Forget who we are

von Phoenix-
GeschichteRomanze / P16
Kyoko Mogami Ren Tsuruga
16.10.2013
17.10.2013
3
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Vom Treffen und treffen wollen
von Phoenix


Da stand sie also. Nicht fähig etwas zu sagen, denn alles was sie hätte sagen wollen, hatte etwas mit Elfen und Prinzen zu tun. Wieso war Koon hier? Hatte er als Elfenprinz nicht allerhand zu tun? Es war nur ein Teil der Gedanken die sie hatte, bevor sie sich selbst stoppte um nicht in ihrer Märchenwelt zu ertrinken. „Wie bist du… bist du hier her gekommen?“ kläglich rang sie nach Fassung und versuchte eine vernünftige Frage zu stellen, doch je mehr sie stammelte, desto mehr glich sie der Farbe einer Ampel. Ren alias Koon musste lächeln. Das war typisch seine Kyoko! Er konnte ihr Ansehen, wie ihre Fantasie fast überlief und kleine Elfen ringelrein um sie tanzten. „Geflogen“, meinte er und fuhr sich mit einer Hand durchs Haar. Ganz war es ja nicht gelogen, immerhin hatte er das Flugzeug benutzt. Gut, das Kyoko dachte er wäre eigenständig mit seinen Flügeln her gekommen, dafür konnte er ja nichts. Naja zumindest nicht viel.

„Kyoko ich…“, fing er an, doch zur selben Zeit hatte auch sie etwas sagen wollen. „Koon ich…“ Peinlich berührt hielten sie beide inne und Kyoko schaute auf den Sand vor ihren Füßen. Er war weiß und fein, so wie es einem Elfenprinzen gebührte. Eigentlich war es doch klar, dass es Koon an so einen magischen Ort wie diesen, praktisch zog. Guam war eben nicht gleich Japan. „Du zuerst“ antwortete sie und nestelte nervös an ihrem Kleid herum. Koon war auf sie zugegangen und musste lächeln, wie verlegen Kyoko ihren Blick abwandte. „Wir sollten uns mal Treffen, vielleicht heute Abend?“ sachte nahm er eine ihrer Haarsträhnen in die Hand und betrachtete sie. Es wirkte wie selbstverständlich, aber das war es nicht. Nein es war alles andere als normal. „ehm gern, aber naja…heute Abend…also“ Eigentlich hatte sie heute Abend doch schon was vor! Jelly hatte vorgeschlagen zusammen mit Ren essen zu gehen. Einen Moment lang fragte er sich ob sie vielleicht mit einem anderen Mann verabredet war, dann aber schob er den Gedanken beiseite. So ein Quatsch seine Kyoko hätte ihm doch erzählt, wenn sie ein Date hätte. Außerdem fand er, dass sie nicht die Art Frau war, die sich auf das nächstbeste Date einließ. „Ich treffe mich heute Abend mit meinem Sempai… Tsuruga-san“ erklärte sie ihm weiter und schaute vom Boden auf. Allerdings zu spät um die Überraschung in Koons Augen zu sehen. So, er war also bereits heute Abend verabredet? Schön das er auch mal davon erfuhr. Eine Weile schwieg er, dann zuckte er mit den Schultern. „Dann vielleicht morgen? So gegen Mittag wieder hier?“ Eifrig nickte Kyoko und wieder Schwiegen die beiden. Vielleicht träumte sie das alles ja nur. Ja vielleicht war dieser Koon vor ihr, gar nicht echt. Eine Illusion die von dem rauschen des Meeres und der strahlenden Sonne verursacht wurde. „Ich muss dann auch wieder mal los“ meinte sie und kaute auf ihrer Unterlippe herum. „Okay“ flüsterte er nur und strich ihr die Strähne, die er die ganze Zeit über in seiner Hand gehalten hatte, hinter ihr Ohr. „Pass auf dich auf Kyoko“ dann ließ er seine Hand sinken und wandte seinen Blick wieder dem Meer zu. Leise hörte er wie sich hier Schritte entfernten, plötzlich aber blieb sie stehen und er schaute verwundert zu ihr. „Ich…Koon es ist schön dich Wiederzusehen“ Er konnte ihre Aufrichtigkeit in diesen Worten regelrecht spüren und es ließ ihn wärmer ums Herz werden. Kyoko schien noch immer an ihm zu hängen. An ihm als Koon. Warum konnte sie nicht auch nicht so an Ren, seinem neuen Ich, hängen? „Ich finde es auch schön, bis morgen Kyoko“

Nachdem sie keine fünf Minuten weg war, zückte Ren sein Handy. Leicht verwundert stellte er fest, das Jelly ihn bereits drei Mal versucht hatte anzurufen. Rasch wählte er ihre Nummer und wartete das vertraute Tuten ab. „Ren? Endlich! Ich hasse dich! Komm sofort her!“ Beinahe hätte er gelacht, wäre sein Anliegen ein anderer gewesen und hätte er nur ein wenig mit ihr plaudern wollen. So aber wollte er lieber wissen, wer das Treffen mit Kyoko und ihm organisiert hatte. „ Ja? Tut mir Leid. Wieso das? Und zu guter Letzt, wo bist du denn?“ gab er auf all ihre Sätze eine Antwort. Auf der anderen Seite der Leitung hörte er wie Jelly einmal tief durchatmete. „Wegen dir musste ich Kyoko anlügen und ich bin im Hotel, also komm sofort her!“ Ren räusperte sich einmal und lief schon langsam in die Richtung in die er musste, um ihrer Bitte nachzukommen. „Apropos seit wann bin ich mit Mogami-san verabredet?“ stellte er seine Frage gerade heraus. Fragen kostet ja nichts. „eh? Woher weißt du davon? Auch egal, deswegen musst du ja her kommen! So wie du jetzt aussiehst kann man dich ja kaum erkennen.“ Jelly versuchte vergeblich die Dringlichkeit seines Erscheinens klar zu machen und lief wie verrückt in ihrem Zimmer auf und ob. Also stimmt es doch. Er würde heute Abend Kyoko treffen und zwar ganz allei… „Ich komme allerdings auch mit zu dem Treffen“ unterbrach Jelly in eben diesem Moment, Rens Wunschgedanken. „Oh“ entgegnete er leicht geknickt, „Ich komme sofort“. Bevor Jelly noch etwas sagen konnte, hatte er auch schon aufgelegt.

Gegen acht Uhr, war Kyoko zusammen mit Jelly in die Lobby gegangen. Jelly hatte immer wieder betont, dass sie hier Ren treffen würden. Ungeduldig starrte Kyoko immer mal wieder auf die Uhr. Ihre Hände umfassten den weißen Stoff ihres Kleides, in das sie Jelly gesteckt hatte. Wir gehen zwar nur im Hotel essen, aber das heißt nicht, dass wir uns nicht etwas schickeres Anziehen, hatte die Stylistin gesagt und keine Widerrede geduldet. „Endlich“ rief Jelly, als sie Rens Kopf erblickte. Unmittelbar hinter ihm tauchte noch ein zweiter rötlicher auf. Überrascht sah Kyoko zu ihrem Sempai, der mit einem großen Gentleman-Lächeln auf sie zu kam. Urks, was war denn da los? „Tsuruga-san?“ fragte sie deshalb etwas zaghaft und musterte den Menschen, den er ihm Schlepptau hatte. Es war eine ziemlich hübsche junge Frau, die in etwa so groß wie Kyoko selbst war. Ihre Haare hatten einen dunkelroten fast Lilanen Stich und waren ungefähr auf Kinn Höhe. Eben diese Frau steckte in dem gleichen Sommerkleid wie sie gerade! „Kyoko-san, darf ich dir meine Kollegin Honda Riona vorstellen. Rio-san, das ist Kyoko-san von der ich dir bereits erzählt habe“ Ren tat seinem falschen Lächeln keinen Abbruch, weshalb Kyoko ihn besorgt musterte. Rio hatte sich genau neben Ren gestellt und lächelte wie immer auf ihre freundliche und höfliche Art. Innerlich allerdings kochte sie vor Wut. Die Kleine stand doch voll auf Ren-san! Das konnte sogar ein Blinder sehen. Er gehört mir, nur mir allein du blöde Ziege, dachte Rio, antwortete allerdings anders: „Freut mich dich endlich kennen zu lernen Kyoko-san“ elegant machte sie einen Schritt auf Kyoko zu und schüttelte ihre Hand. Dieser Moment reichte aus um Kyoko ihre eben noch gedachte Botschaft zu vermitteln. „Na dann, hier entlang“ sagte Jelly zögerlich und lief in die besagte Richtung voraus. Sie war fest davon überzeugt eben eine mordlustige Aura gespürt zu haben. „Tsuruga…Ren-san ist mit ihnen alles in Ordnung?“ fragte Kyoko, als sie etwas zum schnellen Schritt ihres Sempais aufgeholt hatte. In ihrem Rücken spürte sie einen unangenehmen Blick. „Nein was soll sein?“ Rens Lächeln verschwand noch immer nicht. Mit ihm war alles in bester Ordnung, immerhin durfte er ja jetzt mit Kyoko den Abend verbringen. Nein er hatte absolut nichts auszusetzen, außer vielleicht… „Du siehst übe rings hübsch aus Kyoko-san, das Kleid steht dir“ rasch wurde sie so rot wie eine Tomate, aber dieses schöne Gefühl, das sie bekam als ihr Sempai das sagte, hielt nicht lange an. Der unangenehme Blick bohrte sich regelrecht in ihren Rücken und fast traute sie es sich gar nicht, nachzusehen was dafür der Ursprung war. Rio hingegen erstach Kyoko weiterhin mit ihrem Blick von hinten. Wie gern hätte sie jetzt einen echten Dolch gehabt und diesen in die echte Kyoko vor ihr gerammt. Ihr Ren-san hatte nicht zu ihr gesagt, das sie gut aussah und dabei trugen diese Schnepfe und sie das gleiche Kleid! Am Ende war Ren noch…nein das konnte nicht sein! Allerdings würde es seine Reaktion von vorhin erklären.

Man hatte sie alle an einen Tisch vor einem riesigen Panoramafenster gesetzt. Ren hatte sich gegenüber von Kyoko in den Stuhl fallen lassen und keine Sekunde später, hatte Rio zu seiner rechten Platz genommen. Kyoko selbst hatte sich eher widerwillig in den luxuriösen Korbstuhl nieder gelassen. Sie wollte nicht mit dieser anderen Frau an einem Tisch sitzen. Innerhalb weniger Minuten hatte sie sie unheimlich gefunden und unberechenbar. Rio hatte währenddessen Ren in ein Gespräch verwickelt und Kyoko suchte Zuflucht in der Speisekarte. „Darf es schon etwas zu trinken sein?“ neben Jelly war ein junger Mann aufgetaucht, der freundlich in die Runde lächelte. Kyoko schaute fragend zu Ren und riskierte dann einen Blick auf Rio. Dieser Ausdruck in ihren Augen konnte nicht deutlicher sein und schrie ihr förmlich entgegen, dass sie hier unerwünscht war. Dabei war das doch ihr Treffen mit ihrem Sempai! Die einzige die hier fehl am Platz war, war Rio selbst. Irgendetwas lief hier gewaltig schief.
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