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The wall that protects my heart

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Asahina Futo Asahina Hikaru Asahina Tsubaki Asahina Ukyo Asahina Wataru Asahina Yusuke
25.09.2013
15.02.2015
14
37.857
1
Alle Kapitel
14 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
25.09.2013 3.419
 
Hey^^
Es tut mir wirklich super mega leid das ich so lange nichts mehr hochgeladen habe.
Bitte entschuldigt mir also diese lange Wartezeit und ich hoffe ihr habt viel Spaß mit dem neuen Kapitel. :)

Ach! Ich sollte vielleicht erwähnen das einige Charaktere sich ein wenig verändern könnten, zumindest von ihrem Verhalten, denn ihr wisst ja wie bestimmte Ereignisse im Leben den Menschen formen, nicht? ;)

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Kapitel 10
Nach dem Debakel folgt das Ende?

Die letzten Tage schienen wie im Flug vergangen zu sein. Ich hatte mich sehr bemüht offener zu sein, konnte jedoch nicht über mich, geschweige den meine Vergangenheit reden, weshalb mir diese Idee gekommen war: Meine Geschwister sollten mir jeweils 1 Frage auf einen Zettel schreiben, welche ich bis Weihnachten beantworten würde. Zwar konnte ich nicht darüber reden, doch es zu schreiben war etwas ganz anderes. So hatte meine Wenigkeit viel Zeit damit verbracht die richtigen Worte für manch eine ihrer Fragen zu finden.


Weihnachtsmorgen
Ich lag noch in meinem Bett und wollte die Ruhe ein wenig genießen. Heute war der erste Tag an welchem ich nichts vor hatte: Weder mich mit der Firma zu beschäftigen, noch einen Termin bei dem Therapeuten wahr zu nehmen, geschweige denn heute nach mehr Informationen über eine mögliche Verbindung zum Hause Beljajew zu suchen. Endlich einmal hatte ich mir einen Tag gegönnt an welchem ich einfach im Bett liegen bleiben konnte und mal an nichts weiter zu denken. Selbst die Stimmen waren mittlerweile fast verstummt, was wahrscheinlich nicht zuletzt an den Tabletten lag, welchen ich, nach dem letzten Vorfall, doch zugestimmt hatte. Eigentlich hatte ich zuerst nicht daran geglaubt das sie wirklich helfen würden, wurde jedoch nach einer knappen Woche vom Gegenteil überzeugt, als sie endlich ihre Wirkung richtig zeigten. Auch meine Laune war seitdem besser geworden, wenn ich auch in manchen Augenblicken eine leichte Melancholie spüre. Gerade kuschel ich mich wieder in meine Decke, als ich jäh von einem lauten Klopfen an der Tür gestört werde, welchem ein Rufen meines Namens folgt.

"Nako-chan~. Kann ich reinkommen~?" Natürlich, Tsubaki. Wer, wenn nicht er, würde mich sonst an meinem freien Tag stören, noch dazu an Weihnachten, meinem Geburtstag, nebenbei bemerkt. Da ich jedoch trotz allem keine Lust habe das Bett zu verlassen, gebe ich nur ein etwas genervtes 'Herein' von mir und kurz darauf steht er auch schon neben meinem Bett. "Entschuldige wenn ich dich geweckt habe, doch ich wollte der Erste sein der dir heute gratuliert~. Also, in diesem Sinn: Alles Gute zum Geburtstag~!" "Tsubaki-san..." Ein kleiner Seufzer entflieht meinem Mund. "...habe ich gestern nicht ausdrücklich gesagt, dass ich nicht vor dem Mittag gestört, geschweige den, geweckt werden will?" Mit ziemlicher Sicherheit kann er hören, wie genervt ich von seiner Störung bin und schon wieder entflieht meinem Mund ein Seufzer, doch dieses Mal wegen mir selbst. "Hör zu..." Nun habe ich mich doch dazu entschlossen aus meinem Bett zu steigen, stelle mich direkt vor Tsubaki. "...entschuldige das ich so genervt reagiere, aber du musst mich auch verstehen. Nicht jeden Tag habe ich die Möglichkeit einfach im Bett zu bleiben." Leicht beschämt über mein Verhalten wendet sich mein Blick zum Boden, meine Hände nervös miteinander ringend. Als mein Blick Tsubakis Gesicht nach einer Regung ansteuert, ziehen mich seine Arme in eine feste Umarmung. "Du kannst so unglaublich niedlich sein, Nako-chan~."

"Tsu-Tsubaki-san..." Jetzt hat er es doch tatsächlich schon wieder einmal geschafft mich aus der Fassung zu bringen. Ich frage mich immer wieder wie er das schafft und vor allem ob es ihm Spaß macht. Seine Arme lösen sich von mir und ich versuche meine Fassung ein wenig besser in den Griff zu bekommen. "Weißt du, dieser leichte Rosaschimmer auf deinen Wangen macht dich noch viel niedlicher~."


Am Esstisch (normale Sicht)
"Ich habe ein merkwürdiges Gefühl.", sprach Azusa seinen Gedanken aus und Fuuto stimmte seinem Bruder in dieser Sache zu. "Er ist schon zu lange weg und das kann nur eines bedeuten..." Mit einem Ruck stand er auf und ging schnellen Schrittes zur Treppe. "...er muss bei Onee-san sein." Ehe sich die anderen Versehen konnten, war er auch schon aus ihrem Sichtfeld verschwunden. "Sollte ihm nicht jemand hinterher gehen?" Besorgt blickte Ema ihre Brüder an. Es dauerte jedoch nicht lange und sie konnten Fuuto mit Tsubaki reden hören. Letzteren ließen jedoch die Anschuldigungen, er hätte doch wieder etwas angestellt, seines jüngeren Bruders relativ kalt.

Als sich die beiden Brüder nun wieder am Tisch befanden ging alles wieder seinen normalen Lauf, bis auf das dem Zweitältesten eine seltsame Vorahnung plagte. Es würde heute sicher noch etwas passieren, sagte ihm dieses schon fast direkt ins Gesicht. Sein von Sorgen geplagtes Gesicht erregte Aufmerksamkeit bei Masaomi, welchen ebenfalls eine Vorahnung schwante.

"Wo warst du so lange? Du wolltest doch nur dein Skript ins Zimmer bringen?", fragte Azusa seinen Zwilling. "Ach, ich habe noch kurz bei Nako-chan vorbeigeschaut. Sie war wirklich zu niedlich in ihrem Pyjama und mit den verwuschelten Haaren~." Alle sahen ihn nun an, zwei paar Augen sogar mit einem leichten Feuer in ihnen.


Bei Naoko
Nachdem Tsubaki das Zimmer verlassen hatte, war die junge Frau nicht mehr in der Lage auch nur einen Gedanken ans Schlafen zu verschwenden. Sie hatte sich entschlossen sich fertig zu machen, weshalb sie in diesem Augenblick unter der Dusche stand. Was jedoch ungewöhnlich für sie war, war das Lied das sie sang. Nicht zuletzt da sie das Singen eigentlich nicht mochte, doch in diesem kleinen Moment machte es ihr nichts aus. Dieses Lied, welches ihr von dem kleinen Radio ans Ohr drang, schien sich seinen Weg irgendwie in ihren Kopf gekämpft zu haben und nicht einmal 1 Minute des Liedes war vergangen, als sie aus voller Seele sang. Sie sang mit so viel Leidenschaft, wie noch nie zuvor. Jedoch einer Leidenschaft, welche ihre tiefsten Gefühle offenbarte. Tränen rannen neben Wassertropfen der Dusche ihr Gesicht hinab, bei dem Gedanken an ihre Familie. Wie sich ihre Eltern immer wieder bekriegten, ihre Brüder ihr für alles die Schuld gaben und trotz allem das perfekte Bild für alle Außenstehenden bewahrt wurde, wie der kostbarste Schatz auf Erden.

Sogar noch Minuten nachdem das Lied vorbei war weinte sie Tränen, Tränen aus vergangener Zeit. Ihr Blick traf den ihres Spiegelbildes und ein trauriges Lächeln bildete sich auf ihren Lippen. "Wie sehr habe ich mich dadurch nur verändert." Zwischen ihre Finger nahm sie eine ihrer schwarzen Haarsträhnen, besah sich diese und fasste einen Entschluss. "Ich werde mich nicht mehr verstellen oder verstecken. Es wird Zeit mich zu akzeptieren. Mich, meine Vergangenheit und alles wofür ich mich bisher entschieden habe. Angefangen bei meinen Haaren." Vielleicht kam dieser Entschluss nur zu Stande, weil sie endlich einen Platz gefunden hatte an dem sie sein konnte wie sie wirklich war, doch es war ihr egal ob es daran lag. Alles was jetzt für sie zählte war ihr eigenes Leben endlich so zu leben wie sie es wollte, nicht von irgendjemandem beeinflusst oder manipuliert zu werden. "Niemand wird dich mehr von deinem Weg führen.", sprach sie so selbstbewusst wie noch nie, zu ihrem Spiegelbild.
Angezogen mit einer blauen Röhrenjeans, einem quer gestreiftem weiß/blauem Strickpullover, auf welchem ein großer silberner Ankerdruck war und einem blau gestreiftem Dreieckstuch um ihren Hals, machte sie sich zum Esszimmer auf. Ihr Gesicht zierte ein strahlendes Lächeln, wie sie es noch nie zuvor gelächelt hatte. Ab jetzt würde alles anders werden.

"Einen wunderschönen guten Morgen~!" Alle Blicke lagen nun auf ihr, auf ihrem strahlendem Gesicht. Ihre Augen schienen tiefe Freude zu zeigen, ihr Lächeln alles in den Schatten stellen zu wollen und ihr Tatendrang alle anstecken zu können. Noch bevor einer von ihnen die Fassung über diesen positiven Wandel wiederfinden konnte, sprach sie fröhlich auf Louis ein. "Meinst du, du könntest mir heute meine Haare machen? Also, mit allem drum und dran?" Etwas perplex wurde sie von ihm angesehen, weshalb er ein paar Mal blinzeln musste, bevor er realisierte, um was sie ihn gebeten hatte. Als er jedoch die Fassung wieder erlangte, setzte er sein sanftes Lächeln auf. "Sicher. Ich freue mich dir deine Haare zu machen, aber: An was hast du gedacht?" Gerade hatte sie sich auf ihren Platz zwischen Subaru und Iori gesetzt, Ema hatte ihr eine Schüssel Reis gereicht, welche sie dankbar entgegen nahm. "Was ich mir genau vorgestellt habe, werde ich dir nachher sagen." Somit war das Thema fürs Erste erledigt, zumindest für sie. Louis überlegte schon was sie wohl verändern wolle, vor allem da sie von "allem drum und dran" gesprochen hatte. Nun schwante auch ihm eine Vorahnung, es würde noch etwas kommen, nur was?

Die ganze Zeit über lag dieses Lächeln auf ihren Lippen und alle waren dadurch so abgelenkt das sie ihr nicht gratulierten oder gar daran dachten welcher Tag heute war. So ging das Frühstück vorüber, nach welchem sich Naoko mit Louis zu dessen Salon aufmachte, um ihr Umstyling in die Tat umzusetzen. Die anderen währenddessen, bereiteten die letzten Kleinigkeiten für die Feier am Abend vor, für welche Miwa extra einen großen Saal im Stadtzentrum gebucht hatte. Was jedoch der Grund für die vielen anderen Gäste war, welche sie eingeladen hatte, war ihren Söhnen ein Rätsel, welches es noch zu lösen galt. Die Drillinge hatten es sich, jedoch eher durch Tsubakis Generve, zur Aufgabe gemacht, dies herauszufinden.

"Sag mal, müssen wir diese Sachen wirklich tragen? Das ist viel auffälliger, als wenn wir einfach in unseren eigenen Sachen hier rumgelaufen wären. Und überhaupt: Warum muss ich eine Melone, mit einem grässlichen Aufklebebart tragen?!" Es stimmte schon, der "Bart" war wirklich nicht sehr schön, doch Natsumes Auftreten in der Kleidung aus dem späten 19-ten Jahrhundert, machte dies umso amüsanter für Tsubaki. "Aber ihr seht doch gut aus, Watson~. Hahaha!" Sein Drilling sah ihn nur etwas miesgelaunt an, gab nach einem kurzen Seufzer jedoch auf, da Tsubaki in seiner Rolle vollkommen aufgeblüht war. Der Weißhaarige war auf die glorreiche Idee gekommen, sich als Sherlock Holmes auszugeben und seinen beiden Brüdern hatte er auch noch Rollen aufgedrückt. Laut ihm wäre es so leichter hinter das angebliche "Komplott" zu kommen, welches sich hier abspielen sollte, immerhin war Holmes einer der besten Detektive der Geschichte, wenn auch nur fiktiv. So nahm alles seinen Lauf und der Abend rückte in greifbare Nähe.


Am frühen Abend vor den Türen des Saales
Mittlerweile waren alle geladenen Gäste angekommen, hatten sich in dem prachtvoll geschmückten Saal versammelt und warteten nun auf die Ankündigung Miwas. Sie und Rintaro waren jedoch noch vor den Türen, an welchen sie auf Naoko warteten. Als diese endlich durch den Flur schritt, in ihrem schulterfreiem, eisblauen, Seidenchiffonkleid, mit zart lilanem Chiffon Überzug, welches Miwa extra für sie entworfen hatte, funkelte in ihren Augen unglaubliche Freude. Kurz unter der Brust hatte dieses Kleid auch ein, mit Diamanten besetztes, lila Seidentuch, welches an ihrem Rücken zu einer wunderschönen Schleife gebunden war. Auch die, mittlerweile wieder, platinblonden Haare passten perfekt ins Bild, ließen sie noch edler aussehen, als sie es ohnehin schon tat. Trotz der Kürze, welches es jetzt besaß, war es doch sehr elegant, da Louis den kurzen Bob in leichte Wellen gelegt und mit kleinen Schmetterlingsopalen verschönert hatte.

"Meine zweite Prinzessin." Freudestrahlend und mit ausgebreiteten Armen kam Miwa auf Naoko zu, um diese in ihre Arme zu schließen. Naoko, welche seid ihrem Entschluss am Morgen sehr gute Laune hatte, erwiderte diese mit einem Lächeln und machte Miwa somit unglaublich glücklich. "Das Kleid steht dir wirklich fabelhaft." Als Rintaro dies ausgesprochen hatte, musste Miwa ihm zustimmen. "Ganz genau! Die Farbe unterstreicht deinen Teint unglaublich gut und der Entschluss deine Haare zu ihrem ursprünglichem Farbton zurück zu färben, macht es einfach perfekt! Doch jetzt genug der Worte, lass uns deinen 20-sten Geburtstag feiern, Weihnachten natürlich auch, jedoch an erster Stelle deinen Geburtstag!" Somit öffneten sie die großen Türen, um den Blick auf den gut gefüllten Saal frei zu geben. Genau in diesem Augenblick kam aus allen Richtungen des Sales Glückwünsche auf sie zu.

Ausgenommen von dieser Fröhlichkeit war ein junger Mann, welcher nur stiller Beobachter war und dessen Blick an der jungen Frau nur so hing. In seinem Inneren verborgen trug er ein Geheimnis mit sich, welches nur er und sie kannten, welchem sie auswich, er jedoch hielt daran fest und war auch nicht gewillt es jemals ziehen zu lassen. Nicht eine Sekunde hatte er daran gezweifelt, dass alles was er dadurch tat oder je getan hatte, der einzig wahre Weg war. Ein Weg auf welchem sie keine Freiheit kennen würde, geschweige denn nur einen kleinen Funken Hoffnung, je glücklich zu werden. Dieses Geheimnis verband sie über alle Sphären miteinander, sodass sie niemand trennen konnte, als Gevatter Tod persönlich. "Unser dunkles Geheimnis wird nie ans Tageslicht kommen, doch wird es dich trotz allem an mich binden.", mit diesen Worten begab er sich an die Bar, um sie von dort weiter zu beobachten.


Auf dem Flur, vor dem Saal
"Wir haben an alle Ausgänge Männer gestellt, bleibt uns nur noch abzuwarten, ob er sich wirklich blicken lässt." Stolz über seine Bemühungen, Naoko in Sicherheit zu wägen, sah Chuichi seinen Vater an, welcher jedoch nicht sehr überzeugt war das ihn diese Maßnahmen aufhalten würden. "Deine Arbeit ist wirklich erstklassig, doch Narahashi wird sich davon sicher nicht beindrucken lassen. Vor allem da hier viele Leute sind und er somit eine größere Chance hat an sie heran zu kommen, als wenn sie alleine mit uns unterwegs ist. Außerdem..." Eindringlich sah er seinen Sohn an. "...du solltest nicht vergessen was er uns versprochen hat, was uns versichert, dass er heute hier auftauchen wird." Somit ging er auf seinen eigenen Posten und ließ seinen Sohn mit diesen Worten alleine.


Wieder im Saal
Naoko hatte mittlerweile alle Glückwünsche entgegen genommen und stand nun bei ihrer Familie, wobei die meisten Brüder sehr überrascht auf ihre äußerliche Veränderung reagierten. Doch einer war besonders überrascht, war jedoch einer der vielen Gäste. "Valerya......" Der Brillenträger sah immer noch gebannt in ihre Richtung, als ihm sein Bruder eine Hand auf die Schulter legte. "Sie ist es, aber du musst bedenken, dass sie sich nicht an uns erinnern wird." Sein Blick wurde traurig und mit einem kurzen Nicken signalisierte er ihm, das er es wusste. "Ich weiß, doch vielleicht wird sie es uns glauben, wenn wir es ihr einfach alles sehr gut erklären?" Diesen Satz stellte er absichtlich fragend, um die Reaktion des Jüngeren abzuwarten. Dieser jedoch hielt es für einen schlechten Zeitpunkt, vor allem da sie es nicht beweisen konnte, zumindest glaubte er dies. "Nori, es ist wirklich besser abzuwarten wie sich alles entwickelt. Wer weiß, eines Tages erinnert sie sich vielleicht doch wieder an alles und wenn nicht, dann werden wir es eben so akzeptieren müssen."

Noch eine Weile sahen sie dem Treiben um die Blondine zu ehe sie gingen. Sollte sich eine Möglichkeit auftuen ihr alles erklären zu können oder auch nicht, sollte sie nicht länger stören, so lange sie glücklich war. So nahm der Abend seinen Lauf. Es wurde ein Festmahl serviert, bestehend aus einem 5-Gänge-Menü, nach welchem noch ausgelassen gefeiert werden sollte, doch dazu sollte es nicht kommen. Ein Raunen ging durch den Saal, als plötzlich die Lichter ausfielen und wurde von hektischen Gesprächen der Wachleute bestärkt, dass etwas nicht stimmte. Nach wenigen Minuten wurde alles wieder erhellt, doch die Unruhe des Wachschutzes blieb bestehen.

„Wo ist sie?!“ Aufgeregten Schrittes eilte Chuichi auf die Asahinas zu, sein Blick von Sorge zerfressen. „Bitte, sagt mir das einer von euch weiß wo sie ist.“ Seine Worte waren zum Ende hin nur noch ein flehendes Flüstern, auf welches er die denkbar schlechteste Antwort bekam, ein Nein. Kurz vor dem Ausfall hatte sie noch bei ihnen gestanden, jetzt jedoch fehlte jede Spur von ihr, doch das Debakel wurde mit der nächsten Nachricht geradezu perfekt. „Der Barkeeper hat Ihn erkannt. Er ist durch unseren Schutzwall gebrochen.“ Chuichi, dessen Augen sich, durch den Erhalt dieser Nachricht, mit noch mehr Sorge und Verzweiflung füllten, stand nun kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Mittlerweile war er nicht einmal mehr in der Lage, einen klaren Befehl an seine Leute zu geben, weshalb sein Vater dies übernahm und somit die Suche nach Naoko befahl.


Außerhalb des Gebäudes, im dunklen Hinterhof
Es schneite und es war Weihnachten, was hätte man sich mehr wünschen können? Vielleicht einen besseren Moment als diesen, denn Naoko stand seit langer Zeit wieder dem Menschen gegenüber, an welchen sie vor Jahren ihr Herz verloren hatte, doch es war nichts Gutes dabei heraus gekommen. "Ich habe dich geliebt, doch deine unbändige Eifersucht trieb mich immer weiter fort. Fort von dir, fort von mir und fort von allen die mir nahe sein wollten. Mein Herz ließ ich hinter einer Mauer, hoch wie der Himmel, verschwinden. Auf das niemand an es kommt. Auf das niemand ihm wieder solchen Schmerz zufügen konnte. Immer weiter isoliert von allem was es glücklich macht und nicht dazu in der Lage sich zu öffnen. Bis in alle Zeit dazu verdammt in Dunkelheit zu trauern und seinen Schmerz nicht zu vergessen. Niemals wieder zu Lächeln oder gar zu Lachen. Niemals wieder einen glücklichen Moment erleben zu dürfen. So lebt es dahin, bis der Tod es endlich erlöst und der Schmerz verschwinden kann.", sagte Naoko mit schwacher Stimme, eine Hand auf ihren Bauch pressend, um die Blutung der Wunde ein wenig zu stoppen, doch es hatte keinen Sinn. Sie hatte bereits zu viel Blut verloren, als das sie überhaupt noch weiter leben könnte. Langsam sackte sie zusammen, streckte sich in dem weißen Schnee aus und ließ das Blut Muster in den Schnee zeichnen. Es musste Schicksal sein das sie so endete, erstochen von dem Mann, den sie über alles geliebt hatte, sie jedoch vor Jahren in einen tiefen Abgrund hat fallen lassen. Wer hätte gedacht das ihr 20-ter Geburtstag so enden würde. Mittlerweile spürte sie nichts mehr, weder die Kälte, noch den Schmerz. Alles um sie herum verschwamm langsam und sie wurde schläfrig. Ihr Geist hatte sich schon lange Zeit auf diesen Moment vorbereitetet, denn für sie war es nur eine Frage der Zeit gewesen, wann etwas dergleichen passieren würde. Nun war es also soweit, dachte sie sich und versuchte einen letzten Blick auf die vom Himmel tanzenden Schneeflocken zu werfen. Wenigstens konnte sie ihm endlich von ihren Gefühlen erzählen und so konnte sie, frei von allem, endlich gehen. Ihre Augen schlossen sich und dumpfe Geräusche klangen ihr in den Ohren, was genau es war verstand sie nicht. Wie war sie nur an diesen Punkt gelangt und überhaupt, war dies nicht ein Déjà-vu? War dies vielleicht auch wieder nur ein Traum? Wenn ja, würde sie sicher gleich wieder aufwachen, also lies sie ihren Körper die Ruhe finden, nach der er schon seit einigen Augenblicken verlangte und ihr Herz verstummte.

„Hättest du doch nur auf mich gehört, dann wäre uns das alles erspart geblieben.“ Mit diesen Worten verlies der Schwarzhaarige diesen Ort der, für ihn, verlorenen Erinnerungen. Alles über Sie würde er jetzt aus seinem Gedächtnis löschen, seine Erinnerungen, genau so wie diese Gefühle, welche in seiner Brust einen stechenden Schmerz verursachten. Einen Schmerz, ausgelöst durch den Verlust seiner großen Liebe, welcher er, mit seinen eigenen Händen, einen jähen Tod beschert hat.



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So! Ich hoffe euch reicht dieses Kapitel fürs Erste.
Ich möchte mich an dieser Stelle für alle Favos und Reviews bedanken.
Vielen, vielen Dank dafür. :D

Bis zum nächsten Kapitel,
Nila^^
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