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Das Leben nach dem Sturm

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Brooke Davis Dan Scott Haley James Scott Lucas Scott Nathan Scott
20.10.2013
10.03.2014
16
14.787
 
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20.10.2013 587
 
Brooke

Ich ging durch die Tür, welche ins Tric führte.
Dort hing er meistens rum, an der Bar. Betrunken.
Ich wusste nicht, warum ich das eigentlich noch mitmachte. Es hatte doch sowieso keinen Zweck.
Am nächsten Morgen würde er wieder hier sein und sich betrinken.
Und ich war dann die, die ihn abholen musste.
Aber ich machte das. Immer und immer wieder.
Es fing vor zwei Monaten an.
Da fand ich ihn hier, sturzbetrunken, und er saß auf dem Boden, ein leeres Glas in der Hand.
Ich dachte, es wäre eine einmalige Sache. Aber das war es nicht.
Es war sein und mein Alltag.
Und ich machte mit.
Warum? Weil ich ihn liebte.
Ich schaute mich um. Wenige waren da, seit drei Monaten gab es keine Clubnacht mehr.
Keine Fall Out Boys, die auftraten, oder Konzerte von anderen Musikern.
Es war einfach eine abgeschiedene Bar, wo man sich betrank. Wie zum Beispiel mein Freund, den ich gerade entdeckt habe.
Ich ging mit schnellen Schritten zur Bar, wo er mit Kopf auf dem Tresen vor sich hin döste.
Ich nahm ihm sein Glas und den Ausweis, den ich letztes Jahr für ihn gemacht hatte, aus der Hand und zerriss ihn.
Wenigstens kam er so nicht mehr an den Alkohol heran.
Ich schüttelte ihn und er murmelte etwas Unverständliches.
,,Komm schon“, sagte ich und nahm seinen linken Arm auf meine Schultern, sodass er sich hochrappelte.
,,Hey“, sagte er und hauchte mir seinen Atem ins Gesicht.
Ich seufzte nur und führte ihn heraus.
,,Ich wollte noch….dableiben“, sagte er und zeigte vage zum Tric.
,,Ich weiß. Deswegen hole ich dich auch ab“, sagte ich knapp und öffnete die Autotür.
Er setzte sich rein und guckte wie durch Nebel.
Ich lehnte mich gegen das Auto und fuhr mir durchs Gesicht.
Ich hielt das nicht mehr aus. Das sollte nicht meine Zukunft sein!
Das war nicht mein Leben, wo ich mich um meinen Freund kümmerte. Er sollte sich um mich kümmern!
Als ich mich umdrehte und ihn musterte, hätte ich am liebsten weinen können. Aber ich wollte nicht schwach wirken.
Also stieg ich einfach schweigend ins Auto ein und fuhr los.
Er schlief und sah jetzt wie früher aus. Ruhig.
Und diese Person vermisste ich so.
Ich war nicht mehr mit Lucas Scott, meinem Freund, dem Basketballspieler und dem Bücherwurm zusammen.
Nein, sondern mit Lucas Scott, meinem Freund, dem Säufer und Ex-Ravens zusammen.
Wir kamen bei seinem Haus an, und ich half ihm heraus.
Er raunze etwas unfreundliches, da ich ihn geweckt hatte, doch ich ignorierte ihn einfach und wir stiegen heraus zur Haustür.
Ich wollte gerade klingeln, als die Tür schon aufging und Karen davor stand.
Sie kannte den Ablauf.
Sie nahm ihn mir dankend  ab und führte ihn in sein Zimmer, als Keith dazu kam.
,,Hey, Keith“, begrüßte ich ihn und er nickte mir zu.
,,Hi, Brooke.“
Ich wollte mich gerade verabschieden, doch ich musste noch was sagen.
,,Hey, Keith?“ ,,Ja?“
Ich versuchte Wörter zu sammeln, die meinen Zustand beschrieben, doch ich fand sie nicht, also sagte ich: ,,Ich…kann nicht mehr.“
Er nickte. ,,Ich weiß. Wir auch nicht. Wir alle nicht, doch das müssen wir durchstehen. Wir zusammen.“
Ich nickte, obwohl ich mit dieser Antwort nicht zufrieden war.
Wie lange sollte ich das denn noch durchstehen?
Ich stand das schon seit drei Monaten durch.
Seit drei Monaten, und das war eine verdammt lange Zeit.
Eine Zeit, wo man nicht einfach den Tod der besten Freundin und den schlimmsten Tag seines Lebens vergessen kann. Aber darüberstehen kann.
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