Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Lehren und lernen

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteFreundschaft / P12 / Gen
Gaara
18.10.2013
18.10.2013
1
638
2
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
 
18.10.2013 638
 
Guten Abend, meine Lieben. :)
Ich habe es geschafft, einen winzigen OS über Gaara zu schreiben, einfach, weil ich einen Einblick in das geben möchte, was ich in seinen Gedanken vermute. Dass es so kurz ist, ist Absicht, nur, damit man jetzt nicht denkt, ich sei faul oder sonst etwas. ;)
Jedenfalls hoffe ich, dass es euch gefällt.

RoseDawson



Lehren und lernen


„Mein Reich.“

Sein Reich. Ja, das war es. Sein Reich, obwohl es ihm nicht gehörte. Viel mehr gehört er ihm, er gehörte sich selbst, würde es auch immer, doch gleichermaßen war er eine Spielfigur. Ein Teil des Reiches. Ein Teil des Windes.
Doch wenn er nun darüber nachdachte, war dieser Gedanke falsch. Er zweifelte. Er gehörte nicht dem Windreich, ebenso wenig wie es ihm gehörte. Es war Sunagakure, das er liebte. Sunagakure und die Menschen, die dort, nein, die hier lebten.
Er meinte damit nicht nur seine Geschwister, sondern alle. Das hörte sich falsch an, selbst für seine Ohren, denn niemand hatte ihm je beigebracht zu lieben. Aber musste einem das überhaupt beigebracht werden? Er glaubte, verstanden zu haben, was damit gemeint war, wenn man sagte, man liebte jemanden. Er meinte nicht diese partnerschaftliche Liebe, er wusste immer noch nicht, ob er dazu überhaupt fähig war, sondern diese Loyalität, das Zugehörigkeitsgefühl. Und die Wertschätzung, die über Akzeptanz hinaus ging.
Man hatte keine Angst mehr vor ihm – oder zumindest keine große. Man respektierte ihn, ja, schätzte ihn sogar. Und das war mehr, als er bisher jemand gedacht hätte, erreichen zu können. Ihm wurde vertraut.

„Endlich.“

Er war kein Monster. In ihm hatte eines gelebt, aber er lebte, um zu schützen. Er schützte und es machte ihn glücklich. Er schützte sein Dorf, Sunagakure.
Niemals würde er das Geschehene vergessen. Wie man ihn mied, ihn hasste. Und wie man ihn verriet.

„Yashamaru.“

Aber er hatte gelernt. Gelernt, damit umzugehen. Teilweise zumindest. Unter anderem.
Ihm war viel klar geworden, er vertraute wieder, obwohl die Erinnerungen schmerzten – und es immer tun würden. Aber vielleicht vertraute er auch gerade deswegen. Vertraute, weil er daran erinnert wurde und wusste, dass es vergangen war.
Man hatte ihn belogen, betrogen und misshandelt. Nicht unbedingt körperlich, das war ihnen nie gelungen, auch wenn sie es versucht hatten, aber geistig. Man hatte ihn emotional verstümmelt bis er monsterähnliche Züge angenommen hatte. Bis er ihnen zeigen wollte, was ein richtiges Monster war, wenn sie ihn als solches betitelten. Und noch immer arbeitete er auf.

Vielleicht würde das nie enden.
Vielleicht.

Dennoch sah er nach vorne. Er schützte, denn alles, was er noch zerstörte, waren Gefahren für Sunagakure, Gefahren für das, was er liebte.
Er musste nicht mehr töten, um sich lebendig zu fühlen, um überhaupt etwas zu spüren. Er war am Leben, das wusste er. Er atmete, er existierte. Er spürte sein Herz schlagen und den Wind an seiner Haut entlang streichen. So, wie es richtig war. Wie es sein sollte.
Naruto hatte ihm vieles gelehrt, obwohl er nicht hatte lernen wollen. Man hatte ihm gezeigt, dass man trotz des Monsters, das in einem wohnte, trotzdem etwas schaffen konnte. Etwas Positives schaffen konnte. Und er hoffte wirklich, Naruto irgendwann auf einem Kage-Treffen gegenüberstehen zu können, als Partner.

„Und als Freund.“

Er hatte mehr auf ihn gehört als auf seine Geschwister, denn er wusste, wie es sich anfühlte, gemieden zu werden. Und dank ihm war er fähig, als Kazekage sein Dorf zu lieben und zu beschützen. Er dachte so oft daran.
Und gerade jetzt verstand Gaara, dass er sein ganzes Leben lang lernen würde. Und er würde seinen Schülern, aber auch den Dorfbewohnern lehren, dass er es würdig war, Kage des Dorfes Sunagakure zu sein.
Dass man etwas lieben konnte, egal, was passierte.
Dass man jemanden lieben konnte, egal was passierte.
Und dass man vertrauen konnte, selbst, wenn man so war, wie er.

„Mein Zuhause. Meine Familie.“

Mittlerweile zumindest.
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast