Menschlich

von -Madara-
KurzgeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P6
Cortana John-117
29.09.2013
29.09.2013
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Hallo!

Ich wage mich hier auf neues Territorium vor und hoffe, dass ich keine groben inhaltlichen Fehler gemacht habe. Was Halo angeht, bin ich noch immer ziemlicher Neuling. Sollte ich mir also irgendwo einen Schnitzer geliefert haben, haut ihn mir um die Ohren, damit ich es beim nächsten Mal besser machen kann. ^.~

Ist eigentlich außer mir noch jemandem aufgefallen, dass Cortana in der Charakterliste fehlt...?

Viel Spaß beim Lesen.


Menschlich

Wäre Cortana ein Mensch, dann würde sie sich vermutlich langweilen.
Doch sie war kein Mensch und obwohl ihr Avatar auf einer Konsole im Quartier des Spartaners John-117 stand, war sie noch mit einer Hand voll anderer Aufgaben beschäftigt, während das UNSC-Schiff den Slipspace durchquerte.

Es war dunkel in dem kleinen Zimmer und nur der sanfte blaue Schein von Cortanas Hologramm tauchte alles in ein Halbdunkel, das mehr Schatten als Licht schuf.
Der Bordzeit nach war es bereits weit nach Mitternacht und so schlief der Master Chief.
Unwissend, dass Cortana ihn beobachtete.
Man könnte es als unerlaubten Eingriff in seine Privatsphäre sehen, doch in Anbetracht der Tatsache, dass sie ihm sonst noch näher war, glaubte sie keine Minute lang, dass ihm ihr Eindringen missfallen würde.
Außerdem… er bemerkte es ja im Augenblick nicht.

Der Chief – John, verbesserte Cortana sich – wirkte jünger, wenn er schlief.
Sie mochte es, in solchen Momenten sein Gesicht zu beobachten.
Allerdings schien John von Alpträumen geplagt zu werden. Nicht nur in dieser Nacht, sondern auch in vielen anderen.
Doch wer hätte keine bösen Träume, nachdem er gesehen hat, was John gesehen hatte?

Cortana beobachtete, wie die Augen von John unter den Lidern zuckten und er mit einer Hand unbewusst in die dünne Decke griff.
Nur Augenblicke später erwachte er schlagartig und blickte sich scheinbar desorientiert einen Moment um, wobei er sich in eine sitzende Position aufrichtete.
Und erblickte das Hologramm der KI. „Cortana…“
„Hallo Chief.“
„Ist etwas passiert?“ Mit einer Hand fuhr John sich über das Gesicht und schüttelte die letzten Reste des Schlafes ab, während Cortana den Kopf schüttelte.
„Alle Systeme arbeiten im grünen Bereich.“, erwiderte sie und drückte damit mehr aus, als einem zufälligen Zuhörer klar sein würde.
Abwartend blickte John sie an.

Cortana ließ ein kleines, sehr menschlich klingendes Seufzen hören.
„Möchtest du darüber reden, John?“
„Über was denn?“
Verstimmt zog die KI die Augenbrauen zusammen. „Versuch nicht, mich auf den Arm zu nehmen.“
Aus den Augenwinkeln blickte John zu ihr und Cortana erkannte an seinem Blick, dass er sehr wohl wusste, von was sie gesprochen hatte. „Es ist nichts.“
„In Ordnung… Dann lasse ich dich alleine.“
Es vergingen einige Atemzüge, in denen Cortana keine Anstalten machte zu  verschwinden. Sie würde erst dann gehen, wenn der Chief sie entlassen hatte.
John war sich dessen bewusst. Und doch schwieg er.
Das schwache Licht im Zimmer ließ die Konturen seines Gesichts hart wirken.

Cortana zögerte ihn anzusprechen. „John…?“
Manchmal musste man geduldig mit ihm sein. Immer dann, wenn er nicht ganz er selbst zu sein schien.
„Wie spät ist es, Cortana?“, fragte er dann.
„Ein Uhr sechsunddreißig.“
John nickte leicht und strich ein paar Falten in seiner Decke glatt. Schließlich legte er sich wieder hin und schob einen Arm unter den Kopf. Sein Blick blieb dabei auf Cortana gerichtet, bis er die Augen schloss.

Die KI beobachtete dies und wartete noch einige Momente. Da John sich nicht mehr regte, nahm sie an, dass er entweder bereits wieder schlief oder sie zumindest entlassen war.
„Gute Nacht, John“, sprach sie leise in den Raum hinein und mit einem letzten Flimmern erlosch ihr Hologramm. Das Zimmer versank wieder in Dunkelheit und John war alleine.
Einige Herzschläge lang herrschte Stille. „Danke, Cortana…“
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