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Instant Love

von Kyrana
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Fuu Jin Mugen
17.10.2013
28.06.2014
12
7.876
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17.10.2013 612
 
Mugen…

Wir wanderten schon wieder den ganzen Tag und wieder starben wir fast vor Hunger. Wenn das zu Gewohnheit werden würde, könnte ich für nichts garantieren. Zwar schaffe ich es eigentlich, mich zurückzuhalten, wenn ich hungrig bin, aber wenn man mich nervt… Ich glaube, wenn ich den Namen Fuu einwerfe, reicht das.

„Ich habe Hunger!!“ motzte eine quenglige Fuu das dreimillionste Mal in zwei Wochen.

„Wir sind alle Hungrig, du dämliche Gans.“ Oh Mist, wieso konnte ich das nicht für mich behalten. Meine Aussage traf zu, sicher, nur jetzt würde sie ausrasten.

„Awww, Mugen!!! Wie kannst du nur so ein ignoranter Trottel sein?! Ich meine du weißt ganz genau…“ Ich schaltete ab. Mann, sie war so berechenbar – noch eine Eigenschaft, die sie behalten hatte.

***

Es verlief wie immer. Wir kamen in irgendeinem öden kleinen Dorf an und sollten Geld beschaffen. Fuu entschloss sich, nach einer Unterkunft Ausschau zu halten und Jin... Hmm, ich hatte tatsächlich so gut wie nie mitbekommen, wie Jin seinen Teil des Geld zusammenschaufelte. Vermutlich als Leibwächter, dass würde zu ihm passen. Ich grinste und schlug die Hände hinter den Kopf. Allerdings war es ein böses Grinsen. Ich würde garantiert nicht länger warten. Ich wollte was zwischen den Zähnen und zwar jetzt!


Ich ging auf einem Feldweg. Hier wuchs nichts als Reis. Wie war ich denn hier hingekommen? Nachdem ich meinen Orientierungssinn verflucht hatte machte ich kehrt. Mein Hunger würde mich noch verrückt machen, sofern er das nicht schon geschafft hatte.

***

Schon nach kurzer Zeit sah ich ein kleines Haus oder eher eine Hütte, die zwar nahe der Straße war, aber dennoch auf dem Reisfeld stand. Vermutlich um es vor Dieben wie mir zu verbergen. Wobei ich ja nicht wirklich Etwas stehlen würde.

Auf meinem Weg zur Hütte schnitt ich die störenden Reispflanzen einfach ab. Mein Kopf ließ nicht wirklich einen anderen Gedanken zu als „Besorg etwas zu essen! Besorg etwas zu essen!“. Das war mein persönlicher Tiefpunkt. Ich hatte seit geschlagenen viereinhalb Tagen keine Nahrung mehr zu mir genommen und das war reichte Fast an meinen Rekord von sechs Tagen heran. Das hatte aber andere Gründe gehabt. Die Sonne war unersättlich und die Grillen zirpten wie immer. Nur das heute alles noch Nerv tötender war als sonst. Ich sah schon eine kleine Lichtung ein paar Meter weiter. Die Umrisse eines Zauns wurden sichtbarer. Meine Rettung aus dem Reispflanzen-Meer!


Der Zaun stellte nicht wirklich ein Hindernis für mich dar. Ich schwang mich darüber und stand direkt auf einer winzigen Lichtung vor der Hütte, die ich vorhin von weitem gesehen hatte. Sie war etwas größer als gedacht. Ich sah mich um. Die gesamte Lichtung  war eingezäunt. Der Boden bestand aus plattgetretener Erde. Ich drehte mich einmal halb um die eigene Achse und sah direkt in die dunklen Augen einer mir erschreckend bekannten Frau. Ich spannte alle meine Muskeln an. Mein Unterbewusstsein zwang mich dazu mich zu fangen. Sie war kein Feind und ich hatte eigentlich immer die Rolle gehabt, sie zu beschützen und nicht vor ihr zu verhungern.

„Kosa.“ Ich sagte es wie eine Feststellung, obwohl ich mich innerlich mehr als erschrocken hatte, sie hier zu sehen. Ich hätte alles erwartet, aber nicht Kosa.

Sie starrte mich wohl genauso an, wie ich sie. Ich bemerkte, dass sie andere Kleidung trug. Magd-Kleidung. Ich hätte nicht gedacht sie jemals in etwas anderem, als unserer Piratenkleidung zu sehen.

„Mugen!“ Im Gegensatz zu mir war in der Art, wie sie meinen Namen aussprach deutlich zu hören, wie überrascht und… glücklich sie war?

Ich erstarrte. Der Hunger kehrte zurück. Ich hielt mir den Bauch.

„Essen. Mach mir was zu essen! Bitte...“ Das war erniedrigend, sehr erniedrigend, aber ich musste es sagen.
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