I want it back

von Tatja
GeschichteMystery, Romanze / P16
Elijah Mikaelson Hayley Marshall Niklaus "Klaus" Mikaelson
10.10.2013
20.04.2015
25
91.928
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10.10.2013 2.320
 
Sobald ich wieder bei Bewusstsein war, sog ich gierig die Luft ein und schlug augenblicklich meine Augen auf. Für einen kurzen Moment lag ich nur da und schaute hinauf zur Kirchendecke.
Ist wirklich das passiert, was ich glaube, was passiert ist? Hayley tot? Mein Baby womöglich auch bald? Oh, mein Gott.. Klaus.. die Hexen..
Nein! Nicht daran denken! Ich bin schon einmal gestorben, das ist nichts Neues für mich. Also reiß dich zusammen!
Sofort saß ich kerzengerade auf dem Altar.
Nein, ich würde das Alles nicht zulassen. Wenn die Werwölfin heute schon sterben musste, werde ich nicht zulassen, dass das auch meiner Tochter passiert.
Keinen Augenblick später schwang ich die Beine über die Kante und sprang auf meine Beine, fix darauf konzentriert, mein Kind zu finden, als ich die dunkelhaarige Tote auf dem Boden liegen sah.
Ich biss mir auf die Unterlippe und schaute weg. Dann atmete ich tief durch und ging langsam auf sie zu. Als ich mich neben ihr hinkniete und sie berührte, zuckte ich fast zusammen. Sie war komplett kalt. Sorgfältig strich ich ihr eine Strähne aus dem Gesicht und flüsterte:
„Danke.“
Und die auf Befehl riss auch sie plötzlich die Augen auf. Ich unterdrückte einen erschrockenen Schrei und fiel auf meinen Hintern. Während Hayley sich hektisch umschaute setzte sich sie rasch auf, bis ihr Blick schließlich bei mir landete.
„W-was zur Hölle ist passiert?“, hauchte sie geschockt.
„Du bist tot, genauso wie ich.“, antwortete ich tonlos und stand auf. „Wir haben jetzt keine Zeit dafür. Ich muss mein Baby retten.“ Bevor ich an ihr vorbei gehen konnte, stand meine Freundin auch schon auf ihren Beinen – vergessen war die Verwirrtheit und jetzt stand nur noch Entschlossenheit dort:
„Wo können sie sein?“
Ein freudloses Lächeln tauchte auf meinen Lippen auf:
„Oh, ich kann‘s mir schon vorstellen wo.“


„Uns geht die Zeit davon.“, könnte ich Elijah von draußen hören.
„Dann bewegen wir uns schneller.“, meinte Klaus, gerade als wir zwei in die Gruft traten.
„Oder schneller.“, schlug ich emotionslos vor. Sofort drehten sich die beiden Ursprünglichen zu uns um und ein unglaublich geschockter Gesichtsausdruck trat auf die beiden Gesichter. Ich wusste was sie sahen, als sie mich erblickten. Ein komplettes Wrack, mit strähnigen Haaren, blasse Haut und Blut in meinem Ausschnitt und Hals.
„Hayley.“, murmelte Elijah und blickte an mir vorbei, während mich Klaus ausdruckslos ansah, doch in seinen Augen konnte ich die Verwirrung, wie auch die unglaubliche Erleichterung erkennen.
Der Ältere von ihnen ging auf uns zu, schaute von mir zu Hayley und fragte leise:
„Wie könnt ihr hier sein?“
„Wir wachten in der Kirche auf.“, antwortete diese ebenso leise. „Klaus hat mir sein Blut gegeben, bevor wir Jana suchen gingen... ich war verletzt und heilte zu langsam.“
Ohne etwas darauf zu sagen drehte ich mich wieder zum Eingang und fixierte das Licht draußen:
„Ich kann sie spüren. Sie ist hier… ganz in der Nähe.“
Klaus stand auf einmal neben mir und legte seine Hand sanft auf meine Schulter:
„Du starbst, als das Blut deines Babys noch in deinem Kreislauf war. Sie ist in der Verwandlung. Beide.“
„Was bedeutet, sie muss das Blut ihres Kindes trinken, um zu überleben.“
„Um als Hybrid wiedergeboren zu werden.“
„Was ist mit Hayley?“, fragte ich und schaute zu Klaus auf. „Sie muss das Doppelgängerblut trinken.“
Eine kurze Pause entstand. „Aber im Moment kümmere ich mich einen Dreck darum. Nur darum, dass ich unsere Tochter wieder zurückbekomme.“


Nach einigem Herumgerenne in dem Irrgarten, den die Hexen aus dem Friedhof gemacht haben, fanden wir endlich den Opferungsort. Ich ging um die Ecke und das Erste, was ich erblickte, war Genevieve mit einem Messer in der Hand, die Spitze schaute direkt auf mein Baby hinunter.
„Nein!“, schrie ich, da packte Elijah auf einmal einen Tonkrug neben sich und schleuderte es auf die Rothaarige zu, die daraufhin mit voller Wucht gegen die Wand hinter sich knallte, das Messer landete ein paar Meter neben ihr. Ohne groß nachzudenken lief ich auf den Altar, doch die beiden jungen Hexen stellten sich davor, nahmen einender die Hände und streckten uns die andere aus.
Auf einmal könnte ich für einen kurzen Moment halbdurchsichtige Frauen sehen, alle aus verschiedenen Epochen und schon flog ich in der Luft herum und landete so stark gegen ein Grab, das der Stein etwas zu bröckeln begann.
„Ihr Narren, dass ihr an unseren machtvollsten Ort kommt, wenn wir am stärksten sind.“, warf uns Monique vor. „Ihr kämpft nicht nur gegen uns drei. Ihr kämpft gegen uns alle.“
Die Echos, die die Geister herbeirufen, indem sie diesen Zauberspruch sagten, verursachten mir langsam aber sicher Kopfschmerzen.
„Bitch.“, knurrte ich wütend und warf ihr den tödlichsten Blick zu, den ich besaß. Wir vier sahen uns kurz an, dann lief ich links – da wir nicht ganz so stark waren -  Klaus rechts und was Elijah und Hayley taten bekam ich nicht mehr mit.
Schon nach ein paar Metern sah ich Genevieve, die versuchte das Messer zu schnappen, doch ich packte sie grob an den Haaren und warf sie gegen den Boden, dann schlug ich ihr mit meinem Fuß mit voller Wucht in den Magen. Da ich glaubte, dass die Hexe jetzt für einen Moment ruhig war, lief ich auf den Altar zu – oder zumindest wollte ich das – denn auf einmal spürte ich diese fürchterlichen Schmerzen in meinem Kopf und ging auf die Knie. Schreiend wünschte ich mir, dass dieser ganze Alptraum endlich zu Ende gehen würde.
Im Augenwinkel konnte ich vor mir etwas an mir vorbei fliegen sehen und dieses Stück etwas erwischte die blonde Hexe mitten im Magen und pinnte sie hinter sich an die Wand, so waren nur noch mehr halb so viele Hexen-Geister da.
Monique schnappte sich das Messer, das nur wenige Meter von mir entfernt lag, dann lief sie zurück zu meinem Baby und hielt sich die Waffe über sich, bereit zu zustechen.
Abermals versuchte ich aufzustehen, aber Genevieve konzentrierte sich so auf mich, dass dieser andauernde Schmerz nicht aufhörte.
Plötzlich hatte auch Monique ein Stück Metall in ihrem Magen, doch im Gegensatz zu ihrer Freundin, erschienen viele, kleine Schnitte auf ihrem ganzen Körper, dann fiel sie auf den Boden.
Ich konnte nicht ganz erkennen was passierte, aber irgendwie bildete ich mir ein, dass Marcel mit meinem Kind verschwand.


Kurz darauf kettete Elijah Genevieve in einer Gruft an, damit sie uns keinen Schaden mehr anrichten konnte. Etwas gedankenverloren spielte ich mit dem Messer herum, was anscheinend so wichtig zu sein schien.
„Also.. ich würde besser beginnen zu reden, wenn ich du wäre.“, sagte ich schließlich und schaute zu der Rothaarigen auf:
„Die Vorfahren ließen mir keine Wahl.“
„Du hättest ein unschuldiges Baby für mehr Macht geopfert.“, mein Hayley und stellte sich neben mir.
„Nicht nur für Macht.“, widersprach sie ihr. „Es war die Anweisung der Vorfahren. Es war ihre Anweisung.“
Elijah, der neben ihr stand, packte ihren Hals und drehte ihren Kopf so, dass sie sich ansahen:
„Es war wessen Anweisung?“
„Ich bin überrascht, dass du fragen musst.“, erwiderte diese lachend. „Denn immerhin warst du es, der seine Geschwister überzeugte, sie in New Orleans zu begraben.“ Ich runzelte die Stirn und legte den Kopf etwas schief:
„Esther?!“
Angewiderter stieß der Ursprüngliche die Hexe von sich weg und wandte sich etwas von ihr ab:
„Also kann nicht einmal der Tod meine Mutter davon abhalten, die Vernichtung ihres eigenen Fleisches und Blutes herbeizusehen.“ Frustriert fuhr er sich mit den Fingern durch die Haare und begann herum zu gehen.
„Das ist nicht das Ende.“
„Wow, das hätte ich nicht gedacht.“, meinte ich ätzend und verdrehte die Augen.
„Solange das Kind lebt, werden die Hexen von New Orleans nicht aufhören, sie zu verfolgen. Esther wird nie aufhören, sie zu verfolgen. Es wurde so bestimmt. Euer Baby wird bei ihren Vorfahren begraben. Sie wird nicht leben.“
Knurrend packte ich ihren Hals und schrie ihr ins Gesicht:
„Sie wird leben!“
Auf einmal lief Genevieve Blut aus den Augen und verzog angewiderte das Gesicht.
„Sie holen mich. Ich kann es spüren. Ich habe versagt.“ Nicht einmal mehr ihre weinerliche Stimme ließ mich etwas Mitleid für sie spüren. Alles was im Moment in mir war, war Hass und Wut auf die gesamte Hexen- Gemeinschaft. „Bitte…versuch mich zu verstehen, ich wollte einfach nur leben. Sag Klaus… dass es mir leid tut.“
Ich packte ihren Hals noch fester, weshalb sie zu Husten begann und Blut aus ihrem Mund rannte, dann schnitt ich mit einer schnellen Bewegung ihren Hals mit dem Messer durch, genau wie sie es bei mir gemacht hat:
„Mir nicht.“
Dann drehte ich mich um und verließ die Gruft, warf währenddessen das Messer hinter mich und ignorierte dabei die Blicke, die mir Hayley und Elijah zu warfen.


Zu Hause saß ich im Schneidersitz auf einem Sessel im Kinderzimmer mit meinem wunderschönen Baby im Arm.
Hayley hatte sich verkrochen, obwohl Elijah immer wieder versuchte mit ihr zu sprechen, doch sie ignorierte ihn einfach, also hatte er irgendwann aufgegeben und saß jetzt mit Klaus in unserem Zimmer und besprachen die Neuigkeiten, dass ihre wunderbare Mutter nun meine Tochter tot sehen wollte.
Zwar ignorierte ich den meisten Teil ihres Gespräches, da es mich einfach nur deprimierte, was die Lösungen für dieses Problem waren und irgendwann stand ich auf und ging ins Zimmer:
„Es gibt noch eine Lösung. Hayleys Eltern haben sie weggeschickt, als sie noch ein Baby waren. Sie wurden abgeschlachtet... aber sie war sicher. Und egal, wie sehr ich unser Baby liebe und ich gehofft habe, dass ich dadurch eine Familie bekomme, die sich wirklich um mich kümmern wird.. ich will nur, dass sie sicher und geliebt auf dieser Welt ist, nicht immer wissen muss, dass ihre Großmutter sie opfern will und ich Blut trinken muss, damit ich nicht sterbe.“ Ich schluckte die Tränen runter, doch ich spürte den Klos in meinem Hals, der sich zu bilden schien. Liebevoll sah ich auf das kleine Gesicht hinunter und nahm ihre kleine Hand in meine. „Also der einzig kluge Weg ist, sie wegzuschicken, während wir hier bleiben.“
Sekunden vergingen, in denen niemand etwas sagte, aber schließlich stand Elijah kopfschüttelnd auf:
„Nein. Das ist doch verrückt. Du hast Genevieve gehört. Solange sie lebt, wird sie verfolgt werden.“
Schließlich stand auch Klaus auf und sagte:
„Nicht, wenn keiner weiß, dass sie lebt.“
Mit offenem Mund sah der ältere den Hybriden an:
„Was hast du vor, Bruder?“
„Was auch immer es braucht, um unsere Familie zu retten.“
„Was auch immer es braucht.“, wiederholte ich zustimmend seine Worte und biss mir auf die Unterlippe.


Später ging ich in Hayleys Zimmer und fand sie auf dem Balkon hinunter auf die Menge starrend.
„Was willst du?“
„Ich wollte mit dir reden.“, antwortete ich zögernd. Mit hochgezogener Augenbraue drehte sie ihren Kopf langsam zu mir. „Ähm.. du weißt, dass du Doppelgängerblut trinken musst, um die Verwandlung zu vollenden?! Nun, ich bin eine Doppelgängerin.“
„Aber du bist kein Mensch... und ich dachte dein Blut ginge so und so nicht.“
Ich rieb mir mit der Hand gegen die Stirn:
„Stimmt auch wieder...“ Ich hielt ihr mein Kleid hin, was ich bei der Geburt meiner Tochter getragen hatte, noch immer mit dem Blut drauf. „Vielleicht hilft das noch etwas.“
Ihre Augen wurden etwas größer, sagte jedoch nichts dazu, starrte nur das Stück Kleidung an. Ich hielt ihr es noch mehr hin:
„Nimm... ich will, dass du lebst. Überhaupt, Elijah wäre am Boden zerstört, wenn du nicht mehr leben würdest.“ Ein leichtes Lächeln erschien auf Hayleys Lippen, doch es verschwand auch schnell wieder. Zögernd nahm sie es an und nickte mir danken zu. Ich erwiderte das, dann drehte ich mich um und verschwand aus ihrem Schlafzimmer.


Stumm packte ich einen kleinen Rucksack für mein Baby, dann holte ich sie aus ihrer Krippe und gab ihr einen Kuss auf den Kopf, während Klaus mit einer Nadel in ihren kleinen Daumen stach, damit etwas Blut raus kam. Sofort begann sie zu weinen.
„Shhh.“, machte ich leise und wippte sie hin und her. Dann nahm ich ihre Hand und legte ihren Finger auf meine Lippen. Kurz darauf wurden meine Augen auch schon wieder bernsteinfarben und meine Adern traten hervor, doch zum Glück konnte ich mich noch an das letzte Mal erinnern, als ich ein Hybrid gewesen war und wusste noch ein bisschen, wie ich das kontrollieren konnte.
Dann sah ich zu Klaus auf, der mich beobachtet hatte:
„Wir haben uns noch nicht für einen Namen entschieden.“
Kurz starrte er mir in die Augen, dann blickte er auf unsere Tochter hinunter, kurz schien der Hybrid nachzudenken, dann meinte er mit einem stolzen Unterton:
„Hope. Ihr Name sollte Hope sein."
Ich sah dem kleinen Wesen ebenfalls ins Gesicht und ein leichtes Lächeln legte sich auf meine Lippen:
„Du hast Recht. Das sollte es wirklich sein.“


Da auf den Straßen um die Vampire und Werwölfe, die in dieser Nacht gestorben waren, getrauert wurden, hielten wir vier es für das Beste, ebenfalls dorthin zu gehen. Zu zeigen, dass wir um die Gefallen, wie auch um unser Baby trauerten. Ich hielt einen großen Blumenstrauß in der Hand, als ich durch die Menge ging, dabei musste ich gar nicht erst so tun, als würde ich weinen, da ich viel zu traurig war, dass Klaus meine kleine Hope gerade zu Rebekah brachte.
Jetzt stand ich da. Vor dem Zaun auf dem die Fotos hängten, zusammen mit einem eingerahmten Bild auf dem stand Baby Mikaelson.
Mit zusammen gepressten Lippen biss ich mir in die Wangeninnenseite und versuchte den Blick davon abzuwenden, doch für ein paar Momente war ich wie versteinert. Ich würde sie nie wieder sehen.. oder wenn ich Glück hatte, erst sehr spät, aber wenigstens wuchs sie mit ihrer Tante auf, die sie mehr als andere Lieben wird.
Langsam drehte ich mich wieder um und ging an Elijah und Hayley vorbei, durch die Menge, dabei erhaschte ich auf Miss Correas, die mich aufmerksam musterte.
Nun, diese Schlampe würde noch früh genug bekommen, was sie verdiente. Zusammen mit den Hexen.

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Endlich, Staffel 1 ist vorbei :)
kann's kaum erwarten von Esther und Co. zu schreiben
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