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two days out of thousands

KurzgeschichteFreundschaft / P18 / MaleSlash
Klaus von Wolfstadt Taki Reizen
13.10.2013
10.12.2013
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13.10.2013 3.228
 
Der hat nichts mit dem vorangehenden OS zu tun und ist einfach nur ästhetisch...

hm... viel freude beim lesen!




So langsam fängt mein Arm an zu kribbeln und meine Finger werden taub. Aber das nehme ich in Kauf, das ist es mir wert.
Ich sitze halbwegs an die Kissen am Kopfende gelehnt und in meinen Armen halte ich eine der kostbarsten Personen die ich kenne.
Er liegt leicht zusammengerollt da, den Kopf über meinem Arm gelegt und eine Hand an meiner Brust zu einer entspannten Faust geformt.
Sein warmer Atem streift meine Brust und erinnert mich daran, wie glücklich ich bin. Ich weiß, dass ich sehr bestimmend bin. Ich bin mir bewusst, welches Glück ich mit ihm habe, jemanden gefunden zu haben, der sich meine Launen gefallen lässt.
Er, mein Taki, meine unsterbliche Rose, lebt wie ein Vampir, nur weil ich es so wollte.
Nur weil ich ihn jede freie Minute schlafend in meinen Armen wissen will. Ich habe das Gefühl, dass er mir andernfalls verloren geht.
So lebt er Nachts, tut was andere Tagsüber tun. Er macht uns das Frühstück, selbst wenn ich ihn niemals darum bitte. Er putzt, wenn er die Gelegenheit dazu hat auch das Haus oder so. Er tut alles, was er tun kann.
Und ich weiß nicht, wie lange es dauern wird, bis er mich über hat.

Daher halte ich ihn fest in meinen Armen, solange ich es nur kann.
Doch die Sonne kriecht langsam aber sicher immer höher, über die Baumwipfel vor unserem Fenster. Und ich muss bald arbeiten.
Wenigstens kann ich zu Hause arbeiten, wenn ich das will und das ist in der Regel so.

Nur unwillig löse ich mich daher von ihm, um mich anzuziehen.
Ich habe mein Büro zu Hause eingerichtet und empfange dort auch etwaige Klienten.
Ich arbeite als Designer in vielen Richtungen. In der Firma habe ich spezialisierte Künstler, die je nach Auftrag das beste Ergebnis vorzeigen können. Und meine Schwester und ich leiten dieses Unternehmen.
Sie als meine Stellvertreterin in der Firma.

Ich gehe ins Arbeitszimmer und fahre den PC hoch, stecke das Wacom-Tablet ein und melde mich auf dem Benutzerprofil an.

Während die Einstellungen geladen werden, gehe ich zurück ins Schlafzimmer. Dort wickle ich meine schlafende Schönheit in die dünne Decke, die dafür am Fußende liegt und hebe ihn hoch. Ich bin dabei ganz behutsam, ich will ihn nicht aufwecken.

Viele Male ist er dann im Büro aufgewacht. Und hat mir auch dort das größte Glück beschert, das er mir nur bringen kann. Er ist einfach nur da. Er lebt, er atmet. Er lächelt und summt leise vor sich hin, bis er wieder ein schläft.

Sanft lege ich ihn auf das Kanapee, das schräg zu meinem Schreibtisch steht, sodass nur ich ihn sehen kann, wenn er dort schläft.
Meine Klienten sehen nur die Rückenlehne des Kanapees.

Ich decke ihn mit der weiteren, dünnen Decke zu, welche ich dort behalte, weil es heute doch recht kühl ist. Taki ist ansonsten gänzlich nackt. Ich will bloß nicht, dass er sich verkühlt, oder schlecht schläft, weil er friert.

Zufrieden mit der Situation setze ich mich an meinen Schreibtisch und seufze. Der Tag wirkt für sich gar nicht so unfreundlich. Dennoch würde ich jetzt viel lieber mit Taki im Bett liegen, anstatt hier ans Telefon zu gehen und den ersten Termin mit dem ersten Kunden auszumachen.

Der Termin um elf Uhr ist vergeben, doch der Mensch, der kommen sollte um die genauen Details des Auftrags mit mir zu besprechen ist noch nicht da.
Eine halbe Stunde Verspätung, das ist nicht gut...
Ich schaue auf die Uhr. Der nächste Termin wäre erst um zwölf, da kann ich die verbliebene halbe Stunde bei Taki sein.
Er ist zwar ohnehin bei mir, aber ich will mich zu ihm setzen und ihn in meinen Armen halten. Ich wage nicht zu hoffen, dass sich der Klient noch meldet.

Also rücke ich meinen Sessel zurück und stehe auf. Die Tür zunächst im Blick, gehe ich zum Kanapee herüber und setze mich neben Taki. Er liegt entspannt da, die Beine leicht angewinkelt und die Hände vor dem Gesicht ineinander gelegt.
Ich will ihn berühren, ihn aber auch nicht aufwecken. Ich wünschte ich hätte irgendwie feinere Hände. Mit meinen Pranken kann ich ihn tragen, kann ich ihn anfassen. Aber die federleichten Berührungen, die er mir Abend um Abend schenken kann, kann ich nicht erwidern. Und das bedauere ich.

Ich strecke die Hand aus und spüre schon die Wärme seines Körpers, noch bevor ich ihn tatsächlich berührt habe.
Dann lasse ich die Hand auf seine Schulter herab sinken und spüre seine knochige Schulter unter dem weichen Stoff der Decke. Ich seufze und ein Lächeln zieht sich auf meine Gesichtszüge.
Ich will mich zu ihm herunter beugen, ihn küssen oder wenigstens die Nase in seinem Haar vergraben. Aber schon die Idee macht mir Sorgen, ich könnte ihn erdrücken.
Also bleibe ich still sitzen und begnüge mich damit, die Finger auf seiner Schulter auf und ab streichen zu lassen.

„Es tut mir schrecklich Leid! Am Bahnübergang gab es ein Unglück!" mit diesen Worten platzt ein junger, blonder Mensch ins Büro und sinkt sofort in eine tiefe Verbeugung.
Ich sehe kurz auf, ehe ich die Hand auf meiner spüre.
Takis große, dunkle Augen sehen mich aufgeschreckt an. Ich streichle sanft über seine Schulter und nehme seine Hand in meine.
„Entschuldige." hauche ich ihm zu, ehe ich mich erhebe.

„Ich hätte es begrüßt wenn Sie sich an Stelle der Entschuldigung die Zeit genommen hätten, das Schild vor der Tür zu lesen." wende ich mich an den jungen Mann, der direkt ein paar Schritte zurück geht, um einen Blick auf das besagte Schild zu werfen.
Während er liest, setze ich mich zurück zu Taki.

„Klaus...?" wispert er und versucht sich etwas aufzurichten. Sanft stütze ich ihn, sodass er sich halb an die Lehne und halb an mich lehnen kann.
Ich werfe einen Blick über seine Schulter, wo der junge Mann, der Klient, beschämt wieder in den Raum geschlichen kommt.
Er formt ein tonloses 'Entschuldigung' mit den Lippen. Ich nicke verzeihend, wende mich aber sogleich wieder an Taki.
„Schlaf wieder. Es ist noch viel zu früh für dich." flüstere ich ihm ins Ohr, ehe ich ihn wieder zum Liegen bringe.

Das ist die Schattenseite meiner Obsession. Ich greife in die zweite Schublade meines Bürotisches und ziehe die kleine Ampulle heraus, an deren Packung die Spritze mit sauberer Kanüle beigefügt sind.
Takis Augen weiten sich kurz, dann sinkt er ergeben in sich zusammen. Er hatte lange Angst, ich würde ihm irgendwann einfach etwas giftiges Spritzen und er wüsste nicht mal davon und würde einfach sterben. Doch inzwischen weiß er, dass ich das niemals tun würde.
Eine kleine, schrille Stimme raunt mir zu, dass er sich mir einfach ergeben hat und es ihn gar nicht mehr kümmert, ob ich ihn töte oder nicht.
Doch ich ignoriere sie vorerst und stecke die Kanüle auf die Spitze des Kolbens. Damit steche ich in den dünnen Deckel der winzigen Ampulle und ziehe die Flüssigkeit auf.
Dann drücke ich den Kolben herunter, um keine Luft in der Flüssigkeit zu haben, ehe ich mir Takis Handgelenk schnappe.

Ich bin mir des verschämt-neugierig-entsetzten Blickes des Klienten bewusst, doch Taki geht vor.
Aus diesem Grunde schiebe ich ihm ganz behutsam die Spritze unter die Haut und injiziere das Mittel.
Es ist ein sehr schwaches Mittel, wirkt mehr als Placebo, denn als wirkliches Schlafmittel. Dennoch beruhigt es ihn soweit, dass er sehr schnell ein schläft.
Langsam erstirbt die Spannung in Takis Gliedern und sein erschöpfter Blick verliert sich. Ich beuge mich über ihn, streife seine Lippen sachte mit meinen, ehe ich aufstehe.
Seine Augen fallen zu.

Damit nehme ich auf dem Sessel Platz, von dem aus ich meine Klienten bediene und sehe den armen Menschen erwartungsvoll an.
„Bitte, nehmen Sie doch Platz, Herr...?" biete ich an und deute auf einen der gepolsterten Stühle, die vor dem Pult stehen.
„...Yasuragi." antwortet der junge Mann mir hastig. Er setzt sich und ich kann ihm ansehen, wie verzweifelt er versucht die verschämte Röte aus seinem Gesicht zu vertreiben.
„Was können wir für Sie tun?" frage ich ihn. Hastig scheint er sich zu berappeln und zieht eine Mappe aus seiner Tasche.
„Ähm... ja. Hier ist der grobe Auftrag. Der Chef meinte, er wolle etwas Moderneres haben, ohne dabei ganz den traditionellen Chic des Geschäfts zu übertünchen." erklärt Herr Yasuragi. Ich nehme die Mappe und schlage sie Auf, wo ich das Briefing überfliege.
„Hm... aha. Gut." murmle ich vor mich hin und überlege.
„Wie traditionell ist 'traditionell'?" frage ich Herrn Yasuragi. Dieser beugt sich über den Tisch und bedeutet die Mappe kurz haben zu wollen.
Er zittert. Wahrscheinlich ist er noch nicht so lange im Geschäft und wurde gleich hierher geschickt, hat dieses Unglück am Bahnübergang mitbekommen, Taki und mich und jetzt das...
Er kann einem ja richtig Leid tun.
„Uhm... Der Chef hat's hier irgendwo... daneben... Ah hier! Er hat's hier dazu geschrieben." erklärt er und reicht mir die aufgeschlagene Mappe.
Ich schaue mir die Notiz an.
Traditionelle Muster in modernem Stil...
„Also etwas wie eine Vektor-Grafik einer Szenerie mit einem Tempel und Sakurabäumen?" schlage ich vor. Herr Yasuragi nickt.
„Ja, aber etwas Geschlechtsloses." konkretisiert er. Ich nicke.
„Aha... Was stellen Sie sich vor?" hake ich nach und greife zum Pen.
„Ähm... also..." da bleibt Herrn Yasuragi die Luft weg. Ich unterdrücke ein Seufzen.

Nach schier unendlichen Stunden des Arbeitstages fahre ich endlich den Rechner herunter.
Taki sollte bald aufwachen. Es ist jetzt 18 Uhr. Ich setze mich im fahlen Licht der Dämmerung neben Taki auf das Kanapee.
„Taki..." Meine Lippen berühren fast sein Ohr. Mit den Fingern schiebe ich das Haar von seinem Gesicht.
„Taki." er zuckt. Sanft schüttle ich seine Schulter und küsse sein Kinn. Wieder flüstere ich seinen Namen.
Ganz leicht wimmert er, dann drückt er den Rücken durch. Er legt den Kopf ganz weit in den Nacken und streckt die Beine durch. Ich sehe ihm verliebt zu. Wie er seinen Körper bewegt. Er wirkt so zierlich, so zerbrechlich, dass man Angst bekommen kann, er würde sich selbst noch etwas tun, wenn er sich so verbiegt.
Doch er entspannt sich sogleich wieder und sieht mich nun aus wachen Augen an.
„Guten Abend." seufzt er lächelnd. Seit langem begrüßt er mich zum Beginn seines Tages mit 'Guten Abend' früher sagte er mir immer 'Guten Morgen' ohne auf die Tageszeit zu achten.
Ich streichle durch sein Haar.

Und wieder drängt sich mir die hämmernde Frage auf, wie lange er mich noch gewähren lassen wird.
Immerhin habe ich ihm seinen Tag genommen. Verdamme ihn dazu nur mich zu kennen, da er nur noch Nachts leben darf.

Er steht auf und wir gehen in die Küche. Er zieht sich seine Stoffhose an und lehnt sich an mich, während ich Reis in den Topf fülle.
„Magst du das Gemüse dazu kochen, oder sollen wir schauen ob wir etwas Fleisch dazu machen?" frage ich ihn.
„Ist mir gleich." gähnt er in meinen Rücken.

Nach dem Kochen sitzen wir gemeinsam am Tisch. Er Frühstückt, ich esse zu Abend.
Vielleicht ist es die Seltenheit unserer gemeinsamen Momente, die uns daran bisher gehindert hat, uns gegenseitig an die Gurgel zu gehen.
Ich lächle über diesen Gedanken, als ich ihn ansehe.
Er hätte mehr als nur das Zeug dazu, mir an die Gurgel zu gehen. Er ist schlank und zierlich, aber ganz bestimmt nicht schwach.
In unseren ersten gemeinsamen Tagen hat er es mich spüren lassen und ich bin mir sehr sicher, dass ich ihn unter anderen Umständen gar nicht so lieb gewonnen hätte, wie ich das heute habe.
Heute kann er sich mit meiner Schwester messen, wenn es um Fragen der Priorität geht und er hat sogar reelle Chancen eine solche Frage für sich zu entscheiden.
„Du denkst nach." stellt Taki fest.
Ich merke erst jetzt, dass ich aufgehört habe zu essen. Auch er hält still und sieht mich aus aufmerksamen Augen an.
„Ich denke nach." stimme ich ihm zu.
„Worüber?" fragt er und nippt an seinem Glas mit Milchkaffee. Ich lächle breit, stehe auf und gehe um den Tisch herum, auf ihn zu.
Vor ihm bleibe ich stehen und beuge mich zu ihm herab um ihn zu küssen.

Seine Lippen schmecken nach Milch und Kaffee, entfernt nach Reis. Vor allem aber so herrlich süß. Er hat schon immer diesen Duft an sich gehabt, der nie verfliegen will.
Mit leicht geröteten Wangen dreht er sich von mir weg, sobald ich seine Lippen freigegeben habe.
„Nicht..." murmelt er und ich kann nicht anders als die Arme um ihn zu schlingen. Meine Güte. Wie sehr kann ich diesen einen Menschen bloß lieben, dass er mich fast alles um mich herum vergessen lässt?
„Iss auf, der Reis ist bestimmt schon kalt." jammert er mich leise an.
Ich hauche ihm einen Kuss auf den Scheitel, dann gehorche ich tatsächlich und setze mich wieder auf meinen Stuhl um endlich weiter zu essen.

Offen gestanden fiel es mir durchaus schwer das Essen herunter zu würgen. Es schmeckt einfach so gut, daher habe ich es aufgegessen und weil Taki mit geholfen hat es zuzubereiten. Aber mein Hals ist seit unserer kurzen Interaktion gänzlich zugeschnürt.
Meine Hose wohl auch, auch wenn sie ihre Weite nicht verändert hat.
Nein, das liegt dann wohl eher an mir.
Er sieht mich gar nicht an, als ich ihn am Handgelenk ins Schlafzimmer ziehe. Er sieht unserer Bewegung lächelnd nach und lässt sich von mir auf das Bett legen. Er versucht nicht sich zu wehren, er versucht nicht in bereitwilliger Erwartung die Beine zu spreizen. Er ist einfach die wunderschöne Puppe, die er immer ist. Er ist einfach so. Er ist da und das sollte mir reichen.
Dennoch habe ich immer das Gefühl, ihm etwas anzutun, das ich ihm einfach nicht antun sollte. Als würde er es nicht wagen, sich gegen mich zu wehren. Als würde er das einfach über sich ergehen lassen.
Doch ich bin wie getrieben. Ich komme kaum dazu all die schönen Seiten seines Körpers zu liebkosen, da geht mir die Puste aus.
Ich will ihn so sehr, es treibt mich förmlich. Ich kenne sie und fürchte sie. Diese Raserei.

Sie lässt die Dinge enden, bevor ich ihn wirklich angesehen habe.
Und aus diesem Grund setze ich mich einfach hier hin, zwischen seinen Beinen, die ich mit meinen Händen vor kurzem auseinander gezwungen habe und sehe ihn einfach nur an.

Ich sehe zu, wie er mit zitternden Lippen einatmet. Wie seine Brust sich hebt und senkt. Wie seine Beine leicht zucken, er sich mit verschwitzten Händen versucht, sich aufzusetzen.
„K...Klau...s..." er klingt so heiser, so verrucht und hilflos zugleich. Als hätte er solche Angst vor mir und vor dem was ich mit ihm tue.

Oder nicht tue.

Es ist immer meine Hand gewesen, die ihm genommen hat, was er mir geben wollte. Es ist immer meine Hand gewesen, die ihn geleitet hat, ihn geführt hat. Ich habe es ihm angetan.
Und aus irgendeinem Grund, tue ich es auch heute wieder.

Ich kann es nicht anders.
Ich will meiner Puppe kein Leben zugestehen. Eine Puppe verlässt mich nicht. Eine Puppe stirbt nicht.
Und so dränge ich mich weiter zwischen seine Beine, drücke die schlanken Knöchel auseinander und lasse die Hände über seine Schienbeine gleiten, bis ich seine Knie drücken kann. Und er reagiert.
Es ist so ein eingespieltes Spiel, eine beinahe schon regelmäßige Tradition.

Ich schlucke.
„Taki." verlange ich, „Sieh mich an."
Und er gehorcht. Er ist eben keine Puppe. Er ist ein lebender, atmender Mensch, der sehr gut entscheiden kann, ob er mich ansehen will, oder nicht.
Und er lässt es mich wissen.

Er sieht es gut, mein Verlangen. Meinen Wunsch ihn für immer zu halten, so wie er ist. Als die unsterbliche Rose, die er für mich sein soll.
Und er fügt sich.
Aber er lässt es mich wissen. Er zeigt mir, das er es ist, der sich fügt, weil er es so will und nicht, weil ich es ihm befehle.
So blüht meine unsterbliche Rose auf und verweilt nicht einfach, in unerklärter Schönheit. Meine Puppe lebt.

Und als ob ich es nicht schon die ganze Zeit über gewusst hätte, nimmt mich diese Erkenntnis jedes mal aufs Neue mit.

Ich nehme ihn. Nehme ihm alles, was er bereit ist mir zu geben. Ich gebe ihm die Kraft die ich habe, lasse ihn mich spüren, damit er es nicht vergisst.

Und er reagiert. Er ringt bald die Hände, krallt sie ins Laken. Er zwingt sich so sehr, nur damit ich ihn liebe. Ich will weinen.
Es ist eine sehr tiefe Reife, die in ihm liegt, obwohl uns sechs Jahre trennen.
„Taki... ich liebe... dich." raune ich ihm ins Ohr, als ich meinen Atem mal wieder fangen kann. Und hoffe so sehr, dass er sich endlich fallen lässt.

Und tatsächlich gibt er sich mir hin.
Seine Hände suchen nach meinen, sie streicheln meine Handgelenke wo er sie erreichen kann. Er ist so winzig, so zerbrechlich und klein.
Seine leisen, beinahe stummen Schreie verfangen sich in meinen Ohren und treiben wie brennende Hände durch meinen Körper.
Jeder Stoß, jedes Mal, wenn ich die Muskeln meines Körpers anspanne und entspanne und jeder Atemzug, den wir teilen treibt uns weiter. Und irgendwann ist es aus.

Und dieser Moment ist es, den ich so liebe. Wenn sein Körper die Kräfte entfesselt, die Spannung entläd die er in sich getragen und aufgebaut hat. Er rammt mich mit seinen Knien als er sich verkrampft. Seine kurzen Nägel bohren sich in meine Handgelenke, während meine Daumen seine Handinnenflächen streicheln.
Er sinkt in sich zusammen und nimmt mich einfach mit.

„Mach... mach mir... bitte...", er stöhnt, „bitte, bitte, bitte... nie wieder... solche..." seine Stimme erstirbt. Ich verstehe das letzte Wort nicht. Das muss ich aber auch gar nicht. Ich weiß was er mir sagen will.
„Wovor hast du Angst?" frage ich ihn sanft, doch er stemmt mich von sich, bis er aufstehen kann.
Und das tut er einfach. Er steht auf und geht. Doch ich bin schneller.
In einer Bewegung habe ich ihn am Arm gepackt und zerre ihn zurück, bis er kraftlos in meinen Armen liegt.
Unfähig sich zu bewegen. Unfähig sich zu wehren.
„Wovor hast du Angst?" wiederhole ich nun meine Frage. Und er lächelt mir irgendwie zu.
„Davor, dass du mich eines Tages einfach gehen lässt. Davor, dass du dein Dornröschen satt hast. Irgendwann..." er seufzt und schmiegt sich an mich.
„Wie... wie k...könnte ich?!" stammle ich erst mal.
Doch ich schätze er will das Gespräch, dessen Ausgang er ohnehin kennt nicht weiter führen. Daher kauft er sich mit einem sachten Kuss einfach frei.
„Was möchtest du morgen zum Frühstück?" fragt er, als er sich in der Tür noch einmal umdreht.
„Kann ich dich haben?"
„Nein, ist ausverkauft." antwortet er mir frech schmunzelnd und stiehlt sich davon.

Und so schlafe ich auch diese Nacht befriedigt ein, zum sanften Krach meines Geliebten, der Nachts lebt und tut, was andere am Tage tun, nur weil ich es so von ihm will.



aaaw.... ich habe doch noch einen OS aus meinem urlaubsordner fischen können^^
und ich hoffe sehr, dass er euch lieben lesern gefällt!
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