I want it back

von Tatja
GeschichteMystery, Romanze / P16
Elijah Mikaelson Hayley Marshall Niklaus "Klaus" Mikaelson
10.10.2013
20.04.2015
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91.928
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10.10.2013 5.120
 
Klaus lag vor mir im Bett mit blassem Gesicht, geschlossenen Augen und schwachen Atem.
„Du weißt, dass er dich dafür töten wird!“, meinte ich trocken zu Elijah und strich mir eine nasse Strähne aus meiner schweißbedeckten Stirn. Ich konnte ja verstehen, warum er das getan hatte, aber ich mochte es trotzdem nicht meinen Hybrid so leiden zu sehen.
„Zu meiner Verteidigung, er hat mich dazu gezwungen!“
Kopf schüttelnd legte ich meinen Kopf gegen die Sessellehne und schloss die Augen, um mich etwas ausruhen zu können. Seit dem wir Klaus in unser Schlafzimmer gebracht hatten, hatte ich kein Augen mehr zu machen können, was jetzt ganz schön an meinen Nerven zehrte, da die Sonne schön langst aufgegangen war und wir waren mitten in der Nacht her gekommen.
„Wie geht es dir?“, unterbrach Elijahs Stimme meine Gedanken.
Ohne meine Augen aufzumachen murmelte ich:
„Du kannst es dir denken! Es wird mir erst besser gehen, wenn es Klaus besser geht.. und du wirst wahrscheinlich nicht bald etwas an seinem Zustand ändern..“
„Es tut mir leid!“
Ich machte eine wegwerfende Handbewegung:
„Tut es dir nicht, du würdest es eh wieder machen!“
Darauf hin war es wieder totenstill in diesem Raum, man konnte nur Klaus' leises Keuchen hören.

Ich stand in der Küche und trank die letzten paar Schlucke von dem Blut meines Freundes, die noch übrig waren und da ich nicht von ihm trinken wollte, während er in diesem Zustand war, genoss ich diese Tropfen besonders, da ich nicht wusste, wann ich wieder was bekommen würde.
Seufzend ließ ich mich auf den Küchenboden sinken und lehnte mich gegen einen Schrank.
Hoffentlich waren Rebekah und Marcel schon weit weg von hier – doch wie ich den Vampir einschätzte, wollte er nicht von seinem Ziehvater weglaufen, sondern ihn bekämpfen, am Besten auch noch seine Stadt zurück erobern und Rebekah wird ihm natürlich helfen, ihren Bruder zu stürzen.
Es war alles so vorhersehbar geworden, wenn man die Personen nur ein bisschen kennenlernte.
Noch einmal leckte ich mir mit der Zunge über die Lippen und schmeckte das Blut. Genüsslich schloss ich für einen kurzen Moment die Augen, dann stand ich jedoch wieder auf und ging zurück zu Klaus.
„Der Dolch, den die Hexen mir gegeben haben, steckt in ihm drinnen?“, fragte Cami erstaunt und stand mit verschränkten Armen vor der Brust neben dem Bett, schaute dabei auf ihn hinunter.
„Und der bringt ihm unglaubliche Schmerzen.. und auch mir, aber das ist eine andere Geschichte für später!“, erklärte ich ihr kalt und trat ins Zimmer ein. Sie drehten sich zu mir um, wobei die Barkeeperin mich noch am freundlichsten von den beiden anschaute.
Elijah krempelte sich die Ärmel hinauf, während die blonde fragte:
„Wer hat ihn erstochen?“
„Drei Mal darfst du raten.“, flötete ich und tötete den braunhaarigen regelrecht mit meinem Blick, den er geflissentlich ignorierte.
„Ich war es und nun beabsichtige ich, ihn wieder zu entfernen!“
Überrascht hob ich meine Augenbrauen:
„Tatsächlich!?“
Die Urvampir ging um das Bett herum und stand nun auch neben Klaus, schaute dabei kurz zu Cami:
„Du solltest wohl einen Schritt zurück treten.“
„Warum bin ich hier?“, fragte die blonde ihn komplett verwirrt.
„Weil du von allen Menschen, die hier sein könnten, du vermutlich die einzige Person bist, die er nicht sofort schlachten wird.“
„Hallo?“, fragte ich ihn und winkte ihm kurz zu. „Was ist mit mir? Ich bin seine Freundin, falls du es vergessen hast!“
„Aber du bist heute nicht in der Verfassung ihn zu helfen!“ Ich biss die Zähne zusammen und verschränkte bockig die Arme. Das war trotzdem kein Grund für mich. Mit durch dringlichen Blick schaute Elijah mich an:
„Bist du bereit?“
Zögernd schaute ich ihn an, bemerkte dabei den ratlosen Blick von Cami – wahrscheinlich verstand sie nicht richtig, warum er gerade mich fragte.
Ich atmete einmal tief durch, dann nickte ich, biss mir dabei auf die Lippe und bereitete mich innerlich darauf vor, dass innerhalb von 24 Stunden zwei Hände in meinem Körper sein würden. Na ja, nicht in meinem Körper.. aber zumindest spürte ich es.
Dann platzierte der Ursprüngliche ein Messer an der roten Wunde und schnitt ihm einfach ins Fleisch. Gleichzeitig wie Klaus begann ich zu stöhnen, doch im Gegensatz zu ihm, war ich nicht ohnmächtig und bekam alles mit. Ich versuchte meinen Atem zu kontrollieren, aber es gelang mir nicht, eher ging er jetzt schneller.
Schnell legte Elijah das Messer weg:
„Außerdem spricht er über dich..“ Er rammte seine Hand in Klaus' Körper, weshalb ich meine Finger in meine Handflächen krallte und meine Knie knickten unter mir ein. Gott, wann endete diese Tortur? „..Was ein gewisses Maß, zumindest für ihn.. an Respekt bedeutet.“ Es war schrecklich zu zu sehen, wie er richtig in seiner Brust herum wühlte. „Ich merke, wie du ihn herausforderst, sich und die anderen in einem neuen Licht zu sehen.“ Obwohl ich nur mit einem halben Ohr zuhörte, spürte ich komischer weiße irgendetwas in meinem Brust – nicht Elijahs Hand oder diese Schmerzen – es war etwas, was ich bis jetzt erst wirklich sehr selten gefühlt habe.
Eifersucht.
Plötzlich waren die Hand und dieser Dolch aus Klaus draußen und ich atmete hörbar erleichtert aus.
„Eine wunderbare Fähigkeit, auf die ich ziemlich bald zurückgreifen sollte!“ Mit weit offenem Mund starrte Cami den Urvampir an, geschockt darüber, was sie gerade gesehen hat. „Wie du siehst, wird Niklaus geschwächt sein, wenn er sich erholt hat. Also pass auf ihn auf und füttere ihn, wenn du so freundlich wärst.“ Mit einem Tuch wischte er sich das Blut, wirkte dabei so gleichgültig. „Aber bitte langsam.. und von deinem Handgelenk.“
„Habt ihr keine Blutbeutel gelagert?“, fragte die blonde beinahe atemlos, als wäre sie gerade einen Marathon gelaufen.
„Haben wir, aber dein Blut ist mit Eisenkraut verdünnt! Das wird ihn verbrennen. Dadurch würde er langsamer heilen!“
„Du musst deinen Bruder wirklich lieben, wenn du ihm das antust!“, knurrte ich und stand langsam wieder auf.
„Tue ich, aber ich liebe auch meine Schwester!“, gab er mir Contra.
„Sie verdient es!“
„Niemand verdient Klaus' Wut!“
„Eventuell solltest du die Zeit sinnvoll nutzen, überzeuge ihn, seine kleine Schwester nicht zu töten!“, wies er Cami weiter an, die ihn sprachlos anschaute. Dann beugte er sich zu seinem Bruder hinunter und hauchte ihm zu: „Niklaus.. es war nicht mein Wunsch, die schmerzen zu bereiten, aber ich werde nicht mit ansehen, wie du Rebekah verletzt. Nun fürchte ich, dass Sabine möglicherweise einen finalen Angriff gegen uns plant. Ich beabsichtige, sie zu finden und es zu beenden.“
Er stieß sich vom Bettrand ab und wollte schon verschwinden, da sagte Klaus leise mit rauer Stimme:
„Elijah..“ Dieser blieb sofort stehen, schaute ihn argwöhnisch an und beugte sich wieder hinunter. „Dafür wirst du bezahlen!“

Nachdem ich einige Stunden im Wohnzimmer auf der Couch geschlafen hatte, entschied ich, nach Klaus zu sehen und ob Cami noch am Leben war. Plötzlich hörte ich ein leises Krachen aus dem Schlafzimmer, was meine Schritte beschleunigte.
Ich sah meinen Freund frisch, fröhlich und munter am Boden kniend und hob ein Holzstück auf. Als ich erkannte was es war, erstarrte ich regelrecht.
„Das kann nicht dein Ernst sein!“, hauchte ich geschockt. „Ich weiß, sie ist zu weit gegangen, aber du wirst es bereuen!“ Belustigt schaute der blonde zu mir und öffnete den Mund, um mir zu widersprechen, doch ich hob meinen Zeigefinger, dass er gar nicht erst beginnen sollte. „Vielleicht nicht heute oder morgen, verdammt, wahrscheinlich noch nicht einmal in einem Jahrzehnt. Aber sie ist trotzdem deine Schwester! Du hast eh nur noch so wenig Familie!“
„Du weißt, dass ich es ihr nicht einfach so durch gehen kann!“, knurrte der Hybrid wütend.
„Dann erdolche sie doch, verdammt noch mal! Das ist Bestrafung genug!“
„Nicht dafür!“ Dann war er auf einmal verschwunden. Wütend biss ich mir auf die Unterlippe und ballte die Hände zu Fäusten. Mit einem wütenden Schrei schlug ich einen davon gegen die Steinwand, ignorierte dabei das geräuschvolle Knacken der Steine.

Während die Stunden verstrichen und ich immer nervöser wurde, was Klaus nun seiner Schwester antun würde – oder eher hoffentlich nicht – musste ich dabei zu sehen, wie Marcel immer mehr Vampire hier her schicken ließ und da ich wusste, dass es nichts bringen würde, wenn ich ein Machtwort sprach, da ich ja nur ein mickriger Mensch war, der zufällig mit dem König des französischen Viertel zusammen war, saß ich auf der Couch vor dem Fernseher und versuchte den Lärm von draußen zu ignorieren. Doch obwohl ich es versuchte, gelang es mir einfach nicht. Ich war wie ein Nervenbündel, mein Bein wippte herum, ich knackte meine Finger und war immer wieder unzufrieden, wie ich saß.
Mit einem leisen Seufzer gab ich es schließlich auf und stand auf, um in den Innenhof zu gelangen. Missbilligend schaute ich hinunter zu den vielen Vampiren, da hörte ich auch schon Klaus Stimme:
„Gibt es einen Grund, warum ihr in meinem Zuhause herumlungert?“
„Ich bat sie darum, hier zu sein!“, antworte Marcel und trat aus der Masse hervor. Schon bleib der Hybrid stehen und atmete einmal tief durch – wahrscheinlich um ihm nicht den Kopf abzureißen. „Du und ich müssen eine offene Aussprache führen.“
Schon drehte sich der blonde um und schaute ihn todernst an:
„Ich dachte, du wärst längst abgehauen.
„Ja. Nun, das ist meine Stadt!“, erwiderte Marcel kühn und stellte sich ihm gegenüber. „Du willst vielleicht, dass ich um Vergebung bitte, aber es tut mir nicht leid!“ Augen verdrehend ging ich zu der Treppe und ging langsam die Stufen hinunter – wahrscheinlich wird Klaus meine seelische Unterstützung brauchen. „Ich mag nicht der Lage sein, dich zu besiegen, aber ich kam hierher, um dir gegenüberzutreten, um es vor meinen Leuten zu beenden.“ Der dunkelhäutige lehnte sich etwas zu ihm nach vorne. „Wenn du mich dafür töten willst, bring es hinter dich.“ Grob drängelte ich mich durch die Menge, doch traute mich nicht, in den Kreis zu treten, den alle um die zwei gebildet hatten.
Die Zwei gaben sich einen richtigen Starrwettbewerb. Einige Sekunden passierte rein gar nichts, bis Klaus den Mund öffnete und weg schaute, dann ohne etwas zu sagen, ging er einfach davon und schritt langsam die Treppe hinauf. Verwirrt schaute ich ihm hinter her, doch ohne groß darüber nach zu denken, lief ich ihm hinterher. Doch auf einmal hörte ich einen Knall und das Stöhnen von Marcel. Augenblicklich drehte ich mich um und stand in der Mitte des Innenhofes Elijah stehen, der sich gemächlich sein Jackett zuknöpfte.
„Guten Abend. Ich vertraue darauf, dass ich keine Vorstellung brauche. Schließlich war dies einst das Zuhause meiner Familie!“, sprach der Urvampir, doch ich ging weiter die Stufen hinauf. Doch anstatt, dass er in ein Zimmer ging, lehnte er sich gegen die Brüstung und beobachtete seinen großen Bruder dabei, wie er seinen Ersatzsohn aus New Orleans verbannte.
„Gut gemacht, Bruder!“, meinte der Hybrid ruhig, nachdem jeder Vampir aus dem Haus verschwand. Mit zusammen gezogenen Augenbrauen schaute dieser hinauf. „Du fängst an, wie ich zu klingen. Ich bin beeindruckt!“ Dann stieß er sich weg und ging wirklich in einen Nebenraum.
„Ich glaub nicht, dass das was Gutes ist!“, murmelte ich leicht Kopf schüttelnd und folgte ihm hinein.
Klaus saß mit einem Glas Scotch in der Hand auf einem großen Sessel und starrte vor sich hin.
„Geht's dir gut?“, fragte ich ihn besorgt und setzte mich auf den Tisch vor ihn hin.
„Was glaubst du denn?“, grummelte der blonde leicht verbittert.
Sanft strich ich ihm über den Oberschenkel und lehnte mich zu ihm nach vorne.
„Na ja, wenn ich dich so ansehe, merke ich, dass du deine Schwester am Leben gelassen hast.. du hast dich weiterentwickelt, ich bin so stolz auf dich!“
Langsam schaute er zu mir auf und seine blauen Augen durchbohrten mich regelrecht:
„Ich bin kein kleiner Junge mehr, also behandel mich nicht so!“
Ein leichtes Lächeln huschte über mein Gesicht, ging aber nicht weiter darauf ein. Ich hauchte ihm einen sanften Kuss auf die Lippen, dann stand ich auf und legte ihm eine Hand auf die Schulter:
„Ich werde auf dich im Bett warten...“


Die Tage vergingen und Klaus' Stimmung hob sich ganz langsam wieder, doch ich wusste, das meiste davon war nur Fassade.
Während ich dabei war meine Augen zu öffnen und nach seinem Teil des Bettes tastete, spürte ich außer dem Lacken und der Matratze nichts. Leicht wütend stieß ich die Luft aus meiner Nase und setzte mich auf. Während ich aufstand strich ich mir meine wirren Haare aus dem Gesicht, dann zog ich mich schnell an und machte mich auf den Weg, ihn zu finden.
Ich irrte in der Stadt umher, bis ich schließlich bei einem kleinen Park mit einem Brunnen ankam. Keine fünf Meter entfernt von mir, stand mein Freund hinter einer Staffelei und malte ganz konzentriert. Mit einem leicht schräg gelegten Kopf beobachtete ich ihn dabei, da ich ihn schon lange nicht mehr malen gesehen hatte. Vielleicht war das ja ein gutes Zeichen, dass er es wieder tat.
Nachdem ich ihn einige Minuten lange so angestarrt hatte, entschied ich, zu ihm zu gehen. Mit einem neugierigen Blick stellte ich mich hinter ihn und schaute sein Gemälde an. Es war der Himmel voller Wolken und deshalb düsteren Farben. Ich kniff meine Augen leicht zusammen; sollte ich darin jetzt etwas hinein interpretieren, oder war ich dann wieder viel zu über sorglich.
„Ich habe nicht gewusst, dass du wieder malst!“, bemerkte ich ganz nebenbei und versuchte den Blick zu ignorieren, den er mir zu warf - ein verschmitzter mit einem teuflischen Lächeln.
„Nun, das habe ich jetzt schon länger, und meistens war es das gleiche Motiv, heute wollte ich etwas Anderes machen!“, hauchte der Hybrid mir ins Ohr, sodass mir eine leichte Gänsehaut über den Rücken lief. Ich schluckte leer und spürte wie meine Wangen etwas roter wurde, doch ich behielt meinen Blick starr auf die Leinwand:
„Und was war es?“
„Drei Mal darfst du raten!“
Ich liebte es einfach, wenn er so gut drauf war, da konnte ich fast immer vergessen, was für Probleme andauernd um uns herum waren.
Ich biss mir auf die Unterlippe und drehte meinen Kopf ganz langsam zu ihm um:
„Lass uns noch eines machen. Eines, dass du nie wieder vergessen wirst!“
„Ich habe gehofft, du würdest es sagen!“ Plötzlich packte Klaus mich mit einer Hand an der Hüfte und drückte mich ganz nah an sich. Ohne auf die Menschen um uns Rücksicht zu nehmen, krallte ich meine Finger in seine Haare und zog ihn gewaltsam zu mir hinunter, drückte meine Lippen auf seine und küsste ihn hungrig.
Leise stöhnend öffnete ich meine Lippen und gewährte seiner Zunge Einlass.
„Du willst es wirklich hier machen?“, lachte der blonde rau und sein Daumen fuhr über mein Rückgrat.
„Gleich hier am Boden!“, raunte ich ihm zu. „Aber das können wir den armen Kindern nicht antun.. sie werden für ewig traumatisiert sein!“
Leise lachend strich er mir übers Haar und plötzlich standen wir nicht mehr im Park sondern lagen in unserem Bett – wie üblich, er über mir. Gierig küsste er meinen Hals, dann trafen sie schließlich meine Halsschlagader und biss ohne zu zögern zu, da der Hybrid wusste, dass er mein Einverständnis hatte und nicht immer fragen musste.
Kurz sog ich die Luft ein, dann krallte ich meine Finger in seinen Rücken und genoss es in vollen Zügen.


Im Schneidersitz auf der Couch sitzen beobachtete ich den Ursprünglichen, wie er sich wieder sein Hemd anzog und während dessen auf mich hinunter starrte, mit diesem Blick, als er würde er mir sofort die Decke wegreißen wollten und noch eine Runde haben wollen.
Grinsend lehnte ich mich zurück, schlang den Tuch ähnlichen Stoff enger um meine Brust. Leise knurrend lag er auf einmal wieder über mir, strich mir aber zärtlich über die Wange:
„Du solltest aufhören damit, wenn du nicht wieder im Bett liegen willst!“
Ich hob kurz meine Augenbrauen:
„Vielleicht willst ich das ja!“
Ein kehliges Lachen entwich seiner Kehle und er stand wieder auf.
„Ich habe gehört, du hast eine neue Allianz mit der Frau die unsere Schwester gefoltert hat.“, erklang Elijahs Stimme im Türrahmen. Wir beide drehten uns zu ihm um. Und schon war seine gute Laune wieder dahin. Ausdruckslos schaute Klaus seinen Bruder an, während ich meine Stirn in Falten legte, da ich davon keine Ahnung hatte.
„Sie hat auch die Wahrheit über den Verrat unserer Schwester aufgedeckt!“
„Und als Resultat ist Rebekah für immer fort!“, meinte der ältere trocken.
„Ein Verlangen, welches sie schon eine ganze Weile in sich trägt!“
„Niklaus, das war vor einem Monat. Ich fühle den Verlust unserer Schwester genau so tief wie du, aber du musst aufhören dich mit diesem lächerlichen Verhalten abzulenken und es in eine Art von Handlung umwandeln!“, fuhr der dunkelbraune ihn an und ging auf ihn zu.
„Es ist besser, als dass er hunderte von Menschen einfach tötet!“, warf ich wütend ein und stand leicht umständlich auf, da sich die Decke um meine Beine geschlungen hatte.
„Warum muss ich das genau?“, fragte der Hybrid mit zusammen gebissenen Zähnen, holte sich einen Pinsel, tauchte diesen in Farbe ein und malte an einem anderen Bild weiter.
„Denn in der Amtszeit von Marcel hat sich die Stadt daran gewöhnt, einen König zu haben. Du wolltest den Thron. Jetzt musst die die Verantwortung akzeptieren, die davon begleitet wird.“
„Entschuldigung, ich bin mit anderen Vorgehen beschäftigt.“ Klaus deutete mit dem Pinsel auf seine Malerei.
„Da du dein zuhause so leicht außer Acht lassen kannst..“ Elijah packte diesen Pinsel und nahm ihm diese aus der Hand, dann legte er ihn wieder zurück. „..fragte ich mich, was aus deiner Tochter wird.“
„Das ist gemein, selbst für dich!“, meinte ich und hob meine Augenbrauen, dann drehte ich mich zu Klaus. „Ich werde mich jetzt anziehen, da ich Moralpredigten nicht ausstehen kann.“ Mit einem kalten Blick drehte ich mich auf meinen Fersen um und verschwand aus dem Zimmer. Doch während ich mich auf den Weg zu unserem Schlafzimmer machte, vernahm ich noch immer Fetzen von dem Gespräch der beiden..
„...bestach uns.. Frauen in Korsetten.. bis er sein Ja hatte!“, hörte ich Klaus sagen, weshalb ich Augen verdrehen um die Ecke bog und die Türe hinter mir schloss.
„..eine Party veranstalten soll?“, erwiderte Elijah schlicht.
Mit einem Grinsen stellte ich mich unter die Dusche. Ja, eine Party würde uns allen wieder gut tun.

Ich saß im Nebenzimmer und hörte mit halben Ohr zu, was Cami mit Klaus besprach. Von wegen, dass ihr Onkel verhext wurde, aber mein Freund meinte, man könnte es nicht ungeschehen machen. Mit gerunzelter Stirn lehnte ich mich auf dem Sessel zurück und dachte angestrengt nach. Es musste doch möglich sein, so etwas rückgängig zu machen. Es gab immer ein Schlupfloch, zumindest hatte ich das in den letzten Jahren gelernt.
Da stapfte die Barkeeperin wütend an mir vorbei, was das Zeichen für mich war, dass ich zu dem Hybriden gehen konnte, ohne irgendwo Unpassendes hineinzustürmen.
Mit verkniffenem Gesicht schaute Klaus auf sein Bourbon Glas, das vor ihm stand, als ich vorsichtig hinein schritt.
„Sollte ich besorgt sein?“, fragte ich nebenbei und lehnte mich gegen den Türpfosten.
Verwirrt schaute der blonde auf:
„Warum solltest du?“
„Pater Kieran? Oder dass du so viel Zeit mit anderen Frauen verbringst?“, schlug ich unschuldig vor und hob die Hände in die Höhe.
„Erstens: Lauschen ist unhöflich..“
„Es ist dein Problem, wenn du mir nichts erzählst!“, verteidigte ich mich schnaufend und verdrehte die Augen.
Klaus ignorierte meinen Einwurf und sprach weiter, als hätte ich nichts gesagt:
„Und zweitens: Nehme ich da Eifersucht wahr?“ Neckend grinste er Urvampir mich an und ging langsam auf mich zu.
„Pff, ich dich nicht!“, lachte ich leise auf und strich mit meiner flachen Hand über seine Brust.
„Mhm.. sicher doch.“, raunte er mir zu und küsste sich von meiner Wange entlang zu meinem Mund, doch vor dem verharrte er ein paar Momente, sodass ich schon ganz ungeduldig wurde, ihm an den Haaren packte und seine Lippen auf meine presste.

Tage später war unser Haus brechend voll, das Licht wurde in einem ständigen düsteren Blauton gehalten, die Musik war laut und gut und an der Unterhaltung war auch nicht gespart. Alles in allem, war es ein wirklich gelungener Abend, Elijah hatte sich wirklich selbst übertroffen.
Ich stand oben am Balkon und beobachtete das rege Treiben, als ich von dem einen Eingang die wiederauferstandenen Hexen rein kommen sah und aus dem anderen die Werwölfe.
Mit großen Augen sah ich Jackson an und es verschlug mir regelrecht den Atem, als ich ihn in menschlicher Form sah, da kein Vollmond war.
Sofort nahm ich einen Stück meines Kleides in die Hand, damit ich nicht stolperte und rannte fast schon die Stufen hinunter. Grinsend stellte ich mich vor ihm hin, dann umarmte ich ihn stürmisch, was ihn zuerst etwas verwirrte, sie aber herzlich erwiderte.
„Wie..?“, fragte ich noch leicht geschockt ihn zu sehen, konnte aber nicht aufhören zu strahlen. „Hayley hat es also wirklich geschafft?“
„Ganz offensichtlich!“, erwiderte der braunhaarige lachend. Während wir nebeneinander weiter in den Innenhof hineingingen, stieß Diego ihn an, ging aber weiter, als wäre nichts passiert.
Der blonde Werwolf neben Jackson stellte sich sofort vor dem Vampir auf, doch dieser meinte unbeeindruckt:
„Was geht ab, kleiner Mann?“
„Lass ihn in Frieden!“, knurrte ich den dunkelhäutigen an, doch ich wusste, dass es nichts bringen würde, ich war ja noch nicht einmal ein Vampir, also würde keiner von ihnen auf mich hören.
„Er ist es nicht wert!“, meinte Jackson und legte seinem Freund eine Hand auf die Schulter.

„Ich muss sagen, du siehst umwerfend aus!“, hauchte mir Klaus auf einmal über meine Schulter hinweg, während ich mich gerade übers Büfett her machte. Mit leicht roten Wangen biss ich mir auf die Lippe und drehte mich zu ihm um, ließ meinen Blick hinunter wandern:
„Das Selbe könnte ich auch sagen.. aber nein!“
Grinsend küsste ich ihn kurz, bleib aber auf den Zehnspitzen stehen und lehnte mich zu seinem Ohr nach vorne:
„Also ist dieser Abend nur wegen den Allianzen zwischen den Spezien?“
Ich konnte regelrecht sein Augenverdrehen spüren:
„Elijah glaubt, so kann er Frieden stiften..“
Ich stellte mich wieder ganz normal hin und hob etwas provokant meine Augenbrauen:
„Nun, dann würde ich sagen, wir haben eine spektakulären Abend mit viel Spaß vor uns, was sagst du?“
„Verrückt, wie sehr wir uns schon ähneln, Liebes!“
„Ich würde eher sagen, gruselig..“
Zusammen ließen wir den Blick über die Menge schweifen, dann fand ich seinen Bruder und deutete leicht auf ihn:
„Ah, Elijah, der Friedensstifter!“
Leise lachend schlang der Hybrid seinen Arm um meine Hüfte und zog mich so näher an sich heran. Mit einem wohligen Gefühl in der Brust legte ich meinen Kopf auf seine Schulter und genoss die kurze Zeit zusammen.
„Und jetzt ist er mit diesem Werwolf..“
„Jackson.“, erklärte ich ihm nickend.
„..Genau.“
„Verstehst du, was sie sagen? Es ist mir hier zu laut.“, gestand ich, versuchte aber währenddessen weiter, besser zu hören.
„Auch wenn ich ein Hybrid bin, kann ich nicht so gut hören!“
Gespielt empört schaute ich zu ihm hinauf:
„Also wirklich! Einmal brauche ich dich und deine Kräfte und was ist dann? Sie funktionieren nicht richtig! Wozu hab ich dich dann überhaupt!“
Knurrend schaute er zu mir hinunter und ich konnte kurz seine gelben Augen sehen, was mir aber überhaupt keine Angst mehr machte – ich sah sie oft genug, wenn wir zusammen mit Bett lagen und.. erwachsenen Dinge machten.
„Spiel dich nicht so auf.“

Etwas später stand ich bei irgend so einem Menschen und tat so, als ob ich ihr zu hören würde, in dem ich immer wieder nickte und ein 'Ah' oder 'Oh' von mir gab. Doch in Wirklichkeit galt meiner Aufmerksamkeit etwas ganz Anderes. Mein Freund stand oben am Balkon und neben ihm dieser rothaarige Drache von Hexe. Innerlich kochend vor Wut verkrampften sich meine Finger um mein Glas und verfluchte dabei mein Baby, da ich mir jetzt kein Gläschen Sekt oder so etwas gönnen konnte. Ich wusste wirklich nicht, warum ich mich so verhielt, ich wusste ja, dass Klaus mich nicht hinter gehen würde, dafür hatte er nicht genug Eier, aber es verletzte mich trotzdem, da ich sah, wie die beiden sich ansahen, viel mehr als nur Vertraute, oder Menschen mit einer Allianz.
Da lehnte sich der blonde zu ihr nach vorne und gab der Hexe einen Kuss
... auf den Mund.
Das reichte! Knurrend drehte ich mich auf meinen Absätzen um, ließ einen ziemlich verdatterten Menschen stehen, und rauschte davon.
Ich stand einige Zeit lang draußen und genoss den warmen Wind, der meine Haar hin und her wog. Kurz schloss ich meine Augen und wünschte mir für eine kurze Zeit zurück in Chicago zu sein. Das war eine angenehme Zeit, in der keinen Kummer hatte, was aber wahrscheinlich daran lag, dass ich zu neunzig Prozent mit irgendwelchen Sachen zu gekifft war. Gott, wie sehr ich das jetzt sein wollte.
Komm schon, Jana! Jammere nicht herum! Klaus wird schon einen Grund gehabt haben, zieh keine voreiligen Schlüsse! Geh wieder hinein und zeig's ihm!
Mir selber zu nickend ging ich wieder hinein in das Haus und das erste was ich sah, waren Heyley und Elijah zusammen tanzen. Da würde mir gleich ganz warm ums Herz. Grinsend stand ich leicht um Schatten und beobachtete die Turteltäubchen. Wie konnte das Werwolf Mädchen die Funken zwischen den beiden nicht sehen? Ich meine, es war doch ziemlich offensichtlich, dass sie ebenfalls in ihn verknallt war!
Der Abend verging und es passierte noch immer nichts Spannendes, langsam wurde ich sogar müde. Klaus ließ sich auch nicht bei mir blicken und irgendwie hatte ich keine Lust mehr hier zu sein, am liebsten hätte ich mich jetzt ins Bett gelegt und irgendeinen Schnulzen-Film anzuschauen, aber nein, ich musste hier bleiben, da ich ja Klaus' Freundin war (und bei dem Film hätte ich bei der lauten Musik so und so nichts verstanden).
Irgendwann stieß Diego den blonden Werwolf so von sich weg, sodass er zu Boden fiel, doch der kauerte sich sofort in Angriffsstellung. Sofort schnellte der Vampir auf ihn zu, doch der Werwolf fing ihn ab und drückte ihn gegen einen Steinpfosten. Auf einmal tauchte Elijah auf, packte den blonden und drückte ihn gegen einen Tisch.
„Das hört jetzt auf!“, sprach der Urvampir klar und deutlich. „Ich werde es nicht noch einmal sagen.“
„Oh, wir werden es beenden.“, ertönte Jacksons bedrohliche Stimme. Sofort wanderte mein Blick zu ihm und sah ihn, wie er Diego gegen die Wand drückte und ihm einen Pfahl gegen die Brust drückte.
„Was hält dich davon ab?“, ertönte Hayleys Stimme und alle schauten sofort zu ihr. „Töte ihn!“
Da ich ganz nahe bei der Werwölfin stand, ging ich schnell zu ihr und zischte ihr zu:
„Bist du von allen guten Geistern verlassen?“
„Nur zu, Elijah! Tu es!“, forderte die braunhaarige ihn heraus. „Ich meine, es ist nicht so, als hätte er es nicht verdient zu sterben!“
„Sollten Sie nicht eingreifen oder so etwas?“, hörte ich eine Frau neben Klaus sagen.
„Warum sollte ich? Diese Party wird doch erst interessant!“
„Ich meine, es war Oliver, der Rebekah an die Hexen übergeben hat..“ Ahh, der blonde hieß also Oliver, noch ein Name, den ich mir merken musste. „..damit sie sie foltern können. Andererseits war es Diego, der letztes Monat ein Werwolf-Massaker anführte?“ Worauf zur Hölle wollte sie hinaus? Komm zum Punkt, Frau! „Und die Hexen verfluchten die Werwölfe, während die Menschen sich raushielten und alles geschehen ließen, also wenn man darüber nachdenkt, verdient jeder es, zu sterben.“
„Auf was willst du hinaus?“, fragte Elijah mit einem echten Pokerface.
„Ich will auf das hier hinaus, Elijah. Wenn wir nicht lernen können, miteinander zu leben, wenn unsere Familien keine Gemeinschaft bilden können, was ist dann der Sinn hiervon? Tötet euch gegenseitig und bringt es hinter euch.“
Kurz schaute der Urvampir nachdenklich aus, dann presste er die Lippen zusammen und ließ von Oliver ab, genau so wie Jackson von Diego.

Mit kaltem Blick ging ich in Klaus' Malzimmer und wie ich mir schon dachte, stand der Hybrid mit dem Rücken zur mir und malte an der Stadt weiter.
„Und, bekommen, was du wolltest?“, fragte ich kühl und verschränkte die Arme vor der Brust.
Mit hochgehobenen Augenbraue drehte er sich zu mir um:
„Was ist los, Liebes?“
„Was los ist? Fragst du mich das gerade wirklich?“, fauchte ich ihn an. „Ich weiß, ich sollte jetzt nicht damit beginnen, aber irgendwann muss ich ja einmal Freundin spielen! Was ist mit dir und Genevieve?“
„Was soll mit uns sein?“, fragte er mich desinteressiert und malte an einem Vollmond weiter.
Ich stieß zischend die Luft zwischen meinen Zähnen und ballte meine Hände zu Fäusten:
„Du hast sie geküsst!“ Sogar von hier aus konnte ich sehen, wie sein Rücken sich anspannte. „Ich habe es gesehen! Du hast sie geküsst, nicht andersherum!“ Noch immer kam nichts von ihm. „Sag es mir!“, schrie ich ihn schon fast an. „Sag's mir verdammt noch einmal!“
Endlich drehte er sich zu mir ganz herum:
„Ich soll's dir also sagen? Na schön! Ja, ich habe sie geküsst.. und das nicht zum ersten Mal, weil ich weiß, dass sie eine Schwäche für mich hat. Ich muss es nützen, damit sie mir für die Werwölfe hilft!“
„Nur wegen deiner scheiß Allianz?“, knurrte ich ihn. „Und du hast mir erst vor kurzem gesagt, es wäre nichts! Worüber hast du mich noch angelogen? Mhh?“ Herausfordernd sah ich ihm direkt in die Augen.
„Verdammt, Jana, warum musst du alles verkomplizieren?“, knurrte Klaus mich wütend an und seine Augen blitzen kurz auf. Verteidigend hob ich die Hände in die Höhe und ging einen Schritt zurück:
„Tut mir leid, dass ich wissen will, was mein Freund alles so hinter meinen Rücken macht!“
„Weil ich dich schützen will!“, schrie er mich wütend an und ging mit gefährlich wirkenden Schritten auf mich zu, doch ich wagte es nicht, ihm auszuweichen – ich wollte nicht schwach wirken.
„Schützen? Wenn ich geschützt werden will, wäre ich bei meiner Familie geblieben..“ Okay, das war gelogen, dort war es auch nicht wirklich sicherer. „..Ich habe alles für dich aufgegeben! Da kann ich ja etwas Vertrauen in mich im Gegenzug verlangen!“
Knurrend packte Klaus meine Handgelenke und zwang mich ihn anzusehen.
„Warum kannst du nicht endlich sehen, warum ich das alles mache? Ich liebe dich!“
Ohne groß mitzubekommen, was er mir da gerade gesagt hat, schrie ich ihn weiter an:
„Vielleicht ist das ja dein größtes Problem!“
Kurz konnte ich so etwas wie Schmerz in seinen Augen aufblitzen sehen, doch das verschwand auch schon wieder schnell:
„Wahrscheinlich!“
Wir starrten uns beide nieder. Keiner wagte es wegzusehen, bis ich schließlich das sagte, was ich so lange auf der Zunge hatte.
„Ich hasse dich du verdammter Bastard!“ Dann zog ich ihn an den Haaren und drückte verzweifelt vor Wut meine Lippen auf seine. „Ich trotzdem liebe dich!“


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Um ehrlich zu sein, über dieses Kapitel gibt es nicht viel zu sagen..

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