. ,,Hey, solltest du nicht noch beim Cheerleadertraining sein?“
Sie seufzte und fuhr sich durch die Haare. Sie sahen noch genauso schön aus wie vor einer Stunde.
,,Lange Geschichte“, murmelte sie, ,,was willst du?“
Ich wollte ihr eigentlich sagen, dass ich den Basketballern zuschauen wollte, doch dann fiel mir ein, dass ich ja noch mit ihr reden wollte.
Ich atmete kurz ein und aus, dann fasste ich meinen Mut zusammen und sagte: ,,Ich wollte doch…noch mit dir reden, weißt du noch? Als es gongte?“
Sie schien sich zu erinnern, denn sie nickte langsam.
,,Klar. Schieß los.“
Ok, nur nicht ausrasten, Mouth!
,,Du…weißt doch ganz genau, was ich über dich denke…“
,,Ach, weiß ich das?“, witzelte sie, ,,komm sag schon. Was ist denn?“
,,Du weißt doch, was ich für dich empfinde….“
So, jetzt war es raus.  Sie guckte etwas überrumpelt, fing sich aber relativ schnell wieder.
,,Ja, ich…weiß. Und…ich fühle mich wahnsinnig geschmeichelt, dass ein Typ, der mal nicht auf das eine aus ist, auf mich….steht.“
,,Aber…“, sagte ich und die Aufregung legte sich plötzlich.
,,Es tut mir so leid“, sagte sie und schaute mich traurig an.
,,Ach, ist ja meine Schuld. Ich meine, was habe ich mir nur dabei gedacht!“, sagte ich und wollte mich umdrehen, doch Rachel hielt mich zurück.
,,Du willst mich nicht, Mouth. Du hast was Besseres als mich verdient. Glaub mir.“
Ich schaute sie entsetzt an. ,,Das glaubst du echt? Dass ich wen Besseres finde? Du bist so unsicher, Rachel, obwohl du so wahnsinnig hübsch und eine Cheerleaderin bist!“
Sie zuckte mit den Schultern. ,,Ja, ich bin hübsch. Aber nur durch Hilfe von Ärzten. In Wahrheit…bin ich gar nicht so hübsch. Ich wäre total hässlich gewesen und so wie-“
,,Ich“, sagte ich.
,,Nein! Das wollte ich nicht sagen, sondern-“
,,Aber so meinst du es“, sagte ich kalt, dann drehte ich mich auf dem Absatz um und ließ Rachel stehen. So wie sie mich vor einer Stunde stehen gelassen hatte.
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