I want it back

von Tatja
GeschichteMystery, Romanze / P16
Elijah Mikaelson Hayley Marshall Niklaus "Klaus" Mikaelson
10.10.2013
20.04.2015
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10.10.2013 3.877
 
„Ich weiß, wir streiten uns die ganze Zeit und vertragen uns danach wieder – aber das ist, was ich will, solange du an meiner Seite bist.“ Da holte Klaus ein Schächtelchen aus seiner Hosentasche und machte einen Kniefall vor mir. Mit großen Augen starrte ich zu ihm hinunter. War das ein Traum? Halluzinierte ich? „Also frage ich dich, Tatjana Gilbert, willst du dein Leben mit mir teilen, solange wir beide existieren?“

48 Stunden davor

Kichernd lehnte ich meine Stirn gegen Klaus'.
„Ernsthaft?“
„Natürlich, Jana.“ Grinsend schaute er mich an und kurz blickte etwas spitzbübisches in seinen Augen auf. Wollte ich wissen, was er vorhat? Definitiv!
„Na schön..“ Noch ehe ich fertig sprechen konnte, hatte der blonde mich auch schon auf das Bett geworfen und drückte seine Lippen hungrig auf meine. Währenddessen zerriss ich ihm ungeduldig sein Hemd und ließ meine Hände über seine Brust wandern. Knurrend löste er sich kurz von mir und schaute mir in die Augen, sodass ich seine bernsteinfarbenen Augen sehen konnte.
Wenige Sekunden später hätte ich auch Nichts mehr an, doch da stand der Hybrid plötzlich auf und
ging Richtung Türe.
„Geh nicht weg.“, warnte er mich und deutete mit seinem Zeigefinger warnend auf mich.
„Wo sollte ich denn hingehen? Und ich bin viel zu neugierig.“
„Nun, ich würde dich ohnehin immer und überall finden.“ Dann verschwand er aus der Türe.
Ich warf die Beine über die Bettkante und stand auf, stellte mich vor das Fenster und schaute hinunter zum regen Treiben der Leute, die dort unten herum schwirrten. Plötzlich spürte ich wieder eine Präsenz im Zimmer – besser gesagt, direkt hinter mir.
„Klaus, du weißt, dass ich es...“ Ich drehte mich um und erblickte in ein altbekanntes Gesicht.
„Hallo, Tatjana.“, begrüßte mich Mikael und grinste mich breit an, dann spürte ich auf einmal, wie mir das Herz raus gerissen würde.

Zusammen zuckend riss ich die Augen auf und saß kerzengerade im Bett. Ich wischte mir ein paar Haarsträhnen von meiner verschwitzten Stirn. Sofort drückte ich meine Hand gegen die Stelle, wo Mikaels Hand gerade noch gewesen war, und schaute auch hinunter.
Warum zur Hölle habe ich so etwas geträumt?
Plötzlich spürte ich Klaus neben mir ebenfalls zusammen zucken. Besorgt legte ich meine Hand auf seinen Oberarm:
„Hey, geht’s dir gut?“
Der Hybrid drehte sich zu mir um und lächelte mir gequält zu:
„Sicher, geh wieder schlafen.“
Nickend legte ich mich wieder hin, wobei er mich fest in seine Arme zog, als ob der blonde angst hätte, ich würde irgendwie verschwinden.


Zusammen gingen wir zu der Totenwache, doch es war ganz anders, als ich es erwartet und gewöhnt war. Die ersten paar Sekunden stand ich regungslos da. Vor mir war eine große Menge, die glücklich und vor allem laut mit einander redete, im Hintergrund war Musik – vielleicht Schottisch? - und in Mitten all dem stand der Sarg.
Klaus bestellte sich Bourbon und setzte sich an einen Tisch.
„Weißt du, es ziemlich gemein, dass du das einfach vor mir trinkst.“, meckerte ich leicht, lächelte ihn jedoch an.
„Bald darfst du auch wieder trinken.“, meinte der Hybrid, weshalb ich nur den Kopf schüttelte.
„Und wer, meinst du, stillt das Baby?“ Er gab mir einen kurzen Kuss, dann widmete er sich wieder seinem Glas und versank tief in seinen Gedanken.
Sanft klopfte ich ihm auf den Oberschenkel und verkündete:
„Ich geh einmal zu Cami.“
Nach kurzem Suchen, fand ich sie dann schließlich in der Nähe des Sarges.
„Hey.“, begrüßte ich sie lächelnd. „Wie geht’s dir?“
Die blonde schaute zu mir auf und klopfte neben sich auf die Bank, weshalb ich mich schließlich setzte.
„Ehrlich? Ich bin in einer scheiß Stimmung, weil mein Onkel gerade gestorben ist und die Leute feiern, als wäre Karneval.“
„Tja, dann wirst du dich heute gut mit Klaus verstehen..“ Ich runzelte meine Stirn und schaute auf die Tischplatte. „.. irgendetwas ist mit ihm heute und das macht ihn zu einer scheußlichen Gesellschaft.“
„Und wie geht es dir, Jana?“, fragte die Barfrau auf einmal.
Blinzelnd schaute ich wieder zu ihr auf:
„Warum? Wie sollte es mir gehen? Ich stand deinem Onkel nicht so...“
„Das meinte ich nicht.“, unterbrach sie mich und nickte zu meinem Bauch. „Dem Baby.“
„Oh..“, realisierte ich, dann lächelte ich breit und strich zärtlich über ihn. „Könnte nicht besser laufen. Bald wir mein Mädchen kommen.. sehr bald.“ Es entstand eine kurze, aber angenehme Stille zwischen uns beiden. „Vielleicht solltest du einmal zu Klaus und versuchen ihn aufzuheitern.“
Nickend stimmte mir Cami zu und stand auf. Jedoch wenig später kam sie wieder zurück und meinte:
„Vielleicht solltest du mit ihm reden.“
Verwirrt nickte ich, blieb jedoch sitzen, da ich jetzt nicht in der Stimmung dazu war.
Da hörte die Musik auf einmal auf zu spielen und fast jeder hörte auf zu reden.
„Ich weiß, dass ich neuerdings nicht viel in der Gegend war.“, ertönte Marcels Stimme. „Es ist ein Testament für Vater Kieran, dass wir zusammenkommen und einen Drink und ein oder zwei Geschichten teilen können. Kieran rollte auf einer rostigen alten Maschine in die Stadt, nachdem sein Vater vor 25 Jahren verstarb. Und verdammt konnte der Mann feiern.“ Die Menge begann zu lachen. „Das war natürlich, bevor er sein Gelübde schwor. Aber selbst da war er dem Viertel gegenüber engagiert. Er wusste, dass diese Stadt ihn brauchte. Und das tun wir immer noch. Auf Vater K.“ Marcel erhob sein Glas und so tat das jeder andere im Raum ebenfalls. Ich hätte es ja auch getan, aber ich hatte kein Getränk bei mir.
Schließlich ging ich zurück zu Klaus und setzte mich neben ihm, begrüßte dabei Elijah, der gerade zwei Gläser einschenkte.
„Cami hat mir gesagt, ich soll mit dir reden.“, begann ich und fixierte meinen Freund mit meinem Blick. Es dauerte ein paar Momente, bis er endlich reagierte:
„Nicht jetzt, Jana.“
Ich presste die Lippen zusammen, als sich Heyley neben mich setzte.
„Hi.“, begrüßte ich sie.
„Hallo.“
„Ich warne dich Hayley. Niklaus ist heute in eindrucksvoll schlechter Stimmung.“, sagte Elijah zur Werwölfin.
„Das ist dir auch schon aufgefallen?“, grinste ich leicht. „Ist ja kaum zu bemerken.“
„Hau ab.“, knurrte der Hybrid seinem Bruder zu.
„Was ist der Deal mit diesen Mondlichtringen?“, fragte die braunhaarigen meinen Freund und lehnte sich etwas über den Tisch. „Oliver versucht, alle fünf Sekunden eine Revolution zu starten. Die Leute sind verängstigt, wütend. Und offen gesagt, ich bin es leid, sie abzuwürgen.“
„Es ist ein Tag des Friedens, Hayley. Versuche, ihn zu genießen.“
„Weil du das kannst.“, schnaufte ich verächtlich und verdrehte die Augen.
Der Ursprüngliche ignorierte mein Kommentar und sprach ungerührt weiter:
„In der Zwischenzeit, aufgrund der vielen unbekannten Feinde, die sich gegen unsere Familie verschwören, wirst du bei uns einziehen.“
„Warum sollte sie bei uns einziehen?“, platze es aus mir raus. Dann bemerkte ich, wie gemein das klang und drehte mich zu dem Wolf. „Nichts für ungut.“
„Macht nichts.“
„Weil, meine Liebe, sie Elijah und offensichtlich dir wichtig ist.“
„Fantastisch.“, meinte diese sarkastisch. „Dann können wir diese Sache machen, wo ihr mich in einen Turm sperrt, ich entkomme, es gibt ganz viel Drama und dann wird euch beiden klar, dass ich durchaus in der Lage bin, auf mich selbst aufzupassen.“
„Die Ringe sind in der Vorbereitung. Ich halte mich an mein Versprechen. Wir werden denjenigen finden, der den Angriff auf das Bayou lancierte. Und du wirst zu deiner eigenen Sicherheit in unsere Gemeinschaft kommen. Aber jetzt werde ich erstmal diese Flasche erledigen...“ Klaus schnappte sich die gesagte Flasche und schraubte den Deckel auf. „Und die nächste, in der Hoffnung, den Dämon zu ertränken, der sich heute dazu entschieden hat, mich heimzusuchen. Prost, Mikael. Einwandfrei Freud'sch Zeitgefühl.“ Der Hybrid nahm einen großen Schluck direkt aus der Flasche.
Ich kniff die Augen etwas zusammen und beobachtete meinen Freund nachdenklich. Aus dem Augenwinkel bemerkte ich, wie Elijah die Stirn wieder einmal in Falten legte und sich etwas nach vor lehnte:
„Führe das näher aus. Hast du von unserem Vater geträumt.“
Mein Gesicht wurde etwas weiß. Hatte Elijah etwa auch..?
„Mach ruhig weiter. Viel Spaß beim Lachen.“
„Ich kann dir versichern, daran gibt es nichts, dass ich im Entferntesten amüsant finde, Niklaus. Besonders in Anbetracht der Tatsache, dass ich auch von ihm geträumt habe.“, erklärte sein ältester Bruder.
„Was?“, fragte ich gleichzeitig wie Klaus, dessen Blick zu mir wanderte:
„Du auch?“
„Ja.“, flüsterte ich und ballte die Hände zu Fäusten.
Elijah sah mich nun ebenfalls für einen kurzen Moment an:
„Wenn ihr beide ihn auch seht...“ Kurz hörte er auf zu sprachen, da er in die Menge blickte und anscheinend jemanden fand. „.. bereitet unser schwer fassbarer, unbekannter Feind vielleicht eine weiter Attacke vor.“ Ich folgte seinem Blick und erkannte den rothaarigen Teufel, der uns gerade angrinste.
Genevieve.
„Nun, was gibt es besseres, als einen Tag des Frieden zu unterbrechen indem man jemanden tötet.“, bemerkte Klaus auf einmal ziemlich zufrieden, hob die Hand und winkte ihr leicht zu.

„Also sagst du mir damit, dass die andere Seite langsam zusammen bricht?“, fragte ich Bonnie ungläubig übers Telefon.
„Ja..“, antwortete die ehemalige Hexe langsam.
„Warte..“, verlangte ich sofort und ging im Zimmer auf und ab. „Du bist doch der Anker zur anderen Seite, richtig?“
„Ja.“
„Heißt das dann..?“
„Ja, ich werde sterben.. und dieses Mal werde ich nicht zurück kommen.“, antwortete einer meiner besten Freundinnen. Geschockt sog ich die Luft ein und legte eine Hand auf die Stirn. „Aber ich hab eine Hexe gefunden, die mir helfen kann.“
„Wirklich? Oh Gott sei Dank.“, flüsterte ich. „Ich muss eindeutig wieder einmal nach Hause kommen.
„Eindeutig!“, stimmte mir die Bennett-Hexe zu. „Bye.“
„Tschüss.“ Ich legte auf und ging in einen der Nebenräume, in denen sich Klaus, Elijah und Genevieve aufhielten.
„Das Fegefeuer, wo übernatürliche Seelen gefangen sind, zerfällt.“, erklärte die Hexe.
„Was meinst du mit Zerfallen?“, fragte Elijah verwirrt.
„Nun, eigentlich implodiert es mehr.“, mischte ich mich ein und sah dann zu Klaus. „Ich habe meine liebe Freundin Bonnie Bennett, die ehemalige Hexe und den jetzigen Anker zur anderen Seite angerufen. Erinnerst du die an sie? Sie ist einer derjenigen, die du im letzten Jahr so herrlich gequält hast.“ Mein Freund verdrehte theatralisch die Augen. „Sie hat mir das alles gerade erzählt. Die andere Seite wird langsam aber sicher... kaputt!? Die Toten werden in ein großes, schwarzes Loch gezogen.. die Meisten aber werden aber nicht ohne einen ordentlichen letzten Auftritt verschwinden.“
„Du sagst also, dass unser Vater, im Angesicht der permanenten Vernichtung, sich entschieden hat, seine restliche Zeit damit zu verbringen, uns zu foltern?“, übersetzte Elijah. „Wie herrlich.“
„So kann man's auch nennen.“, lachte ich leise.
„Naja, auf der positiven Seite sind wir seine abscheuliche Seele bald für immer los. Und was für eine schöne Befreiung das sein wird.“
„Großartig.. und bis dahin muss ich ihn in meinen Träumen aushalten?“, fragte ich ätzend und verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich würde lieber von was anderem träumen.“
„Also, bin ich vom Verdacht befreit, Elijah?“, wollte die Rothaarige genervt wissen. „Oder gibt es eine neue Verschwörung, wegen der ihr zwei mich bedrohen wollt?“
„Mir kommt momentan nichts in den Sinn.“
„Meine Güte, danke.“ Sie drehte sich zu Klaus und ging langsam auf ihn zu. „Ich muss zu den Mädchen zurück. Vielleicht können du und ich morgen nach der Beerdigung etwas Zeit miteinander verbringen alleine.“ Ich biss die Zähne zusammen und ballte die Hände zu Fäusten, während ich den Drang unterdrückte dieses Miststück wütend an zu knurren und aus dem Fenster zu werfen.
„Ich denke, das werden wir abwarten müssen.“, erwiderte Klaus. Danach ging der Teufel aus dem Zimmer raus.
„Schlampe.“, zischte ich wütend. Lachend zog mein Freund mich in seine Arme.
„Sag mir bitte, du hast eine bessere Methode entwickelt, als den schwer Erreichbaren zu spielen, um die Hexe zu kontrollieren.“
„Tja, zum Glück muss er es ja nicht spielen.“, meinte ich säuerlich, wandte mich aus seinem Griff und setzte mich auf den nächsten Sessel, da ich auf einmal schreckliche Kopfschmerzen bekam. Klaus blickte mir hinterher, dann drehte er sich zu seinem Bruder, der gerade die Fensterläden schloss:
„Naja, ich hatte schon immer eine Vorliebe für Klassiker.“



Mit gerunzelter Stirn schaute ich zu Klaus Krawatte und schüttelte leicht missbilligend den Kopf:
„Man sollte meinen, dass du das nach tausend Jahren könntest.“ Also machte ich mich an die Arbeit und machte ihm einen ordentlichen Windsor-Knoten. Ein leichtes Lächeln tauchte auf seinen Lippen auf, als ich wieder zu ihm hinauf schaute. „Kannst du mir bitte den Reißverschluss zumachen?“
„Mit Vergnügen, Liebes.“
Als wir beide dann endlich fertig angezogen waren, nickten wir einander zu.
„Fertig?“, fragte mein Freund.
„Sicher.“, murmelte ich und ging zur Türe.

Mit dem Wissen, dass wir beide etwas zu spät waren, schritten wir in die Kirche. Vor dem Altar sah ich Kierans Sarg; Marcel stand gerade davor, doch dann drehte er sich um und sah uns und setzte sich. Als wir die erste Reihe erreichten, bleiben wir stehen, da Cami aufstand und einen Schritt auf uns zu ging. Klaus gab ihr einen sanften Kuss auf die Wange, dann trat ich nach vorne und gab ihr eine kurze Umarmung, wofür sie sich nickend bedankte.
Während der Hybrid langsam zu dem Sarg nach vorne schritt, blieb ich einfach stehen und biss mir auf die Lippe. Seit dem Tod meiner Eltern hielt ich lieber meinen Abstand von ihnen – obwohl mir das über die letzten zwei Jahre nicht ganz gelungen war.
Klaus schaute zu dem toten Pater hinunter, regte sich für einen Moment nicht, doch dann drehte er sich auch wieder um und ging mit versteinerter Mine an mir vorbei, setzte sich in die dritte Reihe. Ich folgte ihm und hörte in der nächsten Stunde einem anderen Pfarrer zu, wie er über Kieran sprach.
Kurz darauf ging praktisch ganz New Orleans durch die Straßen. Ganz vorne auf einer Kutsche lag der Sarg und der Rest schritt einfach dahinter her; natürlich gab es auch neugierige Touristen, die die Menge dabei beobachtete, wie sie trauerte.
Vor uns gingen Hayley und Elijah und flirteten wieder einmal ein bisschen mit einander
„Glaubst du, ich war das Ziel dieser Bombenanschläge?“, fragte die Werwölfin Klaus und drehte ihren Kopf etwas zu uns nach hinten.
„Natürlich warst du das Ziel.“, antwortete dieser sofort. „Wenn ich einen Krieg gegen die Wölfe führen würde, wärst du mein erstes Opfer. Ich würde dich erhängen, damit all deine Anbeter es sehen können.“
„Charmant.“, bemerkte ich Augen verdrehend, als der Hybrid einen Arm um meine Hüfte legte, damit ich näher bei ihm war
„Mein Bruder scheint sagen zu wollen, dass du zu uns nach Hause kommen sollst.“, mischte sich Elijah ausdruckslos ein. „Vielleicht solltest du eine andere Herangehensweise probieren, Niklaus. Mit weniger Hinweisen zum Morden.“
„So sehr ich es auch hassen würde, dich über meine Schulter zu werden und dich unter großen Protest in den Compound zu bringen, wissen wir beide, dass ich es machen würde.. alleine deshalb, damit unser lieber Elijah endlich aufhört herum zu jammern.“ Grinsend blickte Klaus zu seinem Bruder, der jedoch stur gerade aus schaute. Schnaufend begann Hayley schneller zu gehen und verschwand aus dem Blickfeld.
„Sehr herzlich, Niklaus.“, bemerkte Elijah trocken.
„Ich hasse Beerdigungen.“
„Dito.“, murmelte ich und begann leicht zu husten. Ich zog meine Augenbrauen zusammen und spürte ein unglaublich unangenehmes Kratzen im Hals, welches immer schlimmer wurde, genauso wie mein Husten.
„Ich muss mich hinsetzen.“, stieß ich plötzlich aus, als die Kopfschmerzen von gestern sich ebenfalls verschlimmerten. Sofort drehten sich die Köpfe der Ursprünglichen zu mir; Klaus nickte und führte mich aus der Menge. Ich stützte mich an eine Laterne ab und begann schrecklich zu Röcheln. Plötzlich spürte ich etwas meine Kehle aufzusteigen – was ich versuchte wieder runter zu schlucken, aber es gelang mir nicht, deshalb legte ich meine Hand auf den Mund. Wahrscheinlich dachte Klaus ich müsse mich übergeben – wie das ja bei Schwangerschaften so ist – doch anstatt des Üblichen kam Blut aus meinem Mund. Geschockt blickte ich auf meine Hand, während ich spürte, wie die Flüssigkeit über mein Kinn lief.
„Jana?“, schrie mir Klaus' Stimme zu, doch da spürte ich auch schon wie meine Knie unter mir nachgaben und alles um mich herum schwarz wurde.

Ich schlug die Augen auf und sog gierig die Luft ein, nachdem ich endlich wieder aufgewacht war. Langsam schaute ich mich um, aber irgendetwas war komisch hier, schon alleine weil Klaus nicht hier war. Er würde mich nicht alleine lassen, wenn mir so etwas passiert. Kurz darauf hörte ich Schritte ganz in der Nähe und sah eine Gestalt um die Ecke kommen.
„Oh mein Gott.“, flüsterte ich geschockt, aber vor allem verängstigt, als ich rasch von dem Tisch – auf dem ich lag – runter krabbelte. „Was machen Sie hier, Mikael?“ Langsam ging ich immer wieder zurück. „Das ist Alptraum.. schon wieder. Hören Sie auf mich so zu quälen. Sie haben bereits versucht mich zu töten..“
„Im Gegenteil, meine Liebe. Das ist sehr real.“ Plötzlich stand der Vampir hinter mir, drückte mich gegen seine Brust und sein Arm um meine Kehle. „Willkommen in meiner Hölle. Gefangen in einer Ewigkeit, in der ich eine abscheuliche Kreatur beobachten muss, die meine Kinder Bruder nennen.“
„Sie können auch einfach zu ihrer Frau gehen und die Zeit zusammen genießen.“, stieß ich zwischen zusammen gebissenen Zähnen hervor. Dann traf mich die Realität wie ein Faustschlag. „Wie kann ich hier sein? Ich kann nicht tot sein. Ich kann es einfach nicht.“, schrie ich auf während ich mich gegen seinen Griff währte. „Mein Baby!“
„Das Baby? Dieses Kind hatte nie eine Chance! Und als wäre deine Blutlinie noch nicht abscheulich genug, musstest du sie vergiften, indem du sie mit Klaus' vermischt hast.“ Mikael be
begann wie ein verrückter Psychopath zu lachen.. naja, wahrscheinlich war er das auch; bei den Geschichten, die ich bis jetzt von ihm gehört hatte..
„Das unsterbliche Ungeziefer, dass sich danach sehnt, ein Daddy zu sein.“
„Er wird mehr Vater sein, als sie je sein konnten.“, schrie ich ihn an und trat genau in dem Moment auf seinen Fuß. Kurz war er abgelenkt, so schaffte ich es ihm den Arm zu verdrehen und ihn von mir weg zu stoßen.
„Sie ist nicht tot.. genau so wenig, wie ich.“, zischte ich hervor. „Sonst würden Sie nicht versuchen mich zu töten.“ Ich wischte mir ein paar Haare aus dem Gesicht und versuchte seinem Blick stand zu halten. „Sie sind tot, Mikael. Dein Sohn hat dich besiegt.“
„Er ist nicht mein Sohn.“, schrie der Tote mich an. „Er ist eine Plage, ein lebendes Symbol für Schwäche.“
„Wenn er doch so schwach ist, warum hat Klaus es dann geschafft sie zu töten?“, grinste ich ihn diabolisch an. Rasch suchte ich nach einer Art Verteidigungswaffe, als Mikael immer weiter auf mich zu ging und sprach:
„Es gibt keine Rettung für dieses Gräuel in deiner Gebärmutter. Klaus wird es sowieso zerstören. Es ist besser, wenn es jetzt stirbt und du direkt mit.“ Plötzlich stand der Vampir wieder vor mir und schlug mir ziemlich hart ins Gesicht, sodass ich unsanft auf den Boden landete und ich auch noch spüren musste, wie mein Auge begann anzuschwellen. Abermals wollte der Verrückte mich angreifen, als er von jemand anderes mit ziemlicher Kraft weggestoßen wurde. Kurz zuckte ich zusammen, als ich den Jemand erkannte, doch er schien sich nicht zu bemühen, mich irgendwie anzuschauen oder dergleichen. Anstatt riss er ein Stück Holz von dem Treppengeländer und stieß es Mikael direkt ins Herz. Er ließ den Körper los, der daraufhin zu Boden fiel.
Grinsend wandte er sich mir zu und hielt mir die Hand hin, die ich zögernd aber danken annahm. Kurz standen wir da, dann sagte er:
„Du hättest doch nicht ernsthaft gedacht, ich würde zulassen, dass meine Nichte einfach so getötet wird.“ Lachend umarmte ich ihn kurz. „Richte meinen Brüdern meine Güße aus.“

Und schon wieder riss ich die Augen auf und atmete schwer.
„Jana.“, hörte ich Klaus' panische Stimme und sein Gesicht tauchte auf einmal in meinem Blickfeld auf. „Alles ist gut, meine Liebe. Alles ist gut.“
Mit raschem Atem setzte ich mich langsam auf und schaute zu Klaus, dann Elijah und wieder zurück.
„Ich habe ihn gesehen.. er hat versucht mich zu töten.. wieder einmal.“ Ich machte eine kurze Pause. „Ich habe Mikael gesehen.“

Nachdem ich angewidert über eine halbe Stunde unter der Dusche stand, mir das Blut aus dem Gesicht rubbelte – welches mir Klaus gegeben hatte, während ich.. tot war – und versuchte dieses scheußliche Gefühl der Erinnerung von Mikaels Berührung los zu bekommen.
Im Bademantel eingewickelt saß ich auf dem Balkon und schaute hinauf zum Himmel.
„Ich will dir etwas zeigen.“, hörte ich Klaus' Stimme neben mir. Etwas erschrocken schaute ich zu ihm hinauf, nickte aber langsam. Mein Freund hielt mir die Hand hin und zog mich auf die Beine. Er führte mich aus unserem Schlafzimmer hinaus, ging in den Flur und stand vor der Türe gegenüber von unserem Zimmer.
„Was ist denn da drinnen?“, wollte ich wissen und legte den Kopf etwas schief.
„Warum schaust du nicht nach, Jana?“
Zögernd legte ich meine Hand auf den Türknopf und drehte ihn um, langsam öffnete ich die Türe und sah einen kleinen Raum. In der Mitte stand ein großes Babybett, daneben war ein Wippstuhl, es gab auch ein kleines Regal mit Büchern zum Vorlesen. An einer Wand sah ich sogar dieses eine Bild, an dem er längere Zeit gesessen hatte, damit es fertig war. New Orleans in der Nacht, die eine Seite bläulich, die andere mit Rot Tönen.
Ich drehte mich zu dem Hybriden um und schüttelte ungläubig den Kopf. Mien Mund war offen, als ob ich etwas sagen wollte, aber ich wusste nicht so recht was.
„Wann hast du das gemacht?“, flüsterte ich.
„Hauptsächlich, als du außer Haus warst.“ Er schritt in den raum hinein und schaute sich selber etwas um. „Magst du es?“
„Nein!“ Ich schüttelte leicht den Kopf. „Ich liebe es! Wie könnte ich auch nicht?“
Bescheiden lächelte Klaus mich an.
„Du hast also meinen Vater heute gesehen.“, stellte er nüchtern fest. Ich seufzte schwer und mein Lächeln verschwand sofort.
„Wie kannst du, nach all dieser Zeit, ihn noch immer deinen Vater nennen?“
„Er hat Schäden verursacht, die nur ein Vater tun kann.“. erklärte er mir mit todernster Miene. „Was hat er zu dir gesagt?“
Ich ging einen Schritt auf ihn zu und legte meine Hand zärtlich auf seine Wange:
„Nichts, was nicht bestätigt hat, dass du ein großartiger Vater sein wirst.“
Ein winziges Lächeln tauchte auf seinen Lippen auf, die er kurz darauf auf meine drückte.
„Warum trägst du einen Anzug?“, murmelte ich und strich über seine schwarze Krawatte.
„Komm, Jana.“, forderte er mich auf und zog mich aus dem Zimmer.
Wenig später standen unter der Terrasse eines Hauses und blickten auf die Menschen, die noch immer den Tod von Kieran 'feierten'.
„Ich sag's dir: Feierst du meinen Tod so, komme ich zurück und werde dich treten.“, lachte ich und schaute ihn seine Augen, die mich liebevoll ansahen. „Was?“
„Als ob ich je zulassen würde, dass du mich verlässt, Liebes.“, meinte er, dann räusperte er sich etwas, als ob er eine Art Rede vor sich hätte.


Meine Augen wurden so groß, als ob sie mir gleich aus den Höhlen fallen wurden.
Er hat es wirklich getan..
Ein Heiratsantrag..
Mitten auf der Straße..
Um Himmelswillen, ich bin erst 19..
Aber wie schön er Ring..
Nur weil ich schwanger bin..
Hat er noch alle Tassen im Schrank?
„Ja!“

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Und wer glaubt ihr, ist ihr mysteriöse Retter?
Was haltet ihr von dem Heiratsantrag?
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