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A Walk On Earth

GeschichteSci-Fi / P16 / Gen
16.10.2013
29.07.2014
32
46.449
1
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Dieses Kapitel
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16.10.2013 1.442
 
(ab jetzt werde ich wieder regelmäßig updaten. hoff ich gg. und freue mich nach wie vor über jede Rückmeldung =) glg und hf)

Es war mein selbsternannter Pirat. John Pope war es, der uns an der Türe abpasste und nebenbei Skitters erledigte. Aber der andere Mann neben ihm war kein gewöhnlicher Berserker. Der Schütze war nicht einmal ein Mann.
„Abholdienst zur Stelle.“
Ich hörte Pope‘s Worte, doch mein Blick blieb an Maggie heften. Sie hielt mir wortlos einen passenden Munitionssatz für meine leere MP5 entgegen. Ohne zu zögern, griff ich zu. Da zückte Maggie mit einem Mal ihre Waffe und feuerte direkt über meine Schulter hinweg. Ich brauchte mich nicht umdrehen, um zu wissen was sie hinter mir weggepustet hatte.
„Bring die Skitter niemals in Wallungen.“
Pope konnte es nicht lassen. Schief grinsend machte er die Türe noch ein Stück weit auf, ich nahm die Aufforderung an. Gefolgt von Dai betrat ich den kieserdigen Boden des Geländes. Es war nicht mehr Nacht. Die Sonne hatte bereits seinen Zenit erreicht und prallte in voller Stärke auf uns herab.
Lautes Getrappel ertönte, beinah wie ein Beben. Ehe ich mich versah, stürmte ein Skitter an mir vorbei. Ich spürte noch den Luftzug, da preschte der Skitter bereits an Pope vorbei und mitten hinein in die Halle. Dem Alien folgten noch drei weitere Skitterviecher.
„Was zum?“ Für gewöhnlich misstraute ich meinen Sinnen nicht, aber die Dunkelheit der Halle und die gegebenen Umstände mussten mir wohl schlecht bekommen sein. Ein Skitter, der uns nicht überfällt? Uns nicht zerfleischen will?
Pope stänkerte erneut. „Kate, beweg deinen Einsiedlerhintern endlich fort!“
Liam lief an mir vorbei und mitten ins Gefecht. Mir wurden die Schüsse von mehreren Waffen erst jetzt bewusst. Es musste vom vorderen Tor kommen, das um die Ecke der Halle lag. Klar. Über die Mauer würden wir alle Kämpfer nicht schnell genug rüber bringen. Da könnten wir uns gleich mit dem Rücken an die Wand stellen und auf die Exekution warten.

Maggie wollte an mir vorbei, da hielt ich sie am Ärmel zurück. Ich musste etwas lauter schreien. Eine Granate explodierte im Hintergrund. Die Staubwolke stieg schier endlos in den Himmel.
„Wo ist Hal?“
Maggie schüttelte meinen Griff los. Was sie sagte, stellte mich erneut an den Pranger der Verzweiflung. Meine Sinne, meine Sehkraft, mein Gehör, mein Verstand waren nicht beisammen.
„Hal ist zu Ben gelaufen.“, und damit war Hal’s Ex aus meinen Blick verschwunden.


Erst verharrten meine Beine am Boden. Skitter, die ungerührt an mir vorbeistürmten und Ben, der lebte. Mh.
Ein Stoß in meinen Rücken weckte mich auf. Pope’s freches Gesicht tauchte vor mir auf, mit Dreck und kleinen Blutspritzern auf seiner linken Wange. „Gefällt’s dir hier?“
Ich ließ meine Augen zu bösen Schlitzen werden, während meine Hände die neue Munition in meine MP steckten. Dann eilte ich den anderen hinterher.

Hal war nicht weit gekommen. Maggie und ein Unbekannter waren hinter einem Müllberg aus Eisenstangen und Altmetall in Deckung gegangen. Hal presste sich an die Wand. Ein einziger zwei Meter großer Plastikkanister war zwischen ihm und einem wütenden Skitter. An der Art seiner Handbewegung wurde mir schlagartig klar, dass seine Waffe eine Ladehemmung hatte. Bereits im nächsten Augenblick landete das Teil am Boden, und Hal zückte das Messer, welches ich ihm vor unserem Aufbruch überreicht hatte.
„Das klappt nie.“, kam es murmelnd und mehr zu mir selbst aus meinem Mund.
Pope presste sich von hinten an mich. Ich lehnte an der gleichen Mauer wie Hal, aber meterweit entfernt.
„Der Skitter wird von oben auf ihn drauf springen. Ehe er die Klinge in dem Rachen stecken hat, wird sein Körper von den Krallen zerfetzt sein.“
Ich linste zu Maggie und dem Unbekannten rüber. Die waren mit einem Mech beschäftigt. Der Mech wurde ziemlich in die Mangel genommen. Ich sah wie Kugeln vom Rücken des Mech abprallten, konnte den Schützen aber nicht erblicken. Währenddessen beschossen Maggie und ihr Mitkämpfer den metallenen Alien von vorne.

Hastig wälzte ich mich herum und sah Pope entschlossen in die Augen. „Lauf zu Maggie rüber und hilf ihnen den elenden Mech umzunieten. Dein Doppelläufer könnte mehr Erfolg haben. Ich kümmere mich um Hal.“
„Klar doch, Boss.“, und schon war Pope aufgestanden und losgerannt, mitten über das freie Feld. Ich knirschte ein ‚Idiot‘ zwischen meinen Zähnen hervor, während ich ihm hastig Rückendeckung gab. Pope kam in voller Geschwindigkeit bei Maggie angeschlittert, ließ sich neben ihr fallen und winkte mir kurz zu. ‚Danke‘ sollte das wohl heißen.
Ich verdrehte  die Augen und widmete meine Aufmerksamkeit wieder Hal. Der Skitter stand auf dem Plastikkanister und blickte auf Hal herab. Machte Hal einen Schritt zu weit nach hinten, könnte er im Schussfeld des Mech landen. Der Mech war zwar in seiner eigenen Schlacht, aber solange der Aliendroide aufrecht stand, würde er alles was sich in seinem Scanner bewegte einfach niedermähen. Das war auch Hal nicht entgangen. Und so blickte er auf den Skitter ober sich, die Klinge in seiner rechten Hand fest umkrallt. Wie der König am Spielbrett. Schachmatt.

- - - - - - - - - - - -

Früher hätte ich mein Leben nicht für jemand anderen aufs Spiel gesetzt. Es war auch hier nicht so geplant. Ich hatte das Ende meiner MP 5 bereits an mein Gesicht gepresst, den Skitterkopf im Visier und den Finger am Abzug. Es hätte Peng gemacht und der Skitter wäre von dem Kanister gefallen.
Doch es kommt stets anders als man denkt.

Erst vernahm ich ein blechernes Geräusch. Es erinnerte mich an etwas Bekanntes, konnte es aber nicht zu ordnen. Als mein Visier verdunkelte, wusste ich es wieder. Die Blechplatten eines billigen Daches. Ein weiteres grünes Monster war über das Dach der Halle getrampelt und vor meinem Schussfeld hinunter gesprungen. Mit zum Sprung gespannten Beinen und fauchender Kehle stand der Skitter vor mir.
„Dafür habe ich jetzt echt keine Zeit. Teaparty ist verschoben.“
Während ich zu dem Skitter sprach, ging ich ein paar Schritte nach hinten. Noch einen, und noch einen. Dann atmete ich kurz ein und rannte los als wäre ein Wespenschwarm hinter mir her.
Der Skitter stierte mir entgegen, doch kurz bevor ich einfach auf ihn geprallt wäre, ließ ich mich auf meine Knie fallen. Kleine Steinchen bohrten sich durch meine Hose durch, ich spürte wie der Stoff riss. Der Anlauf reichte. Ich rutschte unter dem Skitter hindurch, richtete mich auf den Knien auf, und schoss.  Ich visierte nicht mehr, ich ballerte los. Als der Skitter auf dem Kanister über Hal wankte, zögerte ich nicht weiter. Ich ließ mich auf den Boden fallen, wälzte mich herum und blieb auf dem Rücken liegen. Die Waffe war nun auf meinen Skitter gerichtet, der sich inzwischen umgedreht hat. Können Skitter Gefühle empfinden? Denn seine Augen schienen blanke Wut darüber auszustrahlen, dass ich ihn so mies hintergangen habe.
„Jetzt bist du ja dran, Süßer“, und mein Finger drückte ab.
Das war Platz Eins meiner dümmsten und machomäßigsten Aktionen, die ich seit dem Eintreffen der Aliens getan habe. Dieser Skitter hätte mein Tod sein können.

„Ben!“
Ich hörte die Stimme von Hal und rappelte mich auf. Da wollte Ben bereits an mir vorbei und Richtung Halle laufen. Es war eine Mischung aus Instinkt, Neugierde und kurzzeitiger Geistesabwesenheit als ich Hal’s Bruder an seinem Shirt gerade noch fasste. Ben trug tatsächlich ein kurzärmeliges Shirt. Es war nicht Winter, aber ein Thermometer würde nicht mehr als 10 Grad anzeigen. Skittermutant, dachte ich mit zerknirschten Zähnen und zog Ben herzhaft zu mir. Erst später wurde mir bewusst, dass Ben stärker war als ich. Hätte er weiter laufen wollen, wäre ich wie ein Sack Kartoffeln hinter ihm hergeschleppt worden. Doch er drehte sich zu mir, drückte mich auf meine Knie, um etwas in Deckung zu sein und blickte mich geradlinig an. „Ich muss nochmal hinein. Bleib hier draußen, geh‘ zu Hal.“
Inmitten von lautem Knallen, umherfliegenden Kugeln, Gebrüll und Getöse – ein Schlachtfeld in seiner reinsten Form – war Ben die Ruhe selbst.
„Ich erkläre euch später alles. Vertraut mir. Ein paar Skitter sind da unten.“, und bei seinen Worten fielen mir die Skitter ein, welche an mir und Pope vorbeigestürmt und in der Halle verschwunden waren ohne auch nur einen Kratzer auf unserem Leib zu hinterlassen. Aus Ben sprach ein überzeugter, junger Erwachsener. Und ich verstand dennoch nicht was er mir erzählte.
„Eine sogenannte Skitter-Resistance. Sie besteht schon länger, aber hatte nie eine Chance für einen großen Angriff. Sie kämpfen auf unserer Seite, Kate. Ich muss ihnen jetzt helfen. Und ihr müsste draußen die Stellung halten.“
Die Tatsache erklärte, warum die Skitter so ungerührt an Pope und mir vorbeigehetzt waren. Ihre Feinde waren nicht wir. Ihre Feinde waren scheinbar mit grüner Krustenhaut versehn. Skitter, die mit den Menschen zusammen kämpften. Die Welt wurde mit jeder Sekunde skurriler.
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