I want it back

von Tatja
GeschichteMystery, Romanze / P16
Elijah Mikaelson Hayley Marshall Niklaus "Klaus" Mikaelson
10.10.2013
20.04.2015
25
91.928
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10.10.2013 3.662
 
„Jana, aufwachen!“, hauchte mir Klaus ins Ohr. Vor mich hin grummelnd verscheuchte ich ihn wie eine lästige Fliege und drehte mich auf die andere Seite, weshalb ich ein leises, kehliges Lachen seinerseits bekam. „So schnell wirst du mich nicht los!“
„Doch!“, murmelte ich und drückte mein Gesicht in meinen Polster, versuchte seine Anwesenheit zu ignorieren.
„Komm schon, wir sollten gleich gehen!“
Noch immer mit geschlossenen Augen runzelte ich meine Stirn:
„Wohin denn?“
„Die Kirche.“
Sofort drehte ich mich wieder auf meinen Rücken und öffnete meine Augen, dann sah ich meinen Freund einfach nur ungläubig an, war dabei kurz davor vor Lachen zu platzen.
„Kirche? Du? Weißt du, wie widersprüchlich das ist?“
„Das ist mir durchaus bewusst, Liebes!“ Plötzlich war sein Gesicht direkt über meinem und schaute mich lange an. „Aber warum nicht?“
„Warum schon? Kirche ist langweilig und das letzte Mal, als ich dort war, ist es nicht gut ausgegangen!“, erklärte ich ihm und verschränkte die Arme vor der Brust.
Augen verdrehend strich er mir eine Locke aus dem Gesicht:
„Aber dieses Mal bin ich da und beschütze dich, überhaupt, hier wird dir nichts passieren! Ich verspreche es dir!“
Ich begann zu schmollen:
„Muss es wirklich sein?!“
„Ja!“ Schnell gab der Hybrid mir einen Kuss und schon war er über mir schon wieder verschwunden. Enttäuscht setzte ich mich auf und lockerte meine Haare ein bisschen mit meinen Fingern auf.
„Dafür hab ich aber etwas gut bei dir, Klaus!“
„Das glaubst du!“, lachte der blond erheitert auf und schaute mir dabei zu, wie ich mich müde anzog. Mein Blick fiel dabei auf die Uhr und sofort verengte ich meine Augen:
„Unchristliche Zeit..“ Dann nahm ich die Hand des Urvampirs und ging hinaus.

„Danke für euer kommen! Es bedeutet mehr, als ich sagen kann. Wir haben uns heute hier für den ersten öffentlichen Gottesdienst unserer neu eröffneten Kirche versammelt.“, sprach Pater Kieran. Ich hob eine Augenbraue und warf Klaus einen Seitenblick zu. War das vielleicht der Grund, warum ich heute das Vergnügen hatte, hier zu sitzen? Klasse..
„St. Anne's kann nun endlich wieder das Herz unserer Gemeinde sein, wo wir uns als eine Gemeinschaft versammeln.“, fuhr der Mann vorne fort. Schräg vor uns bemerkte ich Cami, die sich zu uns – oder eher Klaus – umdrehte, doch als sie merkte, dass er ihren Blick erwiderte, drehte sie sich sofort um. Ich bemerkte diesen Blickeaustausch und presste meine Lippen zusammen. Zwar hasste ich es eifersüchtige Freundin zu spielen.. aber im Moment konnte ich einfach nicht anders und legte besitzergreifend meine Hand auf seinen Oberschenkel. Die Augen meines Freundes wanderte zu meiner Hand und sofort zuckte sein Mundwinkel, dann schaute er wieder auf, so als ob ich nichts machen würde.
„Hier, in dieser Stunde, kommen wir zusammen, um zu Gott zu beten, und ihm zu danken!“ Mein Blick wanderte kurz zu Marcel, der an mir vorbei blickte und auf einmal unglaublich angespannt wirkte. „Die Ereignisse, die in unserer Kirche geschahen, waren tragisch.“ Schön formuliert, Pater, sehr schön. Klaus bemerkte Marcels Anspannung und fragte:
„Problem?“
„Nein!“
„Dann zoll ihm Aufmerksamkeit. Wir müssen wie normale Gemeindemitglieder wirken.“
„Warum?“, stöhnte ich leise und legte meinen Kopf auf seine Schulter.
„Wenn du nicht schräg auf der Straße angeschaut werden willst, solltest du es tun.. aber das ist deine Entscheidung, Liebes!“
Ich schürzte meine Lippen und gab dem Pater wieder meine Aufmerksamkeit:
„...und es ist die Hoffnung in unseren Herzen, und dank der Hilfe einiger Wohltäter, können wir heute hier sein. Wir erneuern abermalig unseren Geist, werden stärker, verpflichtend zu den Idealen des Friedens und der Liebe. Amen.“
„Amen!“, wiederholten alle im Raum, doch ich machte mir nicht erst die Mühe dazu.
Schließlich gingen wir endlich raus, gefolgt von Marcel, da schritt der Hybrid auf den Pater zu und schüttelte ihm die Hand:
„Schöne Predigt heute Morgen, Vater. Ziemlich inspirierend!“
„Ich habe nicht erwartet, dass ihr hier sein werdet.“, erwiderte dieser trocken.
„Nun, ich auch nicht!“, gab ich ganz offen zu.
„Wir haben gehofft, einige Informationen von der Menschenfraktion zu erhalten, bezüglich der letzten haitianischen Invasion.
„Meine Leute haben die Ohren offen, aber keiner hat irgendein Zeichen gesehen oder etwas gehört von wie auch immer sein Name war.“
„Er heißt Papa Tunde. Und gerade läuft er die Straße entlang, mit der Macht, die er von jeder Seele im Garten absorbiert hat. Du könntest also dein Ohr ein bisschen offener halten.“, erklärte Marcel den Mann gespielt freundlich. Ich sage jetzt einmal vorsichtig, dass Papa Tunde der Typ war, der Rebekah ausgetrocknet hatte um ihre Macht zu benützen.. aber das war nur so eine Theorie.
„Oder ich könnte mich aus dem Krieg raus halten, der zwischen deiner und seiner Art läuft, bevor ich mich selber..“, bevor er weiter sprechen konnte, tauchte auf einmal seine Nichte auf und schüttelte ihm die Hand:
„Ich wollte dir gratulieren, dass du die Kirche wieder aufgebaut bekommen hast. Ich sehe, dass ist ein schlechter Zeitpunkt. Freut mich dich zu sehen, Marcel.“ Dann ging sie davon, ohne ein weiteres Wort zu verlieren.
„Cami!“, rief Kieran ihr hinterher, doch sie hörte nicht auf ihn. Marcel und der Vater schaute Klaus ein klitzekleines bisschen wütend an, was dieser sofort bemerkte:
„Schaut mich nicht an. Ich habe versucht, sie wegzuschicken.“ Dann klingelte auch schon sein Handy und war auch nicht mehr ansprechbar. Kurz darauf legte er wieder auf und sagte:
„Marcel!“ Der ging zu ihm und waren tief in einem Gespräch verwickelt.
Lächelnd schaute ich wieder zu dem älteren Mann vor mir hin:
„Nun, es war mir eine Freude Sie zu sehen, Vater.“
„Gleichweise!“
„Haha, Sie müssen nicht lügen, ich weiß, Sie mögen mich nicht!“ Ich zuckte gleichgültig mit den Schultern.
„Es ist nicht, nicht mögen, sondern eher, nicht verstehen, wie man es mit diesen Vampiren aushält, besonders Klaus!“
„Ach, ich habe jetzt länger mit Übernatürlichem zu tun gehabt. Meine ganze Familie ist übernatürlich, ich habe ein übernatürliches Baby in mir, da ist es auch nicht weiter schlimm, dass mein Freund ein ursprünglicher Vampir ist, der jetzt über New Orleans regiert!“ Lachend schüttelte ich den Kopf. „Ach ja, Sie können sich leider nicht ewig aus diesem Vampir- Zeug raus halten.. irgendwann wird es zu ihrem Problem und ich rede da aus Erfahrung. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag, Vater!“
Kieran schaute mich etwas genauer an, dann nickte er langsam:
„Ebenfalls!“
Dann verschwand ich in die Richtung, in der die beiden Unsterblich gegangen waren.

Im Innenhof des Hauses sah ich schon wieder eine tote Person am Boden liegen und einen Salzkreis um ihn herum. Elijah kniete neben diesem Mann und schaute ihn etwas genauer an, während Marcel und Klaus daneben standen.
„Kann ich dir irgendetwas holen, Bruder? Ein Vergrößerungsglas, eine Flöte vielleicht?“, fragte mein Freund ironisch.
„Versuch nicht lustig zu sein, bitte!“, sagte ich und legte meinen Arm um seine Hüfte. Der Hybrid gab mir einen kurzen Kuss, dann wandte er sich wieder zu seinem Bruder.
„Du hast eine Theorie, die du nur zu gerne mit uns teilen würdest, Niklaus?“, erkundigte sich der Ursprüngliche und stand auf.
„Früher, als die Hexen uns drohen wollten haben sie nur ein Huhn getötet und es auf unsere Türschwelle zurückgelassen!“, bemerkte Marcel und schaute den dunkelhäutigen an.
„Nun, ich würde sagen, die Zeiten haben sich geändert, nicht wahr?“, lachte ich leise.
„Es ist eher ein großes und unheilvolles Hühnchen, oder etwa nicht?“
„Papa Tunde besiegte Rebekah mit Leichtigkeit, und bekam fast noch uns beide. Falls er ihr angeblicher Hauptkämpfer sein sollte,wieso hinterlassen sie ihn tot in unserem Vorhof?“, stellte Klaus die Frage.
Ich zog meine Augenbrauen:
„Warte.. das ist Papa Tunde?“ Ein Nicken von Marcel kam. „Vielleicht hat er sich ja für irgendetwas geopfert.. für jemand anders. Wie in Mystic Falls. Der Pater hat sich auch in die Luft gesprengt für ein Ritual!“, rief ich Klaus in Erinnerung. Mit gerunzelter Stirn sah er zu mir nachdenklich hinunter. Rebekah ging auf uns zu und meinte sarkastisch:
„Seht ihr nicht glücklich aus. Hört euch das an.. Ein Mädchen ist heute buchstäblich aus ihrem Grab explodiert, als Sabine heute ihre Tour durch die Stadt der Toten gegeben hat! Das war Monique Deveraux!“
„Was?“, fragte Klaus ungläubig und riss seine Augen etwas auf.
„Die Touristen dachten, es wäre Teil der Show, aber die Hexen feiern es, als eine Art verfluchtes Wunder.“
„Vielleicht ist es das. Sie dachten, dass alle Hoffnung verloren ist, aber plötzlich ist eines der Ernte-Mädchen wieder auferstanden. So werden wir Davina zurückbekommen..einfach die Hexe töten, die ihren Platz eingenommen hat.“
Ich biss mir auf die Lippe:
„Vielleicht.. vielleicht ist Celeste.“ Alle schauten mir verwundert an, wie ich auf diese Idee kam. „Ich meine, es muss doch einen Grund haben, warum Davina diese Bilder von ihr gezeichnet hat. Sie hat uns vor etwas Großem.. etwas Bösem gewarnt.“
„Zuerst ist Papa Tunde zurückgekehrt, um alte Angelegenheiten zu klären. Nun ist deine getötete Liebe zurück!“ Der Hybrid schaute zu seinem Bruder. „Das sind keine Hexen, die Vampire angreifen. Sie erklären uns den Krieg!“

„Also, warum sind wir noch einmal hier her gefahren?“, fragte ich und stieg aus dem Auto, beäugte das Haus vor mir.
„Es ist nicht sicher für dich, in der Stadt!“, erklärte mir Rebekah und stand auf einmal neben mir. Langsam drehte ich meinen Kopf zu ihr und biss die Zähne zusammen:
„Du nicht auch noch! Wie oft noch? Ich kann mich selber verteidigen!“
„Du hast gesehen, was man Papa Tunde angetan hat, er war sehr mächtig und du glaubst wirklich, du kannst dich wehren?“
Ich verschränkte die Arme vor der Brust und fixierte sie mit meinem Blick:
„Ich bin es nur langsam satt, dass ihr mich andauernd wie aus Glas behandelt! Du weißt, was ich alles zu Hause getan habe..“
„Ja, aber dort hast du auch nicht meine Nichte in dir getragen und jetzt hör auf herum zu jammern!“
Da wurde die Haustüre geöffnet und ein Lieferant trat raus:
„Wer zur Hölle ist das?“
„Das Fass steht draußen, ja?“, rief ich dem Mann zu, der darauf hin nickte, dann drehte ich mich wieder zu der Blondine um. „Heute Nacht ist Vollmond.. und deshalb hab ich Heyley angerufen, um den Werwölfe ausrichten zu lassen, dass sie her kommen können!“
„Heyley? Ich dachte, du kannst sie nicht ausstehen?!“
„Konnte ich dich auch nicht und jetzt schau, was wir hier schon alles gemacht haben. Na ja, ich will denjenigen einmal kennen lernen, der mich verwandelt hat!“
„Und deshalb konntest du nicht warten, um dir die Erlaubnis zu holen, ein Bierparty zu schmeißen?“
„Genau! Wenn ich schon hier in Sicherheit sein muss, weit weg von Zivilisation, kann ich auch meinen Spaß haben!“ Ein breites Lächeln tauchte auf meinem Gesicht auf. „Also, willst du mir helfen eine verdammt gute Party zu schmeißen, oder schmollend in der Ecke sitzen?“
Die Stunden vergingen und Rebekah und ich hatten schon alles vorbereitet, irgendwann kam auch Heyley dazu und half uns dabei, jetzt stand ich mit ihr im Finstern und hängten ein paar Klamotten auf eine Hängeschnur, damit die Wölfe nicht nackt herum laufen mussten. Kurz hielt ich inne und lachte leise. Na ja..bei manchen, heißen Typen würde es mir nichts ausmachen. Da hörte ich auf einmal ein leises Rascheln ganz in meiner Nähe, sofort schaute ich mich um und erkannte meinen weiß-grauen Wolf.
„Hallo dir auch!“, begrüßte ich ihn herzlich. „Bald kann ich dich endlich menschlich sehen.. hoffentlich bist du kein kompletter Arsch!“
„Ist das..?“, fragte die Braunhaarige und ich nickte zaghaft darauf.
Schließlich ging ich wieder in das Haus und holte aus meiner Tasche eine Flasche gefüllt mit Klaus' Blut. Er hatte sie mir zur Vorsicht mit gegeben, falls ich hungrig wurde, obwohl er mir gestern, nachdem ich zu ihm gestürmt war, unglaublich viel gegeben hatte. Ich wusste nicht woher, aber ich glaubte, dass viele Bluttrinken – und auch Blutteilen – ging langsam in eine andere Liga. Irgendwie wurde es immer tiefer. Eine tiefere Verbundenheit zwischen uns. Einerseits gefiel es mir, andererseits machte es mir unglaublich Angst so abhängig von ihm zu sein. Elijah war nämlich kurz darauf zu mir gekommen und hatte mir auch seines angeboten – was ich dankend angenommen hatte, da es mir nicht gefiel, Klaus praktisch sein ganzes Blut weg zu trinken – doch keine Minute später musste ich alles wieder erbrechen. Ich war wirklich wortwörtlich von meinem Freund abhängig.
Leise seufzend trank ich die Flasche in großen Zügen aus und als sie leer war, wünschte ich mir mehr zu haben, da ich nicht wirklich befriedigt war.
Von unten rief Rebekah mir zu:
„Jana, die Party ist hier!“
Sofort drehte ich meinen Kopf zur Türe und rannte regelrecht aus dem Zimmer.
Wenig später war der Hintergarten gefüllt mit menschlichen Werwölfen, sie tanzten, tranken, aßen und Spielten Musik. Mit einem verdammten Orangensaft in der Hand beobachtete ich Rebekah zufrieden, wie sie lachend mit einem blonden Werwolf tanzte. Leicht traurig schaute ich hinunter zu meinem Becher und dann zu den anderen hier, die ein Bier in die Hand hielten.
Gott, ich war so froh, wenn ich nicht mehr schwanger war. Ich vermisste den Alkohol schon ziemlich.
„Hey, ich bin Jackson!“, stellte sich ein Typ mit braunen Haaren und Bart vor. „Du musst Tatjana sein.“
„Jana!“, verbesserte ich ihn, als ich bei meinem Namen das Gesicht verzog. Leicht schräg legte ich den Kopf und schaute ihn genauer an. Unter gewissen Umständen hätte er mir durchaus gefallen, aber er war nicht mein Typ.
„Es ist schön dich wieder zu sehen!“
Ich blinzelte ein paar Mal:
„Also dann bist du der Werwolf der mich beobachtet hat.. nicht zu vergessen, mich gebissen hat!“, stellte ich fest und nahm ein paar Schluck.
Etwas schuldbewusst schaute Jackson auf den Boden und kratze sich am Kopf:
„Ja, deshalb.. mir tut das wegen dieser Nacht leid, eigentlich bin ich nicht so.. aber anders ging es nicht!“
Etwas verständnisvoll nickte ich:
„Nun, wir können die Vergangenheit nicht mehr ändern!“
„Nicht dass ich unhöflich klinge, aber wie kommt es, dass du keine Schmerzen mehr hast?“
„Ist das nicht ein bisschen persönlich?“ Ich hob meine Augenbrauen und verschränkte die Arme vor der Brust.
„'tschuldige.. ich bin nur neugierig!“
„Schön.“ Seufzte ich leise. „Ich bin eine Art... Mischling zwischen Vampir und Werwolf geworden, jetzt haben ich meine Schmerzen mehr!“
Beeindruckt schaute er mich an. Anscheinend hatte der Braunhaarige nicht gedacht, dass es so etwas gibt.
Also, wie ist es gekommen, dass du mich gebissen hast?“, wollte ich wissen und lehnte mich etwas zu ihm nach vorne.
„Hin und wieder passiert es mir, dass ich kurz vor der Verwandlung zu.. einem echten verwandelten Werwolf werde, ich war wie von Sinnen und da warst du, unbeschützt und alleine. Deine Freunde waren schon verschwunden, damit sie dir nicht wehtun würden..“, rief Jackson mir den Abend wieder in Erinnerung. „Deine Schreie werde ich nie wieder vergessen.. ich hatte so ein schlechtes Gewissen, dass ich dich zu all dem hier verflucht habe, deshalb habe ich dich ins Krankenhaus gebracht. Seit dem habe ich immer über dich gewacht, dann bist du auf einmal verschwunden und hier über einem Jahr, treffe ich dich auf einmal wieder!“
Ich ließ das ganze einmal in meinem Gehirn verarbeiten und spielte mit meinem Armband.
„Hättest du es nicht getan, wäre ich nicht hier. Ich wäre jetzt wahrscheinlich ein ganz normaler Mensch, hätte Klaus nicht und wäre ganz sicherlich nicht schwanger.. also, hab keine Gewissensbisse mehr! Mir geht es gut!“ Ich schaute den Mann vor mir etwas genauer an und musste zu geben, dass er ganz anständig aussah, dafür, dass er sonst immer ein Wolf war. „Ich glaube, du solltest Heyley finden, sie ist ganz wild darauf, endlich ihre ganze Familie kennen zu lernen!“
Jackson kratzte sich am Kopf und schaute in seinen Becher, wirkte selber etwas aufgeregt:
„Ja, ich muss so und so dringend mit ihr sprechen!“

Ich stand im Wohnzimmer und starrte hinaus zu den lachenden Werwölfen, froh darüber, dass ich sie für diese wenigen Stunden so glücklich machen konnte. Langsam drehte ich mich um und ging zum Klavier. Wie viele Jahre waren es eigentlich schon her, seit dem ich das letzte Mal gespielt hatte? Zu viele zumindest. Gedankenverloren begann ich auf den Tasten zu klimpern, bis sich schließlich ein Stück daraus entwickelte, was ich früher immer gerne gespielt hatte.
Plötzlich durchzuckte mich ein unglaublicher Schmerz. Zuerst stockte mein Atem, dann wanderte meine Hand zu der Stelle in der Nähe meines Herzens und wenige Sekunden später wurde der Schmerz so stark.. ich fiel auf meine Knie und schrie mir die Seele aus dem Leib. Leise betete ich, dass es bald wieder vorbei sein würde, doch das Brennen in meinem Körper erfüllte mich immer mehr. Es war sogar noch viel Schlimmer, als Sophie vergiftet worden war, um mein Baby zu töten. Es war fast so, als hätte man mir etwas in die Brust gerammt, nur begrenzte sich der Schmerz nicht nur auf seine Stelle. Plötzlich war es so, als wäre mir jemand etwas ins Fleisch rammen und wollte nicht mehr verschwinden.
Mit panischem Blick schaute ich hinunter und tatsächlich – ein Blutfleck war zu sehen, sonst war mein T-Shirt unversehrt. Ich biss mir auf die Lippe und mit zitternder Hand wanderte meine Hand zu dem Fleck, berührte es leicht und schon wieder durchzuckte mich eine Welle der Qualen.
Ich sog die Luft ein und mein Blick huschte wie eine verrückte durch den Raum, dann schrie ich noch einmal laut auf, schrie mir alles von der Seele, dann kippte ich zur Seite und war ohnmächtig.

Blinzelnd öffnete ich die Augen, nachdem ich etwas zusammen krachen hörte. Zwar sah ich nur die Decke, jedoch roch ich Rauch. Sehr, sehr viel Rauch. Es war, als hätte man mir einen Eimer eiskaltes Wasser übers Gesicht geschüttet – ich war jetzt komplett wach und sprang regelrecht auf meine Füße. Ich ignorierte einfach die Tatsache, was mir gerade eben passiert war und schaute mich panisch um. Warum stand der ganze Raum in Flammen. Ohne groß nachzudenken rannte ich zu der nächsten Türe, doch diese schloss sich sofort und ließ sich nicht mehr öffnen, egal wie sehr ich an ihr rüttelte. Ich drehte mich um und bemerkte, wie schnell sich das Feuer hier ausbreitete. Vom Feueralarm kam ein nerviges Geräusch und innerlich verdrehte ich regelrecht die Augen. Als ob ich nicht merkte, was hier vor sich ging.
Schnell nahm ich den Klavierhocker und warf ihn mit voller Wucht gegen eine Fensterscheibe, doch es war so, als wäre sie aus Panzerglas. Unzerstörbar.
„Scheiße, scheiße, scheiße!“, fluchte ich laut vor mir hin und wurde langsam immer panischer. Das Feuer wurde immer großer, immer mehr und langsam erreichten sie die Decke. Ich drückte eine Hand gegen meinen Mund, in der Hoffnung, nicht all zu viel Rauch einzuatmen. Zwar überlegte ich mir die ganze Zeit, wie ich aus diesem Höllenloch raus kommen konnte, aber dann wieder.. es gab hier keinen Weg raus! Magie war hier ganz sicher im Spiel! Diese verdammten Hexen wollte mich los werden! Wenn ich hier wirklich sterben sollte, komme ich zurück und jage jede einzelne von ihnen heim und dann auch ihre Nachfahren.
Langsam tauchten schwarze Punkte vor mir auf und meine Beine knickten schon wieder unter mir ein. Ich schloss die Augen und spürte eine Träne runter kullern. Bitte, bitte... wo war Rebekah, wenn man sie brauchte.
Plötzlich zersprang das Fenster neben mir in kleine Scheiben und bevor ich überhaupt die Augen auf machen konnte, um meinen Retter zu sehen, sog ich frische Luft ein und die unerträgliche Hitze um mich herum war verschwunden. Gierig atmete ich ein und aus. Wartete ein paar Momente, bis sich mein rasendes Herz wieder beruhigt hatte, dann öffnete ich zaghaft die Augen und schaute direkt ins Elijahs Gesicht.
„Elijah? W-was machst du hier?“
„Ich habe dich angerufen, du hast nicht reagiert!“, begann der Urvampir. „Es war Celeste! Wo ist Rebekah?“
Ich schüttelte den Kopf:
„Keine Ahnung!“
„Schaffst du es ein paar Minuten alleine?“, erkundigte er sich besorgt. Ich nickte zaghaft:
„Such deine Schwester!“
Dann saß ich alleine vor dem Haus
„Gott sei Dank! Dir geht es gut!“, ertönte Jacksons Stimme ganz in der Nähe von mir. Langsam schaute ich zu ihm auf und stand auf. Sofort zog er mich in seine Arme, was ich ihm gleich tat.
„Ich muss gehen!“, murmelte der Werwolf. „Der Mond ist nicht mehr lange oben!“
„Schade!“
„Weißt du, ich wollte dich jetzt schon länger so treffen.. ich habe nicht gedacht, dass es so ablaufen würde!“
„Nächstes Mal!“ Ich zuckte mit den Schultern. Unbeindruckt nickte dieser und verschwand auch schon im Gebüsch.

Auf den Weg nach Hause erklärte mir Elijah, dass Celeste eigentlich Sabine ist und die Hexen auferstehen hat lassen. Papa Tunde hat sich opfern lassen, damit Celeste jetzt mehr Macht hat und sie und die anderen zwei Hexen wollten jetzt Rache an den Ursprünglichen nehmen, weshalb der Raum in Flammen gesetzt worden war, in dem ich gewesen war, da Klaus mich liebte und ich ein Kind von ihm in mir hatte.
Mit raschen Schritten gingen Elijah und ich in den Innenhof des Hauses.
„Marcel!“, schrie der Ursprüngliche wütend. „Wo ist mein Bruder!“
„Ich habe Jungs da draußen, die gerade nach ihm suchen!“
„Dann schicke mehr weg!“, fuhr ich ihn wütend an.
„Klaus hatte einer seiner klassischen Wutanfälle, brach mir mein Genick und versuchte, es alleine mit einem Hexenzirkel aufzunehmen. Er ist hereingefallen. Ich weiß nicht, wo er ist und wie wir ihn finden können!“
„Sie haben Rebekah auch!“ Kurz sahen die beiden Männer sich an, dann schrie Elijah schon wieder. „Jeder Einzelne von euch, wird mir helfen, sie zu finden. Ich werde sie alle töten!“
Kurz darauf, niemand mehr war im Innenhof, nur noch Marcel, der nachdenklich da saß, und ich. Mit vorsichtigen Schritten ging ich auf ihn zu:
„Marcel..“ Der Vampir schaute zu mir auf. „..könnte es möglich sein, dass Klaus mit irgendeiner Art.. Waffe, vielleicht einem Messer oder so etwas, in die Brust gestochen wurde?“
Überrascht sah mich der dunkelhäutige an:
„Einer Klinge, ja. Woher weißt du es?“
Ich schluckte schwer und presste die Lippen zusammen. Das hatte ich erwartete; ich hatte mir gewünscht, es wäre nicht so, aber jetzt hatte ich die Bestätigung.
„Weil ich es gefühlt habe!“

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