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Royal Pains

von Eilinel
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Allan A Dale Maid Marian Prinz John
20.09.2013
19.07.2014
17
20.353
1
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20.09.2013 989
 
Nottingham
Einen Tag bevor Brianne nach London zurückkehren sollte, wurde sie von James in sein Arbeitszimmer gerufen. Sie hatte ihm in den letzten Tagen mit der Organisation unter die Arme gegriffen und ihm geholfen, sich in Nottingham einzuleben, was ein voller Erfolg gewesen war. Die Menschen liebten ihren neuen Sheriff. Und auch für Brianne und ihre Freunde sah es gut aus. Nachdem sie erfahren hatte, dass Robin und die anderen mit ihr nach London gingen, hatte sie auch dafür gesorgt, dass Marian mitkam. Als ihre Hofdame.
Doch die momentan gelöste Stimmung sollte mit Briannes Besuch bei James schnell beendet werden.
Er legte ihr ohne große Worte einen Brief hin, den sie aufmerksam las. Je weiter sie kam, desto erschrockener wurde sie. Ihre Augen weiteten sich und ihr Atem ging schneller.
„Das ist doch ein schlechter Scherz“, hauchte sie entsetzt, als sie den Brief beendet hatte.
James schüttelte besorgt den Kopf.
„Leider nicht. Du weißt selber, wie vertrauensvoll Benjamin ist. Ich fürchte, wir müssen uns auf diese neue Situation einstellen. Es gibt nichts mehr, das wir tun können.“
„Aber wir können es doch nicht einfach geschehen lassen. Die ganze Arbeit!“, Briannes Stimme wurde lauter und sie sprang auf.
„Ich bin schon alle Möglichkeiten durchgegangen. Es gibt keinen Ausweg“, erwiderte James resigniert, „Es ist vorbei. Wir müssen nun Vorkehrungen für die Zukunft treffen.“
„Nein! Nein, ich gehe zu Robin. Ihm wird etwas einfallen.“
James stand nun auf und legte seiner tobenden Freundin die Hand auf die Schulter.
„Brianne, tief im Innern weißt du, dass es vorbei ist.“
Sie schüttelte heftig den Kopf.
„Es kann nicht so enden.“
Entschlossen stürmte sie aus dem Raum, hinaus aus der Burg und in die Ställe. Dort legte sie Spirit nur sein Halfter an und schwang sich dann auf seinen Rücken. Sie war schon einige Male ohne Sattel geritten. Sie gab ihm die Fersen und galoppierte aus der Stadt, in den Wald.
Mit einem wahnsinnigen Tempo trieb sie ihren Hengst durch die Bäume. In den letzten Tagen hatte sie sich den Weg zum Camp der Outlaws gemerkt und konnte ihn nun auch bei dieser Geschwindigkeit noch finden.

Der Weg, der normalerweise einige Zeit in Anspruch nahm, war dieses Mal nur einen Augenblick lang. Ehe sie sich versah, stoppte Brianne scharf an dem Abhang, der zum Lager führte. Spirit stieg ein wenig, wegen der plötzlichen Bremsung. Brianne sprang von seinem Rücken und machte sich nicht einmal die Mühe, ihn anzubinden. Sie war bereits auf dem Weg zu dem Hebel, der den Eingang des Camps öffnete. Mit einem kräftigen Ruck schwang das Blätterdach zur Seite und sechs überraschte Blicke trafen Brianne. Sie bemerkte sie gar nicht, auch nicht Allan, der sie begrüßen wollte. Ihre Augen fixierten den Anführer.
„Robin, ich muss dringend mit dir reden. Unter vier Augen!“
Er nickte, ein wenig irritiert durch ihr plötzliches Erscheinen und folgte ihr über den Hügel, tiefer in den Wald hinein.
Irgendwann blieb die Braunhaarige stehen und drehte sich zu ihm.
„Robin, du musst mir helfen! Der König wird sterben“, sprudelte es aus ihr hervor.
„Was?“, fragte Robin ungläubig, „Was soll das bedeuten, der König wird sterben?“
„Benjamin Palmer, der Hofarzt meines Mannes, hat James einen Brief geschrieben. Darin steht, dass John nicht nach York aufgebrochen ist, sondern nach Deutschland zu Graf Friedrich. Er wird dort für einige Wochen bleiben, was wir offiziell erst in ein paar Tagen erfahren sollen. Das wäre ja auch kein Problem, wenn Benjamin nicht ein Gespräch zwischen John und Sheridan belauscht hätte. König Richard ist in Österreich gefangen genommen worden und John plant, ihn dort zu töten. Er will wohl sein Essen vergiften lassen, damit nicht auffällt, dass es Mord war“, erklärte Brianne die ganze Geschichte, die Benjamin ihnen mitgeteilt hatte. Robins Reaktion entsprach ganz ihrer eigenen. Der Schock und die Angst waren über sein Gesicht geschrieben.
„Wir müssen John sofort nach!“
„Und wie?“ Jetzt, wo sie gefragt wurde, merkte Brianne erst, dass James wohl recht gehabt hatte. Die Situation war ausweglos und sie hatte so heftig reagiert, weil sie es nicht wahr haben wollte. Sie hatte sich nicht unter Kontrolle gehabt. Und weswegen? Aus Angst! Einer Angst, die ihr jetzt erst bewusst wurde. Wenn Richard starb, gab es für sie keine Freiheit mehr. Sie war dann Königin und nur noch dazu da, einen Erben hervorzubringen. Ein Schicksal, das sie niemals haben wollte.
Robin bemerkte Briannes plötzlich abwesenden Blick.
„Was ist?“, fragte er ruhig, ohne die Aufregung, die er eben noch gezeigt hatte.
„James hatte Recht. Er hat gesagt, die Situation sei ausweglos und es ist wahr. Wir können John nicht mehr einholen und von hier aus, können wir nichts unternehmen“, antwortete sie leise.
„Und was ist mit Benjamin? Kann er nichts unternehmen?“
Sie schüttelte den Kopf. Es gab nämlich etwas, das sie noch nicht erwähnt hatte.
„Benjamin hat das alles in der Nacht erfahren, bevor das Schiff abgelegt hat. Er ist nicht an Bord. Niemand außer John und Sheridan ist das. Sein ganzes Gefolge hat John in England zurückgelassen.“
„Das scheint mir ein wenig leichtsinnig.“
„Er traut den wenigsten Menschen. Sheridan ist einer der wenigen.“
Robin fuhr sich mit der Hand über sein Gesicht. Er begann vor ihr auf und ab zu laufen, sein Blick wurde dabei immer finsterer. Nach einer Weile blieb er wieder vor ihr stehen. Brianne beunruhigte der Ausdruck auf seinem Gesicht. Robin trug den Blick eines geschlagenen Mannes.
„Wir können jetzt nur noch dich als Königin unterstützen“, sagte er, „Wir haben den Kampf verloren. Aber du kannst England immer noch retten.“
Tränen sammelten sich in Briannes Augen.
„Ich will keine Königin sein! Ich werde eine Gefangene sein.“
Auf einmal fühlte sie sich wieder wie ein kleines Kind, verloren in der großen Welt. Robins Worte hatten etwas Endgültiges für sie. Sie waren wie ein Urteil gewesen.
Der Outlaw sah sie mitleidig an und nahm sie in den Arm.
„Wir sind alle für dich da. Du wirst niemals eine Gefangene sein“, versuchte er sie zu trösten. Doch wirken tat es nicht.
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