Eternally unforgotten

von - Leela -
KurzgeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12
19.10.2013
19.10.2013
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Eigentlich sehe ich diesen Hinweis als selbstverständlich an; in diesem besonderen Projekt möchte ich es aber auch der Geschichte vorschalten: Alle erwähnten Charaktere außer Tasha, Danny und 8y sind geistiges Eigentum von Lou Scheimer. 8y basiert auf Lou Scheimers Ghostbuggy. Meine Geschichten entstehen nicht aus kommerziellen Gründen, sondern reinweg aus Liebe zu seinem Werk.
      Diese Geschichte ist ganz speziell Lou Scheimer gewidmet, der am 17. Oktober 2013, zwei Tage vor seinem Geburtstag, verstarb. Mit ihm geht ein Mann, der es verstand, Welten, Träume und Wunder zu erschaffen, und der mir meine Heimat und meine Familie gab. In meinem Herzen wird er ewig weiterleben.



Eternally unforgotten

Im Ghostkommando herrschte gedrückte Stimmung. Eddy saß an Freds Armlehne gelehnt und sah verloren vor sich hin, Jake tat es ihm auf der anderen Seite an den Schreibtisch gelehnt gleich. Von Tracy hatte man seit Stunden nichts mehr gesehen.
      Eigentlich war heute ein Tag zum Feiern, denn heute hatte ihr geistiger Vater, Lou Scheimer, Geburtstag. Doch vor kurzem hatte sie die Nachricht erreicht, daß Lou vor zwei Tagen verstorben war.
      Es herrschte Totenstille, und selbst der ShockClock war es peinlich, daß sie ihr Ticken nicht abstellen konnte, – das einzige Geräusch derzeit, das in der Stille so laut und grotesk wirkte wie nie zuvor.
      Als es an der Tür klingelte, sah Jake auf. Das mußte Jessica sein. Er ging öffnen und sah sich bestätigt.
      Die Reporterin wirkte ganz anders in dem dunklen Kostüm, das sie trug. Das würde vielen heute so gehen.
      Sie und Jake wechselten einen Blick. Heute brauchte niemand etwas zu sagen, um ganz viel miteinander zu reden.
      „Wie geht es Tracy?“ fragte Jessica.
      „Er ist unten in der Werkstatt. Tasha ist bei ihm. Ich glaube, sie ist im Augenblick diejenige, die ihm am besten von uns beistehen kann.“ erklärte Jake ruhig.
      Jessica nickte. „Sie stammt aus Leelas Feder, nicht aus Lous. Das macht die Sache sicher nicht einfacher, aber vielleicht ist sie dadurch nicht ganz so nah dran wie wir, und kann es mit ein bißchen mehr Abstand sehen. Sie wird uns allen noch eine Menge beistehen müssen.“
      „Ja, aber Tracy am meisten. Ich habe ihn noch nie so weinen sehen.“ sagte Jake betroffen.
      „Das ist kein Wunder.“ erwiderte Jessica. „Immerhin ist es seine Stimme, die von uns gegangen ist.“ Sie ging zu Eddy herüber und legte ihm eine Hand auf die Schulter.
      Allein diese kleine Geste half viel, und entlockte ihm ein kleines, dankbares Lächeln, bevor er die Geste erwiderte und seine Hand auf ihre legte.
      In dem Moment materialisierte Futura im Büro. Auch sie war ganz anders gekleidet, als man es von der Zauberin aus der Zukunft gewohnt war, in dunklen Farben und nicht so freizügig. „Meine Familie ist schon auf dem Weg zum Treffplatz. Treffen wir Belfry beim Kirchturm?“
      Jake nickte. „Er sagt den anderen Batz Bescheid, dann gehen wir zusammen zum Park.“
      Gemeint war der Central Park, auf dem alle in einer superschnellen Aktion eine Gedenkfeier organisiert hatten – ohne viel Aufwand, aber um gemeinsam ihrem Schöpfer zu gedenken.
      „Wollen wir los?“ fragte Futura.
      Die anderen nickten.
      Jake sah Eddy an. „Du und Tasha nehmt Tracy in 8y mit?”
      Eddy nickte. Beide wußten, daß Tracy heute nicht in der Verfassung sein würde zu fahren.
      „Gut. Dann würde ich vorschlagen, Jessica fährt auch bei euch mit, und Futura und ich holen zusammen mit GB Danny und Opa Kong ab.“
      Alle bestätigten wortlos, und dann kam Bewegung in’s Team, als sich alle auf den Weg machten. Jake und Futura gingen hinunter zu GB, und Eddy und Jessica holten Tracy und Tasha ab.

Nach und nach fanden sich alle im Park ein. Die Betroffenheit war spürbar, so als könne man sie greifen. Überall wurden leise Gespräche geführt, man sah die Anwesenden den Kopf schütteln oder mit den Tränen kämpfen.
      Gerade trafen die beiden Ghostbuggies ein und stellten sich zu Madame Whys Wohnwagen und dem alten Ghostbuggy, die bereits anwesend waren.
      Das alte Ghostbuggy schien erleichtert, als sich die beiden Verwandten zu ihm gesellten, und 8y wußte jetzt bereits, daß sie heute für GB und seinen Vorgänger würde da sein müssen. Aber das war okay. Wenn es eine Zeit gab, um jemanden zu zeigen, daß man immer für ihn da war, egal wie sich das Verhältnis sonst im Alltag gestaltete, dann war es heute; und das galt nicht zuletzt für GB.
      Die anderen ließen die drei nun allein, um sich der Gruppe auf dem Platz anzuschließen. Es war ein unwirkliches Gefühl, als sie über den Platz gingen, wo die Geister Hauntquarters’ bereits versammelt waren. Sie sahen viele vertraute Gesichter: Mister Smice von der Müllverbrennungsfabrik, John Guardian, Corky und seine Freunde, Wormroot und Cottonmouth, Professor von Ziflin, Slort, den Trollkönig… Alle waren gekommen, um an der Gedenkfeier teilzunehmen – und selbst wenn man es kaum glauben mochte bei einem Zusammentreffen dieser Art, herrschte eine friedliche Stimmung, wie man sie selten fand.
      Heute war jeder in Ausnahmezustand. Jakes Vater standen die Tränen in den Augen, als er sich mit Graf de la Grumpette unterhielt, Spenser und Apparitia gingen gemeinsam ein Stück am See entlang, schwiegen die meiste Zeit, aber waren füreinander da, Tanya und Merlin hatten sich eine Ecke gesucht und redeten viel, das lila Monster stand niedergeschlagen am Wasser und ließ sich von Graf Freeze und Emelita de la Torres trösten. Foxfire hatte sich verkrochen, und erst Flossy und Beauregard schafften es, ihn ein wenig aus der Reserve zu locken.
      Eddy und Tasha waren schnell mit Floatzart und Mysteria in Kontakt gekommen, und nun unterhielten sie sich, und drückten sich gegenseitig ihre Betroffenheit aus. Mysteria schüttelte immer wieder den Kopf, und man merkte ihr an, daß sie noch nicht richtig realisiert hatte, was passiert war.
      Tracy hatte sich bald automatisch mit Sir Trancealot und FibFace zusammengefunden. Die drei verband mehr als nur das dumpfe Gefühl, eine wichtige Person verloren zu haben. Sie hatten ihre Stimme verloren, und es war, als verband sie das in diesem Augenblick noch ein kleines bißchen mehr, als alle anderen.
      An diesem besonderen Tag kam jeder mit jedem in Kontakt, ohne jede Rivalität oder mißgünstige Gedanken, und alle halfen sich gegenseitig, das Geschehene zu verarbeiten. Es war egal, ob Geist oder Mensch, ob aus Hauntquarters oder Ghost Command, heute teilten alle eine einzige Grundstimmung miteinander, und trugen das Leid gemeinsam. Es war einer dieser magischen Momente, von denen niemand geglaubt hätte, daß es ihn je so geben würde, und doch war in diesem Augenblick alles so selbstverständlich, daß es niemandem in den Sinn kam, sich zu wundern oder es zu hinterfragen.
      Während sich alle in verschiedenen Gesprächen immer wieder neu sortierten, ging Jake gedankenverloren über den Platz. Unwillkürlich stellten er und Prime Evil Blickkontakt her. Doch keiner sagte ein Wort. Die Betroffenheit stand selbst dem Herrn des Bösen in’s Gesicht geschrieben. In dem Augenblick war jede Rivalität und Feindseligkeit komplett ausgeblendet. Als sie sich gegenüberstanden, brauchte es keine Worte mehr. Sie fielen sich in die Arme und wußten, jetzt gerade fühlten sie dasselbe, denselben Schmerz im Inneren, die Ohnmacht und Hilflosigkeit. Bei Jake fiel in dem Moment die Fassade, und er brach in Tränen aus. Es war die unwirklichste Szene, die die Umstehenden je gesehen hatten; Jake klammerte sich in dem schwarzen Umhang Prime Evils fest und konnte sich kaum auf den Beinen halten, während Prime Evil ebenfalls in Tränen ausbrach.
      Dieser Tag folgte keinen Regeln. Dieser Tag folgte nur einem gemeinsamen Gefühl.

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