Im Schatten des Helden I- Anna Potter und das Phantom von Hogwarts

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12
12.10.2013
06.12.2018
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Die Stimmung im Schloss lockerte sich wieder, auf groteske Weise schien der Stimmungsheber etwas gebracht zu haben.
Zumindest war Erin davon überzeugt und wenn Anna an die albernen Lieder und Gedichte dachte die sie am Valentinstag gehört hatte, Fred und George hatte das Valentinslied für Harry noch den ganzen Abend im Gemeinschaftsraum gesungen, dann war sie sich nicht sicher ob das nicht wirklich eine gelungene Ablenkung gewesen war.
Doch während ein Tag nach dem anderen verging und alle anderen anfingen sich zu beruhigen hatte das Phantom sich scheinbar in den Kopf gesetzt ausgerechnet vier Erstklässlerinnen nicht vergessen zu lassen.
Der ersten Mitteilung, die Ava in ihrer Tasche gefunden hatte, folgten noch weitere. Immer an eine der anderen, Anna fand eine in ihrem Geschichtsbuch, Ylva auf ihrem Platz im Zauberkunstklassenzimmer und Erin sogar in ihrem Schlafsaal.
„Das ist beängstigend!“, quietschte Erin, als sie ihnen am nächsten Tag in der Großen Halle ihren Papierstreifen unter die Nase hielt.
Ava riss ihn ihr fast aus den Fingern. Es war Papier, kein Pergament, und er war gefaltet wie immer.
„Was steht drauf?“, Ylva aß vollkommen ruhig ihr Müsli, doch selbst sie klang aufgeregt.
Im Moment saßen sie am Rand des Huffelpufftisches. Keiner nahm so wirklich Notiz von ihnen, es war inzwischen März, seit Dezember hatte es keinen Hinweis auf die Kammer oder das Monster gegeben.
„Es ist kein Schüler.“, las Ava vor.
„Bitte?“, fragte Anna verwirrt.
Ava hielt ihr den Zettel hin aber da stand wirklich nur das.
„Also, Brainstorming.“, Ylva schob sich den Löffel in den Mund.
Erin zog eine Rolle Pergament aus ihrer Tasche, die Rolle auf der sie schon nach dem ersten Angriff Notizen zu machen.
„Also, die erste Nachricht war ´Slytherins Linie ist im Namen ausgestorben, sie vererben Pasel, Schlangen stehen ihnen nah´.“, begann Erin vorzulesen, „Dann kam, `Der Drittklässler war unschuldig´, danach ´Der Schein trügt´.“
Ratlos sah Erin auf.
„Also,“, Ylva schob ihre Schüssel beiseite, „die ersten Nachrichten beziehen sich auf den ersten Vorfall, die neuste ist in Präsenz also spielt es auf heute an.“
„Es widerlegt was wir über früher wussten.“, warf Anna ein, Erin nickte.
Die erste Nachricht ist allgemein.“, erinnerte Ava, „Dann heißt es der Täter damals sei ein anderer gewesen.“
„Und dann ´der Schein trügt´,“, murmelte Anna.
„Könnte auch für heute gelten.“, Erin musterte ihren Zettel, dann zog sie Feder und Tinte aus der Tasche und schrieb die neuste Nachricht auf ihr Pergament.
Das ist doch alles Wahnsinn.“,fluchte Ava leise, „Ich werde nicht schlau draus!“
„Denken wir über den Tag noch mal alle darüber nach.“, schlug Anna vor und sah sich vorsichtig um, die anderen Schüler erhoben sich langsam, tratschend und diskutierend.
„Ja, wir müssen auch zum Unterricht.“, murrte Erin und erhob sich.
„Okay, dann treffen wir uns zum Mittagessen wieder hier.“, schlug Anna vor. Die anderen nickten.
Anna und Erin liefen gemeinsam los, zu den Kerkern.
Zaubertränke war für Anna ein ganz normales Fach geworden. Snape ignorierte sie die meiste Zeit sah sie nicht an, blieb nie in ihrer Nähe stehen.
Im Gegensatz zu Harry der das Gefühl hatte das Snape ihn auf dem Kicker hatte, hatte Anna das Gefühl das der Lehrer sie mied.
Sie setzte sich mit Erin und Luna an ihren Tisch und stellte ihren Kessel auf.
Snape ließ die Anweisungen für den heutigen Zaubertrank auf der Tafel erscheinen.
Er gab kurze Erklärungen ab und schickte sie dann ihre Zutaten zusammen zu hohlen.
Annas Hirn arbeitete auf Hochtouren. Allerdings war sie nur halb bei dem Zaubertrank, ansonsten kreisten ihre Gedanken um die Nachrichten des Phantoms.
Ich glaube das Phantom weiß selber nicht ganz genau Bescheid.“, flüsterte sie Erin zu als sie wieder auf ihren Plätzen saßen.
Das Snape nie in ihre Nähe kam war jetzt hilfreich, die beiden konnten sich so halbwegs in Ruhe unterhalten.
„Du meinst ansonsten würden wir klarere Hinweise bekommen?“, fragte Erin zurück.
„Das auch, ich denke das Phantom gibt uns seine Sackgassen weiter.“, erklärte Anna, „Wir sollen mit überlegen.“
„Das ist das Phantom wohl auf unserer Seite.“, Erin fügte etwas zu ihrem Zaubertrank und dieser zischte bedrohlich. Sie blickte besorgt in den Kessel.
„Alles in Ordnung, das muss so zischen.“, beruhigte Anna sie während sie im Lehrbuch nachschlug.
„Wie machst du das nur.“, murmelte Erin, „Du redest über das Phantom und braust gleichzeitig einen Zaubertrank, ich glaub so was kriegt sonst keiner hin.“
Anna grinste leicht geschmeichelt.
„Das können andere sicher auch.“, murmelte sie, hielt sich jetzt aber zurück da sie Erin nicht ablenken wollte. Nach Zaubertränke trennten sich die beiden Mädchen und sahen sich erst am Mittag in der Großen Halle wieder.
„Also, irgendwelche neuen Erkenntnisse?“, fragte Ava und griff einfach nach der Bratenplatte.
„Na ja,“, Erin sah kurz zu Anna, „Wir denken dass das Phantom selber nicht weiter kommt und will das wir helfen.“
„Die Infos sind so unpräzise.“, erklärte Anna.
Ylva nickte stumm während Avas Augen anfingen zu leuchten.
Das bringt uns nun auch wieder nicht weiter.“, Ylva hatte sich den Teller gefüllt, jetzt stützte sie die Ellenbogen auf den Tisch und sah die anderen drei.
„Also, nach dem Hinweis und den Zusammenhängen können wir davon ausgehen das das Monster eine Schlange oder zumindest etwas Schlangenartiges ist.“, fuhr Anna fort.
„Der Erbe war vor fünfzig Jahren an dieser Schule, er oder sie könnte jetzt Kinder haben die die Kammer geöffnet haben.“, fügte Erin an.
Aber die Notiz von heute sagt es wäre kein Schüler.“, warf Ava ein.
„Ein Lehrer?“, fragte Ylva, „Die sind doch alle schon seit Jahren hier.“
„Lockhart nicht.“, erinnerte Ava.
„Er war es sicher nicht!“, empörte sich Erin.
Anna und Ava wechselten einen Blick.
„Eher nicht dazu in der Lage.“, flüsterte Ava.

Anna verkniff sich ein Kichern.
„Also, dann können wir die Lehrer auch aus schließen.“, lenkte Ylva ein um eine Diskussion über Lockhart zu vermeiden.
„Aber es ist kein Schüler?“, fragte Ava nun skeptisch.
„Es ist die letzte Nachricht, der Schein trügt.“, erklärte Erin die jetzt auf das Pergament starrte, „Es ist kein Schüler und es ist kein Lehrer aber wirkt wie eines von beidem.“
„Klingt auch irgendwie weit hergeholt.“, Ylva wandte sich jetzt doch ihrem Essen zu.
Anna stocherte nur auf ihrem Teller herum.
„Letztes Jahr hat Voldemort einen Lehrer kontrolliert in dem er von ihm Besitz ergriffen hat.“, sinnierte sie vor sich hin.
„Bis jetzt wirkt niemand besessen.“, warf Ava ein.
„Quirrel hat ein ganzes Jahr durchgehalten.“, entgegnete Anna.
Ylva lehnte sich zurück.
„Ausschließen können wir es nicht.“, stimmte sie zu.
„Das heißt dann erst mal beobachten und nichts tun.“, Ava sah unzufrieden aus.
Nicht zu ändern.“, Anna war auch zufrieden.
„Aber wenn wir die Augen offen halten finden wir vielleicht noch andere Hinweise.“, Erin hob die Schultern und rollte ihr Pergament wieder zusammen, „Und vielleicht kriegen wir noch Nachrichten die uns weiter bringen.“
Dem konnte niemand widersprechen.
Warten ist scheiße.“, brummte Ava, doch damit änderte sie auch nichts.
Doch erst einmal fanden sie nicht.
Es kamen keine Nachrichten und es gab keine Angriffe mehr.
Ylva vergrub sich wieder in der Bibliothek, suchte alles über Schlangen und schlangenartige Monster was sie finden konnte. Doch sie fand nichts.
Anna fragte Hagrid nach Schlangen-Monstern doch auch er konnte nichts weiter machen als die aufzuzählen die ihm einfielen.
Sie überprüften jedes einzelne, von mörderischen Riesenschlangen bis zu kleinen Giftzähnen.
Aber mit der Versteinerungssache schien davon nichts zu tun zu haben.
Das aufregendste was in der Zeit geschah war ein Einbruch im Schlafsaal der Zweitklässler in Gryffindor, jemand hatte Harrys Sachen durchwühlt aber als Anna später am Abend davon erfuhr meinte Harry nur das ihm nichts gestohlen wurde.
Anna vergaß den Vorfall wieder.
Allmählich kam das Gerücht auf das die Kammer vermutlich wieder geschlossen war und Quidditsch wurde wieder zum Thema.
Oliver Wood trieb sein Team wieder an, da er den Quidditschpokal unbedingt gewinnen wollte.
Anna flog inzwischen regelmäßig, aber sie hatte kaum eine Chance in Team zu kommen.Die Mannschaft stand fest und sie waren gut, sehr gut. Anna beobachtete das Training, am liebsten wäre sie Jägerin geworden.

Harry ließ sie immer noch oft mit seinem Besen fliegen. Anna scherzte schon das sie einen zweiten Besen bräuchten damit sie gemeinsam fliegen konnten.
Harry lachte darüber.
„Dann willst du sicher einen Nimbus 2001.“, scherzte er.
Dieses mal lachte Anna.
„Lieber nicht, ich will nicht den gleichen Besen habe wie Malfoy.“, gab sie zurück und stieß sich vom Boden ab.

Sie spürte den Wind auf ihrer Haut.
Es war ein wunderbar befreiendes Gefühl.
Sie hielt den Besen an, dann schmiegte sie sich ganz eng an den Besenstiel und rauschte um die Torstangen herum, zwei mal durch die Ringe hindurch und dann über die Tribünen.

„Sie fliegt gut.“, Harry zuckte zusammen als Oliver Wood wie aus dem nichts neben ihm auftauchte.
„Wie lange macht sie das schon?“, fragte der Ältere nachdenklich.
„Sie ist Erstklässlerin.“, meinte Harry ausweichend.
„Tatsächlich...“, Wood schien in Gedanken, dann schreckte er auf, „Bring sie nach dem Spiel gegen Huffelpuff mal mit, ich hab schon länger darüber nachgedacht das wir Ersatzspieler brauchen, so was wie letztes Jahr soll nicht noch mal passieren.“
Harry sah Wood überrascht an, doch der folgte mit den Augen Anna die gerade die Torstangen auf der anderen Seite umflog.
Harry war im letzten Jahr für da Endspiel ausgefallen, Gryffindor hatte einen Spieler zu wenig gehabt und das Spiel verloren. Das Wood also darüber nachdachte Ersatzspieler aufzustellen war keine Überraschung.
„Ich sag ihr Bescheid.“, Harry nickte und hoffte das Wood keine Fragen zu Anna stellen würde.
Es hatte so oft so gut geklappt nach dem Training wenn es dunkel wurde noch auf dem Feld zu bleiben das sie wohl unvorsichtig geworden waren.
„Gut, gut.“, Wood wandte sich zum gehen und war sogar schon ein paar Schritte gegangen als er noch mal anhielt, „Wie heißt sie überhaupt?“
Harry zuckte kurz zusammen.
„Anna.“
Wood nickte noch mal, aber mehr schien ihn nicht zu interessieren.
Harry war immer noch unruhig als Anna wieder neben ihm landete.
„Alles okay?“, fragte sie. Harry musterte Anna, sie sah fröhlich aus, bei weitem nicht mehr so blass wie im letzten Sommer.
Hogwarts tat ihr gut.
„Harry?“, fragte sie noch mal nach.
„Wood hat dich gesehen.“, erklärte er, Anna erbleichte erschrocken.
„Er möchte das du nach dem nächsten Spiel mit zum Training kommst.“, erklärte Harry ihr.
Anna sah ihn groß an.
„Ernsthaft?“, fragte sie ihn, ihre Augen begannen vor Begeisterung zu leuchten.
Lachend legte er ihr einen Arm um die Schulter und nahm ihr den Besen ab.
„Ernsthaft.“, erwiderte er, „Pass nur auf, am Ende wirst du unsere erste Ersatzspielerin.“
„Klingt doch gut.“, Anna klang immer noch begeistert, „Dad war Jäger, oder?“
Harry nickte.
„Wenn ich kann will ich auch Jägerin werden.“
Harry drückte sie kurz.
Anna sah aus wie eine kleine Kopie ihrer Mutter, aber selbst Harry hatte nie eine besondere Ähnlichkeit mit ihrem Vater gesehen. Irgendwie hatte er das Gefühl das er diese Ähnlichkeit gerade gefunden hatte.




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