I'll be by your side

GeschichteDrama, Romanze / P16
Andreas Kringge Martin Ferchert Michael "Mick" Brisgau Roland Meisner Tanja Haffner Uschi
17.09.2013
22.09.2013
17
22.893
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Dieses Kapitel
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17.09.2013 1.007
 
Titel:  I'll be by your side
Autor: CrazyCat179
Timeline: Staffel 2
Rating: P16
Kategorie: TaMi
Disclaimer: Mick Brisgau und Co. gehören mir nicht. Ich leihe sie mir nur mal kurz für ein bisschen Spaß aus und gebe sie unbeschadet und ohne finanziellen Nutzen für mich wieder zurück. Versprochen!
Feedback: ich bitte darum! CrazyCat179@yahoo.de
Zusammenfassung: Es ist nicht immer leicht, für einen anderen Menschen bedingungslos da zu sein. Noch schwerer ist es allerdings, die Hilfe eines Anderen überhaupt erst zuzulassen.

I'll be by your side

Gnadenlos peitschte ihm der eiskalte Wind ins Gesicht. Mit einem Frösteln zog er sich den schwarzen, viel zu weiten Anorak enger um seinen hageren Leib und presste sich näher an die Wand. Der Himmel war dunkel und wolkenverhangen, erste Regentropfen fielen bereits nieder, der Stadtpark war nahezu menschenleer. Fast schon hätte er aufgegeben, das Schreien in seinem Innersten zum Schweigen gebracht, doch da hatte er sie gesehen. Unglaublich schön und voller Energie trotzte sie dem Sturm. Die Böen, die an ihrer Kleidung und den Haaren zerrten, schienen ihr nichts auszumachen, trieben sie sogar noch weiter an. Kraftvoll und ungezähmt. Sie war etwas Besonderes, das spürte er sofort und ein wohliges Schaudern jagte durch seinen Leib, so dass sich die feinen Härchen in seinem Nacken aufrichteten. Sein Blick heftete sich auf ihren schlanken Körper, bewundernd beobachtete er ihre geschmeidigen Bewegungen. Entschlossen drückte er sich von der Hauswand weg, mit der er Sekunden zuvor noch im Schutz der Dämmerung verschmolzen war. Er folgte ihr, immer um Abstand bemüht, labte sich an ihrem Anblick und genoss die steigende Erregung, die seinen Körper empor kroch. Sie lief nicht allzu schnell, so dass es ihm ein Leichtes war, den Anschluss zu halten.  Die Jagd erregte ihn, pumpte Unmengen an Blut durch seine Adern und das Gefühl von Macht durchströmte jede Pore seines Daseins, beherrschte ihn. Immer mehr verringerte er den Abstand, stetig, gemächlich. Näher, noch näher, fast schon meinte er ihren Atem hören zu können, ihr Parfüm zu riechen.

Ihre Schritte wurden länger, unbeständiger – sie hatte ihn bemerkt. Adrenalin schoss durch seinen Körper und seine Lenden begannen zu pochen während sein Blut gen Süden schoss. Die Jagd hatte begonnen! Der einsetzende Regen kühlte seine hitzige Haut ab.
„Lauf, Schlampe, lauf! Ich krieg dich schon“, seine Worte ein heiseres, unheilvolles Versprechen.
Er schoss nach vorne, donnerte mit der geballten Kraft seines Körpers gegen sie und riss sie  zu Boden. Sie war eine wehrhafte kleine Raubkatze und kämpfte verbissen gegen ihn an. Er mochte es, wenn sie sich wehrten, wenn sie nicht gleich vor Furcht heulten und jammerten. Es kostete ihn immense Mühe, sie unter sich zu imobillisieren. Sie kämpfte gegen ihn an, kleine japsende Laute entrannen ihrer Kehle, Musik in seinen Ohren.

Sie gab nicht nach also schlug er ihr hart ins Gesicht. Einmal, zweimal. Dann ein leises Wimmern. Lüstern starrte er auf sie hinab. Seine Beute, ihm und seiner Willkür hilflos ausgeliefert, die großen dunklen Augen erschrocken aufgerissen. Ihr Herz schlug wild in ihrer Brust, ihre Nasenflügel flatterten. Mit vor Aufregung zitternden Fingern strich er seiner Beute über die Brust. Augenblicklich zuckte die Frau unter seiner Berührung weg, bäumte sich auf und begann nach Leibeskräften mit Händen und Füßen nach ihm zu schlagen. Sie entwand sich seinem Griff, versuchte wieder auf ihre Beine zu kommen.  Mit fliegenden Händen zerrte sie an ihrem Hosenbund und riss ihr Mobiltelefon heraus. Wild vor Rage sprang er sie an, doch sie rollte von ihm fort, das Handy fest umklammert.

„Mick“, brüllte sie atemlos und er versuchte ihr das Telefon zu entwinden.
„Hilfe, Stadtpark, du musst sofort...“, wütend schlug er ihr das Handy aus der Hand.
„Na warte, du verfluchtes Miststück“, brüllte er zornig und versprühte dabei einen feinen Speichelregen. Ein weiterer Faustschlag traf sein Ziel.  Gewaltsam drückte er ihre Arme nach unten, hinter ihren Kopf. Seine kniende Position und physische Überlegenheit machten ihr ein Befreien aus seinem stahlharten Klammergriff nahezu unmöglich.

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Mick konnte sich einfach nicht auf die noch ausstehenden Dienstberichte konzentrieren, wieder einmal. Zahlreiche Gedanken schwirrten durch seinen Kopf und ließen sich beim besten Willen nicht abschütteln. Die meisten davon handelten von ihr. Tanja Haffner, seiner Psychologin und der Frau, in die er sich verliebt hatte. Geistesabwesend zündete er sich eine Zigarette an und genoss einen ersten, tiefen Zug. Er fühle sich unausgeglichen, fast schon ein wenig alleingelassen. Ohne ihn darüber zu informieren hatte sie sich heute einen Tag Urlaub genommen und ihn lediglich mit einer kurzen E-Mail darüber in Kenntnis gesetzt, dass sich ihr 16 Uhr Termin  um einen Tag verschoben hatte. Wie sehr er diesen neumodischen Elektronikscheiß verabscheute! Hätte sie persönlich ihre Sitzung abgesagt, so hätte er wenigstens die Möglichkeit gehabt, direkt darauf zu reagieren. Mit Entrüstung selbstverständlich. Und warum brauchte sie überhaupt Urlaub?! Und das bei einem solchen Sauwetter. Den ganzen Tag hatte es geregnet. Ein Schauer jagte den anderen und der zuvor eingesetzte Nieselregen ging bereits in einen mittleren Wolkenbruch über. In der Ferne kündigte sich bereits mit einem tiefen Grollen ein nahendes Gewitter an. Wie gut, dass sein Partner und er heute lediglich ihre Berichte zum Abschluss bringen mussten. Heute würden ihn keine zehn Pferde mehr vor die Tür bringen, abgesehen von seinem Feierabend.

Die Bonaza-Melodie durchbrach die Stille und seufzend angelte Mick sein Handy aus seiner Hosentasche. Nein, er blieb dabei, heute würde ihn kein Fall der Welt hinaus in die kalte Nässe treiben. Genervt klappt er das Telefon auf.
„Brisgau“, donnerte er. Niemand meldete sich, einzig ein Tosen und Rauschen war zu hören.
„Hallo?“ Drecksding, wahrscheinlich hatte er wie so oft einen schlechten Empfang.
„Mick“, brüllte es ihm entgegen. Es war seine Lieblingstherapeutin und er spürte sofort, dass etwas mit ihr nicht stimmt. „Tanja“, rief er erschrocken und sprang von seinem Stuhl auf.
„Was zur Hölle..:“, er kam nicht dazu, seinen Satz zu beenden.
„Hilfe, Stadtpark, du musst sofort...“,ihre Stimme brach, er hörte ein dumpfes Klatschen, dann die zornentbrannte Stimme eines fremden Mannes: „Na warte, du verfluchtes Miststück.“
„Scheiße“, brüllte Mick, dann raste er kopflos zu seinem Auto.
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