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Just a little bit out of my limit. ♥

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAllgemein / P18 / Gen
05.10.2013
06.10.2013
2
16.423
 
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9 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
05.10.2013 9.679
 


Hey ihr Lieben! :)

Hier ist, wie versprochen, der zweite Teil! ♥

Nur als Hinweis für alle, die eher nicht so drauf stehen: Ab einem Strich (ihr werdet ihn erkennen) beginnt der P18-Teil.
Überspringt ihn einfach, wenn ihr wollt. xD

Und jetzt viel Spaß beim Lesen! :*
Shariii xX

PS: Bringt mich nicht um, ok?


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Ich befand mich in sowas wie einer Schockstarre und konnte wieder einmal kaum atmen. Luke hatte tatsächlich meine Hand wieder in seine genommen und hielt unsere verschränkten Finger zwischen unseren Beinen versteckt, sodass nur wir wussten, was in diesem Moment vor sich ging. Sein sanftes Lächeln drang zu mir durch, brachte mich wieder einmal um den Verstand. Er legte seinen Kopf vorsichtig auf meinen und drehte sein Gesicht so, dass es nun in meinen Haaren vergraben war. Ich konnte ihn tief einatmen hören. Diese Art von Kuscheln hatte ich mir mit einem Jungen immer gewünscht. Es war der Traum jedes Mädchens. Ich hätte der glücklichste Mensch der Welt sein können, wäre da nicht diese Ungewissheit gewesen, was wirklich zwischen uns war.
Gott sei Dank war Calum so mit Zocken beschäftigt, dass er gar nicht bemerkte, wie Luke und ich uns immer näher kamen. Es war ein sehr seltenes Bild, dass wir ruhig aneinander gelehnt auf dem Sofa saßen. Normalerweise brach ein paar Minuten später das Chaos aus. Doch heute würde es anders sein. Heute lag irgendetwas zwischen uns, das wohl keiner richtig deuten konnte. Es war magisch, anziehend und absolut atemberaubend. Nie hatte ich mit so etwas gerechnet und nie wäre ich auch nur auf die Idee gekommen, diese Gefühle jemals spüren zu dürfen. Mein Herz flatterte und alles in meinem Körper kribbelte, während mir ein angenehmer Schauer über den Rücken lief und ich vor Glück nur noch grinsen konnte. Ich fühlte mich unbeschreiblich befreit, jetzt wo ich zum ersten Mal richtige Liebe kennen lernen durfte.
Wir saßen noch eine ganze Stunde schweigend nebeneinander, ohne irgendwas zu tun. Komischerweise fiel den anderen Jungs überhaupt nicht auf, dass Luke so still war. Normalerweise war er eher der Lauteste und baute am meisten Scheiße. Aber vielleicht rechneten sie auch einfach nur damit, dass er vom Auftritt müde und geschafft war und sich deshalb so zurück zog.
Mir entfuhr ein leises Kichern, als ich daran dachte, dass ich die einzige war, die wusste was wirklich mit ihm los war. Ich fühlte mich besonders, irgendwie wichtig. Als wenn ich eine bestimmte Rolle in seinem Leben eingenommen hatte, nach dessen Besetzung er schon lange gesucht hatte.
Wir lächelten uns immer mal wieder schüchtern an und ich musste jedes Mal wie ein kleines Mädchen lachen, als unsere unsicheren Blicke aufeinander trafen und dieses klare Strahlen in seinen Augen lag. Es verwirrte mich immer noch, weshalb ausgerechnet ich diejenige war, die den Macho zum Romantiker machen konnte. Aber es gefiel mir, mehr als mir eigentlich lieb war.
„Die Jungs sind gleich fertig. Wir können uns ja auch langsam fertig machen und in den Bus verziehen, oder?“, schlug Michael irgendwann vor und gähnte ausgiebig. Langsam wurden sie alle müde. Ich dagegen war noch hellwach und spürte mein Herz nur zu deutlich pochen. Meine Aufregung verflog kein bisschen. Nicht einmal, als sie alle aufstanden und ihre Sachen in die Taschen stopften. Das kalte, verlorene Gefühl, das mich durchzuckte, als Luke meine Hand los ließ und sich zögernd von mir löste, bestätigte meine gesamten Gedanken nur. Ich warf mir einen Strick-Pulli von Calum über, weil es draußen jetzt garantiert schon ziemlich kalt sein würde, und folgte den Jungs nach draußen. Sobald wir die Tür zu den Gängen öffneten, kam uns das Gebrüll der ganzen 1D-Fans entgegen, das vorher nicht durch die dichten Wände dringen konnte. Leise konnte ich Nialls Stimme ausmachen, die den letzten Song ankündigte.
Ich trottete meinem Bruder und seinen Freunden hinterher, als sich Calum plötzlich zu mir umdrehte: „Kommt du und Ruby mit ins Hotel und pennt einfach bei uns? Ich würds nicht so toll finden, wenn ihr jetzt noch allein durch die Stadt rennt.“ Ganz der große Bruder hatte er dabei diesen bestimmenden Ton aufgelegt, der keinen Widerspruch zuließ. Er machte sich ja nur Sorgen. Und obwohl ich mich für den Gedanken hätte Ohrfeigen können, war ich nur mehr als froh, jetzt nicht von Lukes Seite weichen zu müssen. Das fröhliche Grinsen, das auf seine Lippen schlich, als ich meinem Bruder zunickte, unterdrückte den leichten Schmerz, der sich durch meine Brust zog. Luke ging natürlich neben Ashton ganz vorne, um nicht aufzufallen oder sonst irgendwas. Ich wusste, dass er es bloß zur Sicherheit machte, wegen Calum. Aber irgendwie passte es mir nicht. Wieso konnten wir nicht einfach zu unseren Gefühlen stehen und es jedem zeigen? Das ganze Chaos machte mich wahnsinnig.
Als Ablenkung zog ich mein Handy aus der Hosentasche und schrieb Ruby eine Nachricht, dass wir uns gleich draußen treffen würden und wir sie im Bus mit zum Hotel nehmen würden. Sie sollte heute sowieso bei mir schlafen, also würden sich ihre Eltern keine Gedanken machen. Und Calum hatte grade natürlich eh schon bei uns zuhause angerufen. Ich grinste wie bescheuert vor mich hin, als wir an die frische Luft traten und meine beste Freundin am Rande des abgesperrten Bereiches einsammelten. Ihr Blick flog gleich zwischen mir und Luke hin und her, der auf einmal wieder an meiner Seite lief und immer ganz zufällig meine Hand mit seiner berührte. Ruby fiel das natürlich auch auf und sie fing genauso dämlich an zu kichern, wie ich es jedes Mal tat. Luke lächelt dabei nur und schüttelte amüsiert seinen Kopf. Dann nahm er unerwartet meine Hand und rannte los in Richtung Tour-Bus, der uns zum Hotel bringen würde. Ich war im ersten Moment so überrumpelt, dass ich mehr stolperte als ihm zu folgen. Und dann lachten und rannten wir, als wenn die Welt um uns herum nicht existieren würde. Für mich war alles rosa-rot mit ganz vielen Blümchen und Herzchen. Es war unbeschreiblich kitschig, machte mich in diesem Augenblick aber einfach nur unfassbar glücklich!
Ich konnte erkennen, wie Calum verwundert stehen blieb und uns beobachtete, Ashton ihn aber sofort weiter zog und mit irgendeinem Kram volllaberte, der ihn von uns ablenkte. Ob er das mit Absicht machte oder es einfach Zufall war, konnte ich nicht sagen. Doch Rubys Blick und ihr sofortiges Verständnis machten mich schon stutzig genug. Wie intelligent konnte ein Mensch eigentlich sein?!
Wir warteten nur kurz vor der Tür, bis der Fahrer uns öffnete und Luke mich sofort in ihr Reich zog. Cal hatte mal einige Bilder geschickt, aber so in echt war es schon etwas anderes. Ich war sofort begeistert. „Wow…“, keuchte auch Ruby, als sie sich zu uns gesellte und mit auf das große Sofa setzte. Die dreckige Wäsche, die auf dem Boden und den Betten verstreut lagen, ignorierten wir einfach gekonnt. Die anderen Jungs stießen auch irgendwann zu uns als wir endlich alle saßen, ging es auch schon los zum Hotel. Niemand von der Security fragte etwas wegen uns oder sonst was. Entweder waren sie es gewöhnt, dass die Jungs irgendwelche Mädels mit sich schleppten, oder die Jungs hatten irgendwas mit ihnen abgeklärt. Ich wollte mich dadurch nicht verwirren lassen und ignorierte die Tatsache einfach. Vielmehr war ich damit beschäftigt, Luke zu beobachten, wie er begeistert von den Studioarbeiten und ihrem neuen Album erzählte. Seine Augen leuchteten und ich bemerkte zum ersten Mal, wie viel ihm das alles bedeutete. Es war sein Leben, genauso wie bei Calum. Und in gewisser Art und Weise war ich verdammt stolz auf die beiden, dass sie diesen Durchbruch geschafft hatten.
Ich wurde langsam verrückt, soviel wie mein Bauch kribbelte und zu explodieren schien. Mein Gehirn produzierte so viele Glückshormone, dass ich bestimmt schon eine Überdosis hatte. Ich bekam das Grinsen einfach nicht mehr aus dem Kopf und schaffte es nicht einmal, der Unterhaltung am Tisch zu folgen. Meine Gedanken kreisten einzig und allein um diese blauen Augen, die immer wieder zu mir sahen und anfingen zu strahlen, wenn sich unsere Blicke kreuzten. Luke war so vollkommen anders, als ich ihn mir immer vorgestellt hatte. Es war wirklich ein großer Unterschied. Nie hätte ich damit gerechnet, dass er so süß und liebevoll sein könnte. Für mich war er eben immer einfach dieser Aufreißer, dem Mädchen nichts bedeuten, außer Spaß und Ablenkung vom Alltagsstress…

Es dauerte keine zehn Minuten, bis wir am Hotel ankamen. Ich brauchte nicht mal aus dem Fenster gucken, um zu wissen, wieviele Fans uns draußen erwarteten. Man konnte sie nur zu deutlich hören.
„Wissen die eigentlich wie spät es ist?“, grummelte Calum und zog seine Stirn in Falten, als er den Vorhang zur Seite schob und einen Blick auf die Menge warf. Sofort wurden sie noch lauter. „Los, beeilt euch.“, scheuchte uns Luke raus und zog mich dabei vorsichtig am Arm hinter sich her. Als seine Finger meine strichen, zog ich sie wieder zu mir zurück. Ich wollte da draußen nicht seine Hand halten, so gut es sich auch anfühlen würde. Zu viel Angst hatte ich vor den Kameras und den Fotos, die sofort im Internet landen würden. Und die größte Panik entstand vor allem durch die Mädchen, die in der ersten Reihe standen, sich an der Security vorbei zu drängeln versuchten und ihre Arme nach den Jungs ausstreckten. Ihr Gekreische versuchte ich so gut es ging zu ignorieren, doch es war kaum möglich. Immer wieder drangen die Stimmen in meinen Kopf: „Luke, ich liebe dich!“ „Luke, darf ich dich umarmen?!“ „Lukey, lass mich dein Heartbreak Girl sein!“ „Luke, du bist mein Traummann!“ In mir stieg Wut auf, obwohl ich wusste, wie lächerlich das war. Mein Grinsen verschwand augenblicklich und ich starrte einem Mädchen direkt in die Augen, während ich stehen blieb und meine Hände unbewusst zu Fäusten ballte.
„Du kennst ihn nicht mal!“, brüllte ich sie plötzlich an und ließ meinen gesamten Ärger raus. Egal, wie viel sie von den Jungs wusste und egal, was für ein riesiger Fan sie war. Sie hatte keine Ahnung von Luke und würde ihn nie so gut kennen wie ich es tat. Und sie würde ihm nie so nah sein, wie ich es noch vor einer Stunde gewesen war. Sie konnte gepflegt ihre Klappe halten!
Der beste Freund meines Bruders zog mich schnell hinter sich her und legte mir beruhigend eine Hand auf die Schulter. Im Foyer des riesigen Luxus-Hotels lehnte er sich gefährlich nah zu meinem Ohr rüber, als wir auf das Gepäck der Jungs warteten und langsam zum Fahrstuhl schlenderten. Ich konnte ihn leicht gegen meine Haut hauchen spüren, ehe er leise zu reden begann: „Du kannst nicht einfach unsere Fans so anbrüllen, Mali. Auch, wenn du eifersüchtig und wütend echt heiß aussiehst.“
Ich konnte nicht verhindern, dass mich sein Ton gewaltig anmachte. Das leichte Ziehen in meinem Unterleib verstärkte sich, als er sich quälend langsam von mir entfernte und mir dabei bestimmend direkt in die Augen schaute.
Da war sie wieder. Seine andere Seite. Die Art an ihm, wegen der ich mich wie ein Spielzeug fühlte. Wegen der ich dachte, er würde das alles nicht ernst meinen. Von der einen auf die andere Sekunde wurde ich wieder unsicher, spürte ein Stechen in meiner Brust. Es zerfraß mich innerlich. Denn irgendwie machte mich diese Seite an ihm auch gewaltig an. Und ich hatte das dumpfe Gefühl, dass er genau das wusste.
„Wie machen wir das mit den Zimmern?“, riss mich mein Bruder aus meinen Gedanken und schaute auffordernd durch die Runde. Ich schaute sofort zu Ruby, die grinsend nickte und anscheinend schon einen Plan hatte. „Ich geh zu Michael und Ashton.“, verkündete sie auch gleich und begann leicht auf und ab zu wippen, als Ashton sie anlächelte und anfing, sich mit ihr zu unterhalten. Rubys Schwärmerei für ihn war einfach mega niedlich, genauso wie ihre Freude darüber, ihm jetzt so nah sein zu können. Für sie ging bestimmt ein Traum in Erfüllung.
Bevor wir uns dann in unsere Räume aufteilten, umarmte mich meine beste Freundin noch einmal zum Abschied und flüsterte mir etwas ins Ohr: „Ich liebe dich dafür.“ „Ich dich auch.“, grinste ich ihr hinterher und begann zu lachen, als sie augenblicklich wieder an Ashton hing und ihm wie ein Hündchen hinterher dackelte. Ich selbst war zwar kein bisschen besser, aber trotzdem genoss ich es, mich über sie lustig zu machen. So waren beste Freundinnen halt.

„Ich hab gar keine Sachen dabei.“, murmelte ich und zog dabei auffordernd einen Schmollmund, der meinen Bruder nur zum Lachen brachte. Luke dagegen begann unmittelbar zu grinsen und kramte in seinem Koffer herum, bis er eine Boxershorts und ein schlichtes T-Shirt herauszog und sie mir zuwarf. „Müsste dir passen.“ Mit einem Zwinkern schnappte er sich eigene Sachen und verschwand im Badezimmer, sodass ich mit Cal alleine war.
In mir machte sich ein ungutes Gefühl breit. Konnte ich ihm ehrlich in die Augen sehen, während meine Gedanken ihn skrupellos belogen?
Ich konnte. „Du fehlst mir wirklich.“, nuschelte ich ihm entgegen und ging ein paar Schritte auf ihn zu, bis ich direkt vor ihm stand. Er legte sogleich seine Arme um mich und lehnte seine Stirn an meine. Weil er doch um einiges größer war als ich, musste ich meinen Kopf fast ganz in den Nacken legen, um zu ihm aufzuschauen. „Du mir auch, Kleine.“, antwortete er dann ehrlich und trieb mir damit Tränen in die Augen. „Hab dich lieb, Cal.“, flüsterte ich tränenerstickt und ließ die feuchten Tropfen jetzt ihren Weg über meine Wangen bahnen. Mein Bruder strich sie natürlich sofort mit seinen Daumen weg, doch ich konnte mich nicht beruhigen. Ich hatte ihn so sehr vermisst und war eigentlich so glücklich ihn wiederzusehen, dass ich dachte, ich würde daran sterben. Und jetzt hinterging ich ihn so und fühlte mich damit nicht einmal wirklich schlecht. Alles woran ich denken konnte, war Luke.
LukeLukeLukeLukeLukeLukeLukeLuke.
Lukes Augen, die mich seit neustem so anlachten. Lukes Stimme, die mich in andere Welten versetzen konnte. Lukes Körper, der mich allein mit seinem Aussehen um den Verstand brachte. Lukes Duft, der mir die Sinne vernebelte, egal wie klar alles schien. Lukes Lachen, das das hellste, klarste und wunderschönste Lachen der Welt war Und Lukes Summen, das leise aus dem Bad drang und mich zum Lächeln brachte. Luke halt.
„Ich geh noch rüber zu den anderen. Bin noch nicht wirklich müde. Ihr könnt ja nachkommen, wenn ich wollt.“, meinte Calum auf einmal und löste sich von mir. Dann schnappte er sich sein Handy und verließ sogleich den Raum. Ich blieb verwirrt zurück. Ließ er mich wirklich mit seinem besten Freund allein, obwohl er doch irgendwas zu ahnen schien? Ich verstand diese Jungs nicht. Irgendwie brachten sie mich alle zusammen total durcheinander. War das Absicht?

Das leise Knacken des Türschlosses ließ mich zusammen zucken und ich drehte mich augenblicklich zum Bad um. Luke stand dort, nur in Boxershorts und T-Shirt und lächelte mich an. Ich brauchte mich nicht mehr darüber wundern, dass mir das Atmen auf einmal wieder so schwer fiel. Allein schon seine Anwesenheit brachte mich völlig durcheinander. „Das Bad ist frei.“, deute er mir an und ging dann langsam aufs Bett zu, auf das er sich auch gleich fallen ließ und sein Handy schnappte. Ich stand von diesem Anblick noch etwas unter Schock, konnte mich aber Gott sei Dank schnell wieder zusammen reißen und sperrte schnurstracks die Tür hinter mir ab, als ich das Bad betrat. Was stellte dieser Kerl denn plötzlich mit mir an? Wie konnte es passieren, dass ich ihm so schnell verfallen war? Was war heute anders, als sonst? Und war es das überhaupt? Hatte es da nicht vielleicht schon immer etwas zwischen uns gegeben, worauf das Schicksal nur gewartet hatte?
Ich lachte über mich selbst. Meine Gedanken waren doch bescheuert. Ich wollte einfach nur, dass sie mich in Ruhe ließen. Gleich würde ich einfach schlafen gehen, morgen aufwachen und ganz normal von ihm denken, wie jeden anderen verfluchten Tag auch.  
Schnell drehte ich den Hahn auf und spritzte mir das kalte Wasser ins Gesicht. Diese Katzenwäsche tat irgendwie gut, obwohl es natürlich rein gar nichts änderte. Mein Körper zitterte immer noch und ich spürte diese Anspannung, die in meinen Knochen lag. Das Verlangen nach ihm saß tief und so schnell würde es sich wohl nicht lösen.
Und in diesem Moment wurde mir eins klar: Selbst wenn ich es morgen bereuen würde und jetzt gar nicht wollte, diese Nacht würde ich mich auf alles einlassen. Diese Nacht würde ich alles genießen, was auch immer passierte. Ich wollte es so sehr, dass es schon fast wehtat.
Schnell zog ich mir seine Sachen an, die unverkennbar nach ihm rochen und jegliche Emotionen in mir nur verstärkten. Dann kramte ich eine neue Zahnbürste aus Calums Kulturtasche und putzte mir die Zähne. Irgendwie versuchte ich, durch diese normalen Dinge wieder runter zu kommen. Natürlich gelang mir das kein bisschen. Mein Herz raste immer mehr, je mehr ich daran dachte, was mich gleich erwarten könnte.
Ich hatte Lukes Blicke gesehen, hatte sein Verlangen gespürt. Da lag etwas in der Luft, das eindeutig war. Diese Spannung, die man nicht einfach ignorieren konnte. Es war verrückt, aber definitiv die Realität. Plötzlich dachte ich an wirklich nichts anderes mehr als an das, was ich in dieser Sekunde am meisten wollte. Luke.

Als ich aus dem Bad stolperte, schaute er von seinem Handy auf und begann zu lächeln, während er meinen Körper in seinen Klamotten betrachtete. Die Art, wie er mich anschaute, jagte einen Schauer über meinen Rücken. Es war Lust, Verlangen und irgendwie auch Liebe. Pure Begeisterung.
„Komm her.“, raunte er mir zu. Ich wusste nicht, ob es verführerisch oder dominant klingen sollte, aber es war mir auch egal. Meine Füße setzten sich wie von selbst in Bewegung und kurz darauf fand ich mich direkt vor ihm wieder. Ich stand am Rand des Bettes, während er sich aufrichtete und nun im Schneidersitz direkt vor mir saß und zu mir aufschaute. In diesem Moment begann er breit zu grinsen und fuhr mit seinen Fingerspitzen langsam über meine Oberschenkel. Ich starrte ihm einfach nur abwartend in die Augen. Irgendetwas lag ihm auf der Zunge.
Als er nichts sagte, sondern nur zurück starrte, wurde ich ungeduldig: „Was?“ Er lachte rau auf, ehe er seinen Kopf in den Nacken legte und sich über sein Gesicht fuhr. Für einen kurzen Moment sah er sogar ein wenig verzweifel aus, als wenn er gegen etwas ankämpfen würde. Dann machte er seinen Gedanken Luft: „Was war das vorhin?“ Ich wusste sofort, was er meinte, konnte aber keine Antwort zustande bringen. Mir war es ja nicht einmal selbst klar. Deshalb stellte ich die Gegenfrage: „Was ist das jetzt grade?“
Seine Gesichtszüge fielen in sich zusammen und er wirkte flüchtig ziemlich unsicher, ehe er sich nach hinten fallen ließ und neben sich auf die Laken klopfte. Ich zögerte nicht lange und legte mich neben ihn, den Blick weiterhin starr auf ihn gerichtet. Er legte sein Handy auf den Nachttisch und drehte sich dann wieder zu mir um, sodass er mir jetzt ebenfalls direkt in die Augen schauen konnte. Ich verlor mich sofort in diesem Blau. Alles an ihm wirkte so anziehend und unbezwingbar, dass es mir ein wenig Angst machte. Er war so perfekt, dass ich vorrübergehend dachte, alles wäre doch nur ein Traum.
Es dauerte einige Sekunden, wenn nicht sogar Minuten, bis wir uns wieder regen konnten. Er hob seine Hand, atmete tief ein und stieß die Luft zitternd wieder aus, als seine Finger ein weiteres Mal auf meine Haut trafen, direkt auf meiner Wange. Er fuhr sanft mit dem Daumen darüber, löste erneut dieses Ziehen in meinem Unterleib aus und brachte mein Herz zum gefühlten Stillstand. Nur wage drangen seine Worte zu mir durch: „Du bist echt hübsch, Mali. Weißt du das?“
Als ich die Bedeutung realisierte, spürte ich die Hitze in mein Gesicht schießen und senkte meinen Blick. Dann schüttelte ich meinen Kopf und schloss die Augen. Mir hatte noch nie jemand gesagt, dass ich gut aussah oder er mich schön fand. Zumindest nicht auf diese Weise, nicht mit dieser Bedeutung. Und irgendwie war ich zu schüchtern, um dieses Kompliment anzunehmen.
Ich spürte, wie Luke vorsichtig mein Kinn zwischen seine Finger nahm und meinen Kopf anhob. Unentschlossen und zögernd öffnete ich meine Augen wieder und schaute direkt in seine, die mich aufrichtig und ehrlich ansahen. Ich brauchte mich nicht vor ihm schämen, brauchte mich nicht zurück halten. Er meinte es ernst. Was auch immer…

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Ich ließ meinen Kopf vorsichtig nach vorne sinken und lehnte meine Stirn an seine Schulter. Er vergrub sofort sein Gesicht an meinem Hals und atmete tief ein und aus, zog meinen Duft ein und genoss diese Nähe, die uns die Welt um uns herum wieder einmal völlig vergessen ließ. Es kam unerwartet, als er auf einmal seine weichen Lippen auf meine empfindliche Haut legte, direkt an meiner Hauptschlagader. Mich durchfuhr wieder dieser Schauer. Ich bekam eine Gänsehaut. In dieser Sekunde strömten so viele Emotionen durch meinen Körper, dass ich dachte, ich würde fliegen.
Er liebkoste sanft meinen Nacken, murmelte unzusammenhängende Wörter, die mich um den Verstand brachten.
Ich bekam es gar nicht richtig mit, wie er seine Hände über meinen Körper gleiten ließ und letztendlich bei meinen Brüsten hängen blieb. Er drückte leicht zu, verwöhnte durch das T-Shirt meine Nippel und brachte mich unwillkürlich dazu aufzustöhnen und mich ihm entgegen zu recken. Noch nie hatte mich jemand so berührt oder so angesehen. Es war mein erstes Mal und ich war mir sicher, dass er das auch wusste. Doch darüber wollte ich in diesem Augenblick nicht nachdenken. Vielmehr war ich damit beschäftigt, die neuen Gefühle zu verarbeiten und mich ihm ganz hinzugeben. Ich konnte deutlich in meinem Schritt spüren, dass mich die Aktion ganz und gar nicht kalt ließ.
Als ich begann mein Becken zu bewegen, nahm er seine Hände von meinem Oberkörper und legte sie mir ans Gesicht, hielt meinen Kopf fest und schaute mir teils erregt, teils bedacht in die Augen: „Calum bringt uns um. Aber lass dich fallen, Mali. Lass mich dich verwöhnen.“ Ich hatte Luke nie so ernst gesehen. Er war sich der Situation klar, war sich bewusst, was wir hier gerade taten.
Statt ihm zu antworten, lehnte ich mich einfach vor und legte vorsichtig meine Lippen auf seine. In mir explodierte ein Feuerwerk. Mein Verstand setzte komplett aus und ich dachte an nichts mehr. Für einen kurzen Moment des Schocks hielt er die Luft an und bewegte sich nicht. Mit dieser Reaktion hatte er wohl einfach nicht gerechnet. Kurz hatte ich Angst, etwas falsch gemacht zu haben. Doch dann atmete er normal weiter und fing an, seine Lippen an meinen zu bewegen. Es fühlte sich so weich an, so unbeschreiblich. Das Verlangen nach mehr beherrschte mich und brachte nun auch meine Hände dazu, seinen Körper zu erkunden und ihm ebenfalls diese Gefühle spüren zu lassen. So klischeehaft es sich auch anhören mochte, in meinem Bauch flatterten bestimmt millionen von Schmetterlingen umher. Ich war mir sicher, dass ich mich noch nie zuvor so gefühlt hatte. Das übertraf alles, was bisher gelaufen war…
Seine Zunge fuhr fordernd über meine Unterlippe und willig ließ ich ihr den Einlass, ließ sie meine Mundhöhle erforschen und um meine eigene tanzen. Es war kein wirklicher Kampf, eher ein Spiel, das keiner gewinnen konnte. Doch bei jeder Berührung durchzuckte es mich und ich presste mein Becken automatisch gegen seins, was uns beide leise aufstöhnen ließ. Ich konnte seine Erektion deutlich spüren, war aber zu unsicher, um darauf einzugehen. Meine Gedanken spielten verrückt. Ich konnte mich nicht richtig drauf einlassen, konnte nicht richtig abschalten. Und als wenn er es bemerke, löste Luke sich von mir und lehnte sich zu meinem Ohr vor. Ich spürte ihn kurz an meinem Ohrläppchen knabbern, ehe er mir zärtlich in die empfindliche Haut an meinem Nacken biss. „Lass dich fallen, Mali. Vertrau mir einfach.“, flüsterte er mir zu hauchte zwischen den Sätzen mehrere Küsse an meinen Hals, die mich erschaudern ließen. In diesem Moment passierte es. Ich trat völlig weg, reagierte nur noch auf seine Handlungen und Berührungen. Da war nur noch er und nichts anderes.
Diesmal war ich diejenige, die seinen Hals erkundete und vorsichtig zu saugen begann. Ich wusste nicht, was ich da tat, aber es schien ihm zu gefallen. Er legte seinen Kopf in den Nacken und ließ ein leises Stöhnen von seinen Lippen fallen, als ich seine Haut mit leichten Bissen und Küssen verwöhnte und sie langsam ins rötliche führte. Von diesem Knutschfleck würde er noch länger etwas haben.
Meine Unsicherheit zerfiel zu Staub, als Luke sich über mich lehnte und seine Lippen wieder verlangend auf meine presste. Dabei zog er meine Beine ein wenig auseinander und kniete sich so vor mich, dass er nun sein Becken an meinem reiben konnte und uns beiden damit ein tiefes Keuchen entlockte. Ich wusste nicht wie mir geschah, als ich plötzlich seine Hand in meiner Boxer spürte und er mit seinen Finger langsam an der Innenseite meiner Schenkel entlang fuhr. Dieser sanfte Kontakt stieß Stromschläge durch meinen gesamten Körper, wie eine Hochspannungsleitung. Ich war komplett gefangen, in einem Käfig meiner eigenen Gefühle.
Meine Finger fuhren in seine Haare, zogen an ihnen, als ich mich ihm entgegen drückte und ließen sie wieder frei, als ich mich wieder zurück fallen ließ. Es war ein gleichmäßiger Rhythmus, in dem wir unsere Mitten durch den dünnen Stoff aneinander stießen. Und jedes Mal entfuhren uns Geräusche, von denen ich nicht einmal geträumt hätte. Es war atemberaubend.
„Du glaubst gar nicht, wie lange ich darauf gewartet hab.“, nuschelte er in den Kuss hinein und ließ seine Finger unerträglich langsam über meinen Intim-Bereich gleiten. Er konnte meine Erregung nur zu gut spüren, wusste, was er in mir auslöste. Was er mit mir anstellte.
Als er sich von mir löste, wollte ich gerade einen enttäuschten Laut von mir geben. Doch da spürte ich auch schon seinen heißen Atem über meinen Körpern wandern, während er mir das T-Shirt hochschob und auf meiner nackten Haut unendlich viele Küsse verteilte. Es dauerte nicht lange, bis er bei meinem Lendenbereich angelangt war und ich durch den dünnen Stoff der Boxershorts spüren konnte, wie er zittrig Luft ausstieß. Ich gab ein ersticktes Keuchen von mir und riss ungläubig riss die Augen auf, sodass ich Luke direkt in die Augen schauen konnte. Er sah zu mir auf, während er das Stück Stoff von meinen Beinen schob und sich seinen Weg küsste. „Shit…“, begann ich zu fluchen und krallte meine Finger in die Laken, als ich seine Zunge vorsichtig in mir spürte. Mein bebender Körper brachte ein zufriedenes Lächeln auf seine Lippen. Ich konnte sein Kichern spüren, als er mit seinen Lippen leicht meine sensible Haut touchierte.
Wieder glitt seine Zunge in mich und entlockte mir einen leisen Aufschrei. Ich war auf keinste Weise auf diese Aktion vorbereitet und wusste überhaupt nicht, wie mir geschah. Zunge und Lippen arbeiteten so perfekt miteinander, dass sie mich seinen Namen wimmern ließen. Ich hob automatisch mein Becken, um mehr Kontakt zu bekommen. Meine Brust zog sich zusammen, als sich sein Mund um meinen empfindlichen Punkt schloss und er zu saugen begann.
Kurz löste er sich von mir, um nach Luft zu ringen. Seine Wangen hatten einen gesunden Rot-Ton angenommen, der mich lächeln ließ. In diesem Moment schoss mir nur durch den Kopf, woher er diese Erfahrung haben konnte, woher er wusste, was zu tun war. Er machte das so gut, dass ich nicht daran zweifelte, ob er das schon öfters gemacht hatte. Aber es war mir auch völlig egal. Was zählte war, dass ich die nächste war. Und vielleicht auch die letzte.
Als er sein Vorgehen weiterführte, war es für mich fast zu viel. Ich merkte, wie ich zu zittern begann und der Knoten in meinem Unterleib immer fester wurde.
Kurz vor meinem Höhepunkt legte ich meine Hand in sein Haar und zog ihn daran wieder zu mir hoch: „Ich will dich spüren, bitte.“, hauchte ich und er nickte.
Als seine Lippen wieder auf meine trafen, wuchs mein Interesse um einiges. Es war merkwürdig, sich selbst zu schmecken, machte mich auf eine gewisse Art und Weise aber auch an. Ich spürte, wie meine Haut erneut zu brennen begann. Jede seiner Berührungen hinterließ Spuren, machte dieses Erlebnis unvergesslich. Ich fuhr mit meinen Händen unter sein T-Shirt, ließ meine Finger seine Wirbelsäule entlang tanzen und strich federleicht seine Seiten entlang. Zufrieden stellte ich fest, dass es ihm eine Gänsehaut bescherte. Schnell richtete er sich auf, damit ich ihm das Shirt ausziehen und es auf den Boden werfen konnte. Wieder ermöglichte er mir einen Blick auf seinen perfekten Oberkörper, der mich zum Schmelzen brachte. Diesmal flogen meine Fingerspitzen über seine Brust, berührten ihn einfach überall und ließen ihn aufkeuchen.
Mit einem Stöhnen legte er seine Hände an meine Oberarme und drehte uns um, sodass ich nun über ihm lag. Ich war absolut unsicher, was ich jetzt tun sollte. Doch Luke lächelte mich an, zog mein Gesicht zu seinem und küsste mich so sanft, dass meine Angst verflog. „Du kannst nichts falsch machen.“, hauchte er mir entgegen und nahm meine Hand in seine. Er verflocht unsere Finger, während seine andere Hand meine zu seiner Brust führte und sie langsam hinab wandern ließ. Ich verstand sofort. Und dann zog ich meine Spuren weiter über seinen Oberkörper, senkte meinen Kopf und legte ihn vorsichtig auf seine bebende Brust. Er reckte sich mir ein wenig entgegen, als ich mit meiner Zunge seine Nippel umspielte und leicht hinein biss. Ich kam mir etwas komisch dabei vor, Sachen anzuwenden, die ich in Büchern gelesen hatte. Aber es schien dem Jungen unter mir zu gefallen und das war alles was zählte.
Langsam fuhr meine freie Hand seine Seite entlang. Meine Finger strichen am Bund seiner Boxershorts entlang, wobei ihm sogleich ein leises Stöhnen entfuhr. Ich musste unwillkürlich grinsen, als ich langsam über die beachtliche Beule in seiner Unterwäsche fuhr und er sich auf die Lippe biss, um laute Geräusche zu vermeiden. Ich fühlte mich mächtig, dass ich ihm solche Laute entlocken konnte. Niemals hätte ich damit gerechnet. Doch jetzt war es das Beste, was mir je passiert war.
Sein Keuchen ermutigte mich so sehr, dass ich mich ein wenig aufrichtete und meine Hand in seine Boxer gleiten ließ. Dabei lehnte ich meinen Kopf zu ihm runter, sodass wir uns wieder leidenschaftlich küssten und das Stöhnen und Keuchen ineinander unterging. Er biss mir leicht in die Unterlippe und atmete schnaufend aus, als er meine Finger um seine pochendes Glied spürte. Ich merkte, wie er sich verkrampfte und die Luft anhielt, um sich selbst zu beherrschen. Langsam begann ich, ihn zu massieren und meine Hand auf und ab zu bewegen. Ich war immer noch etwas unsicher, tat aber, was mir gerade in den Sinn kam. In diesem Moment fühlte sich alles so richtig an. Seine Leidenschaft, seine Küsse, seine Berührungen. Seine feuchten Lippen auf meinen und sein erigierter Penis in meiner Hand. Es war so vollkommen richtig.

Schneller als ich gucken konnte, verlor auch ich mein Shirt und lag jetzt vollkommen nackt auf ihm. Sein Blick hing an meinem Oberkörper, befriedigte ihn fast schon komplett durch einen einzigen Blick auf meine Brüste. Als ich seine Hände auf meinen Schulterblättern spürte, lehnte ich mich ihn seine Bewegung und war jetzt nur so weit von seinem Gesicht entfernt, dass wir gegenseitig unseren Atem inhalieren konnten. Wir starrten uns wieder einmal in die Augen, verloren uns in den jeweils anderen. Schwer atmend lächelte er mich an, was ich irgendwie zu erwidern versuchte.
Dann drehte uns Luke auch schon wieder um, was mich befreit die Luft ausstießen ließ. Er übernahm wieder den dominanten Part, ließ meine starke Verunsicherung, die immer wieder durch schimmerte, verschwinden.
„Gott… Mali!“, stöhnte er lustvoll, als ich meine Hände über sein Hinterteil fahren ließ und leicht hinein kniff. Er konnte nicht anders, als seine Hüfte gegen meine zu rollen und Reibung zu fordern. Seine Bewegungen waren so, als wäre er bereits in mir drin. Ich verspürte seine heiße Lust nach mir und konnte es kaum noch aushalten.
Meine Hand rutschte nach vorne und umgriff bestimmend wieder seine Erektion, während meine andere die Boxershorts von seinen Beinen zog und sie ihm elegant abstreifte. Ich schloss die Augen und keuchte in den Kuss, als seine Finger wieder zwischen meine Beine wanderten und mich auf das vorbereiteten, was gleich geschehen würde. Er wusste, was er tat und das beruhigte mich.
Ich war gerade dabei, mich vollkommen zu entspannen und meinen unendlichen Emotionen hinzugeben, als er sich auf einmal von mir löste und mir wieder so ernst in die Augen sah: „Bist du dir wirklich sicher? Wir müssen das nicht tun.“ Es war so ein Standardspruch, dass ich fast lachen musste. „Klappe. Müssen wir doch und das spürst du auch.“ Bei meinen Worten verstärkte ich den Griff um sein Glied und brachte diesmal ihn damit zum Wimmern. Mein Name perlte von seinen Lippen und bereite mir damit eine neue Gänsehaut. Es war erstaunlich, wie heiß er klingen konnte, wenn Luke ihn so gefühlvoll stöhnte.
Ich bekam nur am Rande mit, wie er sich über mich zum Nachtschrank lehnte und kurz an seinem Portemonnaie herum fummelte. Als er wieder zu mir kam, erkannte ich ein kleines, rot schimmerndes Päckchen zwischen seinen Fingern. Das Plastik war schneller aufgerissen, als mir lieb war und dann fummelte er auch schon an dem Gummi rum.
Meine Atmung setzte aus und mein Herz drohte zu zerspringen. Ich war sowas von aufgeregt, dass man es mir garantiert ansah. Doch Luke schaute mich so liebevoll und ermutigend an, dass ich meine Zweifel wieder fallen lassen konnte. Während er erneut über mich kletterte, küsste er mich zärtlich und nahm mein Gesicht dabei in seine Hände. Da war plötzlich so viel Liebe im Spiel, dass man es spüren konnte. Es war nicht nur eine einmalige Sache. Nicht nur ein rein-raus, wie ich anfangs dachte. Er meinte es ernst und das wollte er mir beweisen. Er war sich seiner Sache sicher. Und ich war es jetzt auch.
Ich schloss meine Augen erneut und spürte gleich darauf einen federleichten Kuss an meiner Stirn. „Ich bin vorsichtig.“, versicherte er mir und positionierte sich vor mir. Als ich die Spitze seines Gliedes an meinem Eingang spürte, begann mein Herz wieder wie wild zu hämmern. Auf einmal war da wieder diese Angst. Würde es weh tun und wenn ja, wie lange? Würde es schnell gehen? Würde ich es aushalten können? Würde es mir dann überhaupt gefallen? Konnte es Luke gefallen, wenn er wusste, dass ich eigentlich litt und Schmerzen hatte?
„Baby, sieh mich an.“, murmelte er und brachte mich dazu, ihm wieder direkt in die Augen zu schauen. Er bemerkte meine Aufregung natürlich. Doch sein Blick entspannte mich, beruhigte meine Zweifel und vertrieb meine Angst. Er gab mir einen Kuss, während ich zuversichtlich nickte und dann die Augen zusammenkniff, vorbereitet auf mögliche Schmerzen.
Er schob sich ein Stück in mich, legte dabei seine Lippen an meinen Hals und biss leicht zu, um sich selbst unter Kontrolle zu halten. Mir entfuhr ein Keuchen, als ich ihn ganz leicht spüren konnte und vergrub mein Gesicht in seiner Schulter. Instinktiv griff ich nach seinen Händen und verschränkte unsere Finger. Es war unglaublich, wie viel Zeit er sich ließ. Wie viel Zeit er mir ließ.
Ich war mir sicher, dass er der perfekte Partner für mein erstes Mal war. Besser hätte es nicht sein können. Ich war einfach nur glücklich.
Zumindest solange, bis er sich ein wenig weiter vor schob und mir damit einen kurzen Aufschrei verpasste, als er mein Jungfernhäutchen durchstieß. Ich schnappte nach Luft. Das Ziehen war für einen kurzen Augenblick so unerträglich, dass ich meine Finger in seine Hände krallte und mir Tränen in die Augen stiegen. Er schaute mich unsicher an, biss sich auf die Lippe und wartete einfach ab. Ich versuchte zu lächeln und nickte erneut, damit er wusste, dass es okay war. Doch anscheinend machte er sich jetzt ebenfalls Gedanken. „Wir können aufhören. Du musst nur was sagen.“, flüsterte er nah an meinem Ohr und hauchte mir weitere Küsse dahinter, sodass mein Körper wieder zu beben begann. Ich wollte nicht aufhören. Ich wollte auch nichts sagen. Ich wollte ihn einfach nur in mir spüren und ihn befriedigen.
Das starke Ziehen ließ kurze Zeit später nach und wurde durch das unbeschreibliche Gefühl ersetzt, ausgefüllt zu sein. Luke ließ sich jetzt gehen. Er stieß geräuschvoll die Luft aus, die er krampfhaft angehalten hatte und zog sich langsam wieder zurück, um sich danach gleich erneut langsam und liebevoll in mich zu schieben. Er war so vorsichtig und so zurückhaltend, dass ich ein schlechtes Gewissen bekam, weil ich so viel Schlechtes über ihn gedacht hatte.
Meine Hände wanderten über seinen Rücken, über seinen Hintern, in seine Haare und zu seinem Gesicht. Einfach überall hin, um ihn zu berühren und mich spüren zu lassen. Ich versuchte meinen Atem zu regulieren, doch mein Herz arbeitete weiterhin auf Hochtouren.
Nach ein paar weiteren, sanften Stößen durchzuckte mich plötzliche eine ungeheuerliche Lust. Ich schlang meine Beine um seine Hüften und forderte ihn damit auf, sich ein wenig schneller zu bewegen. Die Schmerzen waren nun endgültig verflogen und in mir breite sich wieder dieses Kribbeln aus, das meine Gefühle kontrollierte.
„Luke…“, keuchte ich seinen Namen, als er anfing, mich mit leichten Küssen und Bissen zu verwöhnen, während seine Bewegungen in einem relativ schnellen, aber gleichmäßigen Rhythmus erfolgten. Ich war im Paradies. Es musste einfach so sein.
Ich drückte vor Erregung meinen Oberkörper durch und unterdrückte krampfhaft ein lautes Stöhnen. Auch Luke war relativ leise, doch es machte mir nichts aus. Ich musste ihn nicht hören. Mir reichte es, dass ich ihn spüren konnte. Und das tat ich nur zu deutlich.
Irgendwann begann er auf mir zu zittern und verlangsamte den Rhythmus. Ich wusste, dass er kurz vor seinem Höhepunkt war. Sein Atem wurde unregelmäßig, sein Keuchen lauter und das Genuschel meines Namens undeutlicher. „Heilige Scheiße!“, entfuhr es mir, als er auf einmal seine Hand aus meinen Haaren riss und sie zwischen meine Beine legte. Dabei presste er seinen Daumen auf meinen Kitzler, was mich förmlich zu zerreißen schien. Ich war in einer anderen Welt. Denn jetzt traf er auch noch mit jedem langsamen, aber trotzdem festen Stoß meinen süßen Punkt und ließ mich Sterne sehen. Auch ich begann zu zittern und spürte, wie die Gefühle überzukochen schienen.
Dann wurden seine Stöße plötzlich wieder fester, als wenn er so etwas wie einen Endspurt einlegte. Sein Druck auf meine empfindlichste Stelle verstärke er ebenfalls und brachte mich jetzt zum Schreien. Ich konnte mich nicht zurück halten, als ich meine Muskeln verkrampfte und mich so um ihn herum zusammenzog, dass es ihn ebenfalls über die Klippe stieß. Er kam kurz nach mir und schrie dabei meinen Namen, dann wurden seine Bewegungen langsamer und ritt unsere Orgasmen aus.

Ich war unerträglich erschöpft, genauso wie Luke, der jetzt auf mir zusammenbrach und seinen Kopf auf meiner Brust platzierte. Lächelnd und schwer atmend fuhr ich ihm durch die verschwitzten Haare, strich sie ihm aus dem Gesicht und wickelte sie um meinen Finger.
Er hatte die Augen geschlossen, während er versuchte, wieder zu Atem zu kommen und sich zu beruhigen. Nach einigen Minuten war es uns dann tatsächlich gelungen und er richtete sich wieder auf. Vorsichtig zog er sich aus mir zurück und rollte das Kondom ab, um es in den Mülleimer neben dem Bett zu schmeißen. Als sein Blick in meine Richtung glitt, machte ich schnell die Augen zu. Ich hatte Angst, dass sich irgendwas geändert haben könnte. Dass es eventuell doch nicht so ernst war, wie ich dachte. Ich machte mir panische Gedanken, dass es vielleicht doch falsch gewesen sein könnte.
Doch als sich Luke keine zwei Sekunden später wieder neben mich legte und mich beruhigend in seine Arme zog, entspannte ich mich wieder. Immerhin kuschelte er jetzt mit mir, das war schon mal ein gutes Zeichen. Als ich meine Augen dann doch öffnete und direkt in seine schaute, erkannte ich das glückliche Leuchten, das darin lag. Es hat ihm gefallen. Er war zufrieden. Mehr brauchte ich nicht.
„Ich liebe dich, Mali.“, sagte er auf einmal mit relativ fester Stimme und schaute mich dabei so leidenschaftlich und gefühlvoll an, dass es nur die Wahrheit sein konnte. Die Schmetterlinge in meinem Bauch waren bei den Worten wieder zum Leben erwacht und schlugen jetzt Purzelbäume. Ich kicherte glücklich, ehe ich sein Gesicht in meine Hände nahm und meine Lippen auf seine legte. Es war ein eher schüchterner Kuss, der mich Achterbahn fahren ließ.
„Ich liebe dich auch, Luke.“, antwortete ich ihm dann, als wir uns wieder voneinander gelöst hatten, und kuschelte mich noch ein wenig mehr in seine Umarmung. Es tat so unbeschreiblich gut, in seinen Armen zu liegen, dass ich wieder an einen Traum glaubte. Doch das hier war die pure Realität, meine persönliche Love-Story.
Luke verteilte noch etliche Küsse auf meinem nackten Körper, ehe er zum letzten Mal heute unsere Finger miteinander verschränkte und sein Gesicht in meiner Schulter vergrub. Sein lockerer Atem ließ mich langsam müde werden. Und als er dann auch noch begann, den Refrain von Wherever You Are zu summen, driftete ich langsam in einen ruhigen, traumlosen Schlaf.

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Sonnenstrahlen fielen direkt auf meine Augen und meine Haare kitzelten mich im Gesicht, während ich langsam wach wurde. Nach einigen Sekunden des Blinzelns schaute ich mich verwirrt um. Die Vorhänge waren offen, Kleidung lag auf dem Boden verstreut und das Bett war total durcheinander. Ein glückliches Seufzen entfuhr mir, als mir die Erinnerungen an letzte Nacht in den Sinn kamen. Automatisch drehte ich meinen Kopf und beobachtete den schlafenden Körper neben mir. Lukes Haare standen in alle Richtungen ab, seine Augen waren geschlossen und er atmete ruhig und gleichmäßig, wobei sich seine Nasenflügel total niedlich aufblähten. Sein Brustkorb hob und senkte sich in einem sachten Rhythmus und jedes Mal wenn er ausatmete, entfuhr ihm ein leises Schnarchen. Ich kicherte und legte meinen Kopf auf seine Schulter, die Lippen dabei an seinem Hals. Ich hauchte ihm mehrere Küsse an seiner Hauptschlagader entlang, ehe er sich regte und verschlafen zu mir umdrehe.
Als er mir in die Augen sah, schlich sich ein Lächeln auf seine Lippen. „Guten Morgen.“, murmelte er und gab mir einen süßen Kuss, bevor er seine Arme wieder um mich schlang und wortlos sein Gesicht in meinen Haaren vergrub. Ich legte meine eine Hand an seine Hüfte, die andere führte ich zu seinem Gesicht und strich ihm sanft mit dem Daumen über die Wange. „Vielleicht sollten wir aufstehen.“, schlug ich vor und hörte in genau diesem Moment meinen Magen knurren. Ein wenig hungrig war ich schon.
Luke schüttelte kaum merklich seinen Kopf und verstärkte den Griff um mich, damit ich mich auch ja nicht von ihm los reißen konnte. Doch er hatte die Rechnung ohne mich gemacht. „Komm schon, Love. Ich hab Hunger.“ Als Beweis fing ich an, an seiner Haut zu knabbern und fuhr vorsichtig mit meinen Zähnen seinen Hals entlang. Der Knutschfleck von gestern war noch allzu gut zu sehen und ließ mich leise kichern. Es gefiel mir, dass ich ihn gekennzeichnet hatte. Er gehörte jetzt mir.
„Du gehörst mir.“, nuschelte ich ihm entgegen und vergrub dabei das Gesicht an seiner Brust. Sein Oberkörper vibrierte unter mir, als er zu lachen begann und mich dann von sich schob. „Für immer und ewig.“, flüsterte er mir ins Ohr, während er sich über mich lehnte und leidenschaftlich küsste. „Mehr…“, grummelte ich unzufrieden und reckte mich ihm entgegen, als er sich wieder von mir löste und aufstand. „Du kannst mich doch nicht einfach hier liegen lassen.“, schmollte ich gespielt beleidigt und verschränkte die Arme vor der Brust, während ich mich aufsetzte und ihm hinterher schaute. Der Anblick seines Körpers versetzte mich wieder in andere Welten. Doch er drehte sich nur um und begann wieder zu lachen: „Du hast doch Hunger, also beweg dich.“ „Pff!“, gab ich nur von mir und streckte ihm die Zunge raus. Dann kletterte ich aus dem Bett und zwickte ihm kurz in den Hintern, ehe ich mir ein paar Sachen aus Calums Koffer schnappte und ins Bad verschwand.
Kritisch betrachtete ich mich im Spiegel. Sagte man nicht immer, man veränderte sich nach dem ersten Mal? Dass man dann irgendwie erwachsener aussah? Ich bemerkte gar nichts. Das einzige, das ich sehen konnte, war ein strahlendes und glückliches Mädchen, das zum ersten Mal so richtig verliebt war. Das dunkle Braun meiner Augen leuchtete und mein Lächeln stahl sich über das ganze Gesicht. Mir ging es gut. Mir ging es richtig, richtig, richtig gut.

Plötzlich hörte ich eine Tür zu knallen und dann lautes Geschrei, das mir einen ängstlichen Schauer über den Rücken jagte. Es waren eindeutig Lukes und Calums Stimme. Direkt vorm Badezimmer. Mein Bruder war sauer. Sehr sauer. So sauer, wie ich es in den ganzen sechzehn Jahren, die ich nun schon mit ihm unter einem Dach lebte, nie gesehen hatte: „Das ist meine Schwester, man! Geht’s dir eigentlich noch gut?! Ich dachte, ich kann dir vertrauen, ey!“ Seine Stimme bebte, zitterte und brach letztendlich ganz ab. Luke war wesentlich leiser, versuchte wahrscheinlich sich zu rechtfertigen oder die Sache zu erklären. Ich konnte ihn durch die dicke Tür nicht verstehen, wollte die beiden aber auch nicht stören oder unterbrechen. Dann schrie Cal auf einmal wieder: „Wie soll ich denn bitte akzeptieren, dass du schwanzgesteuerter Idiot meine kleine Schwester entjungfert hast?! Sie ist nicht wie die anderen, die du einfach fallen lassen kannst, Luke! Sie ist doch vollkommen unschuldig!“
Unbewusst begann ich zu kichern und dachte nur: „Jetzt nicht mehr.“ Aber die Situation war alles andere als lustig, deshalb verkniff ich mir das Lachen und lauschte weiter. Luke schien es ernst zu meinen: „Man, das weiß ich doch! Du bist mein bester Freund, Calum! Ich kenn Mali seit ich drei bin! Nenn mir einen Grund, warum ich sie verarschen oder verletzen sollte?! Das ist kein bisschen meine Absicht!“ Ich begann zu lächeln. Er setzte sich für mich ein. Trotzdem tat es mir weh, dass sie wegen mir stritten. Ich wollte das nicht. Aber einmischen wollte ich mich auch nicht. Wenn Calum mich anschreien würde, könnte ich das nicht aushalten. Unsere Bindung war zu stark dafür.
„Weil du es immer tust! Seit drei Jahren hast du bisher jedes Mädchen wie Dreck behandelt, sobald du deinen Spaß hattest! Ich kann dir einfach nicht vertrauen, was das angeht! Nicht bei meiner Schwester, Luke!“ Es würde noch eine Weile dauern, bis Calum sich an den Gedanken gewöhnen und beruhigen konnte. Ich brauchte ihm nicht ins Gesicht schauen, um das zu wissen. Es war ihm deutlich anzuhören. „Und hast du mal darüber nachgedacht, warum? Weshalb ich ihr schon so lange aus dem Weg gehe?! Weil ich auf sie stehe, man! Weil ich sie liebe! Weil ich drei beschissene Jahre auf diese Nacht gewartet habe und sie dann trotzdem so dermaßen verkackt habe, dass ich gegen ne Wand rennen könnte!“ Für einen kurzen Augenblick war es still. Sogar ich hatte die Luft angehalten, wartete auf irgendeine Reaktion meines Bruders. Doch sie kam nicht. Ich ging stark davon aus, dass Cal Luke einfach nur anstarrte, unfähig etwas zu sagen. „Und warum jetzt?! Warum hier? Warum nicht… Irgendwo anders?“ Ich verdrehte die Augen und war mir ziemlich sicher, dass auch Luke es getan hatte. Ich hockte immer noch hinter der Badezimmertür, das Ohr ans Holz gelegt.
„Weil sie es bisher nicht wollte. Keine Ahnung was gestern los war, aber irgendwie fing das schon auf der Bühne an. Und dann ihr Blick und… Ach keine Ahnung, man.“ Wieder war es still. Lukes Stimme war jetzt extrem leise. Fast schon, als wäre er ängstlich und nachdenklich. Konnte es vielleicht sogar sein, dass auch er Angst hatte, dass diese Sache einmalig war?
„Calum, deine Schwester verdient nur das Beste und ich weiß, dass ich ihr das niemals geben kann! Aber lass es mich wenigstens versuchen! Gib mir eine Chance, sie so zu behandeln, wie es ihr zusteht! Ich verspreche dir, ich werde ihr nie wehtun. Bitte, Cal. Du bist mein bester Freund, man. Sowas kann doch nicht zwischen uns stehen...“ Er klang verzweifelt. Für einen kurzen Moment hatte ich das starke Bedürfnis, aus meinem Versteck zu kriechen und mich in seine Arme zu werfen, einfach nur um ihn zu besänftigen. Ich wollte ihn den Kummer vergessen lassen, wollte ihm den Stress nehmen. War es nicht eigentlich eine Sache zwischen mir und Calum? Ich war alt genug, konnte selbst entscheiden, mit wem ich etwas anfing und mit wem nicht. Luke konnte doch eigentlich nichts dafür…
Doch ich blieb, wo ich war. Zu groß war die Angst, in einen Streit mit meinem Bruder zu geraten. Ich würde es nicht aushalten, würde damit nicht klar kommen. Er stand mir zu nahe um das zu riskieren. Luke würde das schon regeln, da war ich mir sicher.
Gerade als ich dachte, einer der beiden hätte den Raum schon wieder verlassen, hörte ich auf einmal, wie Calum sich räusperte. Ich konnte es quasi direkt vor mir sehen, wie mein Bruder seinem besten Freund tief in die Augen schaute und schwer atmete. „Wehe sie vergießt wegen dir auch nur eine einzige Träne. Du bist tot, Luke. Sowas von tot.“ Seine Worte waren mehr ein Knurren als ein vollständiger Satz. Aber es war das, was mich erleichtert aufatmen ließ. Er gab uns eine Chance. Er würde es zumindest versuchen.

Wieder knallte die Tür, diesmal allerdings nur halb so laut wie zuvor. Ich schreckte ein wenig auf. Viel zu viele Dinge gingen in diesem Moment durch meinen Kopf. Ich wusste nicht, was ich denken sollte.
Luke stand wirklich schon seit so einer Ewigkeit auf mich? Er hat so lange auf mich gewartet?
Mein Herz begann wieder zu rasen. Jetzt war ich mir sicher, dass ich mich gestern absolut richtig entschieden hatte. Es war kein Fehler, in den Backstage-Bereich zu gehen oder sich auf Luke einzulassen. Richtiger hätte es gar nicht sein können.
Schnell zog ich mir die Jogginghose und den Hoodie meines Bruders über und putzte mir die Zähne. Als ich fertig war, kramte ich mein und Calums Zeug zusammen und trat vorsichtig aus der Tür. Ohne mich umzuschauen ging ich schnurstracks auf den Koffer zu und warf die Sachen hinein. Doch als ich mich wieder umdrehte und zum Bett schaute, spürte ich, wie mir die Tränen in die Augen schossen.
Luke saß dort, die Ellenbogen auf den Knien abgestützt und das Gesicht in den Händen vergraben. Er sah verzweifelt aus. Seine Haare waren noch mehr durcheinander, als sie es beim Aufstehen waren, woraus ich schließen konnte, dass er ziemlich oft mit seinen Fingern durchgefahren sein musste.
Doch was mir das Herz brach, waren seine roten Augen und sein Körper, der unkontrolliert zitterte.
Ohne darüber nachzudenken stürzte ich auf ihn zu und schlang meine Arme um ihn. Mein Kopf lag auf seiner Schulter, meine Lippen drückten sanfte Küsse hinter sein Ohr. „Sssch… Es ist okay, Luke. Es ist doch alles gut.“ Er hob schniefend seinen Kopf und sah mich mit glasigen Augen an. „Was ist denn bitte okay? Calum hasst mich. Dabei wollte ich doch nur das Richtige tun…“
Ich nahm seine Hände in meine und strich vorsichtig mit dem Daumen über seinen Handrücken. „Du hast alles richtig gemacht, Luke. Und du hast auch nichts verkackt, ok? Es war wundervoll, so wie es sein sollte. Und ich liebe dich, dagegen kann Cal nichts machen.“ Ich versuchte ihn zärtlich zu küssen, doch er erwiderte den Kuss kaum und drehte seinen Kopf weg, sodass er mich besser anschauen konnte. Durch meine Brust zog sich ein ziehender Schmerz. Würden wir uns jetzt auch noch streiten?
„Ich wollte das alles ganz anders machen. Sowas frisst an nem Kerl, Mali. Egal, was du dazu sagst.“ Er hatte so eine Wut auf sich selbst, dass er die ganzen Glücksgefühle in sich vollkommen ignorierte. So stur war er schon immer. Und mich ließ das jetzt nur den Kopf schütteln: „Luke, bitte. Du kannst es nicht mehr ändern. Ich bin glücklich, was willst du denn mehr?“ Er atmete nur zitternd aus, anstatt mir zu antworten. Und den Blick wandt er auch ab.
Es war vielleicht nicht die beste Lösung, aber eine Möglichkeit. Die einzige, die mir in diesem Moment einfiel. Also lehnte ich mich bedacht vor und drückte meine Lippen einfach auf seine. Es war meine einzige Chance, ihn zu überzeugen. Langsam bewegte ich mich und stieß natürlich sofort auf Widerstand. Doch als ich mit meiner Zunge vorsichtig über seine Unterlippe strich, seufzte er und gab sich mir hin. Meine Hand wanderte wie von selbst in seine Haare und zog ihn noch näher an mich, sodass nicht mal mehr ein Blatt Papier zwischen uns gepasst hätte. Seine Hände lagen auf einmal an meinen Hüften und hielten mich nah bei ihm. Meine Gefühle explodierten wieder einmal, das Glück schoss nur so durch meine Nerven. Ich lächelte unwillkürlich und auch Luke kicherte, als wir uns schwer atmend voneinander lösten. Meine Finger fuhren ein letztes Mal durch seine Haare, seine Schläfe und Wange entlang und dann über seinen Hals und dem Arm hinab zu seiner Hand. Wie von selbst, als wenn es einfach normal war, verschränkten sich unsere Finger.
Wenn jeder Kuss so etwas in mir auslöste, wollte ich nie wieder etwas anderes tun.

„Na komm, Frühstück. Die anderen sind bestimmt mittlerweile auch alle da.“, murmelte ich und gab ihm einen letzten flüchtigen Kuss, bevor ich ihn vom Bett zog und ins Badezimmer schob. Während Luke sich, müde vor sich hin grummelnd, schnell fertig machte, kämmte ich mir die Haare und beseitigte die Reste meines gestrigen Make-Ups. Zusammen gingen wir dann in den kleinen, privaten Saal, in dem unser Frühstück stand. Natürlich waren wir die letzten. One Direction, Lou und Tom mit Lux und die gesamte Crew drum herum saßen auf ihren Plätzen und lachten und quatschten, während sie sich die verschiedenste Dinge in den Mund schoben.
Da Ruby und ich eigentlich nicht mit eingeplant waren, war jetzt nur noch ein Stuhl frei. Sie saß komischerweise bei Harry Styles auf dem Schoß, weshalb ich erst einmal große Augen bekam. Gott sei Dank schüttelte sie heftig den Kopf, als sie meinen Blick bemerkte und begann dann zu lachen. Also war zwischen denen nichts gelaufen. Das wäre ja auch der Oberhammer gewesen. Was sie dann dort hinten bei der erfolgreichsten Boy Band aller Zeiten zu tun hatte, würde ich sie später aber auf jeden Fall noch fragen.
Luke und ich gingen zu dem freien Stuhl, er ließ sich zwischen Niall und Calum fallen und zog mich ohne zu Überlegen auf seine Beine. Also saß ich jetzt auf seinen Oberschenkeln, sein Kinn auf meiner Schulter abgelegt und seine Arme um meinen Bauch geschlungen. Ich legte meine Hände direkt auf seine und schaute dann durch die Runde. Irgendwie war es verdammt merkwürdig, mit so vielen Leuten zusammen an einem Tisch zu sitzen, die man sonst nur auf Twitter sah.
Calum drehte sich augenblicklich ein wenig von uns weg. Ich konnte sehen, wie er sich anspannte und die Zähne aufeinander biss. Dass er nicht einmal mehr mit mir reden wollte, zerfraß mich innerlich. Doch ich wollte ihn auch nichts sagen. Nicht hier und jetzt.
„Guten Morgen.“, sagte ich dann in die Runde, weil ich dachte es gehörte sich so. Calum schnaubte nur und ließ sein Brötchen auf den Teller fallen, während die anderen mich höflich zurück grüßten. Niall, der neben Luke saß, grinste die ganze Zeit zu uns und auch Liam, der ihm direkt gegenüber saß, sah nicht gerade unwissend aus. Ich konnte mir zwar nicht denken, was an unserer Situation so lustig war, aber wahrscheinlich meinten sie es gar nicht böse.
Plötzlich lehnte sich Lou, die Stylistin, zu uns rüber und schaute Luke irgendwie vorwurfsvoll an. Cal hatte mir schon öfters erzählt, dass sie auch für 5SoS einen mütterlichen Instinkt entwickelt hatte, weshalb es mich nicht wunderte, dass sie jetzt wissen wollte, was hier eigentlich abging. Dass ich Cals Schwester war, sah man mir natürlich sofort an. Und jeder, der eins und eins zusammen zählen konnte, erkannte auch sofort das Problem.
„Luke? Seit wann schleppst du deine Nachtbekanntschaften eigentlich mit zum Frühstück?“, lachte Lou nach einer kurzen Zeit und musterte mich genau. Ihr Blick glitt über mich, wie bei einem Scann-Gerät. Für einen Moment lang kam ich mir vor, als würden mich alle anstarren und als die Neue in der Runde abstempeln. Ich fühlte mich auf jeden Fall einfach nur unangenehm und spannte mich etwas an. Luke bemerkte das natürlich sofort und hauchte mir einen sanften Kuss in den Nacken.
„Das, liebe Lou, ist Mali. Und ich denke, du wirst sie noch öfters sehen.“, antwortete er seinem Mutter-Ersatz dann strahlend und gab mir erneut einen Kuss, diesmal direkt auf die Lippen. Ich war durch das Kribbeln auf meiner Haut und dem beschleunigten Herzschlag so abgelenkt, dass ich im ersten Augenblick nicht mitbekam, wie Calum seinen Stuhl zurück schob und ohne ein Wort aufstand. Er verließ einfach den Raum, ignorierte uns und machte damit alles nur noch schwerer.
Ich stützte die Ellenbogen auf den Tisch und legte meinen Kopf in meine Hände.
Plötzlich spürte ich eine warme Hand auf meinem Rücken, die beruhigend auf und ab fuhr. Da Lukes Hände immer noch an meinem Bauch lagen und mich fest hielten, konnte er es nicht gewesen sein. Also hob ich meinen Blick wieder und sah direkt in Nialls Gesicht, das mich besorgt musterte.
„Er kriegt sich schon wieder ein, glaub mir. Ist bestimmt nur schwer zu akzeptieren. Gebt ihm ein bisschen Zeit.“ Seine Augen strahlten so viel Zuversicht aus, dass ich gar nicht anders konnte, als ihm zu glauben. Irgendwie entspannte mich das. Und als Zayn sich dann auch noch neben uns stellte und Luke durch die Haare wuschelte, konnte ich das Lächeln auf meinen Lippen nicht verhindern: „Ich würd den Jungs auch den Kopf abreißen, wenn sie meinen Schwestern zu nahe kommen würden. Und ich glaube, da geht es uns allen so. Ist das Normalste der Welt. Also macht einfach euer Ding und wartet ab.“ In seiner Stimme lag mehr Ernst und Verständnis, aber trotzdem baute es mich auf. Ich war froh, dass sie alle so hinter uns standen.
Und dann, mit einem glücklichen Kribbeln im Bauch und einer Menge neuer Freunde, genoss ich das erste Frühstück in meinem neuen Leben als Mali Koa Hood, die endlich zu ihrer großen Liebe gefunden hatte.  

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Ende! :)

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