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Wenn dir etwas wichtig ist...

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Astrid Hofferson Haudrauf der Stoische Hicks der Hüne
24.09.2013
18.11.2022
8
25.508
5
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Dieses Kapitel
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24.09.2013 1.501
 
Hallöchen~

„Wenn dir etwas wichtig ist...“ war meine erste Fanfiktion in diesem Fandom. In der Zwischenzeit hat sich viel getan. Vor einigen Jahren hatte ich mir vorgenommen, meine bisherigen Geschichten nach und nach zu beenden.

Darum gehe ich mit dieser nach so langer Zeit endlich in die Überarbeitung. Alle Zeilen werden einmal ausgebessert und es werden einige Szenen umgeschrieben (doch nichts so „perfektioniert“, wie man es von meinen aktuellen Geschreibsel kennt) und an anderer Stelle versetzt, Neues hinzugeschrieben und sodann kann ich diese Fanfiktion letztlich zu Ende schreiben. Also nicht wundern: Zum Beispiel beginnt diese Geschichte auf eine Art und Weise mit oder auch zu einem ganz anderen Zeitpunkt als noch während der ursprünglichen Version. ;)

Dazu wird sich zeigen, ob ich einen Teil meines alten Schreiber-Ichs von vor beinahe 9 Jahren damit noch mal aus mir hervorholen kann oder es mit dem Schluss sich von mir verabschiedet haben wird. Weil das ist echt lange her.

Wir werden es sehen.

Ich wünsche (noch mal) viel Spaß mit dieser FF :)


Prolog


Diese Welt, ein Ort, an dem der Wind lebhaft wehte und sich mit den majestätischen Wellen des Meeres maß, war ein trostloser Fleck. Nur an wenigen Tages des Jahres durchbrachen goldene Strahlen die grauen Fronten des Himmels, unter dessen Gnade Leben jeder erdenklichen Weise den unfassbaren Hauch der Einzigartigkeit atmete. Hier, wo zu Silber und Weiß aufschäumende Macht gegen riesige Formationen aus Gestein schlug, gab es soviel zu entdecken, so viel zu lernen. Und hier, an diesem Platz aus Gefühlen aller Gewalten und jeder Sanftmut, die den Geschöpfen dieser Welt angeboren wurden, lag ein Rand, an dem die Grenzen zwei großer Reiche ineinander verschwommen.

Das war unsere Welt, so ennuyant und doch so unvergleichlich in ihrer Pracht. Das war meine Welt. Wer hier lebte, trug ein dickeres Fell als alle hier heimischen Wölfe und besaß eine so ungestüme Sympathie, dass es selbst das kühnste und gemächlichste Schaf auf der dürren Heid erschreckte. Gut, so viel gehörte da im Augenblick auch nicht zu. Hier gab es keinen einzigen Halm, der unter dem gnadenlosen Hitzeschein der Sonne verdorren konnte. Mich an meinen vorgestrigen Morgen erinnernd, kann ich mir jedoch vorstellen, wie unschön sich das anfühlen muss. Gerade zog das Tagesgestirn es nur mal wieder vor, sich hinter dem Grauschleier am verdunkelten Horizont zu verstecken, der jedes Licht und jegliche Wärme versiegelte.

Ich nahm einen kräftigen Atemzug, bis ich Nässe und Schlamm an meiner Zunge schmeckte. Trocken und etwas wie wohl fühlte ich mich nun schon länger nicht mehr. Mir war kalt und der Sand unter meinem Leib eine mit mir vorgenommene Zeichnung der Niederlage. Ich hasste den Regen. Doch noch mehr verabscheute ich das ekelige Gefühl der feuchten Leinen und das durchweichte Leder an meiner Haut. Unter dem klebrigen und schweren Stoff spürte ich, wie eine stärker werdende Kälte durch jede Faser meines Körpers kroch.

Es pochte ein Wellen schlagender Schmerz von meinem Hinterkopf bis hinter meine Augen und in meine Unterarme. Einfach nur widerlich.

Ausgerechnet jetzt erinnerte ich mich wieder daran, welche eine Veränderung ich um mich erfahren hatte und welche Wandlung von mir verlangt wurde. Wie Stück für Stück ein Bildnis aus falschem Wissen sich im Nichts auflöste, und erlöst wurde durch ein Ideal, das mit Freundschaft und Freiheit beschenkte. Etwas, das den Kampf wert war und das ich mir niemals entreißen lassen werde…

Von Weiten hörte ich das wütende Trommeln, heftig und tosend. Den Nachhall von Thors Zorn, einen Schlag, auf den ich mich zu rühren anfing, nachdem mich seine vorauseilende, Bogen aufspannende Grelle hatte längst die Augen aufreißen und blinzeln lassen.

„Was ist? Hat es dir die Sprache verschlagen?“, vernahm ich die harten Worte einer vertrauten Stimme, jegliche Lieblichkeit aus ihr verdrängt. Ich gab ein missmutiges Knurren von mir. Es war ein Zerrbild für mich, wie sie sich vor mir gab. Der Grund für den aufzehrenden und ein mir für ein Schlucken noch immer die Luft raubenden Herzschlag in meiner Brust. Dieses Lachen, das aus ihr herausbrach. Ich mühte mich um Besinnung, als ich die Schwere ihrer Schritte im Matsch sich mir nähern hören konnte. „Ist der Kampf schon zu Ende, bevor er überhaupt angefangen hat? Ist es so einfach gegen ihn zu gewinnen… den mächtigen und gefürchteten Drachenbezwinger von Berk?“

Ratlos schüttelte ich den Kopf. Aus der Unterkühlung und den Schmerzen meiner Arme, aus den Protesten meines Kopfes, fliehend, stemmte ich meinen Körper in die Höhe. Angewidert stieß ich ein Seufzen durch meine Lippen, während ich mich auf die Beine brachte, und meine mit Schmutz verschmierten Hände an meiner genauso mitgenommenen Kleidung abwusch. Mir war klar, sie wartete nur darauf, dass ich auf irgendeine Provokation anspringen würde. Nichts wollte sie mehr als das und dabei sollte sie mich gut genug kennen. Mich und meine Abscheu gegenüber jeglicher Gewalt und ebenso diesen Kampf, welchen sie zwischen uns weiter zu entfachen versuchte.

„Hey. Hey Astrid. Das habe ich mir nicht ausgesucht… diesen schwachsinnigen Titel“, meinte ich und verschränkte die Arme vor meiner Brust ineinander. Im Moment war ich bereit gegen alles zu kämpfen, nur nicht sie…

„Und genau darum geht es hier, Hicks.“ Mit einem gereizten Stöhnen strich sie mit der freien Hand einige nasse, blonde Strähnen ihres Ponys aus ihrem Gesicht. Mit der anderen hob sie immer wieder am Gewicht ihrer Axt, lockerte und verstärkte dadurch ihren Griff und veränderte deren Lage in ihrer Hand. O Gnade, holde Maid.

„Genau darum, Hicks“, erklang ein weiteres Mal ihre Stimme und ich riss erschrocken meine Augen auseinander, als sie mit einem Mal anfing, auf mich zuzulaufen.

Panisch stolperte ich ein paar Schritte rückwärts und mein Blick huschte über den vom Wasser schmierigen Boden. Mein Schwert... Wo war mein Schwert? Als mein Blick sich wieder nach vorne richtete, sah ich es. Dort in den Pfützen liegend und wie es von Astrid überlaufen wurde. In ihrer rechten Hand, seitlich ausgestreckt und mit wachsender Geschwindigkeit auf mich zurasen, ihre Axt. Mit einem erschrockenen Aufschrei wandte ich mich zur Seite und spürte Astrid in durch die Regenluft zischenden Streich an mir vorbeirauschen. Ich bewerkstelligte bloß einen Schritt und geriet durchs Treten in den Strandpfützen ins Wanken.

Nein, nein, nein! Nein! Das war hoffnungslos. Ihr Götter, so wurde das nichts! Um an meine Waffe zu gelangen, lief ich dennoch los, wohlwissend, dass ich fallen würde. Was mit schmerzenden Schlagen in meiner Brust geschah. Ich fing mich mit den Händen im Matsch und langte durch das seichte Wasser nach dem Heft meines Schwerstes. Sobald es zwischen meine Finger rutschte, hielt ich es fest und drehte mich um.

In dem Moment brauste eine Schneide von Astrids Zweiklingenaxt an meiner Flanke vorbei und ich wich nach hinten aus. Ich wusste, sie würde es sich nicht nehmen lassen, nachzusetzen. Niemals. Die Finger im Wasser aufsprudeln lassenden Matsch versenkt stütze ich mich nach wie vor zurückstolpernd auf, und versuchte wie die vorherigen Male nichts, außer eine ausreichende Distanz zwischen uns zu bringen. So konnte das nur nicht ewig weitergehen.

Außer Astrid sah ich nichts. Das lag nicht nur allein an meiner misslichen Lage, ihr in einem Kampf gegenüber zu stehen. Dieser Tag war so grau, dass ich den Schlick kaum von den Klippen oder den von ihnen erklommenen Himmel unterscheiden konnte. Dunkler war einzig das Meer, das sich immer mehr gegen uns erhob.

Die Flut war da.

Auf der anderen Seite stand Astrid und tat einen Schritt zur Seite, und kam näher auf mich zu. Ich durfte sie nicht aus den Augen lassen. Das Wetter und dieses Mädchen. Alles an dieser Situation war eine Zumutung. Als es war da, dass mit einem mein Herz erschreckenden Donnern ein lichter Bogen in die Gesteinshänge schlug und Brocken abtrug. Das Krachen weckte ein Jaulen, das mir nur so bekannt vorkam, und ich hatte mich mit einem Mal um mich selbst gewandt. Und ich konnte ein immer wieder im Matschwasser versinkendes Treten hinter mir wahrnehmen. Och menno... Ich könnte mich selbst schelten. Du durftest sie nicht aus den Augen lassen, das hast du dir doch gerade noch gesagt. Zu spät. Ein vom Schrecken erstickter Laut verließ meinen Mund. Rasch und ungezwungen war die Führung der Klinge, wetzte die Zweiklingenaxt in Astrids Hand an dem grünfarbenen Stoff um meinen Oberarm entlang.

Ich merkte nur noch das Pochen in meiner Brust, das durch die Härte des Aufpralls, mit welchen mein Rücken in Kontakt mit dem schlammigen Boden trat, an Intensität zunahm. Mir stockte der Atem. Noch während des Augenaufschlags, mit dem ich nach Luft schnappte, spürte ich die kalte Anwesenheit von Stahl, welches bedrohlich an meiner Kehle wachte. Entscheider zwischen Leben und Tod. In jeder anderen Situation hätte ich wohl nicht mehr die Gelegenheit erhalten zu erfahren, wie sich die schwarzen Schatten zunehmend aus meinem Sichtfeld schoben. Mein Blick wanderte von der scharfen Seite des schroffen Materials an der hellen Haut des nach mir ausgestreckten Armes in die Höhe. Dieser Tag… Oh man, dessen Sinn und Anblick diente doch mal wieder nur den Lästereien der Götter.

Ach, wie es überhaupt nur wieder zu so einem Moment kommen konnte, fragt ihr euch? Ja, ich mich auch.
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