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Gruppe 03: Wer bin ich?

von MDU-Story
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
19.10.2013
19.10.2013
10
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19.10.2013 459
 
Kapitel 10 - Mysery-girl (Existiert nicht mehr)


„Hey!“ Die Stimme schien aus weiter Ferne zu kommen. Aber das war mir egal. Alles war mir egal. Mein Körper schien das allerdings ein wenig anders zu sehen, denn augenblicklich begann jede Faser meines geschundenen Körpers zu schmerzen und ich konnte die Stimme immer deutlicher wahrnehmen. „Na endlich.“
„Sergej?“ Ich schlug die Augen auf und stellte erstaunt fest, dass wir uns nicht mehr im Nieselregen sondern in einem Laster befanden, einem fahrenden Laster. Drei Fremde Männer starrten mich an, sie hatten alle Waffen und für einen Moment dachte ich, sie hätten uns wieder eingefangen.
„Keine Sorge“, beruhigte mich Sergej schnell, „In den letzten zwei Tagen ist viel passiert.“ Also war ich ganze zwei Tage lang bewusstlos gewesen? Ich massierte meine Schläfen, aber die Bilder von Alex mit den immer größer werdenden Blutflecken und das Geräusch seines dumpfen Aufpralls wollten einfach nicht aus meinem Kopf weichen.

Es dauerte noch gut eine Stunde bis ich mich auch nur ansatzweise auf das konzentrieren konnte, was Sergej mir mitteilte.
Anscheinend war er nur für kurze Zeit bewusstlos gewesen und hatte dann versucht mich fortzutragen. Da er aber selbst nicht in der allerbesten Verfassung war kam er nicht weit und wurde von einer Gruppe Männer entdeckt, zuerst dachte er es handle sich um unsere Peiniger. Doch schnell gaben sie ihm zu verstehen, dass auch sie zum Widerstand gehörten. Anscheinend gab es noch mehr von uns, als wir bisher vermuteten.
Noch bis vor zwei Tagen wäre ich vor Freude in die Luft gesprungen, aber nun? Ich wusste nicht wie ich ohne Alex weiter machen sollte.

„Haltet an“, sagte Sergej plötzlich.
„Was?“ rief einer der Männer, „wir können doch jetzt nicht einfach so anhalten.
„Haltet an, wir brauchen nicht lange.“ Was zum Teufel hatte er vor? Seufzend nahm der Mann ein Funkgerät und sprach mit dem Fahrer, kurze Zeit später blieb der Laster holpernd stehen.
Ohne auch nur ein Wort an mich zu richten zerrte er mich aus dem Laster, drehte mich um und nahm mein Gesicht in seine Hände damit ich gezwungen war ihn anzusehen.
„Hör mir jetzt ganz genau zu. Du weißt, Alex hätte nicht gewollt, dass du aufgibst. Zum ersten Mal seit Monaten haben wir eine reale Chance unsere Freunde zu befreien und diesen Bastarden in den Hintern zu treten.“ Ich wusste, dass er Recht hatte. Wenn ich wenigstens die Gelegenheit gehabt hätte mich von Alex zu verabschieden…
Just in diesem Moment kam ein Wind auf und der Regen, der vorher wie in Strömen geflossen war stoppte.

Ich war noch nie besonders abergläubisch gewesen und hatte auch nie an Dinge aus dem Jenseits geglaubt. Doch in diesem Moment wusste sie, dass dies hier Alex‘ Abschied war und seine Aufforderung an sie weiter zu machen.
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