Every breath you take

GeschichteDrama, Romanze / P12
Andreas Kringge Michael "Mick" Brisgau Roland Meisner Tanja Haffner Uschi
06.10.2013
14.10.2013
18
17.954
2
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Dieses Kapitel
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06.10.2013 1.478
 
Titel: Every breath you take
Autor: CrazyCat179
Spoiler: Staffel 4, Folge 12 & 13
Rating: P12
Kategorie: TaMi
Disclaimer: Mick Brisgau und Co. gehören mir nicht. Ich leihe sie mir nur mal kurz für ein bisschen Spaß aus und gebe sie unbeschadet und ohne finanziellen Nutzen für mich wieder zurück. Versprochen! Every Breath You Take ist ein Lied der Band The Police, auch hier sind keine Verletzungen der Urheberrechte beabsichtigt.
Feedback: Immer her damit! CrazyCat179@yahoo.de


Every breath you take

Endlich! Endlich war die blonde Schlampe fort, fort von hier, fort von IHM. Dieses Mal für immer. Sie hatte nur einen Blick in das Gesicht dieser schrecklichen Frau werfen müssen um zu wissen, dass sie dieses Mal nicht zurückkehren würde. Sie kehrten nie zurück. Lächelnd beobachtete sie, wie Blondie mit fest zusammengepressten Lippen und einem undefinierbaren Gesichtsausdruck in ihr Auto stieg.
„Ja, fahr wieder dahin, wo du hergekommen bist, geradewegs zurück in die Hölle!“, zischte sie gehässig und winkte dem Fahrzeug belustigt, aber auch erleichtert hinterher. Sie war froh, diese Person endlich los zu sein, obwohl Blondie nie eine wirkliche Gefahr dargestellt hatte – im Vergleich zu dem gelockten Biest, das IHREN Mick nicht nur an den Eiern, sondern auch am Herzen gepackt hatte, was viel, viel gefährlicher war. Doch jetzt waren sie beide weg und ein selbstgefälliges Grinsen legte sich auf ihr Gesicht.
Sobald der Van außer Sichtweite war, richtete sie ihr Augenmerk wieder in die entgegengesetzte Richtung in der Hoffnung, vielleicht einen Blick auf IHN erhaschen zu können. Vor der Blondinen-Ära hatte sie IHN nur noch selten zu Gesicht bekommen. Eine unfreiwillige Abstinenz, die beinahe schon körperliche Entzugserscheinungen bei ihr ausgelöst hatte. IHN überhaupt nicht zu sehen schmerzte mehr als IHN mit anderen Frauen zu beobachten, so merkwürdig das auch klang. So viele hatte sie schon kommen und wieder gehen sehen und es traf sie tief in ihrem Herzen, IHN so halt- und orientierungslos von einem willigen Weibsstück zum nächsten schlittern zu sehen. Ihn jedoch monatelang überhaupt nicht zu Gesicht zu bekommen, hatte sie nahezu in den Wahnsinn getrieben.

Generell konnte  sie IHM seine Vielweiberei nicht einmal verübeln, schließlich war ER ein Mann, ein verdammt gut aussehender noch dazu, der sich von Zeit zu Zeit in den Netzen dieser raffinierten und gefährlichen Frauen verfing, um seine körperlichen Bedürfnisse zu stillen. Doch ihre Zeit würde kommen, und wenn es erst einmal soweit war, dann würde es nur noch sie und IHN geben. Sobald ER erst einmal erkannte hatte, dass sie es war, was ER brauchte, würden seine Weibergeschichten der Vergangenheit angehören und zu einer unliebsamen Erinnerung an eine unzulängliche Existenz ganz ohne tieferen Lebensinhalt zusammenschrumpfen. Wenn ihre Zeit endlich gekommen war, dann würde sie sich in sein Leben so perfekt einfügen, wie es nur ein fehlendes Puzzleteil in ein unvollständiges Bild machen konnte.
Auch wenn Abwarten und Beobachten ihre Stärke waren, so hatten die letzten Jahre sie ganz allmählich zermürbt. IHN immer nur still und leise aus der Ferne betrachten zu können, verlangte ihr mehr ab, als sie momentan ertragen konnte. Nur einen Steinwurf entfernt und doch unerreichbar. Sie sehnte sich danach, mehr als nur ein oder zwei belanglose Worte mit IHM wechseln zu können, sein bloßer Anblick genügte mittlerweile, um das Blut in ihren Adern zum Rauschen zu bringen und ihren Herzschlag in unbekannte Höhnen zu katapultieren. Wie würde es erst sein, IHN endlich fühlen, liebkosen, schmecken zu können? Sich IHM hinzugeben, eins mit dem Mann zu werden, der so viel mehr war als eine bloße Obsession. Mick Brisgau war ihr Fixstern, der Grund, am Morgen aus dem Bett zu steigen, der Motor, der sie antrieb, sie am Leben erhielt. Ihr ein und alles. Ihr!

Every breath you take
Every move you make
Every bond you break
Every step you take
I'll be watching you

Geduldig harrte sie aus, wie sie es bereits unzählige Stunden in ihrem Leben getan hatte. Ihre Fensterbank hatte sie vor einer halben Ewigkeit mit Kissen und Polstern ausgelegt, eine frisch aufgebrühte Kanne Tee war ihr ständiger Begleiter. Die einzige Ablenkung, die sie sich gestattete, war das Radio, dessen sanfte und leise Klänge tagein und tagaus vor sich hin plätscherten, ein kontinuierliches Hintergrundgeräusch, das sie nicht nur leise vor sich hin summen, sondern sie auch am Weltgeschehen teilhaben ließ.
Heute ließ ER sie wieder warten. Doch sein Nichterscheinen enttäuschte sie nicht, steigerte es doch auf aufregende Weise ihre Erwartungen, was ein wohliges Prickeln auf ihrer Haut auslöste. Was würde sie geben, SEINE Hände auf sich spüren zu können?! Doch so sehr sie sich auch nach seinen Berührungen sehnte, nahezu unbändig war ihr Verlangen, IHN anfassen zu können. Die Textur seiner Haut zu ertasten, über straffe Muskelberge zu streichen, endlich das in Besitz zu nehmen, was das Schicksal unleugbar für sie vorbestimmt hatte. Wann würde endlich die Zeit der Entbehrungen und des unerfüllten Verlangens vorüber sein? Wie lange würde ihre harte Prüfung noch andauern? Wie lange musste sie noch all diese Frauen in seinem Leben ertragen und ihre Disziplin unter Beweis stellen? Sie wusste, dass der Weg der Erlösung und der Erfüllung über die harten und nichtasphaltierten Straßen des Schmerzes führte, vorbei am Tal der Verlockung und durch den tiefen Graben der Verzweiflung mitten hindurch. Und nicht immer gelang es ihr, den Blick stur geradeaus auf ihr Ziel zu richten. Nicht selten ertappte sie sich dabei, nach links oder rechts zu spähen, sich von Nichtigkeiten ablenken zu lassen, was ihre mühsame Route nur unnötig erschwerte.

Every single day
Every word you say
Every game you play
Every night you stay
I'll be watching you

Das Auftauchen des Mannes ihrer Träume riss sie aus ihren Überlegungen. Sein Anblick beschleunigte augenblicklich ihren Puls und veranlasste ihr Herz, wild in ihrer Brust zu hämmern. Ein leichter Schweißfilm bildete sich auf ihrer Stirn. Unwillkürlich hielt sie die Luft an und presste ihre Nase gegen die Scheibe, damit ihr nicht die kleinste seiner Bewegungen entgehen konnte. Ihr unregelmäßiger Atem ließ die Scheibe anlaufen, also wischte sie schnell mit ihrem Ärmel darüber.
Ja, sie sollte Recht behalten – es war vorbei mit Blondie, Mick wirkte seltsam gelöst und erleichtert. Ein glückliches Lächeln legte sich über ihr Gesicht und mit einer zittrigen Hand fasste sie sich an ihr Herz.  Sie spürte sie tief in sich, diese Zuversicht und das Wissen, nach all ihren Strapazen und dem unsäglichen Leiden endlich auf der Zielgeraden angekommen zu sein. Von ihrer Erkenntnis beflügelt, öffnete sie ihr Fenster und sog tief die frische Luft ein, die in ihr Zimmer strömte. Selbst seinen tabakgetränkten und maskulinen Duft meinte sie plötzlich riechen zu können. Und dann erlitt sie beinahe einen Herzinfarkt, als er sich unverwandt umdrehte und zu ihr nach oben sah. Sein Blick traf den ihren und Millionen Nervenenden in ihrem Leib sandten leichte Stromstöße durch ihre Nervenbahnen, die sie erzittern ließen und ihre Beine in Pudding verwandelten. Ein sanftes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus und er hob den Arm, um ihr zuzuwinken. Ein gewaltiger Kloß bildete sich in ihrem Hals und ihr Herz drohte, seinen Dienst gänzlich einzustellen. Stocksteif stand sie an ihrem Fenster, die weit aufgerissenen Augen auf den Mann unter ihr gerichtet. Eine eiskalte Panik machte sich in ihr breit, kroch langsam und gemächlich ihren Nacken hinauf und setzte sich dort lähmend fest. Ein leises Wimmern entschlüpfte ihrer Kehle. Hektisch schoss ihre Hand empor, fuchtelte in dem Versuch, sein Winken zu imitieren in der Luft herum.

Oh can't you see
You belong to me
How my poor heart aches
With every step you take

Genauso abrupt wie Mick sich ihr zugewandt hatte, entzog er ihr auch wieder seine Aufmerksamkeit. Wie versteinert hielt sie mitten in ihrer Bewegung inne, den einen Arm noch immer in der Luft, während sich ein unsäglicher Schmerz in ihr ausbreitete, der binnen weniger Sekunden in jede Pore ihres Seins strömte. Er gewann sogar noch an Substanz, als ER, ohne sie eines weiteren Blickes zu würdigen, in seinen Opel stieg und mit dröhnendem Motor davon fuhr. Langsam erwachte sie aus ihrer Starre, nahm ihren Schmerz an, umarmte ihn und ließ das Gefühl des erneuten Verlassenwerdens auf sich wirken. Tief verwurzelte Schmerzen und ein allgegenwärtiges Begehren dominierte ihre Bindung mit dem blonden Mann, für den ihr Herz lichterloh entflammt war, ohne Aussicht auf Rettung. Sie liebte ihn, aus tiefstem Herzen, bedingungslos und verzweifelt und sie sehnte den Tag herbei, an dem auch ER endlich seine Gefühle für sie annehmen und sich nicht länger hinter falschen Frauen und unangebrachter Zurückhaltung verstecken würde. Sie hatte längst erkannt, was IHM noch verborgen war – sie waren füreinander bestimmt. Jetzt und bis in alle Ewigkeit!

Since you've gone I've been lost without a trace
I dream at night, I can only see your face
I look around but it's you I can't replace
I feel so cold and I long for your embrace
I keep calling baby, baby please...
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