I want it back

von Tatja
GeschichteMystery, Romanze / P16
Elijah Mikaelson Hayley Marshall Niklaus Mikaelson
10.10.2013
20.04.2015
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Entgegen all meiner Vorsätze, dass ich erst viel später mit dieser Fortsetzung beginne, konnte ich es einfach nicht mehr aushalten, über meine liebe Tatja wieder zu schreiben.
Wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat:
http://www.fanfiktion.de/s/50c33f4400021a5506527cb8/1/Tatja-Petrovas-Curse

Also, viel Spaß meine lieben Leser! :D
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Es ist nun schon einige Zeit vergangen, seit dem ich mit Klaus Mystic Falls verlassen hatte – und ich auch meine Unsterblichkeit dank Katherine Pierce verloren hatte und ich nun ein verdammter Mensch war, also auch wieder schwächer und anfällig für irgendwelche kack Sachen, wie zum Beispiel einer Verkühlung, die ich eine Woche, nachdem ich wieder zu einem Sterblichen wurde, bekommen hatte, war übrigens sehr witzig, mit zwei Ursprüngliche, die keine Ahnung von gar nichts hatten.. ach und nicht zu vergessen, dass ich wieder Schmerzen zu Vollmond hatte.. an das würde ich mich nie gewöhnen können - um mit ihm nach New Orleans zu gehen, damit er sein altes zu Hause wieder zurück bekommt. Eigentlich hätte ich gedacht, es würde vieles einfacher werden, da meine Freunde sich nicht mehr in meine Beziehung einmischen können, niemand einen so großen Groll mehr gegen ihn hegen würde und ich endlich mit meinem alten Leben.. meinem alten Ich abschließen konnte.
Wie falsch ich da doch lag!
Nicht nur, dass Elijah mir eigentlich versprochen hatte, auf mich Acht zu geben und mir helfen würde, da Klaus in letzter Zeit sich etwas komisch mir gegenüber verhielt, eigentlich schon die ganze Zeit, seit dem wir hier waren.
Aber zurück zu Elijah. Ich hatte wirklich gedacht, ich könne ihm trauen, aber ich hatte ja vergessen, dass es sich bei ihm ja auch um einen Ursprünglichen hielt, und denen konnte man normalerweise nicht trauen.. manchmal tat ich das sogar nicht bei Klaus und der war der Vater meines Kindes und wir waren eigentlich schon seit fast einem Jahr zusammen, trotzdem hatte dieser Hybrid seine irren Momente, in denen ich ihm nicht über den Weg laufen wollte. Und manchmal hatte ich einfach das Gefühl, als würde er gar kein Kind haben wollen, schön, mir kam auch hin und wieder der Gedanke, dieses Baby verschwinden zu lassen, aber ich war nicht unmenschlich und ich wusste, dass es wahrscheinlich meine einzige Chance sein wird, je Nachwuchs zu bekommen.
Und das Schlimmste an der ganzen Sache hier in dieser verdammten Stadt war, dass mir mein lieber Freund verboten hatte, aus dem Haus zu gehen. Als ob er meine Aufsichtsperson wäre und mir tatsächlich etwas anschaffen könnte, trotzdem ließ mich das Gefühl nicht los, auf ihn zu hören zu sollen, aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht raus gehen würde, aber ein kleiner Teil meines Gehirns sagte mir, dass er Recht hatte, auch wenn es weh tat, es zuzugeben.

Irgendwann mitten in der Nacht hörte ich auf einmal ein Auto vorfahren und störte mich deshalb beim Fernsehen. Genervt rappelte ich auf und ging durch ein paar Räume, um in die Eingangshalle zu kommen. Ohne anzuklopfen oder sonst etwas, ging die Person einfach rein. Und da stand sie.
Rebekah verdammt noch mal Mikaelson.
Die blonde erblickte mich und blieb stehen. So standen wir schließlich einander gegenüber, keiner sagte irgendetwas.
„Schöne Reise mit Matt gehabt?“, fragte ich sie und grinste breit.
Die Urvampirin hob eine Augenbraue:
„Woher weißt du davon!“
Schulter zuckend ging ich langsam auf sie zu:
„Ich weiß einfach alles, was in Mystic Falls geschieht.. und auch bei dessen Bewohnern!“
Sie studierte ein bisschen mein Gesicht und ging ebenfalls einen Schritt auf mich zu:
„Weißt du, eigentlich hätte ich gedacht, man sieht schon einen Babybauch bei dir.. aber da ist nichts!“
„Ja, ich weiß!“, lachte ich auf und ließ einfach all den Hass, den ich gegen sie hegte, fallen. Leicht klopfte ich auf meinen Bauch. „Noch immer wunderschön und straff!“
Wo ist Elijah?“, wechselte die Ursprüngliche abrupt das Thema.
„Keine Ahnung, er ist schon lange weg!“, erklärte ich ihr und konnte meine Enttäuschung nicht unterdrücken.
Kurz schaute sie mich ausdruckslos an, bis sie fragte:
„Was meinst du 'Lange weg'?“
Ich presste meine Lippen zu einem schmalen Strich und antwortete erst nach einige lange Sekunde:
„Nun, in der einen Minute ist er hier und gab mir unglaubliche versprechen, von wegen mich beschützen, und in der nächsten war er einfach weg. Klaus hat mir gesagt, er ist abgehauen! Da sieht mal wieder, was passiert, wenn man einem Urvampiren vertraut!“
„Elijah bricht keine Versprechen!“, fuhr Rebekah mich an und ging bedrohlich noch einen Schritt auf mich zu. „Was heißt, Niklaus hat etwas unglaublich Klaus- Mäßiges gemacht! Bist du nie darauf gekommen, das er lügt?“
„Doch, aber es ist gesünder für meine Nerven, wenn ich seinen Lügen glaube, anstatt mich die ganze Zeit darüber aufzuregen, dass er mir nicht mehr wirklich die Wahrheit sagt!“, seufzte ich schwer und fuhr mir durch meine Haare.
Die blonde drehte sich halb um und ging in den Nebenraum, dabei begann sie ziemlich zu schreien:
„Klaus, komm raus und sag mir, was du mit unserem Bruder gemacht hast, du narzisstischer, hinterhältiger Schwachkopf!“
Mit langen Schritten ging ich ihr hinter her, gerade als plötzlich die Türe zu einem anderen Raum aufgerissen wurde und Klaus zum Vorschein kam:
„Genug mit all dem Schreien! Kleine Schwester, ich hätte es wissen sollen. Ich nehme an, die sechs toten Vampire war deine Tat!“ Sechs tote Vampire? Ich bekam wohl gar nichts mehr mit. Pff, jetzt geht es mir wieder genau so wie in Mystic Falls. Niemand sagte mir irgendetwas, da kann ich genau so gut wieder nach Hause gehen.. wenn ich gekonnt hätte..
„Sie waren wirklich unhöflich!“, verteidigte sich Rebekah emotionslos. „Sie haben ein kleines Mädchen, das ihren Weg zum Viertel finden wollte, schlecht behandeln! Tschuldigung, waren es Freunde von dir?“ Und sofort begann sie zu grinsen. „Oh, richtig, du hast keine Freunde!“
„Ich habe Freunde!“, widersprach der Hybrid ihr. „Ich hab Marcel!“
Schnaufend verdrehte ich die Augen und verlagerte das Gewicht auf das andere Bein:
„Jaaa.. genau!“
Mein Freund warf mir für einen Moment eine finsteren Blick zu, wandte sich jedoch wieder zu seiner Schwester:
„Erinnerst du dich an ihn? Natürlich tust du das! Er nennt sich jetzt der König des Viertels und hat seine Regeln, von wegen dem Töten von Vampiren und es wird lustig zuzuschauen, was für eine Art von Bestrafung auf dich zu kommt!“ Jap, weil man Rebekah Mikaelson so einfach bestrafen könnte.
„Mir ist Marcel egal oder all seine Regeln. Was hast du mit Elijah gemacht?“
Der Urvampir setzte sich auf einen Sessel und machte ein Gesicht, als ob er keine Ahnung hätte:
„Vielleicht macht er Ferien! Oder hält oben ein langes Schläfchen!“
„Haha, deine Witze kannst du dir für später aufsparen!“, zischte ich und ging ein paar Schritte auf ihn zu.
„Geh, schau dich um!“, forderte Niklaus die blonde auf. Zuerst reagierte sie nicht, und gerade als sie fast aus dem Zimmer war, sprach er weiter. „Erinnerst du dich so gut an das Haus, wie ich?“
„Ich erinnere mich an alles!“, begann das Mädchen, doch irgendwie interessierte es mich nicht sonderlich, was für eine alte Geschichte dieses Haus hatte. Klaus hatte mir schon einiges erzählt, dass das das Haus des Gouverneurs war und dessen Sohn der damalige Geliebte von Rebekah war – der von dem Hybriden getötet worden war – und dass er und Elijah hier ihren Spaß hatten, von wegen junge Mädchen ihr Blut bis zum letzten Tropfen aussaugen.
Wenige Minuten, nachdem ich mich wieder auf die Couch geworfen hatte und ich mir in Glas Bourbon eingeschenkt hatte – ja ja, schwangere Frauen sollten keinen Alkohol trinken, aber hin und wieder schadete es ja nicht und ich brauchte es um meine Nerven zu stärken, sonst würde ich in diesem Haus verrückt werden. Kurz darauf kam der Hybrid in den Raum hinein, setzte sich neben mich und legte seinen Arm um meine Schultern:
„Warum so trübsinnig, Jana?“
Ich hob eine Augenbraue:
„Das fragst du ernsthaft?“
„Wenn du mir es nicht verraten willst, kann ich dir auch nicht helfen!“, erwiderte Klaus schlicht und lächelte mich scharmant an. Ich setzte mich etwas gerade hin und drehte mich nun mit dem ganzen Oberkörper zu ihm hin.
„Hast du eine Ahnung, wie es ist, ein verdammtes Kind in sich zu tragen und das als ein Hybrid, der seit gut zwei Monaten wieder ein Mensch ist und in diesem Haus alleine fest sitzt?“
Amüsiert lachte der blonde auf und schüttelte leicht den Kopf:
„Nur deshalb bist du wütend auf mich? Ich hab gedacht es läge an etwas Anderem!“
Sprachlos schaute ich ihn einfach an und war unfähig etwas zu sagen. War dieser Mann von allen guten Geistern verlassen?
Nur?“, zischte ich. „Was hättest du gedacht? Dass ich eine Liste von einer Lange einer Klorolle habe?“
„Nun, schon“, gab er zu.
„Gut!“, meinte ich zickig. „Und du verbringst eindeutig mehr Zeit mit Marcel, als mit mir... und der ist nicht deine Freundin.. hoff ich zumindest!“
Niklaus lachte erheitert auf und lehnte sich zu mir nach vorne und küsste mich sanft. Zuerst war er zurück halten, so als ob ich aus Glas wäre, doch ich packte ihn an den Haaren und zog ihn näher zu mir heran, damit er mich nicht mehr so sanft behandelte. Er legte seine Hände auf meine Hüften und auf einmal saß ich nicht mehr auf der Couch, sondern auf seinem Schoß. Ich grinste leicht unter dem Kuss und schlang meine Arme um seinen Hals. Doch irgendwann löste ich mich von ihm, jedoch war seine Gesicht keine Zentimeter von meinem entfernt:
„Sei dieses eine Mal ehrlich... hast du Elijah etwas angetan!“
Keine Antwort. Damit hatte ich gerechnet.
„Bitte nichts all zu schlimmes!“
Noch immer nichts.
Seufzend schloss ich meine Augen und legte meine Stirn gegen seine:
„Rebekah wird dich umbringen, das weißt du hoffentlich!“
„Ich hab einen Plan, Jana! Vertrau mir!“ Bettelte er mich etwa gerade an? Wow...
Sanft strich ich ihm über die Wange:
„Es ist schwerer, als du denkst, Klaus!“
Ich stand auf, blieb jedoch vor dem Urvampiren stehen und blickte zu ihm hinunter.
„Ich will heute mit dir mitkommen!“
Der blonde unter mir zog die Augenbrauen zusammen, doch bevor er etwas sagen konnte, schnitt ich ihm schon das Wort ab:
„Nichts da! Marcel weiß bereits, dass ich deine Freundin bin und daran können wir auch nichts mehr ändern!“
Plötzlich stand der Hybrid vor mir und drängte mich somit etwas nach hinten:
„Schön, wenn du wirklich willst! Aber erst später.. jetzt werde ich mit ihm trinken gehen!“
Ich blickte ihn gespielt enttäuscht an:
„So eine schlechte Gesellschaft bin ich auch wieder nicht!“
„Definitiv nicht!“, stimmte der blonde mir lachend zu. „Ich komm später wieder!“ Damit schenkte er mir noch einen Kuss, dann verschwand Klaus einfach so aus dem Zimmer.
Kurz nachdem mein Freund – uargh, in meinen Gedanken hörte sich das noch immer verkehrt an.. Klaus.. mein Freund – verschwunden war, tauchte auch schon seine Schwester auf:
„Ich werde jeden Zentimeter absuchen, damit ich meinen Bruder wieder bekomme.. und du wirst mir dabei helfen!“
Ich blinzelte ein paar Mal und verschränkte dann die Arme vor der Brust:
„Natürlich, Rebekah! Ich würde nichts lieber mit dir machen, als ein Haus zu durchsuchen, das wahrscheinlich versteckte Räume hat und deshalb niemand mehr seit Jahrzehnten betreten hat und es damit auch Spinnen gibt!“
„Du hast Angst vor Spinnen!“, wiederholte die blonde.
Ich hob die Hände in die Höhe:
„Jeremy hat dafür gesorgt, als ich sechs war!“ Damit gingen wir beide aus dem Raum hinaus und gingen durch das halbe Haus und dann irgendeine Wendeltreppe hinunter.
„Der Gouverneur hatte viele versteckte Räume.. ich zeig dir seinen liebsten!“ Ich leuchtete mit der Taschenlampe in den dunklen, versteinerten Raum – in dem verdammt viele und große Spinnweben waren – und erblickte sofort zwei Särge. Genervt schnaufte ich auf:
„Klaus hat sie ernsthaft mitgenommen?“
Du solltest Nik langsam kennen!“, sprach Rebekah einfach nur und ging zu einer dieser Boxen.
„Ich weiß!“, murmelte ich. „Es ist nur schwer all seine Verrücktheiten zu verkraften.. du hattest fast 1000 Jahre dazu Zeit, ich nicht einmal ein Jahr!“
„Nun, willkommen in der Familie!“, bemerkte die blonde trocken. „Um ehrlich zu sein, wäre ich du, wäre ich schon längst abgehauen!“
„Ja, ich dachte auch schon darüber nach.. aber eine Hexe hat mich mit irgendeinem komischen Zauberspruch belegt, damit ich mit ihr verbunden bin. Solange ich dieses Kind in mir trage, kann ich New Orleans nicht verlassen, denn wenn ich es tue, tötet sie mich!“
„Willst du es denn überhaupt?“, wollte die Urvampirin auf einmal wissen. Etwas verwirrt, über ihrer Freundlichkeit, schluckte ich schwer:
„Ich weiß nicht.. ich hab mit Mystic Falls abgeschlossen und hab mich dazu entschieden mit Klaus her zu kommen... um ihm zu helfen, aber hier ist er irgendwie.. anders! Er kümmert sich fast nur noch darum, wieder König zu werden!“
„Das ist Nik!“, seufzte sie schwer. „Deshalb verlasse ich die Stadt, wenn ich Elijah gefunden habe, denn erdolcht in einer Box zu liegen ist scheiße! Vertrau mir!“ Dann ging sie an mir vorbei und verließ den Raum, ohne darauf zu achte, ob ich vielleicht mit kam oder nicht.
Unschlüssig blieb ich stehen, wusste nicht, was ich jetzt tun sollte. Ich blickte mich etwas um und entschied mich ein bisschen neugierig zu sein und herum zu schnüffeln, was für altes Zeug hier herum lag.
Ich ging auf das Regal zu und kramte darin herum. Nicht wirklich interessante Sachen, eher vor allem unnütze Dinge. Irgendwann stieß ich schließlich auf eine Art Etui. Es war es wunderbar angenehmen Stoff, wirkte teuer. Es war nicht sonderlich mein Geschmack, also hätte ich es fast wieder zurück gelegt, hätte da nicht etwas heraus geblitzt.

Da Klaus, wie er eigentlich versprochen hatte, nicht aufgetaucht war – wie überaus 'überraschend' – nahm ich es einfach selber in die Hand und ging, wieder Mal, in die Stadt hinein. Ich mochte es einfach hier in der Nacht. Es war so voller Leben hier. So viele Menschen.
Grinsend ging ich durch die Menge und genoss einfach die verschieden Gerüche, die in der Luft lagen. Wäre ich noch ein Hybrid, wäre ich wahrscheinlich irgendeinem Menschen spätestens jetzt an die Kehle gesprungen, so viel Blut, wie ich hier riechen konnte.
Gedankenverloren ging ich durch die Gassen, bis ich schließlich irgendwo hin kam, wo es ziemlich abgelegen war – also praktisch gar keine Menschenseele oder etwas anderes zu sehen. Es war schon etwas gruselig hier. Das Licht war etwas schummrig hier so in der Dunkelheit. Auf einmal hörte ich Äste ganz in der Nähe knacken und ließ mich so erschrocken zusammen zucken. Leise fluchend sprang ich von der Bank auf und blickte mich in der Dunkelheit um.
Plötzlich hörte ich dieses altbekannte 'Wusch' und drehte mich sofort um, wobei ich irgendeinem Typen, der seine Reißzähne ausgefahren hatte, direkt ins Gesicht schaute.
„Dummer Zug, in das Viertel zu kommen!“, meinte der braunhaarige vor mir.
„Ich weiß!“, murmelte ich Augen verdrehend.
„Du kommst mit mir!“, sprach er weiter.
Ich biss meine Zähne zusammen:
„Ich hab genug davon, dass mir jeder irgendetwas vorschreibt!“ Wütend schlug ich ihn mit meiner Faust direkt ins Gesicht, was ihn etwas zurück baumeln ließ und mir somit ein paar Sekunden Zeit verschaffte. Ich drehte mich um, damit ich von diesem kleinen Fleckchen verschwinden konnte, aber da standen schon die nächsten zwei Vampire.
„Ernsthaft?“, fragte ich genervt, doch da sah ich schon Rebekah hinter einem, die ihm sofort das Genick brach und dem anderen das Herz raus riss. Noch immer das Organ in der Hand haltend blickte die blonde zu mir auf:
„Nun, das ist nicht die richte Art, eine Lady zu behandeln! Ich hasse schlechte Manieren!“
„Danke..!“, meinte ich, noch immer etwas baff, was sie da gerade für mich gemacht hatte. Noch bevor ich mich an die Arbeit machen konnte, um die beiden Leichen irgendwo zu verstecken, stand Klaus auf einmal neben mir, außer sich vor Wut, als er die Vampire erblickte.

Das war der Grund, warum ich dir nie erlaubt hatte, raus zu gehen!“, knurrte der blonde, als er den letzten auf einen Art Scheiterhaufen rauf haute.
„Du hast gesagt, ich kann heute raus!“, schrie ich ihn vorwurfsvoll an.
„Mit mir!“, erwiderte er mindestens genau so laut, wie ich.
„Du warst nicht da!“
„Ich hatte einen Plan, aber deine kleine Nachtwanderung hat das zunichte gemacht!“, führte der Hybrid mir vor Augen, damit ich mich schön schuldig fühlte, aber ich tat es nicht. Würde dieser Mann endlich einmal aufhören, nur daran zu denken, wie er das Viertel zurück bekommen könnte, und endlich einmal wieder bei mir gewesen wäre, wäre das hier gar nicht passiert. Früher war es ja nicht so schlimm, wenn er keine Zeit für mich hatte, da ich Freunde hatte, aber hier kannte ich niemanden, außer die Urvampire und auch Heyley, aber die war sofort abgehauen, als es hieß, dass sie gehen könnte.
Rebekah wollte zu den Scheiterhaufen gehen, als sie merkte, dass sich da jemand bewegte, doch Niklaus schrie sie an:
„Lass ihn! Du hast genug getan, glaubst du nicht? Eine Fährte von Menschen hinter sich zu lassen, die zu meinem Haus führt!“
„Wenn ich das Gerede über den Werwolf nicht gehört hatte, wäre jeder von uns am Arsch. Elijah hat einen Deal gemacht, um dein Kind zu beschützen und dich so von deinem selbstsüchtigen, verdorbenem Ich zu retten! Du machst dir offensichtlich nichts aus deinem Kind oder Elijah!“, fuhr Rebekah ihn an.
„Ich habe alles getan! Sprich es aus, richtig! Von dem Tag an, hat mir Marcel nicht vertraut! Vom ersten Tag an, gibt er jedem Vampir Eisenkraut, und du weißt, kleine Schwester, dass sie das vor meiner Gedankenkontrolle schützt! Ich brauchte einen Spionen, jemand von drinnen, den Marcel niemals verdächtigen würde! Also habe ich mir sie zuerst geschnappt. Marcel hat erst sechs Vampire verloren, danke dir Rebekah, und er brauchte neue Rekruten, also hab ich den Neuen zu meinem gemacht, bevor er überhaupt einen Tropfen Eisenkraut hatte. Aber wir wissen, der wahre Weg zu einem Mann zu gelange, ist über sein Herz. Also.. Und diesen..“ Er zeigte zu dem sich noch regenden Vampir hinter sich. „.. werde ich ausbluten lassen, bis das Eisenkraut draußen ist!“ Klaus packte diesen Mann am Kragen seines Hemdes und zog ihn hinter sich her, als er zum Haus ging. „Manipuliere ihn, damit er glaubt, er habe falsch gehandelt, damit er Marcel erklären kann, warum er heute Nacht drei weitere Vampire verloren hat!“ Wütend ging er in das Anwesen hinein und für ein paar Augenblicke traute ich mich nicht wirklich, ihm hinter her zu gehen. Warum sollte ich auch? Nur damit ich weitere böse Blicke von ihm einkassieren konnte?
Der Hybrid stieß die Türe auf und ich konnte hören, dass er dann Unsterblichen einfach so fallen ließ, wie irgend so ein nasser Sack.
„Hat irgendjemand noch irgendwelche Fragen?“, hörte ich meinen Freund sagen, gerade als ich mit langsamen Schritten ihnen hinein folgte. „Gut, denn ich habe eine!“ Sofort blickte der Hybrid zu mir. „Tatjana!“ Uhh.. er benützte den ganzen Namen. „Was hast du in dem verdammten französischen Viertel überhaupt gemacht?“
Stumm schaute ich ihn an, was ihm nicht besonders gefiel, da der Hybrid keine Sekunde zum Schreien begann:
„Antworte mir!“
„Lass es sein!“, hörte ich Rebekah sagen, doch keiner von uns beiden achteten auf sie.
„Du willst es wirklich wissen?“, schrie ich ihn an und ging einen Schritt auf ihn zu. „Ich habe mir die Stadt anschauen wollen, in der ich jetzt schon seit ein paar Monaten lebe, aber noch immer nichts gesehen habe! Weißt du, manchmal bin ich kurz davor Gift zu kaufen, damit ich dieses Baby aus mir raus bekomme und wir nicht Mommy und Daddy spielen müssen!“
Mit wutverzerrtem Gesicht schnellte der Hybrid zu mir nach vorne, packte mich am Hals und drückte mich gegen die nächste Wand. Es wäre ja nicht so schlimm gewesen, hätte er seine Finger nicht in meinen Hals so rein gebohrt, sodass ich zu bluten begann.
„Nik!“, sprach seine Schwester laut und warnend. „Nik!“ Doch noch immer hörte der Ursprüngliche nicht auf sie, deshalb nahm sie es selber in die Hand und drückte nun ihn gegen den Treppenpfosten. „Nimm deine Hände von ihr! Sie ist deine Freundin und schwanger, verdammt noch mal!“ Wütend ließ die jüngere schließlich von ihm ab. Ich biss die Zähne zusammen und lehnte mir gegen die Wand, schaute Niklaus gar nicht mehr an, obwohl ich seinen bereuenden Blick auf mir spürte. „All das Gerede darüber, dass du das Kind jetzt haben willst und in der Sekunde noch sagt sie dir, sie will es loswerden!“ Eine kurze Pause entstand in der Eingangshalle, doch Klaus schaute mich noch immer an. Langsam blickte ich schließlich auf und erkannte, wie seine Augen ganz glasig wurden. „Es ist okay, sich zu sorgen! Es ist okay, etwas zu wollen, das war alles, was Elijah machen wollte, alles was er für dich wollte! Alles was wir je wollten!“
Verlegen blickte der Hybrid schließlich weg und setzte sich auf eine Treppenstufe, keine Sekunde später tat sie das Selbe. In diesem Moment schaute sie so unglaublich aus wie Geschwister. Es war so ungewohnt. In Mystic Falls hatten sie nur gestritten und jetzt... wirkten sie beinahe friedlich.
Ich atmete schwer aus und ging aus dem Haus raus. Aus dem einen Grund, da ich den beiden ihre Privatsphäre geben wollte und ich Klaus jetzt nicht sehen wollte und der andere war, dass ich jetzt unbedingt jemanden anrufen musste.
Ich holte aus meiner Hosentasche mein Handy raus und ging ein paar Minuten, damit ich mir auch sicher war dass die beiden Ursprünglichen mich nicht hören konnten.
„Hallo?“, hörte ich meine Stimme durch das Telefon. „Jana?“
„Elena!“, atmete ich erleichtert aus. „Ich bin so froh, wieder von dir zu hören!“
„Oh mein Gott!“, sprach mein Zwilling. „Du bist es! Wie geht es dir?“
Ich zuckte die Schultern, lehnte mich gegen einen Baum und rutschte den hinab, sodass ich langsam auf den Boden landete:
„Mir gings schon mal besser... Wie war dein und Damons Sommer?“
„Nun...!“ Ich kannte meine Schwester nun schon so gut, dass es ihr ein bisschen unangenehm war, darüber zu reden, weshalb ich zu grinsen begann.
„Wie geht es Jeremy?“, platzte es aus mir heraus. Meine Schwester hatte mir, kurz nachdem ich meine Sachen hier ausgepackt hatte, erzählt, dass mein kleiner Bruder wieder lebte, weshalb ich sofort wieder zurück wollte, doch Jer hatte mir gesagt, ich sollte hier bleiben.
„Ich glaub ihm geht’s gerade ziemlich gut! Aber ich hab ihn seit ein paar Tagen nicht mehr gesehen!“
„Ach jaaa.. Collage!“, erinnerte ich mich. „Und, wie ist es so, Studentin zu sein?“
Wir redeten noch einige Zeit lang darüber, was bei ihr alles so passierte und bei mir, wobei ihres um einiges besser klang, als meines, aber irgendwann machten wir schließlich wieder Schluss und ich ging zurück zum Anwesen. Draußen, auf der Veranda, sah ich Rebekah auf einem Schaukelstuhl sitzen, mit einem nicht sehr glücklich wirkendem Gesichtsausdruck, also entschied ich einfach einmal, mich neben sie hin zu setzen und fragte:
„Ich weiß, du magst mich nicht wirklich.. aber danke!“
„Wir Mädchen müssen auf einander schauen!“, meinte sie einfach nur.
„Weißt du, zu Hause habt ihr nicht wirklich so gewirkt, als ob ihr euch je wirklich verstanden hättet und hier.. hier ist alles irgendwie anders. Hier sehe ich, dass obwohl du ihn so hasst, du ihn unglaublich liebst!“
„Ich glaube es liegt daran, wenn du mit einer Person 1000 Jahre verbringst und du ihn verlierst, verlierst du einen Teil von dir selbst. Manchmal ist der Hass.. so groß. Der Gouverneurs Sohn war nicht der einzige Geliebte, den er getötet hat, er hat es wieder getan und wieder, jedes Mal, wenn ich jemanden gefunden habe, der mir wichtig war. Er hat es weiter getan, bis ich endlich aufgehört habe, mich zu verlieben!“, meinte Rebekah etwas nonchalant.
Ich schüttelte leicht den Kopf:
„Nein, das ist nicht wahr! Was war mit Matt!“
„Es war nur eine Sommerromanze!“, erklärte sie mir etwas traurig. „Er meint, er beschützt mich vor meinen Fehlern. Keiner war je gut genug für seine kleine Schwester! Bis es jemand schließlich war...“ Für ein paar Momente blieb die Urvampirin ganz still, bis sie fragte.
„Wenn du weißt, dass Marcel Elijah hat..!“
„Woher weißt du es?“, unterbrach die blonde mich.
Leicht lächelnd strich ich mir eine Strähne aus dem Haar:
„Ich kann eins plus eins zusammen zählen! Als ich gerade sagte, wenn du es weißt, warum machst du es nicht einfach?“
„Du kennst Nik! Wenn ich die Pläne meines Bruders durchkreuze lande ich wieder einmal in einem Sarg!“
„Nun, wenn der Dolch dich davon abhält, deinen Bruder zurück zu holen.. kann ich dir vielleicht dabei behilflich  sein!“, behauptete ich etwas geheimnisvoll und griff in meinen Stiefel. Verwirrt beobachtete mich Rebekah, was ich da machte und als sie sah, was ich raus holte, riss sie die Augen auf. Es war das Etui mit den zwei Dolchen. Die Stiefel wirkten zwar nicht so, aber ich hatte es mit ein bisschen hinein quetschen geschafft, sie da rein zu bekommen.
„Woher..?“
„In dem Regal bei den Särgen!“, antwortete ich sofort und hielt es ihr hin. Langsam nahm sie die Dinger in die Hand und begann zu lächeln.

Am nächsten Morgen stand ich vor dem körpergroßen Spiegel, stellte mich zur Seite und hielt mein Nacht- T-shirt hinauf, da ich wissen wollte, ob man da vielleicht schon ein bisschen was sehen konnte. Sanft strich ich über meinen Bauch. Zwar konnte ich vielleicht konnte ich noch keine Wölbung sehen, jedoch spüren konnte ich es.
„Was machst du da, Liebes?“, hörte ich die leise Stimme Klaus'. Erschrocken ließ ich mein T-shirt los und drehte mich zu der Türe, wo ich den Ursprünglichen schließlich auch sehen konnte. Gestern Abend war ich, anstatt in unser gemeinsames Zimmer, in irgendein anderes gegangen, da ich ihn einfach nicht mehr sehen wollte. Ich konnte in dieser Nacht mir einem Mann zusammen in einem Bett schlafen, der mich attackierte, weil ich meine Gedanken ausgesprochen hatte.
„Schauen, ob das Baby noch da ist!“, witzelte ich etwas.
Jedoch begann der Hybrid nicht zu lächeln, wie sonst immer, sondern blieb ernst:
„Was stoppt dich?“
Ich wusste genau was er meinte, jedoch hatte ich gehofft, er wurde das Thema nicht ansprechen. Ich fühlte mich etwas unwohl in meiner Haut und rubbelte ich an meinem Nacken herum:
„Ich kann das Leben eines Kindes einfach nicht so enden.. und wenn ich so etwas je machen würde, würde ich mich wahrscheinlich unglaublich schuldig fühlen. Nicht nur, weil ich es getan habe, sondern auch wegen Elena. Sie wollte schon immer eine Mutter werden, ich hätte die Chance und würde sie weg werfen.. auch wenn ich wahrscheinlich die schlechteste Mutter überhaupt sein werde, aber wenn ich es sein werde, will ich nicht so sein wie Isobel oder John, oder meine Adoptiveltern, die eines bevorzugen! Ich will das so gerne.. aber ich hab die ganze Zeit das Gefühl, als ob du es nicht willst.. besonders mit mir!“
„Ich erkenne immer mehr Ähnlichkeiten zwischen uns beiden!“, murmelte der blonde und ging auf mich. Klaus schlang die Arme um meine Hüfte und schaute zu mir hinunter. „Wo ist die selbstbewusste Jana geblieben, die ich in der Streichenacht kennen gelernt habe?“
„Sie hat zu viele Menschen verloren und hat Angst ihre Liebe an Marcel und einen Kampf zu verlieren!“, gab ich seufzend zu. „Und sie fühlt sich einsam!“
„Du wirst mich nicht verlieren!“, versuchte Klaus mich zu beruhigen. „Es ist einfach nur Zeit zu kämpfen und den Quater zurück zu bekommen!“
Die ganze Sache mit Marcel. Den Deal, den du mit dem Hexen hast, versuchst ihn zu stürzen, nimmst, was sein ist. Rebekah hat mir erzählt, dass ihr beide euch einmal geliebt habt, wie in einer Familie!“, sprach ich schließlich aus. „Was ist passiert?“
Der Gesichtsausdruck des Urvampirs versteinerte sich sofort wieder:
„Ich hab Marcel zu dem gemacht, was er ist. Ich habe ihn wie einen Sohn behandelt. Als mich mein Vater gejagt hat und meine Familie vor 100 Jahren geflohen ist, wir haben geglaubt, dass Marcel getötet worden ist. Wir haben um ihn getrauert, auf unserer Art! Als ich zurück gekommen bin, habe ich nicht nur erfahren, dass er überlebt hat, hat er, anstatt uns zu suchen, anstatt zusammen zu sein, hat er eine Wahl getroffen. Er nahm alles, was meine Familie aufgebaut hat. Jetzt lebt er in unserem zu Hause, schläft ins unserem Bett und seine Stempel sind überall! M steht nicht für Marcel, es steht für Mikaelson! Ich will das alles wieder zurück! Auch wenn ich ihn raus werfen muss, um es zu bekommen und das ist genau das, was ich machen werde!“
Nun, dann hoffe ich für unser kleines Kind, dass es aufwachsen kann, wie ein wahrer Nachfolger!“, grinste ich breit, stellte mich auf meine Zehnspitzen und küsste ihn leidenschaftlich.


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Also, wer sich jetzt bei diesem Kapitel gedacht hat 'Das ist nicht die taffe Tatja, die ich vom letzten Teil kenne', stimmt das auch irgendwie.. New Orleans hat sie verändert.. aber dazu werde ich wahrscheinlich irgendwann später kommen :)

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