Das Blumenmädchen

GeschichteDrama, Romanze / P18
Andreas Kringge Martin Ferchert Michael "Mick" Brisgau Roland Meisner Tanja Haffner Uschi
10.10.2013
17.11.2013
9
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10.10.2013 534
 
Mit einem genervten Seufzer ließ Tanja ihr Handy zurück in ihre Tasche gleiten. Hinter ihren Schläfen begann ein schmerzhaftes Pochen. Bea hatte sich gerade für einen ihrer spontanen Besuche bei ihr angekündigt. Innerlich tadelte sich die Polizeipsychologin selbst für ihre Angespanntheit. Sie hatte sich doch eigentlich mit ihrer großen Schwester wieder versöhnt. Sie hatten sogar darauf angestoßen! Bei dem Gedanken an Uschis Schnapps verzog sie leicht die Lippen. Das war ein Teufelszeug!!

„Was für ein Abend“, schoss es Tanja durch den Kopf. Mick hatte sich bei Beas letztem Besuch als ihr fester Freund ausgegeben. Mit einer lässigen Bewegung hatte er seinen Arm um ihre Hüfte geschlungen und ihr einen kleinen Kuss auf die Lippen gedrückt.

Die Polizeipsychologin lächelte. In ihrem Bauch breitete sich eine angenehme Wärme aus. Dieser Hornochse...

Gedankenverloren spielte sie mit einer ihrer Locken und versuchte die Erinnerungen an Mick Brisgau zu verdrängen. Erschöpft lehnte sie sich in ihrem Schreibtischstuhl zurück. Immerhin war er ihr Patient. Sie musste professionell bleiben. Dieser Mann hatte es geschafft ihr die Zügel aus den Händen zu nehmen. Mick hatte es vollbracht ihrem geordneten Alltag zu zerschlagen und sie zu verunsichern. Das hatte bisher noch niemand geschafft.

Tanja wusste nicht, auf wen sie wütender sein sollte. Auf Mick, der sie so aus der Fassung bringen konnte, oder auf sich selbst, da sie es zuließ.

Das Klopfen an der Tür holte sie aus ihren Gedanken.

Mick betrat mit einem seltsamen Grinsen ihr Büro.

Der tägliche 16 Uhr Termin...

„Wenn man vom Teufel spricht“, dachte sie und nahm ihren gewohnten Platz auf dem Sessel ein.


Den nächsten Tag verbrachte Tanja damit, Mick und Bea aus ihren Gedanken zu verdrängen. Was ihr jedoch nicht so sehr gelingen wollte. Vor allem, da sie ersterem permanent im Präsidium über den Weg lief.

„Na Doc“, begrüßte Mick seine Lieblingspsychologin und lehnte sich lässig gegen den Kaffeeautomaten. Die Angesprochene zog ihren Becher aus der Halterung. „Guten Morgen, Herr Brisgau“, antwortete Tanja professionell und schenkte ihm ein kurzes Lächeln, ehe sie sich zum Gehen wandte.

Doch wieder machte Mick ihr einen Strich durch die Rechnung. Seine Hand legte sich auf ihren Arm. Sie hielt inne und kämpfte mit dem wohlig warmen Schauer, der ihr über den Rücken lief.
„Ich hätte heute Abend Zeit. Wollen Sie nicht mit mir essen gehen?“

Wieder dieses fast schon siegessichere Grinsen. „ Was bildete sich dieser Kerl eigentlich ein?“, meldete sich die Vernunft in ihrem Kopf. Tanja zog unmerklich die Augenbrauen zusammen. Wieder war er einfach so durch all ihre mühsam errichteten Schutzmauern gerannt. Hatte ihre Mauern niedergerissen, als wären sie nie dagewesen.

„Ich bin heute Abend schon verplant!“, antwortete sie zickiger als gewollt. Um nicht noch mehr die Kontrolle zu verlieren, marschierte Tanja in ihr Büro. Zurück blieb ein verdutzter Mick, der das Bedürfnis verspürte sich wieder einmal wegen dieser Frau die Haare zu raufen.

Tanja brachte ihn schier zur Verzweiflung! Keine andere Frau hatte es ihm so schwer gemacht wie Tanja Haffner. Und für keine Andere, außer vielleicht für Lisa, hatte er sich so ins Zeug gelegt wie für seine Lieblingspsychologin. Doch sein Instinkt sagte ihm, dass es sich lohnte um sie zu kämpfen.

Und genau das wollte er tun. Dieses scheue Reh würde er schon noch erobern.
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