Avatar - eine vergessene Melodie

GeschichteDrama, Romanze / P16
25.09.2013
24.12.2013
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Prolog

Tsu’teys Uniltaron (Traumjagd):
Da war sie endlich, die Vision, die Eywa ihm zugedacht hatte.
Doch sie war verwirrend, ihre Bedeutung für ihn gänzlich unklar.
Er sah zwei Frauen vor sich.
Beide standen sie mit den Gesichtern zueinander gedreht, die Fingerspitzen einer Hand hatten sie aneinander die andere auf ihr eigenes Herz gelegt.
Ihre Augen waren geschlossen, ihre Häupter gesenkt.
Das Eigenartige an diesem Bild?
Eine der Frauen war ein Mensch, die andere eine Na’vi.
Und von ihren Lippen klang ein fremdes Lied, das ihm bis auf den tiefsten Grund seiner Seele drang, während ihnen eine einsame Träne über die Wange rann.

3 Jahre vor Jakes Ankunft:
„Quaritch, nicht!“
Entsetzt schlug Grace die Hände vor den Mund, als die gigantische Klinge den blauen Leib traf.
Ein kurzer Schrei.
Tränen.
Dann Stille.
Alles, was noch zu hören war, waren die mechanischen Schritte des MPA, mit dem Quaritch sich wieder entfernte.
„Oh mein Gott.“ Max starrte dem Sicherheitschef fassungslos nach, dann kam er wieder zu Sinnen und gab Anweisungen.
Mit etwas Glück war es noch nicht zu spät.
Der leblose Körper wurde sofort auf die Krankenstation des Labors gebracht und die zuständigen Experten begannen ohne Verzögerungen mit der Operation.
Grace Augustine hob derweil den Kopf und sah zur Kommandozentrale hinauf, wo Selfridge mit bleichem Gesicht und ähnlich aufgerissenen Augen dastand wie sie selbst.
Dann eilte sie ebenfalls wieder hinein und zu ihrem Kollegen.
„Wie sieht es aus?“, fragte sie mit besorgtem Ausdruck.
„Es bleiben zwei Narben, aber den Rest kriegen sie wieder hin. War aber verdammt knapp.“
Sie blickten eine Weile schweigend auf das Geschehen im Raum unter ihnen, dann fügte der Wissenschaftler etwas leiser hinzu: „Taya ist hinten. Wir haben versucht sie anzusprechen, aber sie starrt nur ins Leere. Der Schock sitzt wohl ziemlich tief.“
Grace wandte sich um und warf einen mitfühlenden Blick zu der jungen Frau hinüber: „Natürlich steht sie unter Schock. Dass ihr Vater seinen Unmut über ihr positives Interesse an den Na’vi auf so brutale Weise zum Ausdruck bringt, hat sogar die schießwütigen Hunde da draußen zum Schweigen gebracht.“
Schließlich ging sie zu Taya und zog sie tröstend in ihre Arme.