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Der Henkistein

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
07.10.2013
04.02.2014
6
8.580
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07.10.2013 1.382
 
Die Schulglocke klingelte und entließ die Schüler in die Freiheit. Peter Parker – alias Spiderman – hatte seine Sachen schon fünf Minuten früher eingeräumt und stürmte noch vor Sam und den anderen heraus. Es war nicht seine Art die Klasse als erster zu verlassen; Nein, eigentlich mochte er den Unterricht sogar. Aber heute war das anders. Heute war der letzte Tag vor den langersehnten Sommerferien, die er mit seinen beiden besten Freunden MJ und Harry mit einem kleinen Campingausflug beginnen würde. Seine Tante May war die ersten drei Wochen ebenfalls unterwegs und Fury hatte ihm gestattet sich die erste Woche vollkommen frei zu nehmen. New York war die Stadt mit den meisten Superhelden auf der Welt. Sie würde nicht untergehen wenn er fehlte.
"Wir sehen uns in einer Woche." rief er Sam, Ava, Luke und Danny noch winkend nach während er aus der Schule stürmte, dicht gefolgt von MJ und Harry.
„Und was habt ihr für die freie Zeit geplant?“ fragte Sam als Peter verschwunden war und fuhr weiter, noch bevor jemand antworten konnte. Er deutete auf Ava und sagte lachend „Lass mich raten: Du ließt. Und du -“ Er deutete auf Luke. „- machst SPA-Urlaub mit deinen Eltern. Und Danny -“ damit wand er sich an Angesprochenen. „- meditiert bis zum Umfallen.“ spöttete er grinsend.
Ava wollte widersprechen, hielt aber den Mund als sie an den Berg von Büchern dachte, den sie sich in ihrem Zimmer bereits zur Seite gelegt hatte. Natürlich würde das nicht ihre einzige Beschäftigung sein, aber einen Großteil ihrer Ferien gedachte sie tatsächlich hinter einem guten Buch zu verbringen. Zwischen Schule und Weltretten blieb dafür schließlich nicht viel Zeit.
„Naja, macht's gut. Ich besuche mein anderes Team.“ verabschiedete Sam sich und rannte dann auch davon.
Die einzige Frau im Team seufzte leise und kratzte sich am Hinterkopf. Sie sah zu Danny und Luke und nickte ihnen lediglich verabschiedend zu, als sie das Schulgelände verließen und ihre Wege sich trennten. Sie hatte vor den heutigen Tag mit Kitty, einer Klassenkameradin, in der Stadt zu verbringen. So blieben nur noch Danny und Luke, die gemeinsam in Richtung Helicarrier liefen.
„Meine Eltern haben den Urlaub abgesagt.“ gab der Große von sich. SPA war zwar nicht geplant, aber ein gemütlicher Familienurlaub am Meer. „Im Gegensatz zu uns sind sie momentan für S.H.I.E.L.D. unentbehrlich.“
„Das tut mir leid.“ antwortete Danny mit ruhiger Stimme. Es klang ehrlich aber wie Luke feststellen musste noch ruhiger als sonst. Sein bester Freund wirkte nachdenklich, grübeln, so als wüsste er nicht genau was er tun sollte. Merkwürdig, so hatte er ihn noch nie erlebt. Und das merkwürdigste daran war, dass Danny sich bereits seit zwei Tagen so verhielt. Er war wie in Gedanken und brach nur selten heraus.
„Luke?“
„Hmm?“
Danny blieb stehen. Luke tat es ihm instinktiv gleich und sah zu ihm.
„Was hälst du davon, wenn wir heute etwas zusammen unternehmen?“
Luke lächelte und nickte zustimmend. „Gerne. Woran hast du gedacht?“
„Kino.“
„Lass uns Ava und Kitty fragen, ob sie mitkommen wollen.“ beschloss der Große. „Je größer die Gruppe, desto -“
„Ich dachte eher daran, dass nur wir ins Kino gehen.“ unterbrach Danny ruhig. „Als Date...“
„Als Date?“ Luke stutzte gut. Er war versucht zu lachen und das ganze als Witz auf zu fassen, aber Danny schien nicht zu scherzen. Seine blauen Augen ruhten wartend auf Lukes braunen Augen. Er musste schlucken und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. Sie waren seit einem Jahr die besten Freunde und verbrachten kaum einen Tag getrennt voneinander. Sie stritten nie, nicht einmal im Scherz, so wie Peter und Sam es taten. Er fühlte sich unglaublich wohl in Dannys Gegenwart und wenn er ehrlich zu sich selbst war, dann bekam er in letzter Zeit immer ein angenehmes Flattern im Magen, wenn sein Freund in anlächelte oder sie sich streiften. Er hatte sich nichts dabei gedacht aber nun schien dieses warme Gefühl mehr als freundschaftliche Zuneigung und einfache Freude zu sein. Also entschied er „Ja. Lass uns ein Date haben.“
Danny strahlte über beide Ohren, als er zustimmte, was ihm besagtes Kribbeln in den Magen fahren ließ.
„Aber du zahlst. Du hast mich schließlich auch darum gebeten.“
„Es ist mir eine Ehre dich einzuladen.“ lächelte Danny.

„Nein, das geht nicht!“
Luke warf das achte Hemd hinter sich auf den Boden und durchwühlte seinen Schrank nach einem besseren Oberteil. Vielleicht sollte er doch noch einmal das zweite anprobieren. Es war schlicht und weiß. Nein, weiß passte nicht. Dann also kein Hemd, sondern ein einfaches Shirt und darüber eine Jacke? Schnell suchte er sich ein gelbes Shirt heraus und zog es sich über. Er hielt einige Momente vor dem Spiegel inne und besah sich von allen möglichen Perspektiven. Von vorne, von der Seite, schräg von hinten, auf den Kopf gestellt und durch die eigenen Beine hindurch zum Spiegelbild gesehen. Er hatte noch nie solche Probleme beim Fertigmachen gehabt und wahrscheinlich machte er sich nur unnötig selbst nervös. Er atmete tief durch und sah wieder in den Spiegel. Ja, das gelbe Shirt sollte es sein. Es lag eng an, betonte seine starken Muskeln und schmeichelte mit seiner Farbe seiner Haut.
Luke wollte schon zufrieden mit sich selbst aus dem Zimmer gehen, als ihm einfiel, dass er noch in Shorts vor dem Spiegel stand. Blaue Shorts mit kleinen Elefanten darauf – ja, das war die perfekte Unterwäsche für ein erstes Date. Schnell zog er eine schichte Jeans darüber, um den peinlichen Anblick nicht mehr ertragen zu müssen, und schwere Schuhe über die Socken. Beim letzten Blick in den Spiegel schoss ihm ein unangenehmer Gedanke durch den Kopf: Was, wenn er sich dieses Kribbeln nur einbildete oder es falsch deutete? Er konnte unmöglich mit seinem besten Freund auf ein Date gehen, nur um ihm anschließend zu sagen, dass er wohl doch nichts davon hielt. Das war nicht fair. Danny gegenüber war es nicht fair. Auch wenn Luke seinen Freund gut einschätzen konnte und wusste, dass dieser ihre Freundschaft an so etwas nicht zerbrechen lassen würde, wollte er ihm das nicht antun. Er musste das ganze abblasen, bevor es zu spät war.
In dem Moment klopfte es an seiner Tür, die im nächsten Moment auch schon auf ging. Seine Verabredung stand im Türrahmen, lächelnd und bereit zu gehen. In dem Augenblick, in dem Luke zu ihm sah, verflogen Unsicherheit und Zweifel. Danny wirkte noch ruhiger und ausgeglichener als sonst und zugleich konnte Luke eine angenehme Euphorie spüren, die von seinem Freund ausging und auf ihn überschlug. Wie die zarte Flamme einer kleinen Kerze, die von Kerze zu Kerze übersprang und so bald einen ganzen Raum in warmes Licht tauchte, tauchte auch Dannys gelassene Vorfreude Luke in warmes Licht.
„Bist du fertig? Wir verpassen sonst die Vorstellung.“ tadelte der Blonde lächelnd.
Danny hatte wie immer gemütliche und bequeme Kleidung allem anderen vorgezogen. Sie stand ihm allerdings sehr gut, wie Luke feststellte. Sein Freund trug ein grünes Shirt mit ausgebleicht gelben Druck darauf, seine Kette um den Hals, braune Bermudas und FlipFlops. Er versuchte sich vor zu stellen, wie Danny durch sein Zimmer gerannt war und wie ein aufgescheuchtes Eichhörnchen die passende Kleidung zusammengesucht hatte, verwarf den Gedanken aber lächelnd und leicht kopfschüttelnd.
„Bin fertig.“ sagte er stattdessen und verließ sein Zimmer.
Sie liefen nebeneinander der langen Gang durch den Helicarrier. Den beiden Junghelden kamen einige S.H.I.E.L.D.-Agents entgegen. Zur angenehmen Abwechslung schienen sie nicht in Eile zu sein. Der Helicarrier wurde nicht angegriffen, die Welt drohte nicht unter zu gehen und New York stand auch noch an Ort und Stelle. Das Schicksal war ihnen an diesem Abend also gnädig.
Sie bogen aus dem kleinen Wohnbereich ab auf den großen Gang, der zu allen wichtigen Orten führte. Da S.H.I.E.L.D.s Hauptquatier heute direkt über der Stadt und recht niedrig flog entschieden sie den direkten Weg zum Kino zu nehmen. Sie traten auf die große Ladefläche und gingen bis zum Rand, wo sie warteten, bis einer der höchsten Wolkenkratzer unter ihnen in die Höhe ragte, und sprangen hinab. In ihren Kostümen taten sie das recht oft, aber zivil war es für beide das erste Mal. Luke landete locker auf beiden Füßen und spürte beim Aufschlag das Dach des Towers leicht unter sich zittern. Danny hingegen rollte sich noch in der Luft ab, um nicht ungebremst zu landen.
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