Die Reise zum Schattenberg

GeschichteFantasy / P12
Ashallayn "Ash" Darkmyr Tallyn Grimalkin Robin "Puck" Goodfellow
17.10.2013
29.03.2015
9
23021
 
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Hi,
danke, dass du beschlossen hast meiner ersten FF eine Chance zu geben :)

Ich entschuldige mich schonmal im Voraus für Rechtschreib- und Grammatikfehler.
Ich gebe mir Mühe Fehler zu vermeiden, aber das gelingt leider nicht immer.
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Dösend saß ich auf dem dicken Ast einer Trauerweide, nachdem ich gerade vor einer Horde Kobolde fliehen musste. Die meisten Äste der Weide hingen schlaff hinab und streichelten sanft die Oberfläche des Teiches unter mir. Sachte Wellen verteilten sich langsam auf dem Wasser.
Ich sehe hinunter, in mein verschwommenes Spiegelbild.
Ich sehe ein so zerbrechliches Wesen, eine Ausgestoßene, die sich in dem gesetzlosen Raum des Nimmernie am wohlsten fühlt. Dort, wo die Gesetze des Sommers und des Winters nicht gelten. Schon seit Ewigkeiten lebt sie dort, ist vor wilden "Tieren" geflohen, hat sich versteckt und gelernt sich zu verteidigen. Sie hat gesiegt und so manches Mal verloren, wobei sie sich schon oft genug in Lebensgefahr gebracht hatte. Und warum? Weil sie anders ist als andere, weil sie kein Reinblüter ist.
Man sollte meinen es habe sich etwas geändert, nachdem die Halbbluttochter Oberons, Meghan Chase, zur Königin des Eiseren Reiches gekrönt wurde... doch dem war nicht so. Ganz im Gegenteil. Mab, die dunkle Königin schien von dem Tag ihrer Krönung an noch mehr Hass gegen die Halbblüter zu hegen.
Eine kleine Träne zerbricht die Wellendecke des Wassers.
Es war also wieder einer dieser Tage, an denen ich schwach werde und der Vergangenheit nachtrauere. Der Vergangenheit, in der ich noch als reine Sommerfee galt, welche ich leider nie war.
Ich sah von meinem Spiegelbild auf und blickte nach oben, in die Äste der Weide. Niedergeschlagen lehnte ich meinen Kopf an den kräftigen Stamm. 'Was bin ich nur für eine Betrügerin? Immer stark, taff und und mutig... scheinbar furchtlos..., doch sobald ich allein bin, knicke ich ein, wenn ich auch nur einen klitzekleinen Gedanken an all das verschwende, das mir widerfahren ist. Ich bin noch immer so zerbrechlich, wie früher...', bei diesem Gedanke lief mir wieder eine Träne die Wange hinunter und durchbrach anschließend die Wasseroberfläche.
Ich schloss wehmütig die Augen. 'Ein bisschen Schlaf könnte mir gut tun.' Ich nahm meine Umgebung immer weniger wahr. Sie verschwamm vor meinem inneren Auge. All die Kobolde, Waldläufer, Jäger und Gejagte des Waldes verschwanden schließlich und ich schlief ein.

Langsam öffnete ich meine vom Schlaf noch ganz schweren Augenlider. Was war das für ein beklemmendes Gefühl, das mir durch Mark und Bein ging und mich aus dem Schlaf gerissen hatte? Meine Füße begannen zu zucken. Plötzlich war ich hellwach und richtete mich kerzengerade auf. Ich versuchte mich zu beruhigen und redete auf mich ein. »Keine Sorge Lucy. Alles gut. Beruhige dich. Das sind nur ein paar Zuckungen... Du hast schon deutlich außergewöhnlichere Dinge erlebt!« Meine Füße hörten auf zu zucken und ich hoffte, dass es das jetzt gewesen war, aber falsch gedacht.
Wieder packte mich dieses beklemmende und überaus unangenehme Gefühl.
Wie von einer anderen Macht gezwungen, sprang ich gegen meinen Willen von dem Ast in den Teich, der mir glücklicher Weise nur bis zu den Knien ging. Mir blieb nicht einmal die Zeit zu hoffen, dass es jetzt vorbei war,denn meine Beine setzten sich schon kurz darauf in Bewegung und ich rannte in einem unmenschlichen Tempo durch den Wald, ohne zu wissen wohin es überhaupt gehen sollte. Ich befahl meinem Körper stehen zu bleiben, doch er gehorchte mir nicht. Nach kurzer Zeit gab ich schließlich auf und ließ mich von meinen Beinen forttragen.
Ich begann zu überlegen, warum mein Körper mir nicht mehr gehorchen wollte und da fiel es mir plötzlich wieder ein. Ich kannte dieses Gefühl, doch es war schon lange her, dass es meinen Körper durchfahren hatte und eben dieser mir nicht mehr hatte gehorchen wollen.
'Eine Beschwörung!'
Gerade wollte ich diesen Gedanken weiterführen, da peitschte mir schon wieder ein Ast in mein Gesicht. Langsam reichte es mir. Ich hatte keine Lust mit unzähligen Kratzern im Gesicht an meinem Zielort anzukommen, deshalb und weil ich nicht noch die Aufmerksamkeit irgendeines hungrigen Tiers auf mich ziehen wollte, nahm ich die Gestalt einer Burmakatze an. Dank meiner Katzengetalt würde ich von nun an nicht nur vor den vielen Ästen der Bäume geschützt sein, sondern ich bewegte mich nun auch deutlich schneller und leichtfüßiger durch das finstere Geäst, was mich zu einer nicht mehr ganz so großen Zielscheibe machte.
Während ich trockene Blätter unter meinen Samtpfoten zertrat und über abgebrochene Baumstämme und Äste sprang, überlegte ich, wer der Verursacher dieser Beschwörung sein könnte. 'Mit wem habe ich noch einen Vertrag offen? Wem schulde ich noch einen Gefallen?' Ich ging nur äußerst selten Verträge ein und hatte noch dazu schon lange keinen mehr geschlossen. Wem also schuldete ich noch eine Gefälligkeit?
Während sich die Umgebung, die ich durchquerte, langsam veränderte, die dicht gewachsenen, stämmigen Bäume zu kleinen, weit gestreut wachsenden Bäumen wechselten und die feuchte, grasbewachsene Erde immer trockener und unbewachsener wurde, wurde mir klar, dass ich mir meine Frage sehr bald selbst werde beantworten können.
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